Die Schleimbeutel werden in der Medizin als Bursa bezeichnet. Schleimbeutel sind eine sehr flache Gewebestruktur, die nur wenige Zentimeter lang ist. Bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) schwellen sie an. Liegen mehrere Schleimbeutel nebeneinander, haften sie mit einem Film aus Gewebeflüssigkeit aneinander.
Schleimbeutel befinden sich überwiegend an stark beanspruchten Körperstellen, z.B. in der Nähe der Gelenke. Auch dort, wo Haut, Muskeln oder Sehnen unmittelbar auf dem Knochen aufliegen, befinden sich Schleimbeutel in den Zwischenräumen.

Lage eines Schleimbeutels an der Rotatorenmanschette der Schulter © Axel Kock | AdobeStock
Je nach Lage eines Schleimbeutels werden sie als
- Hautschleimbeutel,
- Sehnenschleimbeutel oder
- Bandschleimbeutel
bezeichnet. Darüber hinaus unterscheiden Mediziner zwischen konstanten und reaktiven Schleimbeuteln. Konstante Schleimbeutel sind angeboren und befinden sich bei allen Menschen an der gleichen Stelle. Reaktive Schleimbeutel sind dagegen erworben. Sie entstehen als Folge eines bestimmten Reizes und liegen bei jedem Menschen an einer anderen Stelle. Durchschnittlich weist jeder Mensch etwa 150 Schleimbeutel auf.
Schleimbeutel fungieren wie ein Puffer zwischen harten und weichen Körperstrukturen.
Bei Bewegung entsteht Druck und Reibung zwischen Haut, Sehnen, Muskeln und den Knochen. Die Schleimbeutel reduzieren diesen Druck. Zu diesem Zweck sondern die Schleimbeutel eine Flüssigkeit ab, das sogenannte Synovial.
Haben sich ein oder mehrere Schleimbeutel entzündet, spricht der Mediziner von einer Bursitis (Schleimbeutelentzündung).
Die Bursitis entsteht meist durch eine Drucküberlastung oder auch durch Gewalteinwirkung von außen. Sportunfälle sind häufige Ursache für eine Schleimbeutelentzündung. Dabei kommt es zunächst zu Kleinstverletzungen, die sich anschließend entzünden. In einigen Fällen ist die Bursitis das Begleitsymptom einer Stoffwechselerkrankung, beispielsweise von Gicht.
Schleimbeutel in Gelenknähe sind besonders häufig von einer Bursitis betroffen. Die entsprechende Stelle schwillt dann an und reagiert schmerzempfindlich auf Druck. Eventuell ist das nahe gelegene Gelenk auch in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.

Schleimbeutelentzündungen können u.a. am Ellenbogen auftreten © Dessie | AdobeStock
Sind tiefer gelegene Schleimbeutel betroffen, entstehen ausschließlich Schmerzen. Sichtbare Symptome wie Schwellungen und Rötungen treten dann nicht auf.
Ein erhöhtes Risiko auf Schleimbeutelentzündungen haben Personen, die bestimmte Körperbereiche regelmäßig einseitig belasten. Das sind etwa
- Reinigungskräfte,
- Fliesenleger oder
- Sportler.
Die Bursitis entsteht dann gewöhnlich in der Nähe der Gelenke, die am meisten beansprucht werden, also zum Beispiel an
Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Schleimbeutel im Körper entzünden. Eine Ausbreitung auf die Lymphknoten ist hingegen eher selten. Der Betroffene leidet in diesem Fall unter weiteren Symptomen wie etwa unter Müdigkeit und/oder Fieber.
Diagnose der Schleimbeutelentzündung
Wird eine Schleimbeutelentzündung zu spät oder gar nicht behandelt, kann sie in eine chronische Form übergehen. Suchen Sie bei anhaltenden Schmerzen in den Gelenken deshalb zeitnah einen Arzt auf.
Der Arzt wird zunächst eine umfangreiche Anamnese durchführen. Dabei befragt er den Patienten zu besonderen körperlichen Belastungen oder Unfällen. Es folgt die Untersuchung der betroffenen Stelle. Bei einer oberflächlichen Schleimbeutelentzündung ist dies meist ausreichend, um eine Diagnose zu stellen.
Besteht der Verdacht auf eine tieferliegende Bursitis, ordnet der behandelnde Arzt eine Ultraschalluntersuchung an.
Leidet der Patient immer wieder unter einer Bursitis, ist eventuell eine Blutuntersuchung notwendig. Sie kann Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Gicht geben.
Wie wird eine Schleimbeutelentzündung behandelt?
Bei frühzeitiger Therapie der Schleimbeutelentzündung bestehen sehr gute Heilungschancen.
Der Arzt verordnet meist eine vorübergehende Ruhigstellung. Sie wird bei Bedarf durch eine Schiene oder einen Verband unterstützt. Allerdings darf das betroffene Gelenk nicht zu lange geschont werden, da sonst Einschränkungen der Beweglichkeit drohen. Ebenfalls sinnvoll ist eine Kühlung mit Eis, Kältepacks oder einer kühlenden Salbe.
Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac wirken sich ebenfalls positiv auf den Heilungsverlauf aus. Nehmen Sie diese aber nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt und nur für kurze Zeit ein.
Ist die Entzündung abgeklungen, sollte der betroffene Schleimbeutel abgeschwollen sein. Fühlt er sich jedoch noch immer an wie ein Wasserkissen, führt der Mediziner eine Punktion durch. Dabei saugt er überschüssige Gewebeflüssigkeit ab. Anschließend füllt er den entstehenden Hohlraum mit entzündungshemmendem Kristallkortison.
Ein Druckverband verhindert, dass sich der Schleimbeutel erneut mit Flüssigkeit füllt. Bei einer bakteriellen Bursitis ist ein kleiner Eingriff notwendig. Dabei öffnet der Arzt den Schleimbeutel und führt eine Drainage durch, um die infizierte Flüssigkeit aus dem Körper zu leiten. Begleitend wird ein Antibiotikum verabreicht.
Nur in selten Fällen ist es erforderlich, einen entzündeten Schleimbeutel vollständig zu entfernen. Das kann notwendig sein, wenn ein chronischer Verlauf vorliegt. Ist die Schleimbeutelentzündung die Folge einer anderen Grunderkrankung, beispielsweise von Gicht oder Arthritis, muss diese ebenfalls behandelt werden, um einen Rückfall zu vermeiden.
Die Muskeln stabilisieren das Gelenk, sodass der Druck auf die Schleimbeutel gemindert wird. Deswegen ist eine nachhaltige Stärkung der Muskulatur die beste Vorbeugemaßnahme gegen eine Bursitis.
Versuchen Sie außerdem, einseitige Bewegungen zu vermeiden. Ist das nicht möglich – etwa, weil Sie am Schreibtisch arbeiten – integrieren Sie so viele Pausen wie möglich in Ihren Alltag. Gehen Sie umher und führen Sie Dehn- und Streckübungen aus, um die Muskulatur zu lockern. Auch ein gepolsterter Stuhl ist in diesem Fall ratsam, damit der Druck auf das Sitzbein reduziert wird.
Bei Arbeiten, die in kniender Position ausgeführt werden, sind Knieschützer empfehlenswert.
Die Schleimbeutel, auch als Bursa synovialis bezeichnet, sind synovialflüssigkeit gefüllter Strukturen, die im Bereich des Bewegungsapparats eine zentrale Rolle spielen. Ihre Hauptfunktion der Schleimbeutel besteht darin, Reibung zwischen Knochen und einer weiteren Struktur wie Sehne oder Muskel zu reduzieren. Besonders in Regionen wie der Schulter, Hüfte oder dem Hüftgelenk kommen mehrere Schleimbeutel vor, die eng mit Gelenkkapsel und Gelenkkapseln verbunden sind.
Histologisch zeigt sich, dass diese Säckchen aus einer Membrana synovialis bestehen und als Polster wirken, um Gewebeschäden zu vermeiden. Durch Belastung oder Überbelastung kann es jedoch zu einer Entzündung kommen, die im Bereich des entzündeten Schleimbeutels Schmerzen verursacht. Ursachen sind oft Druckbelastung, Infektion oder wiederholte Bewegung, die den Schleimbeuteln ausgesetzt sind.
Strukturen wie die Bursa subcoracoidea oder Bereiche um den Musculus subscapularis zeigen, wie komplex die anatomische Einbindung ist. Auch an Stellen wie der Tuberositas radii oder am Oberschenkelknochen spielen sie eine wichtige Rolle. Die Klinik solcher Beschwerden umfasst Schmerzen, eingeschränkte Bewegung und funktionelle Probleme.
Eine gezielte Therapie, oft physiotherapeutische, kann helfen, die Belastung zu reduzieren und die Verminderung von Beschwerden zu erreichen. Insgesamt sind Schleimbeutel essenziell für einen reibungslosen Bewegungsablauf und schützen die äußeren Strukturen des Körpers nachhaltig.
Was ist ein Schleimbeutel und welche Funktion hat er?
Der Schleimbeutel (Bursa synovialis) ist ein mit Synovialflüssigkeit gefüllter Hohlraum. Die Hauptfunktion der Schleimbeutel besteht darin, Reibung zwischen Knochen und einer weiteren Struktur wie Muskel oder Sehne zu reduzieren.
Wo kommen Schleimbeutel im Körper vor?
Mehrere Schleimbeutel befinden sich im Bereich des Bewegungsapparats, zum Beispiel in der Schulter (Bursa subacromialis, Bursa subdeltoidea), an der Hüfte (Bursa trochanterica) oder im Knie (praepatellaris, Bursa infrapatellaris, Bursa suprapatellaris).
Was ist eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis)?
Eine Schleimbeutelentzündung ist eine häufige Erkrankung, bei der sich der Schleimbeutel entzünden kann. Ursache sind oft Überbelastung, Druckbelastung oder Infektion, wodurch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des entzündeten Schleimbeutels auftreten.
Wie wird eine Bursitis behandelt?
Die Behandlung erfolgt je nach Ursache konservativ oder medizinisch. Dazu gehören Ruhe, physiotherapeutische Maßnahmen und entzündungshemmende Therapie. In schweren Fällen kann eine weiterführende Therapie notwendig sein.
Warum sind Schleimbeutel wichtig für den Bewegungsapparat?
Schleimbeutel wirken wie ein Polster und schützen Gewebe vor Reibung. Sie sorgen dafür, dass Bewegungen reibungslos ablaufen und Gelenkkapsel sowie Sehnen geschont werden.