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Erkrankung · Allgemeine Orthopädie

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft: Symphysenlockerung, Symptom, Schambeinfuge & Hilfe bei Symphysenschmerzen

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Symphysenschmerzen & Symphysenlockerung. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: O26.7

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Symphysenschmerzen treten häufig in der Schwangerschaft auf und sind meist auf eine Symphysenlockerung zurückzuführen. Durch die hormonellen Veränderungen wird die Symphyse elastischer, damit das Becken ausreichend Platz für das wachsende Baby schafft und um die Geburt zu erleichtern. Bei manchen Frauen führt diese natürliche Lockerung jedoch zu Beschwerden an der Symphyse, die von leichten Schmerzen bis hinzu starken Bewegungseinschränkungen reichen können. Die Beschwerden lassen sich häufig durch Physiotherapie, gezielte Übungen, stabilisierenden Beckengurt sowie vorübergehende Entlastung des Beckens lindern. In den meisten Fällen werden die Beschwerden nach der Geburt deutlich gelindert.

Leiden Sie insbesondere nach ihrer Schwangerschaft unter Schmerzen im Bereich des Schambeins, handelt es sich häufig um Symphysenschmerzen. Die Beschwerden entstehen meist durch eine Symphysenlockerung, können aber auch nach einem Unfall oder einer Überbelastung auftreten.

Wodurch die Schmerzen entstehen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel. Außerdem finden Sie ausgewählte Spezialisten für die Behandlung von Symphysenschmerzen.

Was sind Symphysenschmerzen?

Die Symphyse bezeichnet eine knorpelige Verbindung zwischen den beiden Beckenhälften. Anatomisch wird sie als Symphysis pubica bzw. Symphysis bezeichnet und bildet die Schambeinfuge, ein wichtiges Gelenk im vorderen Beckenring.

Die Schambeinfuge verbindet die beiden Beckenhälften miteinander und sorgt gleichzeitig für eine geringe Beweglichkeit des Beckens. Dadurch ist sie an nahezu allen alltäglichen Bewegungen, wie gehen, sitzen, aufstehen oder treppensteigen beteiligt und trägt wesentlich zur Stabilität des Beckens bei.

Kommt es zu einer Symphysenlockerung, einer Überdehnung oder in seltenen Fällen zu einem Riss der Symphyse, entstehen Symphysenschmerzen. Diese können den gesamten Beckenbereich betreffen und zu erheblichen Beschwerden im Alltag führen.

Besonders häufig entwickeln sich Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft. Während des Schwangerschaft lockert das Hormon Relaxin gemeinsam mit weiteren hormonellen Veränderungen Bänder, Sehnen und Knorpelgewebe. Dadurch wird das Gewebe zunehmend elastisch, um ausreichend Platz für das wachsende Baby zu schaffen. Gleichzeitig nimmt der Druck auf das Becken, sowie der Druck auf die Symphyse kontinuierlich zu. Bei etwa zehn Prozent aller Schwangeren entstehen dadurch behandlungsbedürftige Symphysenschmerzen.

Nicht jede Schwangere Frau entwickelt diese Beschwerden. Treten Symphysenschmerzen während der Schwangerschaft auf, lassen sie sich jedoch in den meisten Fällen konservativ behandeln und nach der Geburt und die Zeit danach deutlich wieder verbessern.

Symphyse bei Mann und Frau
Die Symphyse (Schambeinfuge) ist ein Gelenk aus Knorpeln in der vorderen Mitte des Beckenringes @ pikovit /AdobeStock

Symptom: Wie fühlen sich Beschwerden an der Symphyse an?

Eine Symphysenlockerung äußert sich durch stechende, dumpfe Schmerzen am Schambeins. Die Beschwerden treten häufig seitlich am linken und rechten Schambein auf und können in den gesamten Beckenbereich ausstrahlen. Viele berichten auch über Schmerzen in der Hüfte und im unteren Rücken.

Während ein gelegentliches Ziehen in diesem Bereich für schwangere Frauen nichts Ungewöhnliches ist, leiden andere sehr unter den Symphysenschmerzen. 

Die Beschwerden können sich von der Hüfte bis zu den Beinen ausbreiten. Sie können auch zu Schmerzen im unteren Rücken führen. 

Bei folgenden Bewegungen sind die Schmerzen vermehrt zu spüren:

  • Treppensteigen
  • Einbeinstand
  • Anheben eines Beines
  • Spreizen der Beine oder eines Beines
  • Schuhe zubinden
  • beim Gehen

Auch das Liegen auf der Seite kann unangenehm sein. Die Beschwerden können sich im Verlauf verschlimmern, wenn die Belastung der Symphyse zunimmt.

Während ganz leichte Beschwerden eine normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft sein können, sollten starke Symphysenschmerzen ärztlich abgeklärt werden. Bleiben die Beschwerden bestehen oder nehmen sie zu ist eine gezielte Behandlung sinnvoll.

Symphysenlockerung in der Schwangerschaft: Ursachen und Risikofaktoren

Etwa Zehn Prozent aller Schwangeren entwickeln im Verlauf der Schwangerschaft behandlungsbedürftige Symphysenschmerzen. In den meisten Fällen sind die Beschwerden auf die natürlichen körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft zurückzuführen. Damit sich das Becken auf die Geburt vorbereiten kann, schüttet der Körper vermehrt das Hormon Relaxin aus. Dieses sorgt gemeinsam mit weiteren hormonellen Veränderungen dafür, dass Bänder, Sehnen und Knorpel elastisch werden.

Die Schwangerschaft lockert dadurch die Symphyse, damit sich der Beckenring erweitern und Platz für das wachsende Baby schaffen kann. Dieser natürliche Vorgang dient dazu, die Geburt zu erleichtern.

Bei manchen Frauen fällt diese Lockerung jedoch stärker aus als notwendig. Die Folge ist eine verminderte Stabilität der Schambeinfuge, wodurch Beschwerden an der Symphyse entstehen können.

Auch eine hohe Belastung des Körpers während des Schwangerschaft kann dazu beitragen, Symphysenschmerzen auszulösen.

Aber nicht nur Schwangere sind betroffen, auch nach einem Unfall oder durch eine dauerhafte Fehlbelastung an die Symphyse überdehnt oder verletzt werden. Manchmal bleibt nach der Geburt eine Instabilität bestehen, sodass die Beschwerden nicht vollständig zurückgehen.

Auch Unfälle lösen manchmal Symphysenschmerzen aus. 

Dazu zählen vor allem:

  • Ausrutschen
  • Weite Sprünge
  • Stolpern

Andauernde Fehlbelastungen des Beckens können ebenfalls die Symphyse lockern oder überdehnen. Personen mit körperlich anspruchsvollen Berufen, Reiter, Läufer und Radfahrer gehören ebenfalls zu jenen Personen, die aufgrund wiederholter Belastung des Beckens Symphysenschmerzen entwickeln.

Diagnose bei Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft

Bei anhaltenden Beschwerden oder starken Schmerzen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Nach einer ausführlichen Anamnese untersucht der Arzt zunächst die Beweglichkeit des Beckens, sowie die Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Symphyse.

Zu den körperlichen Untersuchungen gehören verschiedene Funktionstests. Häufig wird geprüft, ob Schmerzen beim Stehen auf einem Bein auftreten.

Außerdem achtet der Arzt darauf, ob sich die Schmerzen gezielt provozieren lassen und in welche Regionen sie ausstrahlen.

Kann anhand der Untersuchung keine eindeutige Diagnose gestellt werden oder besteht der Verdacht auf einen Symphysenriss, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Diese sind:

Während einer Schwangerschaft wird bevorzugt der Ultraschall eingesetzt, da hierbei keine Strahlenbelastung entsteht. Eine Magnesresonanztomographie kann ergänzend sinnvoll sein, wenn der Verdacht auf eine ausgeprägte Verletzung oder andere Ursachen der Beschwerden besteht. Die Diagnostik dient außerdem dazu, andere Erkrankungen des Beckens oder der Hüfte auszuschließen und eine geeignete Therapie festzulegen.

Hilfe bei Symphysenschmerzen: Behandlung, Entlastung und Übungen bei Symphysenschmerzen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Beschwerden. In den meisten Fällen lassen sich die Schmerzen ohne Operation behandeln. Ziel ist es, die Muskulatur rund um das Becken zu kräftigen, die Beckenbodenmuskulatur zu unterstützen und die Symphyse zu stabilisieren. Dadurch werden die Schmerzen häufig deutlich gelindert.

Bei Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft helfen vor allem konservative Maßnahmen. Besonders bewährt haben sich eine spezialisierte Physiotherapie, gezieltes Beckenbodentraining sowie gezielte Übungen zur Verbesserung der Stabilität des Beckens. Auch Übungen bei Symphysenschmerzen sollten immer an die individuellen Beschwerden angepasst werden.

Ein Arzt empfiehlt je nach Patient folgende Therapiemaßnahmen:

  • Rückentraining und Beckenbodentraining
  • Spezielle Physiotherapie zur Stabilisierung des Beckens
  • Wärmetherapie
  • Stoßwellentherapie
  • ACP-Injektionen, Prolotherapie
  • Infrarot-Behandlung
  • Massage
  • Gezielte Schmerzlinderung durch Salben und Medikamente

Massage der Symphyse

Wärme- und Infrarotanwendungen sowie Massagen helfen bei Symphyseschmerzen @ WavebreakMediaMicro /AdobeStock

Darüber hinaus können einfache Maßnahmen im Alltag die Entlastung der Symphyse unterstützen. Wichtig ist ruckartige Bewegungen möglichst zu vermeiden und das Becken zu schonen.

Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, weite Ausfallschritte oder langes Stehen auf einem Bein. Nachts empfinden viele Betroffene das Liegen auf der Seite mit einem Kissen zwischen den Knien als angenehm. Eine Wärmflasche auf dem unteren Rücken kann die Muskulatur zusätzlich entspannen und die Schmerzen lindern.

Bleiben die Schmerzen bestehen oder liegt ein Symphysenriss vor, kann ein Beckengurt die notwendige Entlastung schaffen und das Becken stabilisieren. Nur selten ist eine operative Versorgung erforderlich.

Die Prognose bei Symphysenschmerzen

In den meisten Fällen ist die Prognose bei Symphysenschmerzen sehr gut. Vor allem Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft bilden sich nach der Geburt innerhalb weniger Wochen oder Monate deutlich zurück. Sobald sich der Hormonhaushalt normalisiert und die Symphyse wieder an Stabilität gewinnt, werden die Beschwerden häufig gelindert.

Bei einigen Frauen können die Beschwerden an der Symphyse jedoch über die Geburt und die Zeit danach hinaus bestehen bleiben. Ursache ist meist eine anhaltende Instabilität oder eine stärkere Überdehnung der Schambeinfuge. In diesen Fällen sind eine konsequente Physiotherapie, ein gezielter Muskelaufbau und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sinnvoll.

Richtig ist das Becken in der akuten Phase nicht unnötig zu belasten, eine angepasste Bewegung, gezielte Übungen, ein kräftigender Aufbau der Muskulatur sowie eine gute Körperhaltung helfen dabei, die Symphyse langfristig zu entlasten und erneuten Beschwerden vorzubeugen.

Fazit

Symphysenschmerzen entstehen durch die Lockerung oder Überdehnung der Symphyse, einer Gelenkverbindung im vorderen Becken und/ oder einer Schambeinentzündung. 

Der typische stechende Schmerz im Becken oder in den Beinen ist in 90 Prozent der Fälle eine Begleiterscheinung der Schwangerschaft. 

Nach der Geburt gehen die Schmerzen oft zurück, jedoch nicht in jedem Fall. Beckenbodenübungen sowie weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Beckens entlasten die Symphyse und lindern die Schmerzen. 

Bei starken Symptomen oder einer ausbleibenden Verbesserung der Beschwerden hilft ein spezieller Gurt das Becken zu stabilisieren. Längerfristige Beschwerden sollten Sie unbedingt abklären lassen.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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Quellen
https://www.schmerzhafte-symphyse.de/blog/schambeinentz%C3%BCndung/
https://www.medi.de/diagnose-therapie/rueckenbeschwerden/symphysenschmerzen/
https://tcs-mymed.ch/de/ratgeber-gesundheit/schwangerschaft-familie/symphysenschmerzen-was-die-expertin-sagt
https://www.moveitmama.de/symphysenlockerung-in-der-schwangerschaft-so-vermeidest-du-die-gaengigen-schmerzen/
https://www.familie.de/schwangerschaft/die-symphyse-symphysenlockerung/
https://www.moveitmama.de/symphysenlockerung-in-der-schwangerschaft-so-vermeidest-du-die-gaengigen-schmerzen/
www.schmerzhafte-symphyse.de

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