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Erkrankung · Internistische Onkologie

Knochenkrebs und Knochentumor: Symptome, Diagnose und Behandlung gutartiger und bösartiger Knochentumore

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Knochentumor. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: D48, D16, M85.4, M85.5, M85.6

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Knochentumoren können gutartig oder bösartig sein, wobei primär bösartige Tumore des Knochens vergleichsweise selten sind. Zu den bekannten Arten von Knochenkrebs zählen Osteosarkome, Ewing-Sarkome und Chondrosarkome. Beschwerden wie Knochenschmerzen, Schwellung oder eine pathologische Fraktur können auf einen Tumor hinweisen, haben jedoch häufig auch andere Ursachen. Für Diagnose und Behandlung sind eine spezialisierte Untersuchung, bildgebende Diagnostik und bei entsprechendem Verdacht eine Biopsie entscheidend.

Ein Knochentumor entsteht durch eine Veränderung von Zellen im Knochen oder Knochengewebe und kann gutartig oder bösartig sein. Primäre bösartige Knochentumoren sind selten und werden umgangssprachlich häufig als Knochenkrebs bezeichnet. Zu den wichtigsten Formen gehören das Osteosarkom, das Ewing-Sarkom und das Chondrosarkom. Ein mögliches Symptom sind zunehmende Knochenschmerzen, außerdem können eine Schwellung oder Bewegungseinschränkungen an einem angrenzenden Gelenk auftreten.

Bei Verdacht auf Knochenkrebs gehören bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchung, MRT und CT zur Diagnostik. Für die genaue Diagnose eines bösartigen Knochentumors ist in der Regel eine Biopsie mit Untersuchung einer Gewebeprobe erforderlich. Die Behandlung von Knochentumoren richtet sich nach Art, Lage und Ausdehnung des Tumors sowie danach, ob Metastasen vorliegen.

Was ist ein Knochentumor?

Bei einem Knochentumor (ICD-Code: D48) handelt es sich um eine Neubildung von Knochengewebe. Zur Unterscheidung der Tumore eignen sich verschiedene Kriterien:

  • gutartige (benigne) Tumore
  • bösartige (malignen) Tumore
  • primäre Knochenneubildungen
  • sekundäre Knochenneubildungen

Die malignen Knochentumore wie das Sarkom neigen zur Metastasierung, das heißt Streuung im Körper. Benigne (gutartige) Tumore wie das Osteom metastasieren nicht und wachsen eher langsam. Durch Verdrängung der umliegenden Strukturen können sie jedoch ebenso wie die bösartigen Knochentumore Beschwerden hervorrufen. Nur maligne Knochentumore werden als Knochenkrebs bezeichnet.

Knochen Schmerzen
© Alexandr Mitiuc / Fotolia

Während die primären Tumore unmittelbar vom Knochengewebe ausgehen, sind sekundäre Tumore die Metastasen von anderen Krebsgeschwulste. Die Tumore des Knochengewebes werden nach ihrem genauen Ursprung bezeichnet:

  • Ossäre Tumore entstehen im Knochen und gehen von den Osteoklasten und Osteoblasten, den wichtigsten Zellen des Knochens, aus.
  • Knorpelige Tumore wie das Osteochondrom oder das Chondrosarkom entstehen hingegen aus Knorpelgewebe.
  • Wenn ein Tumor vom Bindegewebe ausgeht, bezeichnet man ihn als bindegewebigen Tumor oder Knochenfibrom.

Verschiedene Arten von Knochentumoren

Häufigster gutartiger Knochentumor ist das Osteochondrom, auch als Ekchondrom oder kartilaginäre Exostose bekannt. Der Tumor hat seinen Ursprung an den gelenknahen knorpeligen Knochenbereichen und wächst bereits im Kindesalter. Sobald das Knochenwachstum abgeschlossen ist, stagniert auch das Wachstum des Osteochondroms. Beschwerden, also spürbare Symptome, treten bei diesem Knochentumor eher selten auf.

Osteome, die am häufigsten im Bereich des Schädels entstehen, weisen als gutartige Tumore ein sehr langsames Wachstum ohne Metastasierung auf. Sie verursachen meistens keine Beschwerden. Enostome, die typischerweise sehr klein sind und aus sogenanntem kortikalen Knochengewebe wachsen, verursachen ebenso wie Osteome kaum Beschwerden. Sie werden zumeist zufällig als Nebenbefund in der Röntgendiagnostik entdeckt.

Rund 14 Prozent aller Knochentumore sind Osteoid-Osteome. Diese finden sich vor allem in den Knochen von Ober- und Unterschenkel und entstehen meist bis zum 20. Lebensjahr. Leitsymptom sind lokale Schmerzen, die insbesondere in der Nacht auftreten. Das Osteoblastom ist von seiner Struktur dem Osteoid-Osteom sehr ähnlich, wird aber größer. Es tritt vor allem zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr an den langen Röhrenknochen und der Wirbelsäule auf.

Knochen und Gelenke des Körpers
© freshidea/ Fotolia

Je nach Definition werden auch die Knochenzysten als tumorähnliche Neubildung den Knochentumoren zugeordnet. Eine der häufigsten tumorähnlichen Knochenläsionen ist die juvenile Knochenzyste. Wie der Name es erahnen lässt, findet sich diese Zyste vor allem bei jüngeren Patienten. Sie betrifft vorwiegend die langen Röhrenknochen und kann mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche einhergehen.

Die aneurysmatische Knochenzyste betrifft ebenfalls überwiegend Patienten, die jünger als 20 Jahre sind. Die schnell wachsende Zyste führt zu Schmerzen im Bereich der betroffenen Knochen. Besonders häufig entsteht die aneurysmatische Knochenzyste im Oberschenkel- und Schienbeinknochen sowie in der Wirbelsäule.

Zu den bösartigen Knochentumoren, dem Knochenkrebs, gehören neben dem Osteosarkom auch das Chondrosarkom und das Ewing-Sarkom. Im Gegensatz zu den gutartigen Tumoren finden sich bei den benignen Knochentumoren entartete Zellen. Aufgrund der Veränderungen im Erbgut der Zellen greifen die körpereigenen Schutzmechanismen nicht mehr und die entarteten Zellen können sich ungehindert vermehren. Bösartige Knochentumore wachsen anders als die benignen Tumore invasiv und aggressiv und bilden zudem oft Metastasen.

Was sind die Ursachen für die Entstehung eines Knochentumors?

Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, warum ein Knochentumor entsteht. Da sowohl die gutartigen als auch die bösartigen Tumore des Knochens eine familiäre Häufung aufweisen, gehen die Forscher von einer genetischen Komponente aus. Als Risikofaktor gilt ferner ionisierende Strahlung. So traten nach dem Reaktorunglück in den 1980er Jahren in der Ukraine in Tschernobyl gehäuft Knochentumore auf.

Skelettsystem des Menschen
© wavebreak3 / Fotolia

Wann müssen Knochentumoren behandelt werden?

Ob und welche Therapie zur Behandlung der Knochentumore zum Einsatz kommt, hängt von drei Faktoren ab:

  • Art des Tumors,
  • seine Ausdehnung,
  • Stadium der Tumorerkrankung.

Bösartige Knochentumore müssen so schnell wie möglich entfernt werden, damit sie nicht metastasieren. Bei gutartigen Tumoren empfehlen die Ärzte zumeist abzuwarten, wie sich die Geschwulste entwickeln. Tumore, die sehr langsam wachsen und keine oder nur sehr wenige Beschwerden verursachen, werden in der Regel nicht behandelt.

Eine (operative) Therapie ist immer dann erforderlich, wenn:

  • Schmerzen auftreten,
  • die Beweglichkeit eingeschränkt ist,
  • der Tumor auf Nerven drückt und so zu Sensibilitäts- oder motorischen Störungen führt,
  • die Knochen zu Frakturen neigen,
  • die betroffenen Knochen durch den Tumor Deformationen aufweisen.

FAQ

Welche Symptome können bei Knochenkrebs auftreten?
Typische Symptome bei Knochenkrebs können anhaltende oder zunehmende Knochenschmerzen und eine sicht- oder tastbare Schwellung sein. Je nach Lage des Tumors können außerdem Beschwerden an einem benachbarten Gelenk oder Einschränkungen der Beweglichkeit auftreten. Ein geschwächter betroffener Knochen kann in seltenen Fällen bereits bei geringer Belastung brechen, was als pathologische Fraktur bezeichnet wird. Solche Anzeichen von Knochenkrebs sind nicht spezifisch und können auch bei wesentlich häufigeren, gutartigen Erkrankungen auftreten.

Ist ein Knochentumor immer bösartig?
Nein. Ein Knochentumor kann gutartig oder bösartig sein. Gutartige Knochentumore bilden keine Metastasen und unterscheiden sich in ihrem biologischen Verhalten deutlich von bösartigen Knochentumoren. Ein bösartiger Tumor kann dagegen umliegendes Gewebe zerstören und Krebszellen in andere Körperregionen streuen. Außerdem müssen primäre Knochentumoren von Knochenmetastasen unterschieden werden, die von einer Krebserkrankung in einem anderen Organ ausgehen.

Wie wird die Diagnose bei Verdacht auf Knochenkrebs gestellt?
Bei Verdacht auf einen bösartigen Knochentumor erfolgen zunächst eine körperliche Untersuchung und bildgebende Untersuchungen. Ein Röntgenbild kann charakteristische Veränderungen des Knochens zeigen, während MRT und CT unter anderem zur Beurteilung von Lage und Ausdehnung des Tumors eingesetzt werden. Für die genaue Diagnose ist häufig eine Biopsie notwendig. Die entnommene Gewebeprobe ermöglicht die feingewebliche Bestimmung, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und um welche Tumorart es sich handelt.

Wie werden bösartige Knochentumoren behandelt?
Die optimale Behandlung hängt von der Art von Knochenkrebs, dem Zeitpunkt der Diagnose, der Größe des Tumors, möglichen Metastasen und weiteren individuellen Faktoren ab. Beim Osteosarkom und bei Ewing-Sarkomen spielt die Chemotherapie neben der operativen Behandlung eine wichtige Rolle. Ein Tumor wird nach Möglichkeit vollständig operativ entfernt. Beim Ewing-Sarkom kann zusätzlich eine Strahlentherapie eingesetzt werden, während die Behandlung von Chondrosarkomen stärker von der chirurgischen Entfernung geprägt ist. Diagnose und Behandlung sollten in einem spezialisierten Zentrum erfolgen.

Wie ist die Prognose bei einem Knochentumor?
Die Prognose eines bösartigen Knochentumors lässt sich nicht pauschal angeben. Die Heilungschancen hängen unter anderem von Tumorart, Lokalisation, Größe und Ausdehnung des Tumors sowie vorhandenen Metastasen ab. Auch das Ansprechen auf eine Chemotherapie kann bei bestimmten Tumorarten prognostisch bedeutsam sein. Ein lokal begrenzter Tumor hat grundsätzlich andere Voraussetzungen als eine Erkrankung, die bereits beispielsweise in die Lunge gestreut hat. Deshalb wird die Prognose für jede Patientin und jeden Patienten individuell beurteilt.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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