Eine neue Sportart ausprobiert oder handwerklich gearbeitet - und plötzlich schmerzt ein Gelenk. Häufig steckt eine schmerzhafte, aber meist harmlose Schleimbeutelentzündung dahinter.
Sie macht sich durch eine Schwellung des betroffenen Bereiches sowie durch Schmerzen, Rötung und Erwärmung bemerkbar. Schleimbeutelentzündungen entstehen meist durch Verletzungen oder Überlastungen sowie infolge von Erkrankungen wie beispielsweise der Gicht, Arthrose oder Rheuma. Richtig erkannt und behandelt, können die Beschwerden schnell gebessert werden.
Erfahren Sie hier, welcher Arzt eine Schleimbeutelentzündung behandelt, welche Symptome und Behandlung wichtig sind und was sie zur Therapie und Vorbeugung einer Bursitis wissen müssen.
Kurzübersicht:
Schleimbeutel sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Säckchen, die als Puffer zwischen Knochen, Sehnen, Muskeln und Haut dienen. Der Körper verfügt über rund 160 Schleimbeutel.
Eine Schleimbeutelentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung eines solchen Schleimbeutels. Ursächlich für eine solche Entzündung kann zu hohe Druckbelastung, Druckreiz auf dem Schleimbeutel durch wiederkehrende bzw. anhaltende Tätigkeiten (etwa Fliesenlegen, Langstreckenlauf,..), Verletzungen oder eine bakterielle Infektion sein.
Typische Beschwerden sind: Rötung, Schwellung, Überwärmung des Bereichs der betroffenen Stelle , Schmerzen im Gelenk, geschwollene Lymphknoten sowie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und allgemeines Unwohlsein.
Die Diagnose erfolgt durch Anamnese und körperliche Untersuchung, bei Bedarf kommen Röntgen, Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren hinzu.
Die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung besteht nach Kühlung und Ruhigstellung des Bereichs aus entzündungshemmenden und schmerzlindernden Mitteln. Über eine Punktion kann Flüssigkeit entfernt werden. Liegt eine bakterielle Schleimbeutelentzündung vor, ist eine kleine OP und Antibiotikum notwendig.
Eine akute Schleimbeutelentzündung heilt bei angemessener Schonung häufig innerhalb weniger Wochen aus.
Artikelübersicht
- Was sind Schleimbeutel und warum entzünden sie sich?
- Welche Ursachen und Risikofaktoren hat eine Schleimbeutelentzündung?
- Welche Symptome treten bei einer Bursitis auf?
- Wie wird eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert?
- Behandlung und Therapie der Schleimbeutelentzündung
- Wie lange dauert die Heilung bei einer Schleimbeutelentzündung?
- Spezialisten
- Schleimbeutelentzündung vorbeugen
- Häufige Fragen
Was sind Schleimbeutel und warum entzünden sie sich?
Schleimbeutel (Bursa synovialis) sind kleine Säckchen aus Bindegewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie kommen überall dort im menschlichen Körper vor, wo eine erhöhte mechanische Belastung im Körper besteht. Sie sollen den Druck abfangen, Reibung vermindern und dadurch Sehnen, Muskeln, Knochen und Haut schützen. Nehmen diese mechanischen Belastungen überhand, kommt es zur Entzündung.

Schleimbeutel können sich an allen Gelenken des Körpers entzünden.
Rund 160 Schleimbeutel sind für einen schmerzlosen Bewegungsablauf im Körper zuständig. So finden sich Schleimbeutel zum Beispiel im Schultergelenk, an der Hüfte oder im Sprunggelenk des Fußes. Theoretisch können sich alle Schleimbeutel entzünden. Besonders häufig treten Schleimbeutelentzündungen jedoch an beanspruchten Stellen oder Gelenken auf, zum Beispiel an der Schulter, der Hüfte, am Ellenbogen, an Fuß und Ferse oder am Knie. Eine Schleimbeutelentzündung (ICD-Code: 71.9) wird auch Bursitis genannt und kann verschiedene Ursachen haben.
Je nach Lokalisation sprechen die Ärzte z. B. von Bursitis Olecrani am Ellenbogen oder Bursitits Subacromialis an der Schulter oder von einer Bursitis am Knie.
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Schleimbeutel schützen das Gewebe der Hüfte. © bilderzwerg / Fotolia
Welche Ursachen und Risikofaktoren hat eine Schleimbeutelentzündung?
In vielen Fällen ist eine zu hohe Druckbelastung die Ursachr Schleimbeutelentzündung. Insbesondere immer wiederkehrende und/oder anhaltende Tätigkeiten, die einen Druckreiz auf den Schleimbeutel ausüben, können eine Entzündung hervorrufen. Zu diesen Tätigkeiten gehören zum Beispiel das Fliesen oder Teppich legen, langes Sitzen auf harten Stühlen oder Ausdauersportarten wie der Langstreckenlauf, auch häufiges Aufstützen auf den Ellenbogen. Fliesenleger und andere Berufsgruppen, die knied oder abgestützt arbeiten, sind deshalb häufiger betroffen.
Durch die Druckreizung entstehen sogenannte Mikrotraumatisierungen. Diese Kleinstverletzungen rufen in der betroffenen Struktur eine Entzündungsreaktion hervor.
Ebenso können größere Verletzungen und Traumata, beispielsweise durch Unfälle, die Entstehung einer Schleimbeutelentzündung begünstigen. Bei einer offenen Verletzung können Bakterien und andere Erreger in die Wunde gelangen und den Schleimbeutel infizieren. Eine solche bakterielle Bursitis tritt jedoch eher seltener auf. Häufiger ist die Bursitis Folge eines Schlags oder eines Zusammenpralls. Der Schleimbeutel füllt sich infolge des Unfalls mit Blut und entzündet sich daraufhin.
Eine häufige Ursache bleibt die dauerhafte mechanische Reizung. Wird einen akute Bursitits nicht ausreichend behandelt oder bleibt die Belastung bestehen, kann sich eine chronische Bursitis entwickeln.
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Eine Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk: die Schwellung verursacht Schmerzen. © Henrie / Fotolia
Welche Symptome treten bei einer Bursitis auf?
Typische Symptome sind Rötung, Schwellung und Überwärmung des Bereichs rund um den Schleimbeutel sind typische Entzündungszeichen und Leitsymptome der Bursitis. Da sich vor allem die gelenknahen Schleimbeutel entzünden, verspüren die Patienten Schmerzen im Gelenk. Die Gelenke sind druckempfindlich, bei Bewegung verschlimmern sich die Schmerzen.
Breitet sich die Entzündung über den Schleimbeutel hinaus aus, können auch die umliegenden Gewebestrukturen sowie die regionären Lymphknoten anschwellen. Weitere Anzeichen einer ausgeprägten und/oder bakteriell bedingten Schleimbeutelentzündung sind:
- Fieber,
- Müdigkeit,
- Abgeschlagenheit und
- allgemeines Unwohlsein.
Je nach Lokalisation zeigen sich die Symptome der Schleimbeutelentzündung unterschiedlich. Eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen fällt oft durch eine pralle, gut sichtbare Schwellung auf. Eine Schleimbeutelentzündung am Knie oder eine Schleimbeutelentzündung an der Kniescheibe verursacht Schmerzen beim Knien, Gehen oder Treppensteigen. Eine Schleimbeutelentzündung an der Achillessehne kann Beschwerden an der Ferse auslösen und an der Schulter sind starke Schmerzen beim Heben des Armes möglich.
Wie wird eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert?
In einem ausführlichen Anamnesegespräch erfragt der Arzt die konkreten Beschwerden. Dabei sind sowohl die Schmerzqualität als auch körperliche Aktivitäten, die berufliche Tätigkeit, Vorerkrankungen oder Unfälle als mögliche Auslöser der Entzündung von Interesse.
Im Anschluss an die Erhebung der Symptomatik und der Krankengeschichte führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Er achtet dabei auf
- schmerzempfindliche Bereiche,
- ob die Region geschwollen ist,
- Rötungen und
- Überwärmungen.
Bleiben die Ursachen der Entzündung unklar oder tritt eine Schleimbeutelentzündung mehrfach ohne erkennbaren Grund auf, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Veränderte Gelenk- und Knochenstrukturen werden in einer Röntgenuntersuchung sichtbar. Eine Blutuntersuchung trägt zudem zur Identifizierung von Allgemeinerkrankungen wie der Gicht, Rheuma oder einer Infektion bei.
Ultraschall kann zeigen, ob sich Flüssigkeit im Schleimbeutel gesammelt hat. Auch weitere bildgebende Verfahren sind möglich. Besteht der Verdacht auf eine bakteriell verursachte Entzündung, kann der Arzt Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnehmen und untersuchen lassen.
Behandlung und Therapie der Schleimbeutelentzündung
Die Art der Behandlung richtet sich nach Ursache, Ausprügung und Verlauf.
Erstversorgung: Ruhe und Kälte
Um den entzündeten Schleimbeutel nicht weiter zu reizen, erfolgt eine vorübergehende Ruhigstellung der betroffenen Körperstelle. Damit keine Funktions- oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Gelenke allerdings nicht über einen zu langen Zeitraum geschont werden.Kühlende Salben, Eispacks oder Kühlpads können die Entzündung lindern und dafür sorgen, dass die Schwellung zurückgeht. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac können den Beschwerden ebenfalls entgegenwirken. Schmerzmittel sollten nach ärztlicher Empfehlung angewendet werden.
Punktion gegen die Flüssigkeitsansammlung
Zwar lässt sich eine einfache Schleimbeutelentzündung in der Regel gut behandeln, es können aber Flüssigkeitsansammlungen zurückbleiben. Diese zeigen sich in Form einer schmerzlosen Schwellung. Der Arzt saugt die Flüssigkeit bei einer Punktion mit einer Kanüle ab und spritzt im Anschluss entzündungshemmendes Kortison in den Schleimbeutel. Ein vorübergehender Druckverband soll erneuten Flüssigkeitsansammlungen vorbeugen.Bakterielle Schleimbeutelentzündung: Operation und Antibiotikum
Die bakterielle Schleimbeutelentzündung bedarf einer besonderen Behandlung. Der Arzt muss den Schleimbeutel operativ eröffnen, um die eitrige Flüssigkeit im Beutel zu entfernen. Zudem müssen Patienten mit einer bakteriellen Infektion in der Regel ein Antibiotikum einnehmen. In seltenen Fällen kann eine komplette chirurgische Entfernung des Schleimbeutels erforderlich sein.Liegt der Bursitis eine andere Erkrankung wie beispielsweise Arthrose oder Gicht zugrunde, richtet sich die Therapie nach dieser Grunderkrankung. Nur wenn die Grunderkrankung ursächlich behandelt wird, reduziert sich auch das Risiko für eine erneute Schleimbeutelentzündung.
Wie lange dauert die Heilung bei einer Schleimbeutelentzündung?
Der Verlauf und die Dauer der Bursitis sind abhängig von der Ursache, der Ausprägung und der Behandlung der Erkrankung. Eine unkomplizierte Schleimbeutelentzündung heilt bei adäquater Behandlung innerhalb von vier bis sechs Wochen folgenlos aus.
Konsequente Schonung, die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten sowie regelmäßiges Kühlen und Massagen können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen und die Dauer der Erkrankung reduzieren.
Spezialisten
Erster Ansprechpartner ist häufig der Hausarzt. Bei stärkeren Beschwerden, unklarer Diagnose, Verdacht auf Infektion, wiederkehrenden Verläufen oder Einschränkungen überweist er meist an einen Facharzt für Orthopädie oder einen Rhematologen.
Schleimbeutelentzündung vorbeugen
Auch im Alltag können Sie Gutes für Gelenke und Schleimbeutel tun. Achten Sie auf regelmäßige, ihrem Gesundheitszustand angepasste Bewegung, die Sie nicht überlastet, lassen sie sich zu Beginn neuer Sportarten oder beim Fitnesstraining anleiten, um Fehlbelastungen vorzubeugen.
Bei knieenden Tätigkeiten helfen Polster, bei der Arbeit am Schreibtisch eine geeignete Halterung und das Vermeiden von dauerhaftem Aufstützen.
Auch ein gesundes Körpergewicht entlastet die Gelenke. Als entzündungshemmend gelten unter anderem Ingwer und Kurkuma. Diese ersetzen keine medizinische Therapie, können aber Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Wer wiederkehrende Beschwerden bemerkt sollte frühzeitig ärztlich abklären lassen ob, eine Schleimbeutelentzündung entsteht oder ob andere Ursachen vorliegen.
Häufige Fragen
Was ist eine Schleimbeutelentzündung?
Eine Schleimbeutelentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung des Schleimbeutels. Der Schleimbeutel schwillt an, weil sich vermehrt Flüssigkeit bildet. Dadurch entstehen Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötung und Bewegungseinschränkungen.
Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung?
Eine unkomplizierte Schleimbeutelentzündung klingt bei Schonung und passender Therapie häufig innerhalb von 4-6 Wochen ab. Bei anhaltender Belastung, Grunderkrankungen oder einer Infektion kann die Heilung länger dauern.
Was hilft schnell bei Schleimbeutelentzündung?
Meist helfen Ruhe, Kühlung, Entlastung und entzündungshemmende Medikamente. Wichtig ist, das betroffene Gelenk nicht weiter zu reizen. Bei starken Schmerzen, Fieber oder zunehmender Rötung sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine bakterielle bedingte Entzündung vorliegt.
Ist Wärme oder Kälte besser bei Schleimbeutelentzündung?
Bei einer oberflächlichen, akut schmerzhaften Schleimbeutelentzündung ist Kälte oft hilfreich. Sie kann Schmerzen und Schwellung reduzieren. Wärme kann bei manchen tieferliegenden Beschwerden angenehmer sein, sollte aber bei Verdacht auf bakterielle Entzündung nicht ohne ärztliche Rücksprache angewendet werden.
Wann muss eine Schleimbeutelentzündung operiert werden?
Eine Operation ist nur selten notwendig, sie kann in Frage kommen, wenn eine ausgeprägte eitrige Entzündung vorliegt, die Beschwerden trotz Therapie immer wiederkehren oder eine chronische Veränderung des Schleimbeutels besteht.
Kann eine Schleimbeutelentzündung von selbst heilen?
Ja, leichte Fälle können bei konsequenter Schonung, Kühlung und Entlastung abheilen. Verschlimmern sich die Beschwerden oder bestehen sie länger, sollte ärztliche Abklärung erfolgen.













