Schleimbeutelentzündungen im Knie sind schmerzhaft, aber meist harmlos. Die Reizung und Entzündung der flüssigkeitsgefüllten Gewebesäckchen kann gut behandelt werden.
Von den rund 160 Schleimbeuteln im menschlichen Körper gibt es mehrere Schleimbeutel am Kniegelenk. Wenn eine Bursitis am Kniegelenk rasch erkannt und richtig behandelt wird, heilt die Schleimbeutelentzündung zumeist gut aus.
Erfahren Sie hier mehr zur Bursitis am Knie, wie sie erkannt und das betroffene Knie behandelt wird. Finden Sie hier außerdem ausgewählte Spezialisten für die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung im Knie.
Kurzübersicht:
Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die zwischen Knochen und Muskeln, Sehnen und Haut liegen. Sie mindern Druck und federn Belastungen ab. Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung können sich dies Polster entzünden und Schmerzen verursachen.
Am Knie kann der Bereich vor der Kniescheibe, unterhalb der Kniescheibe oder die Rückseite des Kniegelenks betroffen sein.
Ein häufiges Symptom des entzündeten Schleimbeutels ist die Schwellung, außerdem können Rötung, Überwärmung und Schmerzen auftreten.
Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung gelingt meist durch Gespräch und Untersuchung, bei Bedarf ergänzt durch Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchung oder Punktion.
Die Behandlung erfolgt meist konservativ mit Schonung; das Knie wird ruhiggestellt für etwa zwei bis vier Wochen. Kühlen, Druckverband, Hochlagern, entzündungshemmenden Medikamenten und bei Bedarf Physiotherapie. Bei schwerer oder chronisch wiederkehrender Bursitis kann auch eine OP mit Bursektomie notwendig werden.
Artikelübersicht
- Definition: Was passiert bei einer Schleimbeutelentzündung im Knie?
- Bursitis praepatellaris oder Bursitis Infrapatellaris
- Ursachen einer Schleimbeutelentzündung: Warum kann sich ein Schleimbeutel entzünden?
- Symptome einer Schleimbeutelentzündung/ typische Symptome einer Bursitis im Knie
- Diagnose einer Schleimbeutelentzündung: Untersuchung, Ultraschall und Punktion
- Behandlung: konservative Therapie einer Schleimbeutelentzündung
- Operation und Bursektomie: wenn die Bursitis chronisch wird
- Verlauf: akut, chronisch und Heilung der Schleimbeutelentzündung am Knie
- Gegen Schleimbeutelentzündung im Knie vorbeugen
- Spezialisten für die Beschwerden der entzündeten Schleimbeutel
- häufige Fragen
Definition: Was passiert bei einer Schleimbeutelentzündung im Knie?
Bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Knie (ICD M70.5) entzündet sich ein Schleimbeutel im Knie bzw. Kniegelenk. Das kann an verschiedenen Stellen geschehen:
- im Bereich vor der Kniescheibe oder
- an der Innen- und Rückseite des Kniegelenks.

Knieschmerzen? Oft steckt eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) dahinter. © westfotos.de / Fotolia
Bursitis praepatellaris oder Bursitis Infrapatellaris
Bei der Bursitis Präpatellaris ist der Schleimbeutel vor der Kniescheibe von der Entzündung betroffen. Die Bursitis Infrapatellaris beschränkt sich hingegen auf den Schleimbeutel, der sich unterhalb der Kniescheibe befindet. Auch in der Kniekehle gibt es Schleimbeutel, die sich entzünden können. Medizinisch wird zwischen Bursitis Praepatellaris oder Bursitis Infrapatellaris unterschieden.
Ein Schleimbeutel, in der medizinischen Fachsprache als Bursa synovialis bezeichnet, ist ein Gewebesack, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Schleimbeutel finden sich immer dort, wo Gelenke besonders stark beansprucht werden. Die Struktur dient als Puffer und reduziert den Druck sowie die Reibung auf die Haut, Muskeln, Knochen und Sehnen. Während die meisten der rund 160 Schleimbeutel recht unempfindlich sind, neigen andere Gelenke zu Schleimbeutelentzündungen. Zu diesen anfälligen Gelenken gehört auch das Kniegelenk.

Entzündeter Schleimbeutel unterhalb der Kniescheibe (im Bild: Seitenansicht) © Henrie / Fotolia
Ursachen einer Schleimbeutelentzündung: Warum kann sich ein Schleimbeutel entzünden?
Wenn das Knie über längere Zeit Druck und/oder stärkeren (Fehl)Belastungen ausgesetzt ist, dann kann sich der Schleimbeutel entzünden. Somit gehört die Schleimbeutelentzündung zu den typischen Überlastungsreaktionen des Kniegelenks. Schleimbeutel gereizt durch ständiges Knien, Sport oder Druck kann sich zunächst nur schmerzhaft verändern, später dann entzünden.
Schleimbeutelentzündungen im Knie können aber auch nach einem Sturz auf das Knie oder auf die Kniescheibe auftreten. Dann können Bakterien durch eine offene Wunde eindringen, es kommt zu einer Infektion des Schleimbeutels. In diesem Fall kann die Bursitis auch bakteriell bedingt sein. Eine solche Entzündung des Schleimbeutels sollte ärztlich abeklärt werden, um ernste Verläufe und andere Auslöser der Schleimbeutelentzündung auszuschließen.
Es gibt verschiedene Risikofaktoren für eine Entzündung des Schleimbeutels im Knie. Dazu gehören:
- einseitige körperliche Arbeiten wie beispielsweise Fliesenlegen oder die Arbeit im Garten;
- akute Verletzungen durch Sportunfälle oder Stürze;
- chronische Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Arthritis;
- kniebelastende sportliche Aktivitäten wie Surfen, Tennis oder Fußball.
Symptome einer Schleimbeutelentzündung/ typische Symptome einer Bursitis im Knie
Bei einer Bursitis entsteht an der betroffenen Stelle des Knies eine Schwellung. Die darüber liegende Haut ist gerötet und der gesamte entzündete Bereich ist überwärmt. Die Betroffenen verspüren insbesondere bei Bewegungen, die die entzündete Struktur belasten, Schmerzen. Die Beweglichkeit des Knies ist oftmals eingeschränkt.
Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und eine sichtbare Vorwölbung. Ein weiteres Symptom kann eine stärkere Druckempfindlichkeit sein.
Je nach Ort der Entzündung können spezifische Beschwerden auftreten:
- Bei der Bursitis Präpatellaris ist vor allem die Beugung des Knies schmerzhaft. Die Entzündung zeigt sich hier durch eine Rötung und Schwellung direkt vor der Kniescheibe.
- Bei der Bursitis Infrapatellaris schwillt hingegen der Bereich unterhalb des Knies an. Neben dem Beugen führt bei dieser Form der Schleimbeutelentzündung auch das Überstrecken des Knies oftmals zu Schmerzen.
Symptome einer Bursitis im Knie können akut beginnen oder bei dauerhafter Belastung chronisch werden.
Diagnose einer Schleimbeutelentzündung: Untersuchung, Ultraschall und Punktion
Die Schilderung der vorliegenden Symptome und der Blick auf das Knie sind zumeist schon wegweisend für die Verdachtsdiagnose „Schleimbeutelentzündung im Knie“. Da die Entzündung häufig auf einer Überlastung beruht, erfragt der Arzt im Gespräch mit dem Patienten auch belastende körperliche Aktivitäten. Ebenso sind der Beruf des Patienten, das Sportartenprofil sowie Stürze, Verletzungen oder Vorerkrankungen bei der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) von Interesse.
Zur Sicherung der Diagnose führt der Arzt im Anschluss an die Anamnese eine körperliche Untersuchung durch. Dabei achtet er vor allem auf Schwellungen, Rötungen oder eine Wärmesymptomatik im Bereich des Knies.
Ein Ultraschall kann zeigen, ob sich vermehrt Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel angesammelt hat. Bei Verdacht auf eine Infektion oder bei ausgeprägter Schwellung kann eine Punktion sinnvoll sein. Dabei wird Flüssigkeit entnommen und im Labor untersucht.
Wenn ein Patient häufiger unter Schleimbeutelentzündungen im Knie leidet, kann eine weiterführende Diagnostik erforderlich sein. So kann eine Röntgenuntersuchung Hinweise auf Veränderungen im Bereich des Kniegelenks liefern und so helfen, mögliche ursächliche Erkrankungen zu identifizieren. Bei Verdacht auf Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.
Behandlung: konservative Therapie einer Schleimbeutelentzündung
Eine Schleimbeutelentzündung im Knie wird in der Regel konservativ behandelt. Dabei gibt die PECH-Regel die ersten Schritte bei der ersten Hilfe vor:
- P - Pause. Das Kniegelenk braucht Zeit und Schonung, bis die Entzündung abklingt und wieder belastbarer ist.
- E - Eiskalte Schmerzlinderung durch Kühlung des Kniegelenks, zum Beispiel mit einem Eispack (in ein Handtuch gewickelt, um die Kälte angenehmer zu machen).
- C - Compression: leichter Druck mindert Schwellungen.
- H - Hochlagern des Kniegelenks fördert den Blutfluss und lindert Schwellungen.
Das betroffene Kniegelenk sollte geschont und gekühlt werden. Je nach Lokalisation der Entzündung kann eventuell auch ein spezieller Tapeverband des Knies die Beschwerden lindern, dazu berät ein Arzt oder die Physiotherapie. Entzündungshemmende Medikamente können gegen die Schmerzen eingenommen werden.
Physiotherapie kann helfen, Fehlbelastungen zu verringern und die Beweglichkeit zu erhalten. Zu Übungen und Behandlung gehört zum Beispiel eine vorsichtige Mobilisation ohne Druck auf die betroffene Stelle.
Bei Bedarf kann man ein zusammengerolltes Handtuch unter die Kniekehle legen, um das Knie angenehmer zu lagern. Die richtige Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung. Es braucht Zeit, bis die Entzündung abklingt. Kühlen Sie das Knie mit einem Kühlpack, das in ein Tuch gewickelt ist und lagern Sie es hoch. Ein leichter Druckverband kann helfen, die Schwellung zu mindern.
Ohne offene Verletzungen kann der Facharzt, bei einer ausgeprägten Schwellung mit unangenehmem Druckgefühl, den Schleimbeutel punktieren, um mithilfe einer Spritze Flüssigkeit abzusaugen. Im Anschluss kann er ggf. auch direkt entzündungshemmendes Kortison in den entzündeten Schleimbeutel injizieren, um die Entzündungsreaktion direkt in dem entzündeten Schleimbeutel zu bekämpfen.

Eine Punktion kann das Knie bei langwierigen Schleimbeutelentzündungen entlasten. © ursule / Fotolia
Es ist jedoch zu beachten, dass eine Injektion in das Kniegelenk immer mit Risiken verbunden ist. So können Bakterien in den Schleimbeutel oder das Kniegelenk gelangen und dort die Entzündung verschlimmern. Steriles Arbeiten ist deshalb besonders wichtig.
Bestehen die Entzündungssymptome über mehrere Wochen fort oder kommt es immer wieder zu Entzündungen, liegt eine chronische Bursitis vor. Wenn die konservative Behandlung nicht anschlägt, kann der Arzt den betroffenen Schleimbeutel in einer Operation zum Teil oder komplett entfernen.
Operation und Bursektomie: wenn die Bursitis chronisch wird
Bestehen die Entzündungssymptome über mehrere Wochen fort oder kommt es immer wieder zu Entzündungen, liegt eine chronische Schleimbeutelentzündung vor. Auch eine chronische Burisits kann starke Schmerzen und wiederkehrende Beschwerden verursachen. Wenn die konservativ ausgerichtete Therapie einer Schleimbeutelentzündung nicht anschlägt, kann der Arzt den betroffenen Schleimbeutel in einer Operation zum Teil oder komplett entfernen. Dieser Eingriff heißt Bursektomie.
Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn die Bursitis hartnäckig ist, wiederkehrt, bakteriell kompliziert verläuft oder die Funktion des Knies deutlich geschränkt ist.
Verlauf: akut, chronisch und Heilung der Schleimbeutelentzündung am Knie
Der Verlauf und die Dauer der Bursitis sind zum einen von der Ursache und der Ausprägung und zum anderen von der Behandlung abhängig. In der Regel lässt sich eine Schleimbeutelentzündung aber gut behandeln und heilt dementsprechend auch recht zügig aus. Bei einer leichten Entzündung ist im Regelfall keine Krankschreibung bzw. allenfalls nur für einige Tage bis maximal zwei bis vier Wochen notwendig. Eine schwere Entzündung mit der Notwendigkeit einer Operation kann hingegen den Ausfall von mehreren Wochen bedeuten.
Die Schleimbeutelentzündung im Knie tritt vor allem bei Menschen auf, die berufsbedingt viel knien müssen. Ebenso können kniebelastende sportliche Aktivitäten zu einer Entzündung führen. Mit ausreichender Schonung können Sie der Entzündung jedoch entgegenwirken, sodass die unangenehmen Schmerzen in der Regel schnell wieder abklingen.

Kniebandagen schützen zur Vorbeugung von Schleimbeutelentzündungen. © Picture-Factory / Fotolia
Gegen Schleimbeutelentzündung im Knie vorbeugen
Schleimbeutel schützen das Kniegelenk vor allzu großen Beanspruchungen. Solange sie nicht entzündet sind, erledigen sie ihre stoßdämpfende Aufgabe fast im Verborgenen. Um die Schleimbeutel und damit das Kniegelenk zu schützen, können bei stark beanspruchenden Tätigkeiten oder kniebelastendem Sport spezielle Knieschoner oder Bandagen getragen werden. Regelmäßige Pausen und leichte Mobilisation durch ausgleichende Kniebewegung erhalten das Kniegelenk stark und gesund.
Spezialisten für die Beschwerden der entzündeten Schleimbeutel
Die Schleimbeutelentzündung im Knie und die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung im Knie betreffen vor allem Menschen, die berufsbedingt viel knien müssen. Ebenso können kniebelastende sportliche Aktivitäten zu einer Entzündung im Knie führen. Mit ausreichender Schonung können Sie der Entzündung entgegenwirken, so dass die unangenehmen Schmerzen in der Regel schnell wieder abklingen.
Geeignete Ansprechpartner sind Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmediziner sowie bei Verdacht auf rheumatische Ursachen auch Rheumatologen.
häufige Fragen
Was ist eine Schleimbeutelentzündung am Knie?
Eine Schleimbeutelentzündung am Knie ist eine Entzündung der Schleimbeutel rund um das Kniegelenk. Dabei sammelt sich oft zusätzliche Flüssigkeit im Gewebe. Der Bereich wird schmerzhaft und kann geschwollen sein.
Wie merkt man eine Bursitis im Knie?
Häufige Zeichen sind Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Druckempfindlichkeit. Die Beschwerde verstärkt sich oft beim Beugen, Strecken oder Knien. Je nach Lage kann die Bursitis vor, unter oder hinter der Kniescheibe auftreten.
Wie behandelt man einen Schleimbeutelentzündung am Knie?
Die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung erfolgt meist mit Schonung, kühlen, hochlagern, Druckverband und entzündungshemmenden Medikamenten. Manchmal wird das Knie ruhig gestellt Bei starker Flüssigkeitsansammlung kann eine Funktion helfen.
Wann muss eine Schleimbeutelentzündung im Knie operiert werden?
Eine Operation ist selten nötig, sie kommt infrage wenn die Bursitis trotz Therapie anhält, immer wiederkehrt, stark infiziert ist oder eine chronische Entzündung des Schleimbeutels besteht.
Sie kann man einer Schleimbeutelentzündung im Knie vorbeugen?
Zur Vorbeugung helfen Knieschoner, Bandagen, Pausen und das Vermeiden langer Druckbelastung. Besonders bei Berufen oder Sportarten mit häufigem Knien sollte man das Knie regelmäßig entlasten und gut polstern.





































