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Erkrankung · Allgemeine Orthopädie

Rippenbruch: Symptome erkennen, Schmerzen einordnen und Fraktur behandeln

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Rippenbruch. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

92198871-d7a7-40a9-8dfb-67f4bac271cd.JPGMedizinische FachautorinProf. Dr. med. Susanne RegusStand: ICD-10: S22.3, S22.4

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Ein Rippenbruch ist eine schmerzhafte Verletzung des Brustkorbs, bei der eine Rippe oder mehrere Rippen beschädigt sind. Häufig ist ein Sturz die Ursache, seltener bricht eine Rippe durch starken Druck, einen Unfall oder bei geschwächter Knochenstruktur. Die Symptome eines Rippenbruchs sind vor allem atemabhängige Schmerzen, Druckschmerz über der Bruchstelle und manchmal eine sichtbare Schwellung oder ein Bluterguss. Die Diagnose erfolgt durch Untersuchung, Ultraschall und bei Bedarf durch ein Röntgenbild. Ein einfacher Rippenbruch heilt in der Regel ohne Operation. Wichtig ist eine ausreichende Schmerztherapie, damit Betroffene tief ein- und ausatmen und Sekret abhusten können. Die Heilungsdauer beträgt meist vier bis sechs Wochen.

Ein Rippenbruch entsteht häufig durch Stürze, Unfälle oder eine direkte Gewalteinwirkung auf den Brustkorb. Typisch sind plötzlich einsetzende, oft starke Schmerzen im Bereich der verletzten Rippen. Besonders beim Atmen, Husten oder Niesen können die Beschwerden deutlich zunehmen. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation notwendig. Meist steht eine gute Schmerztherapie im Vordergrund damit Betroffene ausreichend tief atmen können und keine weiteren Probleme entstehen.

Definition: Was ist ein Rippenbruch bzw. eine Rippenserienfraktur?

Der Brustkorb des Menschen wird in der Medizin Thorax genannt. Er besteht aus den Rippen, dem Brustbein auf der Vorderseite und der Brustwirbelsäule auf der Rückseite. Gemeinsam schützen sie wichtige innere Strukturen wie Herz, Lunge und Leber

Ein Rippenbruch ist eine knöcherne Verletzung einer oder mehrerer Rippen. Medizinisch spricht man von einer Rippenfraktur oder einer Fraktur der Rippe. Ist nur eine einzelne Rippe betroffen und sind die Bruchstücke nicht verschoben, handelt es sich meist um einen unkomplizierten Bruch. Eine gebrochene Rippe wird durch die umgebende Muskulatur häufig ausreichend stabilisiert.

Komplizierter wird es, wenn mehrere Rippen betroffen sind. Eine Rippenserienfraktur liegt vor, wenn drei oder mehr benachbarte Rippen gebrochen sind. Dann kann die Stabilität des Brustkorbs beeinträchtigt sein. In schweren Fällen kann dadurch eine paradoxe Atmung entstehen: Der Brustkorb zieht sich beim Einatmen nach innen und wölbt sich beim Ausatmen nach außen.

Wie sind Rippen aufgebaut?

Die Rippen sind gebogene und paarig angelegte Knochen. Zwischen ihnen sorgen Muskeln (sogenannte Zwischenrippenmuskeln, Musculi intercostales externi und interni) für eine flexible Stabilität. Alle Rippen sind mit der Brustwirbelsäule verbunden, aber nur die echten Rippen reichen direkt zum Brustbein. Die Rippenpaare, die nicht mit dem Brustbein verbunden sind, werden unechte Rippen genannt. 

Entgegen der weit verbreiteten Meinung haben Frauen genauso viele Rippen wie Männer, bei beiden Geschlechtern sind es jeweils 12 Paare. Dass Männer eine Rippe weniger hätten als Frauen liegt an einem religiösen Mythos, nach welchem Eva aus einer Rippe Adams geschaffen wurde. 

Ein Rippenbruch betrifft den Brustkorp mit seinen 12 Rippenpaaren.
Brustkorb mit 12 Rippenpaaren und Sternum © bilderzwerg / Fotolia

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht ein Rippenbruch?

Die wichtigsten Ursachen und Symptome hängen meist mit Unfallmechanismus, Knochenqualität und Schmerzreaktion zusammen.

Ein Rippenbruch entsteht meist durch direkte Krafteinwirkung. Typisch sind Stürze auf harte Kanten, etwa Treppenstufen, den Badewannenrand oder eine Tischkante. Auch Unfälle im Straßenverkehr, Sportverletzungen und körperliche Gewalt können dazu führen, dass eine Rippe bricht.

Ein Rippenbruch durch Husten ist seltener, kann aber bei Menschen mit geschwächter Knochenstruktur vorkommen. Besonders bei Osteoporose können die Knochen so instabil sein, dass bereits starker Husten oder wiederholtes Pressen eine Verletzung verursacht. Beim Husten wird normalerweise bei gesunden Knochen keine Fraktur verursacht.

Auch Sport kann eine Rolle spielen. Besonders Kontaktsportarten, Stürze beim Radfahren oder ein direkter Schlag gegen den Oberkörper erhöhen das Risiko. Wenn Rippen auf einer Seite stark belastet werden, kann ein isolierter Bruch entstehen. Bei schweren Unfällen kann ein Rippenbruch zu einer Verletzung innerer Organe führen.

Symptome: Rippenprellung oder Rippenbruch?

Bei einem Rippenbruch können verschiedene Beschwerden auftreten. Das wichtigste Symptom ist ein plötzlich einsetzender Schmerz über der verletzten Stelle. Die betroffene Stelle reagiert empfindlich auf Druck, Bewegung und Erschütterung. Häufig ist es kaum möglich die Schmerzen zu vermeiden, weil sich der Brustkorb bei jeder Atembewegung mitbewegt. 

Typisch sind atemabhängige Schmerzen. Die Schmerzen werden schlimmer beim tiefen Ein- und Ausatmen, beim Drehen des Oberkörpers, bei Druck auf den Oberkörper und beim Husten und Niesen. 

Weitere verschiedene Symptome können Blutergüsse, eine lokale Schwellung, Schonhaltung und flache Atmung sein. Viele Patienten vermeiden tiefe Atemzüge aufgrund der Schmerzen. Das ist verständlich, kann aber problematisch werden: wird die Lunge nicht ausreichend belüftet, steigt das Risiko für eine Lungenentzündung.

Nicht immer ist sofort klar, ob eine Rippenprellung oder Rippenbruch vorliegt. Eine Prellung kann ähnlich schmerzhaft sein. Die Unterscheidung zwischen Rippenprellung und Rippenbruch ist im Alltag deshalb schwierig. Medizinisch wichtig ist vor allem, gefährliche Begleitverletzungen auszuschließen.

Bei einem Rippenbruch besteht Verletzungsgefahr für die menschlichen Organe im Brustkorb.
Die menschlichen Organe im Brustkorb - geschützt durch die Rippen, Verletzungsgefahr bei Rippenbruch. © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

Sind Rippenfrakturen gefährlich?

Prinzipiell handelt es sich bei Rippenfrakturen zwar um sehr schmerzhafte Knochenbrüche, die allerdings für sich genommen nicht lebensbedrohlich sind. Gefährlich kann das Auftreten von Begleitverletzungen sein. Der Brustkorb umschließt mit den Rippenbögen die Organe im Brustbereich. Daher kann ein Rippenbruch zu einer Vielzahl an weiteren inneren Verletzungen führen:

  • Die Lunge kann verletzt oder gequetscht sein. Es kann nachfolgend Luft zwischen Lunge und Brustkorbwand (Pleuraspalt) austreten (Pneumothorax), was zu Atemnot führen kann.
  • Wenn akute schwere Atemnot besteht, kann das auf lebensgefährliche Komplikationen hinweisen. Wenn beim Einatmen Luft zwischen Lunge und Brustkorb austritt, beim Ausatmen aber dort verbleibt, nimmt die Menge an Luft stetig zu und kann letztlich die gesamte Lunge abdrücken. Dies nennt sich Spannungspneumothorax. Wenn zusätzlich Verletzungen von Gefäßen vorliegen und Blut in den Pleuraspalt austritt, heißt dies Hämatothorax. Bei ca. 5 Prozent der Patienten entsteht dieser medizinische Notfall. Er muss sofort behandelt werden.
  • Wenn die erste bis zweite Rippe gebrochen ist, besteht die Gefahr, dass große Gefäße verletzt sind, beispielsweise die Hauptschlagader (Aorta), die Unterschlüsselbeinarterie (Arteria subclavia) und die Schlüsselbeinvene (Vena subclavia).
  • Auch Verletzungen der Luftröhre (Trachea), des Herzmuskels und angrenzender Nerven können mit dem Rippenbruch verbunden sein.
  • Bricht die unterste Rippe, besteht die Möglichkeit, dass auch Nieren, Leber, Zwerchfell und Milz betroffen sind.
  • Bei einer Fraktur des Brustbeins kann das Herz gequetscht oder auch die Brustwirbelsäule geschädigt sein.

Diagnostik eines Rippenbruchs

Viele Betroffene fragen sich: erkennt man einen Rippenbruch von außen? Häufig geben Unfallhergang und Beschwerden bereits wichtige Hinweise. Ärzte fragen zunächst, ob ein Sturz, ein Schlag oder andere Belastung vorausgegangen ist. Bei Verdacht auf einen Rippenbruch wird der Thorax vorsichtig abgetastet und abgeklopft. Druckschmerz, Schonatmung und Blutergüsse können auf eine verletzte Rippe hinweisen.

Durch das Abhören der Lunge kann geprüft werden, ob Atemgeräusche seitengleich vorhanden sind. Das ist wichtig, weil bei schweren Verletzungen Luft oder Blut in den Pleuraspalt gelangen kann. Eine Ultraschalluntersuchung hilft besonders dann, wenn untere Rippen betroffen sind und ein inneres Organ wie Leber oder Milz mitbeurteilt werden müssen.

Ein Röntgenbild des Brustkorbs kann den Burch sichtbar machen. Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf innere Verletzungen kann zusätzlich eine Computertomographie notwendig sein. So lassen sich auch ein Pneumothorax oder ein Hämatothorax besser erkennen.

Ein Pneumothorax entsteht, wenn Luft zwischen Lunge und Brustwand gelangt. Beim Hämatothorax sammelt sicht Blut in diesem Bereich.

Ein Rippenbruch ist im Röntgenbild gut zu erkennen.
Auf einem Röntgenbild lassen sich Rippenbrüche gut erkennen © Nonwarit

Behandlung: Wie wird ein Rippenbruch behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Verletzung. Ein unkomplizierter Rippenbruch wird meist ohne Operation behandelt. Die Knochen wachsen in der Regel von selbst wieder zusammen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Komplikationen zu vermeiden und die Atmung zu erhalten.

Wichtig sind geeignete Schmerzmittel. Häufig kommen Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz. Bei stärkeren Beschwerden können auch andere Mittel oder eine regionale Betäubung notwendig werden. Die Schmerztherapie soll helfen, Schmerzen zu reduzieren, damit Patienten wieder tiefer atmen können. Das Atmen bei einem Rippenbruch darf nicht dauerhaft flach sein, es besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.

Früher wurden Rippen häufig fest verbunden. Heute wird ein Gips oder enger Verband meist vermieden, weil er die Atmung zusätzlich einschränken kann. In einzelnen Fällen kann ein spezielles Tape helfen, die Region zu stabilisieren. Auch Atemübungen, Inhalationen und physiotherapeutische Maßnahmen können sinnvoll sein, damit Schleim abgehustet und die Lunge belüftet wird.

Eine Operation ist nur selten erforderlich. Sie kommt vor allem infrage, wenn eine instabile Rippenserienfraktur, starke Verschiebungen oder schwere Begleitverletzungen vorliegen. Dann können die gebrochenen Rippen mit Platten, Schrauben oder Drähten fixiert werden.

Verlauf und Heilung nach einem Rippenbruch

Ein Rippenbruch heilt meist gut aus. Die Heilung nach einem Rippenbruch verläuft in der Regel schrittweise. In vielen Fällen lassen die Schmerzen nach etwa zwei Wochen deutlich nach. Bis die knöcherne Heilung abgeschlossen ist, dauert es jedoch oft sechs Wochen. Ingesamt kann man sagen: Die Fraktur kann innerhalb von vier bis sechs Wochen verheilen, sofern keine Komplikationen auftreten.

Wie lange dauert die Heilung? Das hängt von Alter, Knochenqualität, Schmerzstärke und Begleitverletzungen sowie körperlicher Belastung ab. Die Heilung des Rippenbruchs braucht Geduld, auch wenn der Alltag häufig früh wieder möglich ist. Einen einfachen Rippenbruch sollte man dennoch ernst nehmen, weil zu starke Belastung erneut Schmerzen verursachen kann.

Sportarten mit Sturz- oder Stoßrisiko sollten in der ersten Zeit vermieden werden. Schwere körperliche Arbeit und ruckartige Bewegungen sind ebenfalls ungünstig. Leichte Alltagsaktivitäten sind dagegen meist erlaubt, solange sie keine Beschwerden auslösen. 

Eine Komplikation kann auftreten, wenn die Schmerzen zu flacher Atmung führen oder wenn innere Verletzungen übersehen werden. Warnzeichen sind zunehmende Atemnot, Fieber, blutiger Auswurf, Kreislaufprobleme oder stark zunehmende Schmerzen. Dann sollte sofort ärztliche Hilfe erfolgen.

Spezialisten bei Verletzung des Brustkorbs

Bei Verdacht auf einen Rippenbruch sind Fachärzte aus dem Bereich der Unfallchirurgie wichtige Ansprechpartner. Häufig erfolgt die Behandlung in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kann die Beschwerden einordnen, Bildgebung veranlassen und die passende Therapie einleiten.

Bei unkomplizierten Fällen erfolgt die Versorgung oft ambulant. Bei einer Rippenserienfraktur, Atemnot oder Verdacht auf eine Verletzung der Lunge kann eine stationäre Behandlung notwendig sein. 

Ein Rippenbruch kommt im Klinikalltag häufig nach Stürzen vor.

Häufige Fragen

Wie entsteht ein Rippenbruch?

Ein Rippenbruch entsteht meist durch Sturz, Schlag, Unfall oder direkte Krafteinwirkung auf den Thorax. Seltener kann bei geschwächten Knochen, etwa durch Osteoporose, ein Bruch durch starken Husten entstehen.

Wie fühlt sich ein Rippenbruch an?

Typisch sind stechende Schmerzen, die sich bei Bewegung, Druck, Husten und Niesen sowie beim tiefen Atmen verstärken. Oft sind die Beschwerden so stark, dass Betroffene nur flach atmen.

Was ist schlimmer? Rippenprellung oder Rippenbruch?

Eine Rippenprellung kann ähnlich starke Schmerzen verursachen wie ein Bruch. Der Unterschied ist ohne ärztliche Untersuchung oft schwer zu erkennen. Entscheidend ist, ob innere Verletzungen ausgeschlossen sind.

Welche Symptome können auftreten und wann muss man mit einem Rippenbruch zum Arzt?

Wenn Symptome auftreten, etwa Atemnot, zunehmende Schmerzen, Fieber, Schwindel, Kreislaufprobleme oder Blut im Auswurf, sollte sofort ärztliche Hilfe erfolgen. Auch nach einem Unfall sollte ein Rippenbruch abgeklärt werden.

Kann ein Rippenbruch gefährlich werden?

Ja, vor allem, wenn eine Begleitverletzung entsteht. Möglich sind Verletzungen der Lunge, Blutungen oder Luftansammlungen im Brustkorb. Deshalb ist eine ärztliche Untersuchung wichtig.

Was hilft gegen Schmerzen beim Rippenbruch?

Schmerzmittel, Schonung, Atemübungen und bei Bedarf physiotherapeutische Maßnahmen helfen. Ziel ist nicht völlige Ruhigstellung, sondern ausreichende Schmerzlinderung, damit Betroffene ausreichend tief atmen können.

Wie heilt ein Rippenbruch?

Ein Rippenbruch wächst in den meisten Fällen ohne Operation wieder zusammen. Eine Operation ist nur selten notwendig, etwa bei instabilen Brüchen oder schweren Begleitverletzungen.

Wie lange dauert ein Rippenbruch?

Bei unkomplizierten Verlauf können Rippenbrüche gut ausheilen. Die Heilung dauert meist vier bis sechs Wochen. Schmerzen können schon früher nachlassen, körperliche Belastungen sollten aber erst nach ärztlicher Einschätzung gesteigert werden.

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Über den Fachautor

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