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Erkrankung · Allgemeine Orthopädie

Schleimbeutelentzündung an der Ferse erkennen und behandeln - Symptome und Behandlung bei einer Schleimbeutelentzündung der Ferse bzw. Fersenbein

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Schleimbeutelentzündung Fersenbein. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse betrifft häufig die Schleimbeutel im Bereich der Achillessehne und des Fersenbein. Ursachen sind oft Überlastung, ungeeignete Schuhe oder Fehlstellungen des Fussgewölbes. Typische Symptome einer Schleimbeutelentzündung sind Schwellung, Rötung und starke Fersenschmerzen. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Ruhigstellung, Physiotherapie und Einlagen oder in schweren Fällen operativ.

Die Schleimbeutelentzündung an der Ferse ist eine häufige entzündliche Erkrankung im Bereich des Fersenbein und der Achillessehne. Dabei entzünden sich die Schleimbeutel, die als Puffer zwischen Sehne, Knochen und Haut dienen. Besonders häufig entsteht eine Schleimbeutelentzündung der Ferse durch Überlastung, ungeeignetes Schuhwerk oder starke Reibung im Bereich der Achillessehne am Fersenbein. Typische Symptome sind Schmerzen hinten an der Ferse, Schwellung, Rötung und eingeschränkte Beweglichkeit des Fuss.

Die Erkrankung wird auch als Bursitis oder Achillobursitis bezeichnet und tritt oft gemeinsam mit einer Haglundferse oder Haglundexostose auf. Die Diagnose der Schleimbeutelentzündung erfolgt meist orthopädisch durch Ultraschall, MRT oder körperliche Untersuchung. Ziel der Behandlung ist es, Reizung und Entzündung zu lindern und die Belastung der betroffene Stelle zu reduzieren.

Welche Funktion haben Schleimbeutel am Fersenbein?

Schleimbeutel sind kleine Gewebesäckchen, die mit klarer Flüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) gefüllt sind. Sie befinden sich an nahezu allen Gelenken und hier insbesondere über

die einem erhöhten Druck oder Zug ausgesetzt sind. Dort liegen sie direkt auf dem Knochen auf und wirken wie ein Polster. Dadurch mindern sie den Druck und die Reibung zwischen dem Knochen und den dazugehörigen Strukturen wie

Eine Schleimbeutelentzündung am Fuß tritt an den Schleimbeuteln am Fersenbein vor und hinter der Achillessehne auf.
Die Schleimbeutel am Fersenbein liegen vor und hinter der Achillessehne © bilderzwerg / Fotolia

Wenn der Fuß im Sprunggelenk in Richtung Fußrücken (Dorsalextension) herangezogen wird, erhöht sich der Druck im Schleimbeutel. Die Gegenbewegung (Plantarflexion), also wenn der Fuß gestreckt wird, reduziert den Druck.

Der Schleimbeutel zwischen Fersenbein und Achillessehne enthält rund 1,5 ml Flüssigkeit. Er soll Stöße abfangen. Darüber hinaus verteilt er die Belastung, der das Fersenbein beim Gehen und Laufen ausgesetzt ist, gleichmäßig auf das Sprunggelenk.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung am Fersenbein?

An den Schleimbeuteln können sich schmerzhafte Entzündungen entwickeln. Eine solche Schleimbeutelentzündung heißt in der medizinischen Fachsprache Bursitis. Das Fersenbein wird unter Medizinern auch als Calcaneus bezeichnet, eine Entzündung des Fersenbeins somit als Bursitis calcanea. Eine zu starke Belastung der Ferse kann den Schleimbeutel und die umliegenden Strukturen überbeanspruchen.

Bei der Bursitis calcanea entzündet sich der Schleimbeutel, der hinter und unterhalb der Ferse liegt. Zusammen mit einer Entzündung der Achillessehne gehört die Bursitis am Calcaneus zu den häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen.

Wann und wie kann eine Bursitis calcanea entstehen?

Besonders häufig sind Sportler von der Schleimbeutelentzündung betroffen. In dieser Hinsicht riskante Sportarten sind

  • Joggen
  • Fußball
  • Handball
  • Tennis

Auch falsches Schuhwerk kann den Fersenbereich reizen und so eine Entzündung hervorrufen. (Sport-)Schuhe, die eine zu harte Fersenschale oder Abnäher haben, drücken auf die Ferse und beanspruchen so den Schleimbeutel.

Angeborene oder nach Unfällen entstehende Fehlstellungen der Beine oder Füße (zum Beispiel X- oder O-Beine oder der Knick-Senk-Fuß) wirken sich ebenfalls ungünstig aus. Knicken die Füße beim Gehen oder Laufen nach innen oder außen, ist der Schleimbeutel zusätzlichen Belastungen ausgesetzt.

Eine Schleimbeutelentzündung am Fuß kann sportliche Überlastung und drückende Schuhe entstehen.
Schleimbeutelentzündungen können durch sportliche Überlastung und drückende Schuhe entstehen © pavel1964 / Fotolia

Darüber hinaus können auch Vorerkrankungen eine Entzündung begünstigen, etwa

  • autoimmunbedingte Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Rheuma), wie beispielsweise Morbus Bechterew.
  • die Stoffwechselerkrankung Gicht, die mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut einhergeht.

Nicht zuletzt führen manche Bakterieninfektionen mit bspw. Staphylo- oder Streptokokken zu einer Schleimbeutelentzündung. Man spricht dann von einer septischen Entzündung. Die Bakterien können über die Blutbahn oder unmittelbar über eine offene Wunde in den Schleimbeutel gelangen.

Welche Probleme entstehen bei einer Bursitis calcanea?

Leitsymptom der Schleimbeutelentzündung am Fuß ist ein stechender Schmerz im Fersenbereich, der vor allem bei Bewegung auftritt. Weitere Symptome sind:

  • eine Schwellung im Bereich der Ferse
  • Überwärmung und Rötung der entsprechenden Stelle
  • ein deutlicher Druckschmerz über dem Schleimbeutel
  • je nach Ausprägung der Entzündung ein ziehender oder stechender Wadenschmerz
  • sehr selten der Austritt von trüber, eitriger Flüssigkeit, wenn eine offene Wunde besteht und der Schleimbeutel freiliegt 

Wie wird eine Bursitis am Fersenbein festgestellt?

Bei Fersenschmerzen sowie Schwellungen und Überwärmung im Fersenbereich ist zunächst eine Ruhigstellung angebracht. Wenn es hierunter nicht innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden kommen sollte, empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung. Hierdurch können die Ursachen der Beschwerden genauer untersucht und die notwendigen Behandlungsverfahren veranlasst werden.

Zu den notwendigen Untersuchungen gehören:

  • Erfragung der Krankengeschichte (Anamnese)
  • körperliche Untersuchung
  • Labordiagnostik
  • Sonographie
  • Röntgenaufnahme
  • Kernspinuntersuchung

Im Anamnesegespräch werden Fragen zu den Beschwerden, der genauen Symptomatik und zu möglichen Auslösern erfragt. 

Anschließend werden im Rahmen einer körperlichen Untersuchung der Fuß sowie Unterschenkel abgetastet. Hier werden sie oft gebeten, auf den Punkt mit der höchsten Schmerzempfindlichkeit hinzuweisen, um die Untersuchung dadurch möglichst schmerzfrei gestalten zu können.

Besteht nach Erhebung der Anamnese sowie der körperlichen Untersuchung der Verdacht auf eine Infektion, insbesondere bei Fieber, Rötung, Schwellung und Eiteraustritt, wird meistens eine Blutabnahme veranlasst. Hinweis auf einen Infekt sind hier erhöhte Entzündungswerte, wie zum Beispiel eine hohe Zahl an weißen Blutkörperchen. Um den Schleimbeutel, das Gelenk sowie die Achillessehne genauer beurteilen zu können, kann im Bedarfsfall eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) notwendig sein. Dies ist insbesondere bei unklarer Situation beziehungsweise wiederholt auftretenden Entzündungen zu empfehlen.

Zeigen sich hier auffällige Befunde, beziehungsweise wenn auch nach der Ultraschalluntersuchung die Ursache unklar bleibt, kann eine Kernspinuntersuchung genauere Einblicke in die Schleimbeutel sowie das betroffene Gewebe am Fuß und Sprunggelenk geben.

Bei Verdacht auf eine Verletzung des Knochens, zum Beispiel nach einem Unfallereignis oder Zustand nach operativen Eingriffen, kann eine Röntgenuntersuchung weitere wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Sie zeigt etwa krankhafte Veränderungen des Sprunggelenks oder Verletzungen des Fersenbeins.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Bursitis des Fersenbeines?

Die Schleimbeutelentzündung am Fersenbein lässt sich in der Regel gut behandeln und heilt relativ schnell aus. Wichtig ist es, schnell zu reagieren und den schmerzhaften Bereich zu schonen. Hierbei hat sich das PECH-Schema bewährt, es gilt als Faustregel zur ersten Hilfe:

  • P - Pause. Der entzündete Bereich sollte geschont werden. Eine vorübergehende Ruhigstellung verhindert eine zusätzliche Reizung des Schleimbeutels.
  • E - Eis. Kalte Umschläge oder kühlende Auflagen können die Schmerzen lindern und der Entzündung entgegenwirken. Auch eine kühlende Salbe kann die Schwellung reduzieren. In Absprache mit Ihrer Ärztin können Sie entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac einnehmen.
  • C - Compression. Leichter Druck wirkt gegen Schwellungen, ideal in Verbindung mit einem Eispack oder Salbenverbänden. Eine Alternative stellt das Tapen dar. Tapes an der Ferse und an der Wade können das Fußgelenk stabilisieren und den gereizten Bereich entlasten.
  • H - Hochlagern. Wenn das betroffene Bein hochgelagert wird, kann die Schwellung besser abklingen und der Schleimbeutel sich schneller regenerieren.

Was ist zu tun, wenn diese „Erste Hilfe“ nicht zum Abklingen der Beschwerden führt?

Nicht immer schwillt der Schleimbeutel nach abgeklungener Entzündung wieder von alleine ab. In diesem Fall kann eine Punktion sinnvoll sein. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff wird mit einer Spritze die Entzündungsflüssigkeit aus dem Schleimbeutel gezogen.

Anschließend wird entzündungshemmendes Kortison in die Schleimbeutelhülle gespritzt. Die Punktion kann eine wirkungsvolle Maßnahme bei langwierigen Entzündungen sein. Allerdings müssen dabei aber immer Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden, denn durch die Einstichstelle können wiederum bakterielle Erreger in den ohnehin schon gereizten Schleimbeutel gelangen und die Gesamtsituation verschlechtern.

Haben andere rheumatische oder Stoffwechselerkrankungen die Entzündung ausgelöst, wird die Grunderkrankung behandelt. Die Bursitis sollte danach von selbst abklingen.

Wann ist eine Operation notwendig?

Ist die Fersenbein-Bursitis durch Bakterien verursacht, ist eine operative Eröffnung des Schleimbeutels mit Einlage einer Drainage notwendig. Diese sorgt dafür, dass die gesamte Entzündungsflüssigkeit aus dem Schleimbeutel fließen kann. Zudem ist meistens auch die Einnahme von Antibiotika notwendig, um dem Bakterienwachstum entgegenwirken.

Eine operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels (Bursektomie) ist nur in seltenen Fällen nötig: Wenn die Entzündung

  • länger als drei bis sechs Monate anhält oder
  • immer wieder auftritt.

Zur Entfernung ist lediglich ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig. Er erfordert jedoch eine nachfolgende Ruhigstellung und unter Umständen die Einnahme von Antibiotika.

Wie kann einer Schleimbeutelentzündung am Fersenbein vorgebeugt werden?

Schleimbeutelentzündungen am Fersenbein können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Manchen davon lässt sich tatsächlich vorbeugen:

  • Dehn- und Kräftigungsübungen zur Stärkung der Muskulatur stabilisieren und schützen die Gelenke und Schleimbeutel
  • Schuhe sollen den Fuß ebenfalls schützen und stabilisieren. Achten Sie auf gut passende und für Sie geeignete Schuhe für spezielle Aktivitäten und auch den Alltag. Beim Kauf von Lauf- oder Wanderschuhen kann eine professionelle Beratung mit Bewegungsanalyse hilfreich sein, um mögliche Schwachstellen aufzudecken
  • Vermeiden Sie einseitige Belastungen und Überbeanspruchungen. Legen Sie beim Sport und auf der Arbeit regelmäßige Pausen ein und trainieren Sie keinesfalls gegen den Schmerz an
  • Bei Schleimbeutelentzündungen durch Grunderkrankungen kann eine bewusste und für Sie passende Ernährung helfen, Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren. 

Eine Schleimbeutelentzündung am Fersenbein ist zwar äußerst schmerzhaft, lässt sich aber in der Regel gut behandeln. Wenn Sie Rücksicht auf Ihren Körper nehmen, lässt sich der Bursitis auch gut vorbeugen.

FAQ

Was ist eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse?

Eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse ist eine Entzündung des Schleimbeutels im Bereich der Achillessehne und des Fersenbein. Die Schleimbeutel der Ferse dienen als Puffer zwischen Sehne und Knochen beziehungsweise zwischen Sehne und Haut. Entzünden sich diese Bursa-Strukturen, entsteht eine schmerzhafte Bursitis.

Welche Symptome verursacht eine Schleimbeutelentzündung der Ferse?

Typische Symptome einer Schleimbeutelentzündung sind Schwellung, Rötung und Schmerzen im Fersenbereich. Besonders häufig treten schmerzen hinten an der Ferse oder Beschwerden beim Tragen von Schuhen auf. Die betroffene schmerzende Stelle kann gereizt sein und sich schmerzhaft entzünden.

Welche Ursachen gibt es für eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse?

Zu den häufigsten Ursachen zählen Überlastung, ungeeignetes Schuhwerk, Fehlstellung oder Reibung im Bereich des Achillessehnenansatzes. Auch Haglundferse, Haglundexostose, Achillessehnenentzündung oder Fersensporn können eine Schleimbeutelentzündung in der Ferse begünstigen. Besonders beim Barfußlaufen oder intensiver Belastung kann sich der Schleimbeutel entzünden.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Die Diagnose der Schleimbeutelentzündung erfolgt orthopädisch durch körperliche Untersuchung sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT. Dabei wird geprüft, ob betroffene Schleimbeutel, Achillessehne und Calcaneus entzündet oder gereizt sind. Auch mögliche Ursachen wie Fehlstellungen oder eine Achillobursitis werden untersucht.

Wie wird eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse behandelt?

Die Behandlung erfolgt zunächst konservativ mit Ruhigstellung, Einlagen, Physiotherapie sowie Dehn- und Kräftigungsübungen. Ziel ist es, Reizung und Entzündung zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Falls konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder eine starke Haglundferse vorliegt, kann eine Operation erforderlich sein. Die Heilungszeit hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Entzündung ab.

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Über den Fachautor

Prof. Dr. med. Susanne Regus

Prof. Dr. med. Susanne Regus – medizinische Fachautorin: Fachartikel, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.

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