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Erkrankung · Pneumologie

Lungenentzündung (Pneumonie) - Symptome, Ursachen und Behandlung

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Lungenentzündung. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: J12, J13, J14, J15, J16, J17, J18

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Lungenentzündung ist eine ernste Erkrankung des Lungengewebes, die durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst wird. Am häufigsten sind Pneumokokken der Erreger der Lungenentzündung; eine bakterielle Lungenentzündung beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Husten, während eine virale Lungenentzündung langsamer einsetzt. Wird die Lungenentzündung frühzeitig erkannt und behandelt, heilt sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen folgenlos aus. Bei älteren Menschen, Kindern und Vorerkrankten kann sie dagegen schwer verlaufen und eine stationäre Behandlung erforderlich machen.

Eine Lungenentzündung – medizinisch Pneumonie genannt – ist eine ernstzunehmende Infektion des Lungengewebes. Sie zählt weltweit zu den häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend für eine vollständige Genesung.

In diesem Beitrag erhalten Sie umfassende Informationen über Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und den Krankheitsverlauf. Außerdem erfahren sie hier, welcher Arzt eine Lungenentzündung behandelt.

Was ist eine Lungenentzündung?

Die Lungenentzündung – medizinisch Pneumonie genannt – ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Auslöser sind meist Bakterien, Viren oder Pilze. Sie befallen die feinen Lungenbläschen (Alveolen), die sich daraufhin entzünden und mit Flüssigkeit füllen. Der Gasaustausch in der Lunge ist dadurch gestört – Sauerstoff gelangt schlechter ins Blut. Dort findet normalerweise der Gasaustausch statt – also die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut.

Wird eine Lungenentzündung nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zu schweren Komplikationen führen und lebensbedrohlich verlaufen. Vor allem ältere Menschen, Kinder sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet.

In Deutschland erkranken jährlich über 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung – mehr als an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die meisten Fälle entstehen außerhalb einer Klinik; Ärzte sprechen dann von einer ambulant erworbenen Pneumonie. Etwa ein Drittel der Patienten muss die Lungenentzündung im Krankenhaus behandeln lassen.

Ursachen einer Lungenentzündung sind meist Bakterien, Viren oder Pilze
Ursachen einer Lungenentzündung sind meist Bakterien, Viren oder Pilze

Symptome einer Lungenentzündung

Welche Beschwerden bei einer Lungenentzündung auftreten, hängt vom Erreger ab. Je nach Form der Lungenentzündung unterscheidet man zwischen typischer und atypischer Pneumonie. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen typischer und atypischer Pneumonie. Während eine typische Pneumonie durch Bakterien (Pneumokokken) entsteht, sind Viren und andere Erreger für eine atypische Lungenentzündung verantwortlich.

Typische Symptome:

Eine typische Lungenentzündung zeichnet sich durch einen akuten Krankheitsverlauf aus, der mit den folgenden Symptomen einhergeht:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • starker Husten mit oder ohne Auswurf
  • Atemnot oder Kurzatmigkeit
  • Brustschmerzen, oft beim Atmen oder Husten
  • erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
  • allgemeine Schwäche und Müdigkeit
  • Verwirrtheit, besonders bei älteren Menschen

Symptome wie Fieber über 38,5 °C, Schüttelfrost und eitriger Auswurf sprechen eher für eine bakterielle Ursache.

Atypische Symptome (oft bei Virusinfektion):

  • trockener Reizhusten
  • leichtes Fieber oder gar kein Fieber
  • langsam zunehmendes Krankheitsgefühl

Weil diese Beschwerden mild ausfallen, wird oft spät eine atypische Lungenentzündung diagnostiziert.

In schweren Fällen kann es zu einer Zyanose kommen – einer bläulichen Verfärbung der Lippen oder Fingernägel aufgrund von Sauerstoffmangel.

Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigste Ursache einer Lungenentzündung sind Bakterien, allen voran Pneumokokken. Als Auslöser einer Lungenentzündung kommen daneben mehrere Erregergruppen infrage:

  • Bakterien – neben Pneumokokken vor allem Haemophilus influenzae, Mykoplasmen und Legionellen
  • Viren – etwa Grippe-, RS- oder Coronaviren; bei Kindern die häufigste Ursache
  • Pilze – eine Lungenentzündung durch Pilze betrifft fast nur Menschen mit stark geschwächter Abwehr
  • Parasiten – in Mitteleuropa sehr selten, meist nach Aufenthalten in tropischen Regionen
  • chemische Reizstoffe – eingeatmete Gase, Dämpfe oder Mageninhalt können ebenfalls eine Lungenentzündung verursachen

Das Risiko für eine Lungenentzündung steigt außerdem durch folgende Faktoren:

  • Rauchen
  • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
  • Herzschwäche
  • Diabetes mellitus
  • hohes Alter
  • geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krebs oder Medikamente)
  • Schluckstörungen oder Aspiration von Nahrung
  • längere Bettlägerigkeit

Ein erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung besteht auch bei dauerhafter Belastung durch Feinstaub, Reizgase oder Strahlen.

Eine Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen wird deutlich häufiger durch Viren ausgelöst als bei Erwachsenen. Bei einer ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern richtet sich die Behandlung deshalb stärker nach dem Alter als nach dem Erregernachweis.

Untersuchung und Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Hausarzt oder einen Facharzt für Lungenheilkunde (Pneumologe).

Mögliche Untersuchungen sind:

  • Körperliche Untersuchung (Abhören der Lunge)
  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax)
  • Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Sauerstoffgehalt)
  • Abstrich des Hustenauswurfs zur Erregerbestimmung
  • Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung im Blut)

In schweren Fällen kommen weitere Verfahren wie Computertomografie (CT) oder eine Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) zum Einsatz.

Besteht der Verdacht auf eine Lungenentzündung, erfolgt immer eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.
Besteht der Verdacht auf eine Lungenentzündung, erfolgt immer eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Behandlung einer Lungenentzündung?

Die Behandlung der Lungenentzündung richtet sich nach Erreger und Schweregrad. Bei einer bakteriell verursachten Lungenentzündung stehen Antibiotika im Mittelpunkt. Die Behandlung der viralen Lungenentzündung erfolgt dagegen meist rein symptomatisch – nur bei Grippe- oder RS-Viren kommen gezielte Virostatika infrage.

Mögliche Behandlungen sind:

  • Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen)
  • Virostatika oder Antimykotika (bei Viren oder Pilzen)
  • Fiebersenkende Mittel (z. B. Paracetamol)
  • Inhalationen (z. B. mit Kochsalzlösung)
  • Atemtherapie und Klopfmassagen
  • Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Wichtig: Antibiotika sollten nicht vorzeitig abgesetzt werden – auch wenn sich die Symptome bessern. Ein Abbruch kann zu Antibiotikaresistenzen führen.

Ob eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist, schätzen Ärzte mit dem CRB-65-Score ab: Verwirrtheit, schnelle Atmung, niedriger Blutdruck und ein Alter über 65 Jahre sprechen für eine Einweisung. Die Behandlung von erwachsenen Patienten richtet sich dabei nach der aktuellen Leitlinie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie. Für Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie ohne Risikofaktoren ist dagegen eine Therapie zu Hause die Regel.

Verlauf und Prognose

Wie verläuft eine Lungenentzündung? Bei rechtzeitiger Behandlung heilt sie bei den meisten Menschen innerhalb von 10 bis 14 Tagen vollständig aus.

Bei einer schweren Lungenentzündung können jedoch Komplikationen hinzukommen:

  • Pleuritis (Entzündung des Lungenfells)
  • Pleuraerguss (Flüssigkeit in der Lunge)
  • Lungenabszesse (Eiteransammlungen)
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Herzmuskelentzündung bei verschleppter Erkrankung

Chronisch Kranke, Raucher und ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung und Komplikationen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Ja – besonders wenn sie durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde. Die Erreger verbreiten sich über Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen oder Sprechen.

Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung sind:

  • häufiges Händewaschen
  • Abstand zu erkrankten Personen
  • Mund-Nasen-Schutz in Risikobereichen
  • Husten- und Niesetikette

Vorbeugung: Wie kann man sich schützen?

Vollständig verhindern lässt sich eine Lungenentzündung nicht – das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, sinkt aber deutlich durch ein starkes Immunsystem und die empfohlenen Impfungen. Umgekehrt können Rauchen und Alkohol die Anfälligkeit für eine Lungenentzündung erhöhen.

Tipps zur Vorbeugung:

  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
  • ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C
  • Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum
  • ausreichendes Trinken
  • Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken (insbesondere für Risikogruppen)

Was ist eine verschleppte Lungenentzündung?

So entsteht eine Lungenentzündung: Die Erreger gelangen über die Atemwege in die Alveolen und lösen dort eine Abwehrreaktion aus. Wird eine Lungenentzündung nicht vollständig auskuriert, kann sie chronisch werden oder lebenswichtige Organe schädigen.

Gefährliche Folgeerkrankungen sind:

Deshalb sollten sich Betroffene auch nach Abklingen des Fiebers noch mehrere Tage schonen und regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.

Welcher Arzt behandelt eine Lungenentzündung?

Für die Diagnose und Behandlung sind vor allem Fachärzte für Pneumologie oder Lungen- und Bronchialheilkunde zuständig. Auch Hausärzte übernehmen oft die Erstbehandlung und überweisen bei Bedarf an einen Spezialisten.

Fazit

Eine Entzündung der Lunge ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Atemwege, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden kann. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend für einen komplikationsfreien Verlauf. Vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen, ein gesunder Lebensstil und ein starkes Immunsystem helfen, das Risiko zu senken.

Glossar (wichtige Begriffe einfach erklärt)

  • Pneumonie: medizinischer Begriff für Lungenentzündung
  • Zyanose: Blaufärbung von Lippen oder Fingern durch Sauerstoffmangel
  • Antibiotikaresistenz: Bakterien sprechen nicht mehr auf Antibiotika an
  • Pleuraerguss: Flüssigkeit sammelt sich zwischen Lunge und Brustwand
  • Bronchoskopie: Untersuchung der Atemwege mit einer Kamera
  • Sepsis: lebensgefährliche Ausbreitung von Erregern im Blut

FAQ

Wie beginnt eine Lungenentzündung?
Eine Lungenentzündung beginnt häufig wie ein grippaler Infekt – mit Symptomen wie Husten, Abgeschlagenheit und ansteigendem Fieber.

Wie wird eine Lungenentzündung festgestellt?
Beim Verdacht auf eine Lungenentzündung hört der Arzt die Lunge ab. Gesichert wird die Diagnose einer Lungenentzündung durch ein Röntgenbild des Brustkorbs und eine Blutuntersuchung.

Wann ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig?
Eine Behandlung der Pneumonie im Krankenhaus ist nötig bei Atemnot, niedrigem Blutdruck, Verwirrtheit oder wenn die Sauerstoffsättigung abfällt.

Wie lange dauert eine Lungenentzündung?
Das Fieber sinkt meist nach zwei bis drei Tagen Antibiotika. Bis zur vollständigen Erholung vergehen oft vier bis sechs Wochen.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) – https://pneumologie.de
  • Robert Koch-Institut (RKI) – https://www.rki.de/DE/Home/home_node.html
  • Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München – https://www.lungeninformationsdienst.de

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