Charcot-Fuß - Informationen und Spezialisten

10.07.2024
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Der Charcot-Fuß ist eine schwerwiegende Erkrankung, die vor allem Menschen mit Diabetes mellitus betrifft. Diese Erkrankung führt zu einer Schädigung der Nerven und Knochen im Fuß, was unbehandelt zu schweren Deformationen und im schlimmsten Fall zu Amputationen führen kann. Der Charcot-Fuß erfordert deshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über den Charcot-Fuß: von den Ursachen über die Symptome bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem finden Sie hier ausgewiesene Spezialisten für die Behandlung des Charcot-Fußes.

ICD-Codes für diese Krankheit: M14.6

Empfohlene Spezialisten für die Behandlung des Charcot-Fußes

Artikelübersicht

Was ist der Charcot-Fuß?

Der Charcot-Fuß ist eine spezielle Form des diabetischen Fußsyndroms. Diese Erkrankung tritt auf, wenn die Polyneuropathie (eine Nervenschädigung, oft durch Diabetes verursacht) die Schmerzempfindlichkeit im Fuß reduziert. Dadurch können kleine Verletzungen oder Frakturen unbemerkt bleiben und sich verschlimmern. Der Begriff "Charcot-Fuß" geht auf den französischen Neurologen Jean-Martin Charcot zurück, der diese Erkrankung erstmals beschrieb.

Charcot-Fuß

Der Charcot-Fuß ist eine seltene Spätfolge bei Diabetes mellitus, bei der es zu Knochenbrüchen im Fuß kommt @ Pepermpron /AdobeStock

Symptome des Charcot-Fußes

Die Symptome eines Charcot-Fußes können vielfältig sein und entwickeln sich oft schleichend. Typische Anzeichen sind:

  • Rötung und Schwellung des Fußes
  • Erhöhte Temperatur der Haut
  • Deformationen und Instabilität des Fußes
  • Schmerzen, die trotz Nervenschädigung auftreten können

Diese Symptome sind oft schwer zu erkennen, da die Schmerzempfindung aufgrund der Polyneuropathie reduziert ist. Daher ist es wichtig, bei ungewöhnlichen Veränderungen des Fußes sofort einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen und Risikofaktoren

Der Charcot-Fuß entsteht hauptsächlich durch eine Kombination aus Diabetes mellitus und Polyneuropathie. Diese Nervenschädigung führt zu einer verminderten Schmerzempfindung, sodass Verletzungen und Druckstellen unbemerkt bleiben. Weitere Risikofaktoren sind:

  • Schlecht eingestellter Blutzucker
  • Langjährige Diabetes-Erkrankung
  • Übergewicht
  • Vorherige Fußverletzungen

Untersuchung und Diagnose

Die Diagnose eines Charcot-Fußes erfolgt durch eine gründliche körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder MRT. Wichtige diagnostische Schritte sind:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte
  • Klinische Untersuchung: Untersuchung des Fußes auf sichtbare Anzeichen
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen oder MRT zur Erkennung von Frakturen oder Deformierungen
  • Blutuntersuchungen: Überprüfung der Entzündungswerte
Diagnose Charcot-FußUm zu einer Diagnose zu gelangen, untersucht der Arzt den Fuß und das Sprunggelenk @ memorisz /AdobeStock

Behandlungsmöglichkeiten beim Charcot-Fuß

Die Behandlung des Charcot-Fußes ist komplex und erfordert eine interdisziplinäre Herangehensweise. Wichtige Therapien umfassen:

  • Ruhigstellung des Fußes durch spezielle Orthesen oder Gipsverbände
  • Blutzuckerkontrolle zur Vermeidung weiterer Nervenschäden
  • Physiotherapie zur Stabilisierung und Verbesserung der Fußfunktion
  • In schweren Fällen: chirurgische Eingriffe zur Korrektur von Deformationen

Spezialisten für die Behandlung des Charcot-Fußes sind Diabetologen, Orthopäden und Podologen. Diese Fachärzte arbeiten oft in speziellen Fußzentren zusammen, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Physiotherapie bei Charcot-FußPhysiotherapie und Fußgymnastik ist bei einem Charcot-Fuß besonders wichtig, da ein erhöhtes Sturzrisiko durch verminderte sensomotorische Kontrolle besteht @ Olga Miltsova /AdobeStock

Verlauf und Prognose

Der Verlauf des Charcot-Fußes kann sehr unterschiedlich sein und hängt stark von der frühzeitigen Diagnose und der konsequenten Behandlung ab. Mit der richtigen Therapie lässt sich der Krankheitsverlauf oft positiv beeinflussen. Wichtig ist dabei:

  • Regelmäßige Kontrollen beim Arzt
  • Konsequente Fußpflege und -kontrolle durch den Patienten
  • Anpassung des Lebensstils zur Blutzuckerkontrolle und Vermeidung von Übergewicht

In vielen Fällen kann durch eine frühzeitige und konsequente Therapie eine Amputation vermieden werden. Bei schweren Verläufen kann es jedoch trotz aller Bemühungen zu einer Operation kommen.

Fazit

Der Charcot-Fuß ist eine ernsthafte Komplikation des diabetischen Fußsyndroms, die eine frühzeitige Diagnose und intensive Behandlung erfordert. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Fachärzten und eine konsequente Blutzuckerkontrolle können betroffene Patienten den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und ihre Lebensqualität erhalten. Achten Sie auf die ersten Anzeichen und suchen Sie bei Verdacht umgehend medizinischen Rat, um schwere Folgen zu vermeiden.

Quellen

  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
  • International Working Group on the Diabetic Foot (IWGDF)
  • American Diabetes Association (ADA)
Whatsapp Facebook Instagram YouTube E-Mail Print