Die sogenannte Frozen Shoulder ist eine häufige Ursache für anhaltende Schulterschmerzen und eingeschränkte Funktion im Alltag. Die Erkrankung geht mit einer fortschreitenden Einschränkung der Beweglichkeit der Schulter einher und betrifft v.a. Menschen im mittleren Lebensalter.
Kurzübersicht:
Unter dem Begriff Frozen Shoulder bzw. Schultersteife werden mehrere schmerzhafte Formen von Erkrankungen der Schulter zusammengefasst, bei denen es zu einer fortschreitenden Versteifung des Schultergelenks kommt. Ursache sind meist entzündliche Veränderungen und eine Schrumpfung der Gelenkkapsel. Betroffene leiden unter zunehmenden Schmerzen, Funktionsverlust und eingeschränkter Beweglichkeit. Die Diagnose einer Frozen Shoulder erfolgt klinisch mittels Bildgebung wie MRT. Die Behandlung der Frozen Shoulder reicht von medikamentöser Therapie und Physiotherapie bis zur Operation der Frozen Shoulder. Bei frühzeitigem Therapiebeginn ist die Prognose in der Regel gut.
Etwa 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung leiden an Schulterschmerzen.
Artikelübersicht
- Definition der Frozen Shoulder
- Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für eine Frozen Shoulder
- Typische Symptome der Frozen Shoulder
- Verlauf der Frozen Shoulder: Einteilung in Stadien
- Diagnostik der Frozen Shoulder
- Konservative Behandlung einer Frozen Shoulder vs. operative Behandlung
- Prognose der Frozen Shoulder
- Vorbeugung der Frozen Shoulder
- Fazit:
- Häufige Fragen zur Frozen Shoulder
Definition der Frozen Shoulder
Die Frozen Shoulder ist eine durch eine Entzündung hervorgerufene Erkrankung des Schultergelenks, die durch eine schmerzhafte Einschränkung der aktiven und passiv möglichen Bewegungen gekennzeichnet ist. Medizinisch wird sie als adhäsive Kapsulitis bezeichnet.
Zentrales Merkmal ist eine Entzündung der Gelenkkapsel, die im Verlauf zu einer Verdickung, Fibrosierung und zu Verklebungen führt. Dadurch verliert das Gelenk zunehmend seine normale Beweglichkeit und wird zunehmend unbeweglich und schmerzhaft.
Man unterscheidet dabei eine primär auftretende Form ohne erkennbare Vorschädigung sowie eine sekundär entstehende Variante nach anderen Schultererkrankungen.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für eine Frozen Shoulder
Die Schulter besteht aus verschiedenen Strukturen, die die Beweglichkeit der Schulter gewährleisten, darunter
- das Schultergelenk,
- Bänder und Sehnen sowie
- Muskeln.
Diese Strukturen arbeiten eng zusammen. Bei Beeinträchtigungen einzelner Strukturen kann sich das auf die Beweglichkeit der Schulter auswirken.
Eine Frozen Shoulder können unter anderem
- Unfälle,
- Verletzungen,
- Operationen,
- Schulterarthrose (Knorpelverschleiß im Gelenk) oder
- ein Schulter-Impingement
auslösen. In diesen Fällen spricht man von einer sekundären Frozen Shoulder / sekundäre Schultersteife. Bei Schulterschmerzen nehmen Betroffene meistens eine Schonhaltung ein und bewegen die Schulter nicht mehr ausreichend. Diese Ruhigstellung begünstigt die Entwicklung von Schultersteife.
Die genaue Ursache ist bislang nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden hormonelle Einflüsse, Autoimmunprozesse sowie Stoffwechselerkrankungen. Insbesondere Diabetes Mellitus und Schilddrüsenerkrankungen oder Menopause gelten als relevante Risikofaktoren.
Typischerweise tritt die Erkrankung im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Frauen sind statistisch etwas häufiger betroffen als Männer. In manchen Fällen lagert sich Kalk in den Sehnen der Schulter ab, dann spricht man auch von einer Kalkschulter.

Bei Schulterschmerzen, die mit einer zunehmenden Bewegungsunfähigkeit einhergehen, spricht man von einer Frozen Shoulder © yodiyim / Fotolia
Typische Symptome der Frozen Shoulder
Die typischen Symptome der Frozen Shoulder entwickeln sich meist schleichend und nehmen über Wochen bis Monate zu.
Charakteristisch sind:
- leichte bis hin zu starken Schmerzen in der Schulter
- zunehmende Bewegungseinschränkung / eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter
- nächtliche Ruheschmerzen
- Kraftverlust und Schonhaltung
- lokale Schwellung und Überwärmung bei aktiver Entzündung
Diese Beschwerden einer Frozen Shoulder betreffen meist nur eine Schulter, können jedoch auch beidseitig auftreten. Im Vordergrund stehen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die alltägliche Tätigkeiten deutlich erschweren.
Verlauf der Frozen Shoulder: Einteilung in Stadien
Der Verlauf folgt meist einem typischen Muster und gliedert sich in Stadien bzw. in 3 Phasen:
- Stadium I („Freezing Phase“, Einfrierphase): Es treten zunehmend, zum Teil plötzlich einsetzende starke Schmerzen und auch erste Bewegungseinschränkungen auf.
- Stadium II (Plateauphase): Die Bewegungseinschränkung dominiert. Die Schultersteife ist nun voll ausgeprägt, die Schmerzen nehmen ab.
- Stadium III („Thawing Phase“, Auftauphase): Die Bewegungseinschränkungen bessern sich. Die Schmerzen sind nahezu verschwunden.
Dieser Krankheitsverlauf kann insgesamt mehrere Monate bis über zwei Jahre dauern und wird von vielen Betroffenen als sehr belastend empfunden.
Diagnostik der Frozen Shoulder
Zur Diagnose einer Frozen Shoulder führt der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese (Aufnahme der Krankengeschichte) durch. In deren Rahmen erkundigt er sich beispielsweise nach Symptomen, bestehenden Erkrankungen sowie Verletzungen und Unfällen.
Durch die körperliche Untersuchung lassen sich Schmerzen auslösen und Bewegungseinschränkungen feststellen.
Nach Bedarf folgen noch bildgebende Untersuchungen wie
- Ultraschall (Sonographie),
- CT (Computertomographie),
- MRT (Magnetresonanztomographie).
Damit kann der Arzt Schädigungen an den am Gelenk beteiligten Strukturen erkennen oder ausschließen. Diese Untersuchungen dienen auch als Vorbereitung auf eine Operation.
Konservative Behandlung einer Frozen Shoulder vs. operative Behandlung
Die Behandlung einer Frozen Shoulder richtet sich nach Stadium, Schmerzintensität und Ursache der Erkrankung.
In frühen Phasen erfolgt in der Regel eine konservative Behandlung bzw. konservative Therapie. Diese umfasst entzündungshemmende Medikamente, Injektionen mit Kortison, gezielte Physiotherapie und krankengymnastische Übungen. Ergänzend kann eine manuelle Therapie zur schonenden Mobilisation eingesetzt werden, um die Beweglichkeit schrittweise zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
Ziel der Therapie ist es, die Entzündung zu kontrollieren, die Schmerzen zu reduzieren und das Gelenk wieder beweglich zu machen. Die Maßnahmen erfolgen eng ärztlich begleitet, häufig durch einen Orthopäde bzw. Facharzt für Orthopädie.
Bleibt der Therapieerfolg aus oder liegen ausgeprägte strukturelle Veränderungen vor, kann eine operative Behandlung notwendig werden. Dabei wird die verdickte Gelenkkapsel mittels Arthroskopie gelöst. Diese Operation erfolgt minimalinvasiv und zählt heute zu den etablierten Verfahren der Schulterchirurgie. Der Eingriff wird operativ durchgeführt und erfordert anschließend eine intensive physiotherapeutische Nachbehandlung.
Der operative Eingriff kann in der Regel minimal-invasiv durchgeführt werden (Schulter-Arthroskopie). Den Ablauf der Schulterarthroskopie zeigt das Video:
Prognose der Frozen Shoulder
Wird die Frozen Shoulder behandelt, ist die Prognose überwiegend günstig. In den meisten Fällen kann die normale Funktion des Schultergelenks weitgehend wiederhergestellt werden.
Ohne adäquate Therapie kann der Verlauf jedoch langwierig sein und in chronischen Funktionsverlust oder Arthrose münden. Rückfälle sind möglich, aber selten.
Vorbeugung der Frozen Shoulder
Einer Schultersteife kann im Allgemeinen nicht vorgebeugt werden. Um eine Verschlimmerung der Erkrankung zu vermeiden, sollten Sie allerdings schon bei den ersten Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
Fazit:
Die Schultersteife ist eine komplexe, schmerzhafte Erkrankung der Schulter, die eine frühzeitige Diagnostik und strukturierte Therapie erfordert. Durch moderne konservative und operative Therapieverfahren lassen sich heute sehr gute Ergebnisse erzielen. Entscheidend sind ein früher Therapiebeginn, eine individuell abgestimmte Behandlung der Schultersteife und konsequente Nachsorge.
Häufige Fragen zur Frozen Shoulder
Was bedeutet der Begriff Frozen Shoulder?
Er bezeichnet eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks durch entzündliche Veränderungen und Schrumpfung der Gelenkkapsel.
Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Die Diagnostik erfolgt durch Anamnese, körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT und CT.
Wie lange dauert die Genesung?
Der Verlauf kann 12 bis 36 Monate betragen, abhängig vom Stadium, Therapie und individuellen Faktoren.
Ist eine Operation immer notwendig?
Nein. In den meisten Fällen reicht eine konservative Therapie aus. Eine Operation wird nur bei therapieresistenter Steife empfohlen.
Welche Rolle spielt Bewegung?
Gezielte Mobilisation ist wichtig, Überlastung sollte jedoch vermieden werden. Physiotherapie erfolgt dabei stets kontrolliert und begleitend.


























