Knorpelschaden an der Schulter - Informationen und Spezialisten

21.03.2022

Viele Menschen sind mit Schmerzen im Bereich der Schulter vertraut. Oft führen sie im weiteren Verlauf zu Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. Wenn Sie davon betroffen sind und größere Probleme vermeiden wollen, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Ein Knorpelschaden ist gerade bei mechanischen Symptomen wie Schnappen oder Blockieren eine mögliche Diagnose, die der Arzt im Zusammenhang mit der Schulter stellt. Wenn Sie unter fortdauernden Schulterschmerzen leiden, ist der Facharzt für Orthopädie oder ein Spezialist für Schulterchirurgie Ihr Ansprechpartner.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu den Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei einem Knorpelschaden in der Schulter sowie ausgewählte Spezialisten für die Behandlung.

ICD-Codes für diese Krankheit: M94

Empfohlene Spezialisten für einen Knorpelschaden in der Schulter

Artikelübersicht

Definition: Knorpelschaden der Schulter

Ein Knorpelschaden zeichnet sich durch Abnutzungserscheinungen beziehungsweise eine Verletzung des körpereigenen Knorpelgewebes aus. Ihre Schulter ist auf der Innenseite der Schulterpfanne sowie des Oberarmkopfes mit Knorpelfläche überzogen. Dieser Gelenkknorpel ist dabei die Gleitschicht des Gelenkes und sorgt für reibungsarme Bewegungsabläufe und ist selbst schmerzunempfindlich. Bricht diese Knorpelfläche auf oder splittert ein Teil ab, so entsteht ein Knorpelschaden. Wenn dieser begrenzt ist, so spricht man von einem fokalen Knorpelschaden.

Unbehandelt besteht die Gefahr, dass sich dieser begrenzte, fokale Defekt mit der Zeit und/oder anhaltender Belastung weiter ausdehnt und eine generalisierter Knorpelschaden entsteht. Die Medizin spricht dann von einer Schulterarthrose.

Weiterhin können abgesprengte Knorpelstücke als freie Gelenkskörper im Gelenk schwimmen und durch Blockaden, Einklemmen und Abrieb Schmerzen und weitere Schäden verursachen.

Symptome bei einem Knorpelschaden in der Schulter

Das primäre Symptom bei einer Schädigung des Knorpels in Ihrer Schulter sind Schmerzen im Schultergelenk beziehungsweise in der Schulter. Sie sitzen in der Regel tief und machen sich bei vielen Patienten durch ein Knacken bemerkbar. Sind nur sehr kleine Verletzungen an Ihrem Gelenkknorpel vorhanden, haben Sie möglicherweise zu Beginn noch gar keine Schmerzen. Das liegt daran, dass das Schultergelenk keine tragende Funktion hat.

Knorpelschäden und frei flottierende Teile können auch Reizungen der Schleimhaut der Schulter verursachen. Diese können sehr schmerzhaft sein und die Bewegung einschränken. Man spricht dann von einer Frozen Shoulder.

Weitet sich die Verletzung jedoch aus, so entstehen mit der Zeit zunehmend heftigere Schmerzen. Sie gehen häufig mit einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit einher. Es ist ratsam, beginnende Schulterschmerzen nicht zu ignorieren, damit sie sich nicht langfristig zu einer Omarthrose (Schulterarthrose) auswachsen.

Ursachen eines Knorpelschadens

Die Gründe für die Entstehung eines Knorpelschadens in Ihrer Schulter sind meist nicht eindeutig festzustellen. Oftmals entstehen im Alltag zunächst diverse Formen von Mikroverletzungen, die oft gar nicht wahrgenommen werden. Das sind beispielsweise kleine Unfälle oder Prellungen der Schulter, aber auch Begleiterscheinungen beim Krafttraining, etwa in Form des Gewichthebens. Sport zählt zu den häufigsten auslösenden Faktoren, da hierbei Überlastungen des Gelenks ein typisches Phänomen sind.

Frühe Stadien eines Verschleißes gehen ebenfalls mit Schädigungen des Knorpels einher. Es ist wichtig, einen solchen Prozess möglichst zeitnah festzustellen, damit sich im Lauf der Jahre kein flächiger Abrieb des Knorpels entwickelt. Der umfassende Abrieb ist eine Schultergelenksarthrose und gilt als eine regelmäßige Spätfolge lange zurückliegender Verletzungen.

Risikofaktoren eines Knorpelschadens

Zu den größten Risiken für einen Knorpeldefekt zählen Überlastung und sportliche Aktivitäten, bei denen große Belastungen auf die Schulter einwirken. Weiterhin sind hohes Übergewicht und ein höheres Lebensalter Risikofaktoren. Generell haben Sie in Berufen, die mit einem erheblichen Kraftaufwand im Schulterbereich einhergehen, ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Dauerhafter mechanischer Stress, der auf Knochen und Gelenke einwirkt, führt häufig im Laufe der Zeit zu einem Defekt am Knorpel.

Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung

Der Facharzt für Orthopädie ist Experte bei der Untersuchung von Erkrankungen im Bereich Ihrer Schulter. Er befragt Sie zunächst ausführlich zur Art und Dauer Ihrer Schmerzen und erkundigt sich, ob ein Zusammenhang mit einem konkreten Unfall oder einem anderen bekannten Ereignis besteht. Ihr Arzt prüft die Bewegungsabläufe, um festzustellen, bei welcher Art Bewegung Ihre Schmerzen vorkommen.

Je nach Ausgangslage setzt er unterschiedliche Methoden der Untersuchung ein. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob Probleme mit den Knochen vorliegen. Knorpel lässt sich dabei jedoch nicht abbilden. Hierfür setzt Ihr Arzt eine Magnetresonanztomographie (MRT) ein, mit deren Hilfe Verletzungen des Gewebes sichtbar gemacht werden. Zur finalen Diagnosestellung ist in den meisten Fällen eine Arthroskopie (Schulterspiegelung) erforderlich. Bei vorhandenen Knorpelschäden besteht eine Einteilung in vier Schweregrade, die das Ausmaß der Verletzung beschreiben.

Möglichkeiten der Behandlung

Die Therapie des Knorpelschadens kann entweder eine konservative Behandlung sein oder eine Operation. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, entscheidet Ihr Arzt anhand des Befundes.

Die konservative Therapie ist für geringe Schäden geeignet und beinhaltet vor allem Medikamente in Kombination mit Physiotherapie, um die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern. Ebenso gibt es Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente, die den Knorpelstoffwechsel und die gelenksschützende Funktion des Knorpels stimulieren und unterstützen können. Aus aktuellen und laufenden Studien wird auch die zunehmende Bedeutung der Infiltration von bio-aktiven Substanzen klar.

Bei einer operativen Therapie gibt es unterschiedliche Optionen, die sich aber in zwei Gruppen einteilen lassen. Zum einen sind das Eingriffe, die auf eine Reparatur oder Regeneration des Knorpelschadens abzielen. Diese sind besonders bei jungen Patienten und begrenzten Schäden interessant. Die Knorpeltransplantation zählt dabei zu den modernen und anerkannten Verfahren. Hierzu bricht Ihr Orthopäde den Defekt auf (Mikrofrakturierung) mit dem Ziel einer gewünschten Einblutung und der damit verbundenen Anregung der Bildung von Ersatzknorpel. Es gibt auch Knorpelersatzmaterialen, die chirurgisch eingebracht werden können. In der Regel sind diese Verfahren minimal-invasiv und werden im Rahmen einer Arthroskopie (Schulterspiegelung) durchgeführt.

Neben der Reparatur kann auch das Gelenks ersetzt werden. Das Einsetzen einer Schulterprothese ist vorallem für ältere Patienten oder fortgeschrittene Defekte eine Option. Hierbei ist meist die Schädigung des Knorpels so weit fortgeschritten, dass bereits eine Schulterarthrose vorliegt. Ihr Arzt, in der Regel ein Schulterchirurg, ersetzt die zerstörten Bereiche Ihrer Schulterpfanne und Ihres Oberarmkopfes durch einen künstlichen Ersatz.

Verlauf und Prognose

Der Verschleiß von Knorpel ist nicht heilbar, er lässt sich aber deutlich verzögern beziehungsweise aufhalten, sofern er frühzeitig erkannt wird. Mit einer geeigneten Behandlung steigt Ihre Lebensqualität erheblich. Bestehende Schmerzen lassen sich häufig vollständig therapieren und die Beweglichkeit wiederherstellen. Je früher Sie einen Facharzt für Orthopädie oder einen Schulterchirurgen als Experten für Schultererkrankungen aufsuchen, desto besser sind die zu erwartenden Behandlungsergebnisse. Ignorieren Sie hingegen Ihre Schulterschmerzen, besteht das Risiko, später eine Arthrose zu entwickeln.

Hilfreich für eine gute Prognose ist immer auch ein Training der Muskulatur von Schultern und Nacken. Leichte Kraftübungen gehören ebenso dazu wie das Dehnen des Brustmuskels mit dem Ziel einer Zentrierung Ihres Schultergelenks. Dabei ist auf Dauer viel Disziplin wichtig, damit die Erkrankung möglichst wenig voranschreitet.

Fazit

Schmerzen in den Schultern gehören für viele Menschen zum Alltag. Verschleißerscheinungen des Knorpels sind vielfach dafür verantwortlich. Je früher ein Facharzt eine solche Schädigung erkennt, desto größer sind Ihre Chancen, ohne großen Aufwand langfristig die Funktionalität Ihrer Schultern zu erhalten. Das Ziel hierbei ist es, die Gefahr einer Arthrose zu minimieren und eine Operation nach Möglichkeit zu vermeiden beziehungsweise hinauszuzögern. Ein gesunder Lebensstil, Umsicht bei sportlichen Aktivitäten und Regelmäßigkeit beim Training sind ein guter Ratgeber für die Gesunderhaltung Ihrer Schultern.

Quellen

https://schulterinfo.de/knorpelschaden_schulter.html

https://www.netdoktor.de/krankheiten/arthrose/omarthrose/

https://gelenk-klinik.de/schulter/schulterarthrose-omarthrose.html

https://ruecken-zentrum.de/krankheitsbilder/schulter/schultergelenksarthrose-omarthrose/

https://www.muenchen-klinik.de/krankenhaus/bogenhausen/bewegung-muskeln-knochen/orthopaedie-unfallchirurgie/schwerpunkte-spezialgebiete/schulterarthrose/

https://www.researchgate.net/publication/335281500_Omarthrose_-_Pathogenese_Klassifikation_Diagnostik_und_TherapieShoulder_Osteoarthritis-pathogenesis_classification_diagnostics_and_treatment

https://orthinform.de/lexikon/schulterarthrose

https://www.dr-gumpert.de/html/knorpelschaden_schultergelenk.html

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