Je nach Ursache unterscheidet man zwischen einer septischen oder einer aseptischen Osteonekrose.
Septische Knochennekrosen entstehen im Rahmen einer Osteomyelitis. Das ist eine bakterielle Infektion der Knochenrinde und des Knochenmarks.
Aseptische Knochennekrosen können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem
Eine Knochennekrose kann auch eine unbekannte Ursache haben. Man spricht dann von einer spontanen (idiopathischen) Osteonekrose. Bei Epiphysennekrosen im Wachstumsalter können auch die Wachstumsfuge und angrenzende Teile der Metaphyse einbezogen werden (Osteochondronekrose). Eine primäre Nekrose des Gelenkknorpels kommt mangels eigener Blutversorgung nicht zustande. Der Knorpel kann aber sekundär erkranken.

Bei Knochennekrose stirbt Knochengewebe ab, wodurch der Knochen instabil wird © Aksana | AdobeStock
Eine juvenile aseptische Osteochondrose kann sich in
- Epiphysen,
- Apophysen und
- kurzen Knochen
entwickeln. Sie wird durch lokale Zirkulationsstörungen mit unbekannter Ursache hervorgerufen. Sie heilt durch Reparation spontan aus, kann aber bleibende Form- und Funktionsstörungen zurückbehalten.
Die juvenile aseptische Osteochondronekrose hat einen stadienhaften Ablauf mit
- Initialstadium,
- Kondensationsstadium,
- Fragmentationsstadium und
- Reparationsstadium.
Wichtigste Formen der juvenilen aseptischen Osteochondronekrosen
- Nekrose des Femurkopfes (Morbus Perthes): Häufigste Erkrankung dieser Gruppe, Kinder zwischen 3 und 7 Jahren, vornehmlich Jungen. Schmerzen, Hinken, zunehmende Deformierung. Später Arthrosis deformans. Therapie: Entlastung. Ggf. stellungsverbessernde Osteotomie.
- Nekrose der Schienbeinapophyse (Morbus Schlatter): Vor allem Jungen zwischen 12 und 15 Jahren. Schmerzen bei Zug der Quadrizepssehne und auf Druck (beim Knien!), Gelenk unbeteiligt. Schwellung. Therapie: Schonung (Sport!), Wärmeanwendung. Gipstutor mit Ausschaltung des Quadrizepszuges.
- Nekrose des Kahnbeins am Fuß (Morbus Köhler I): Kinder zwischen 3 und 8 Jahren. Schmerzen, gelegentlich Schwellung. Therapie: Einlagenversorgung.
- Nekrose von Mittelfußköpfchen (Morbus Köhler II, Morbus Freiberg): Meist Mädchen um die Pubertät. Schmerzen, ggf. Schwellung am Vorfuß. Therapie: Einlage, Vorfußbandage mit Mittelfußpelotte, orthopädische Schuhzurichtung. Wenn erfolglos: Operation.
- Aspophysitis calcanei (Morbus Haglund): Ossifikationsstörung in der dorsalen Fersenbeinapophyse. Schmerz beim Gehen und bei Anspannung der Achillessehne. Therapie: Absatzerhöhung, evtl. Gehgips in Spitzfußstellung für 4 Wochen.
- Osteochondrosis dissecans: Demarkierung einer Knochen-/Knorpelscheibe aus einer Gelenkfläche, meist am Knie, in und nach der Pubertätszeit. Corpus Librum (Gelenkmaus). Schmerzen, Erguss, evtl. Einklemmung. Therapie: Schonung (Sport), ggf. Gipstutor oder Orthese für 6-12 Wochen, Arthroskopie. Versuch der Refixation oder Entfernung des Dissekats. Bei ausgedehntem Knorpelschaden Pridie-Bohrung, am Hüftgelenk evtl. Umstellungsosteotomie.
- Hüftkopfnekrose des Erwachsenen: Vorwiegend Männer zwischen 25 und 30 Jahren. Alkohol, Cortison, Diabetes, Hyperlipidämie, Lebererkrankungen, Taucher, Posttraumatische Hüftkopfnekrose nach Schenkelhalsfraktur. Schmerzen, Hinken, zunehmende Bewegungseinschränkung. Bei ausgeprägtem Krankheitsbild typischer Röntgenbefund. Frühdiagnose: Szintigraphie, Kernspintomographie (MRT). Therapie: zu Beginn evtl. entlastende Orthese, Flexionsostetomie, Kopfresektion mit Arthroplastik.
- Osteonekrose des Femurkondylus (Morbus Ahlbäck): Vor allem Frauen über 60 Jahre, nach Cortisontherapie, Schmerzen an der Knieinnenseite, Erguss. Röntgen: Abflachung und Verdichtung, später Dissekation. Therapie: konservativ wie bei Gonarthrose wenig aussichtsreich, Valgisationsosteotomie, Arthroplastik.
- Nekrose des Oberarmkopfes (Hass-Krankheit): Analog Hüftkopfnekrose. Therapie: Arthrodese oder Alloarthroplastik.
- Lunatummalazie (Knieböck-Krankheit): Nekrose des Mondbeins der Hand. Eventuell Berufkrankheit, Schmerzen beim Gebrauch der Hand. Therapie: Ruhigstellung. Evtl. operative Ausräumung oder Arthrodese.
- Nekrose der Sesambeine unter dem Großzehengrundgelenk: Belastungs- und Druckschmerz, Zerrungsschmerz bei passiver Dorsalbewegung der Großzehe. Röntgen: scholliger Zerfall. Therapie: entlastende Einlage oder Exstirpation.
- Posttraumatische aseptische Nekrose eines Wirbelkörpers (Morbus Kümmel-Verneuil): Monate nach Wirbelfraktur Schmerzen, zunehmende Kyphose. Röntgen: Verdichtung, Abflachung, progrediente Keilform bei Erhaltung der benachbarten Intervertebralräume. Differentialdiagnose: Tumor! Therapie: physikalische Maßnahmen, Krankengymnastik, evtl. Korsett. Ultima ratio Spondylodese.
Die Knochennekrose beziehungsweise Osteonekrose ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Knochen und Gelenk-Strukturen, bei der es durch gestörte Blutversorgung zum Absterben von Knochenzellen kommt. Besonders die aseptische Knochennekrose sowie die avaskuläre Nekrose betreffen häufig betroffene Knochen im Bereich des Knies, der Hüfte oder als Knochennekrose am Fuß.
Erkrankungen wie Morbus Ahlbäck oder Hüftkopfnekrose zeigen, wie unterschiedlich der Krankheitsverlauf einer Osteonekrose verlaufen kann. Typische Symptome der Osteonekrose sind Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und Beschwerden im Gelenk, die sich je nach Stadium verstärken können. Im Frühstadium lassen sich Veränderungen oft nur im MRT erkennen, während Röntgenbild oder Röntgenaufnahme erst später Auffälligkeiten zeigen. Unbehandelt kann die Nekrose fortgeschritten verlaufen und zu Arthrose, Knorpel-Schäden oder sogar einem Gelenkersatz führen.
Zur Diagnose der Osteonekrose gehören orthopädisch Untersuchungen, MRT, Röntgen sowie die genaue Beurteilung von Lokalisation und Ausmaß der avaskuläre Knochennekrose. Auch Knocheninfarkt, Knochenmarködem oder eine ischämische Knochennekrose müssen berücksichtigt werden. Risikofaktor wie Alkohol, Kortison, mangelnder Sauerstoff oder Durchblutungsstörungen der Blutgefäße spielen bei vielen Knochennekrosen eine wichtige Rolle.
Die Behandlung der Osteonekrose kann konservative Maßnahmen wie Entlastung und medikamentöse Therapie umfassen oder operativ erfolgen. In fortgeschrittenen Stadien kommen chirurgische Verfahren aus der Orthopädie und Unfallchirurgie zum Einsatz. Entscheidend für die Behandlung von Osteonekrose und die Behandlung von Knochennekrosen ist eine frühe Diagnose, um betroffene Knochen möglichst lange zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Was ist eine Knochennekrose?
Eine Knochennekrose ist eine Erkrankung, bei der Knochenzellen durch mangelnde Blutversorgung absterben. Die Osteonekrose wird auch als avaskuläre Knochennekrose oder ischämische Knochennekrose bezeichnet. Besonders häufig betroffen sind Gelenk-Bereiche wie Hüfte, Knies oder betroffene Knochen am Fuß.
Welche Symptome treten bei einer Osteonekrose auf?
Typische Symptome der Osteonekrose sind Schmerzen im Gelenk, Belastungsschmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit. Im fortgeschritten Stadium können Arthrose und dauerhafte Schäden des betroffenen Gelenks entstehen. Viele Betroffene bemerken die Beschwerden zunächst nur im Ruhezustand oder bei Belastung.
Wie wird eine Knochennekrose diagnostiziert?
Die Diagnose der Osteonekrose erfolgt durch Anamnese und körperliche Untersuchung sowie bildgebende Verfahren wie MRT, Röntgen oder Röntgenaufnahme. Besonders das MRT eignet sich zur Erkennung einer aseptischen Knochennekrose im Frühstadium. Zusätzlich beurteilen Ärztinnen und Ärzte das Ausmaß der Knochennekrose und mögliche Knochenmarködem-Veränderungen.
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?
Zu den häufigsten Ursachen gehören Durchblutungsstörungen, Verletzungen der Blutgefäße, übermäßiger Alkoholkonsum oder langfristige Kortisontherapie. Auch mögliche Ursache wie Knocheninfarkt, Sauerstoffmangel oder Durchblutungsstörung können eine Osteonekrose auslösen. Erkrankungen wie Morbus Ahlbäck oder Hüftkopfnekrose gelten als spezielle Formen der aseptischen Knochennekrosen.
Wie wird eine Osteonekrose behandelt?
Die Behandlung von Osteonekrose richtet sich nach Stadium und Lokalisation der Erkrankung. Im Frühstadium kommen konservative Behandlung, Entlastung und medikamentöse Behandlung infrage. Bei fortgeschrittenen Knochennekrosen kann eine operative Behandlung mit chirurgisch Eingriff oder Gelenkersatz notwendig werden.