Spreizfuß ist eine häufige Fußfehlstellung, bei der das Quergewölbe im Vorfuß abflacht und sich die Mittelfußknochen verbreitert auseinander bewegen. Typische Symptom beim Spreizfuß sind Schmerzen im Vorfuß, Druckstellen, Schwiele oder Hühneraugen an der Fußsohle. Viele Betroffene bemerken die Beschwerde besonders beim langen Stehen oder beim Tragen ungeeigneter Schuhe mit hohen Absätzen.
Der Spreizfuß entstehen häufig durch Übergewicht, schwaches Bindegewebe, falsches Schuhwerk oder Fehlstellungen wie Hallux valgus und Hammerzehen. Durch die Fehlstellung werden Mittelfußköpfchen und Zehengrundgelenke überlastet, wodurch Metatarsalgie und stechenden Schmerzen auftreten können. In der Orthopädie kommen häufig orthopädisch angepasste Einlage, spezielle Einlagen mit Pelotten sowie konservative Maßnahmen zur Entlastung des Fußgewölbe zum Einsatz.
Zusätzlich helfen Physiotherapie, Fußgymnastik und Barfußlaufen dabei, die Fußmuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. In fortgeschrittenen Fällen kann eine operativ durchgeführte Spreizfuß Behandlung notwendig werden, um die Fußform dauerhaft zu korrigieren.
Welche Symptome verursacht ein Spreizfuß und wie entsteht er?
In der Regel fällt Betroffenen der Spreizfuß gar nicht auf. Diese Fußdeformation bleibt lange Zeit vollkommen symptomlos. Im fortgeschrittenen Stadium jedoch kommt es gelegentlich zu Schmerzen im Mittelfuß: Die Köpfchen der Mittelfußknochen können beim Laufen schmerzen.
Charakteristisch für den Spreizfuß ist das Aufspreizen des Mittelfußes. Diese Aufspreizung entwickelt sich insbesondere durch
- Übergewicht,
- zu enges Schuhwerk sowie
- Schuhe mit sehr hohen Absätzen.
Der Spreizfuß kommt besonders häufig zusammen mit dem „Schiefzeh“ (Hallux valgus) vor. Bei einem Hallux valgus ist die Großzehe zunehmend nach innen gerichtet. Ursache kann auch hier zu enges Schuhwerk sein.
Allgemein betrachtet besitzt der Mittel- und Vorderfuß des Menschen jedoch auch von Natur aus eine große Breiten-Variabilität.

Beim Spreizfuß weichen die Mittelfußknochen nach außen und der Fuß erscheint breiter © Henrie | AdobeStock
Diagnostik beim Spreizfuß
Die Diagnose eines Spreizfußes erfolgt anhand des orthopädischen Bildes. Infolge der Instabilität an den Außenkanten des Mittelfußes kommt es zur zunehmenden Fehlstellung der ersten und fünften Zehen. Dadurch verlagert sich die Hauptlast beim Gehen auf die mittleren Mittelfußknochen, deren Mittelfußköpfe sich unter der Belastung ebenfalls schmerzlich verändern.
Unterhalb der Zehen kommt es im Mittelfußbereich zu einer ausgeprägten Schwielenbildung mit Krallen- oder Klauenzehen. Im Röntgenbild zeigt sich zwischen den Mittelfußknochen ein größerer Abstand als normal – ein zusätzlicher Hinweis auf die Mittelfußaufspreizung.
Wie wird ein Spreizfuß behandelt?
Die meisten Patienten haben beim Spreizfuß lange gar keine Beschwerden. Daher ist eine besondere Behandlung in vielen Fällen gar nicht notwendig. Damit sich die Symptome jedoch nicht später noch ausbilden, empfehlen Ärzte sogenannte Spreizfußbandagen. Diese dienen dazu, den vorderen Mittelfußbereich zusammenzudrücken, um die weitere Spreizung der Mittelfußknochen zu verhindern.
Wird der Spreizfuß symptomatisch, treten also Schmerzen im Bereich der Mittelfußköpfe auf, können spezielle Einlagen helfen. Einlagen sind auch als längerfristige Therapieoption anwendbar.
Ein begleitender Hallux valgus wird oft chirurgisch behoben, um den Mittelfuß ebenso an seinen Außenrändern zu stabiliseren. Dadurch kann der Patient den Mittelfuß wieder mehr belasten. Die physiologische Funktion wird dadurch bestmöglich wiederhergestellt.
Nachsorge und Prognose bei Spreizfuß
Nach der Behandlung sollte der Patient seinen Fuß regelmäßig durch seinen Orthopäden kontrollieren lassen. Er berät Sie zu weiteren Therapiemöglichkeiten, wie beispielsweise der chirurgischen Korrektur des Spreizfußes.
Insgesamt betrachtet gilt der Spreizfuß als gut behandelbar. Das gilt sowohl für die Behandlung durch Schuheinlagen als auch für eine eventuelle operative Korrektur.
Dennoch lohnt es sich zusätzlich, auf das richtige Schuhwerk und ein gleichbleibendes Normalgewicht zu achten. Das entlastet den Mittelfuß und verringert das Risiko für einen Spreizfuß oder dessen Verschlechterung.
Wo finden Patienten Hilfe bei einem Spreizfuß?
Der Fuß fällt mit seiner filigranen Knochen- und Gelenkstruktur in den Aufgabenbereich der Fachärzte für Orthopädie. Einige Orthopäden spezialisieren sich auf das Fußskelett und dessen chirurgische Korrekturen.
Orthopädiezentren für Fußchirurgie sind der richtige Ansprechpartner, wenn ein symptomatischer Spreizfuß operiert werden muss. Neben Orthopädie und Chirurgie können weitere (nichtärztliche) Fachdisziplinen beim Spreizfuß hilfreich sein, z. B.
- Orthopädietechniker bei der Anpassung der Einlagen und des orthopädischen Schuhwerkes sowie
- funktionelle (manuelle) Therapeuten und
- Physiotherapeuten.
Sie fördern die Fußbeweglichkeit und wirken einer weiteren Verschlechterung des Spreizfußes entgegen.
FAQ
Welche Symptome verursacht ein Spreizfuß?
Typische Symptome beim Spreizfuß sind Schmerzen im Vorfuß, Schwiele, Druckstellen und stechenden Schmerzen im Bereich der Mittelfußköpfchen. Häufig treten auch Hallux valgus, Hammerzehen oder Beschwerden in den Zehengrundgelenken auf. Der Fuß wirkt verbreitert und viele Betroffene klagen über Schmerzen in den Füßen beim langen Stehen oder Gehen.
Wie entsteht ein Spreizfuß?
Ein Spreizfuß entstehen meist durch ein abgesenktes Quergewölbe und einen veränderten Winkel zwischen den Mittelfußknochen. Risikofaktoren sind Übergewicht, schwaches Bindegewebe, falsches Schuhwerk und Schuhe mit hohen Absätzen. Auch angeboren bedingte Fußfehlstellungen oder ein Senkfuß können die Fehlstellung begünstigen.
Wie lässt sich ein Spreizfuß behandeln?
Die Spreizfuß Behandlung erfolgt zunächst konservativ. Häufig helfen spezielle Einlagen mit Pelotten, passende Schuhe, Physiotherapie und physiotherapeutische Übungen zur Stabilisierung der Fußmuskulatur. Konservative Therapie und konservative Behandlung sollen die Beschwerden lindern und den Vorfuß entlasten.
Wann ist eine Operation bei Spreizfuß notwendig?
Eine operativ durchgeführte Behandlung wird notwendig, wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen oder starke Fehlstellungen bestehen. Besonders bei Hallux valgus, Hammerzehen oder ausgeprägten entzündlichen Schmerzen im Vorfußbereich kann eine Operation sinnvoll sein. Ziel ist es, Gelenk, Zehe und Fußform dauerhaft zu korrigieren.
Wie kann man einem Spreizfuß vorbeugen?
Zur Vorbeugung helfen Barfußlaufen, Fußgymnastik und das Tragen von orthopädisch geeignetem Schuhwerk. Wichtig sind außerdem passende Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfußbereich sowie regelmäßige Bewegung zur Kräftigung der Muskulatur. Wer einen Spreizfuß früh erkennen möchte, sollte auf typische Symptome und erste Beschwerde im Fuß achten.
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