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Impingement-Syndrom der Schulter (Impingementsyndrom, Impingement Syndrom) - Medizinische Experten informieren über die Behandlung im Schultergelenk

28.01.2026
Dr. med. Horst Fleck
Medizinischer Fachautor

Das Impingement-Syndrom der Schulter zählt zu den häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen in der orthopädischen Praxis. Charakteristisch ist eine mechanisch bedingte Einengung empfindlicher Weichteilstrukturen im Raum unter dem Schulterdach, die bei Bewegung wiederholt gereizt werden. Dadurch entstehen Schmerzen, Funktionsverlust und im Verlauf eine deutliche Einschränkung der Belastbarkeit im Alltag und Beruf. Dank moderner Konzepte der Diagnostik und Therapie lassen sich die Beschwerden heute in den meisten Fällen zuverlässig lindern oder vollständig beheben.

ICD-Codes für diese Krankheit: M75.4

Kurzübersicht:

Das Impingement-Syndrom beschreibt eine schmerzhafte Einengung von Sehnen und Schleimbeutel im Bereich des Schultergelenks. Typisch sind belastungsabhängige und nächtliche Schmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter. Die Diagnose wird anhand der klinischen Untersuchung und bildgebender Verfahren gestellt. Die Behandlung des Impingement-Syndroms erfolgt zunächst konservativ und reicht bei Bedarf bis zur operativen Akromioplastik mittels Arthroskopie. Bei frühzeitiger Therapie ist die Prognose in der Regel gut.

Artikelübersicht

Was ist ein Impingement-Syndrom? Definition des Impingment Syndroms der Schulter

Beim Impingement handelt es sich um ein mechanisches Engpasssyndrom im sog. Subakromialraum, also in dem Bereich zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. In diesem anatomisch ohnehin engen Raum verlaufen die empfindlichen Sehnen unter dem Schulterdach, v.a. die Sehne des Supraspinatus Muskels als Teil der Rotatorenmanschette, sowie der schützende Schleimbeutel, die subakromiale Bursa.

Kommt es zu einer Volumenzunahme durch Schwellung, entzündliche Prozesse oder knöcherne Veränderungen, werden diese Strukturen bei jeder Armhebung mechanisch belastet. Die wiederholte Reibung führt zu Mikroverletzungen, einer zunehmenden Entzündung und langfristig zu degenerativen Veränderungen der Sehne.

Man unterscheidet ein primäres und ein sekundäres Impingement-Syndrom.

Beim primären Impingement-Syndrom der Schulter liegt meist eine strukturelle, häufig knöchern bedingte Ursache vor. Typisch sind ein ausgeprägter Knochensporn, arthrotische Veränderungen oder eine ungünstige Formgebung des Schulterdaches, die den verfügbaren Raum weiter verkleinern. 

Beim sekundären Impingement-Syndrom entsteht dagegen durch funktionelle Störungen, etwa muskuläre Dysbalancen, Instabilität des Schultergelenks, Fehlhaltungen oder Überbelastungen. Auch Veränderungen der Wirbelsäule können die Strukturen der Schulter indirekt beeinflussen und zu einer fehlerhaften Gelenkmechanik führen.

International wird das Krankheitsbild u.a. als Impingement Syndrome, Impingement Syndrome of the Shoulder, rotator cuff impingement oder impingement syndrom bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum ist auch der Begriff Impingementsyndrom gebräuchlich.

Beim fortschreitenden Syndrom verstärkt sich der Teufelskreis aus Schwellung, Reizung und mechanischer Enge, bis die Weichteile dauerhaft eingeklemmt werden.

Ursachen und Risikofaktoren beim Impingement der Schulter

Die Entstehung eins Impingementsyndrom der Schulter ist in den meisten Fällen multifaktoriell. Anatomische Besonderheiten des Schulterdachs, altersbedingte Umbauprozesse des Schultergelenks, chronische Überbelastungen im Beruf oder Sport sowie eine unzureichend trainierte oder unausgeglichene Muskulatur des Schultergürtels tragen wesentlich zur Krankheitsgewinnung bei.

Auch Vorschädigungen der Rotatorenmanschette erhöhen das Risiko, da eine geschwächte oder verdickte Sehne den verfügbaren Raum weiter reduziert. Im Verlauf verdickt sich häufig zusätzlich der Schleimbeutel, wodurch sich der Subarkromialraum weiter verengt und sich die Beschwerden verstärken. Schließlich können die betroffenen Weichteile nicht mehr frei gleiten, sondern werden bei jeder Bewegung des Arms mechanisch irritiert und teilweise erfolgt eine regelrechte Einklemmung.

Typische Symptome Impingement syndrome of the Shoulder

Das führende Symptom sind belastungsabhängige Schulterschmerzen. Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Schulterschmerzen bei Bewegung
  • Schmerzen in der Schulter beim seitlichen Abspreizen
  • Schmerzen beim Anheben des Armes
  • nächtliche Schmerzen, v.a. im Liegen auf der betroffenen Seite
  • Kraftverlust im Arm
  • eingeschränkte Beweglichkeit der betroffenen Schulter
  • Schmerzen bei Bewegung des Oberarm

Charakteristisch ist zudem der sog. Painful Arc: Der Schmerz tritt besonders dann auf, wenn der Patient die Arme auf Schulterhöhe anhebt, meist zwischen 60 und 120 Grad Abduktion. Tätigkeiten in Position über dem Kopf, wiederholtes seitliches Heben oder gezieltes Schulter führen werden von Betroffenen als stark schmerzhaft empfunden.

Diagnostik und Therapie beim Impingement Syndrom

Die Diagnosestellung erfolgt schrittweise und beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer strukturierten körperlichen Untersuchung. Dabei beurteilt der Arzt Bewegungsumfang, Kraftentfaltung, Schmerzlokalisation und typische Provokationsmanöver. In vielen Fällen lässt sich das Krankheitsbild bereits klinisch mit hoher Wahrscheinlichkeit erfassen.

Zur Absicherung der Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Röntgenaufnahmen zeigen vor allem knöcherne Veränderungen und die Form des Schulterdaches. Die Ultraschalluntersuchung erlaubt eine dynamische Beurteilung von Sehne und Veränderungen des Schleimbeutels. Die Magnetresonanztherapie (MRT) dient der detaillierten Darstellung der Rotatorenmanschette, möglicher Risse sowie der Beteiligung oder Schädigung des Supraspinatus-Muskels und anderer intraartikulärer Strukturen des Schultergelenks.

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Von RSatUSZ - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Konservative Therapie des Schulter-Impingements

Die konservative Behandlung stellt stets den ersten Therapieschritt dar. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer gezielten medikamentösen Schmerz- und Entzündungshemmung, um die akute Reizung der betroffenen Strukturen zu reduzieren. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu kontrollieren und die normale Funktion des Schultergelenks wiederherzustellen. Hierzu kommen in der Regel entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, bei ausgeprägten Beschwerden auch ergänzend lokale Injektionen mit Kortison.

Ein zentraler Bestandteil ist die Physiotherapie und physikalische Therapie. Durch gezielte Kräftigung und Koordination der Schultergürtelmuskulatur lässt sich die Gelenksführung verbessern und der Druck auf die gereizten Strukturen reduzieren. Ergänzend können vorübergehende Schonung, Anpassung sportlicher Aktivitäten und in ausgewählten Fällen eine Stoßwellentherapie sinnvoll sein. Diese Form der konservativen Therapie führt bei vielen Patienten zu einer deutlichen und dauerhaften Besserung, insbesondere wenn zusätzlich begleitende Entzündungen des Schleimbeutels konsequent mit behandelt werden. 

Operative Therapie: Akromioplastik zur operativen Behandlung des Impingement-Syndrom der Schulter

Bleiben die Beschwerden trotz konsequenter Therapie bestehen oder liegt eine ausgeprägte Strukturelle Enge vor, ist eine operative Behandlung angezeigt. Eine Operation erfolgt heute nahezu ausschließlich als minimalinvasive arthroskopische Operation in Form der Akromioplastik durchgeführt.

Über mehrere kleine Schnitte werden eine Kamera und spezielle Instrumente in das Gelenk eingeführt. Zunächst erfolgt eine Inspektion des Schultergelenks, anschließend wird der entzündlich veränderte Schleimbeutel entfernt (Bursitis) und überschüssiger Knochen am Schulterdach abgetragen. Dadurch entsteht eine gezielte subakromiale Dekompression, die den Raum erweitert und die empfindlichen Sehnenstrukturen dauerhaft entlastet.

Diese Methode zählt zu den etablierten operativen Eingriffen der modernen Schulterchirurgie und stellt eine effektive operative Therapie dar.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf beim Impingement-Syndrom der Schulter ist in den meisten Fällen günstig. Sowohl konservative als auch operativ behandelte Patienten erreichen oft eine deutliche Reduktion der Schmerzen und eine Wiederherstellung der Schulterfunktion. Studien zeigen, dass insbesondere bei frühzeitiger Therapie langfristig stabile Ergebnisse erzielt werden. Bereits am Tag nach der Operation beginnt die vorsichtige Mobilisation. Das Gelenk wird nicht ruhiggestellt, jedoch vorübergehend geschont. Die Belastbarkeit nimmt schrittweise zu und nach einigen Wochen nach dem Eingriff ist in der Regel eine weitgehende Rückkehr zum Alltag und Beruf möglich.

Zu den typischen Risiken der Akromioplastik gehören – wie bei jedem operativen Eingriff – unter anderem Thrombose, Embolie, Infektionen, Nachblutungen sowie in sehr seltenen Fällen Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen.

Die Zeit nach der Akromioplastik

Der Eingriff wird entweder ambulant oder kurzstationär durchgeführt und es schließt sich eine intensive krankengymnastische Nachbehandlung an.

Bei allgemein knappem Budget ist hier natürlich auch die Eigeninitiative des Patienten gefordert. Das betroffene Schultergelenk wird nach der Operation nicht ruhiggestellt, schwere körperliche Belastungen sollten allerdings 3 bis 4 Wochen vermieden werden. Auch sportliche Belastungen und Überkopfarbeiten sollten in den ersten Wochen vermieden werden.

Häufige Fragen zum Impingementsyndrom

Was passiert während des Impingement-Syndroms der Schulter?

Es kommt zu einer mechanischen Enge im Bereich unterhalb des Schulterdachs, wodurch Sehnen und Schleimbeutel wiederholt gereizt werden und scherzhafte Entzündungsprozesse entstehen.

Ist eine Operation des Schultergelenkes immer notwendig?

Nein, in vielen Fällen genügt eine konsequente konservative Maßnahmen. Eine Operation wird erst empfohlen, wenn die Beschwerden länger bestehen oder strukturelle Veränderungen vorliegen.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Akromioplasitik?

Die Mobilisation beginnt unmittelbar, die volle Belastbarkeit wird meist nach mehreren Wochen erreicht.

Welche Rolle spielt die Rotatorenmanschette?

Die Rotatorenmanschette ist besonders gefährdet, da ihre Sehne direkt im Engpassbereich verläuft und durch die mechanische Reibung geschädigt werden kann.

Kann ein Impingement wieder auftreten?

Bei guter muskulärer Stabilisierung und angepasster Belastung ist das Risiko gering, jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. 

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