Ein Ganglion ist eine gutartige Schwellung, die meist in der Nähe von Gelenken oder Sehnen entsteht. Umgangssprachlich wird ein Ganglion häufig als "Überbein" bezeichnet, obwohl es sich nicht um zusätzlich gewachsenen Knochen handelt. Stattdessen liegt eine mit zäher Flüssigkeit gefüllte Aussackung vor, die sich meist als sichtbarer oder tastbarer Knubbel bemerkbar macht. Besonders oft tritt ein Ganglion am Handgelenk auf. Grundsätzlich kann sich jedoch auch an anderen Stellen von Hand oder Fuß ein solcher Befund entwickeln.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ganglion-Spezialisten.
Was ist ein Ganglion?
Das Ganglion (ICD-Code: M67.4) ist allgemein als Überbein bekannt. Dieser Begriff ist jedoch irreführend, denn ein Ganglion ist kein zusätzlich gewachsenes Knochenmaterial.
Ein Ganglion ist eine gutartige Zyste, die sich an einem Gelenk, Gelenkkapsel oder einer Sehne bildet.
Unter einer Zyste versteht man eine Ausstülpung von Gelenkhaut nach außen. Da diese Ausstülpung mit dem Gelenkinnenraum verbunden ist, entsteht somit ein mit Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit oder Synovia) gefüllter Hohlraum, der von außen durch die Haut als Knoten, der sich meist direkt unter der Haut befindet und getastet werden kann. Das Ganglion ist gut verschiebbar, weich und schmerzlos.
Von außen betrachtet erinnert ein Ganglion an eine Beule, die wenige Millimeter bis Zentimeter groß ist. Ein Ganglion kann die Größe einer Erbse oder Kirsche erreichen.
Im Inneren, also am Enstehungsort des Ganglions unter der Haut, besteht das Ganglion aus einem Stiel und einer Kapselausbuchtung.
Das Ganglion ist grundsätzlich gutartig – es besteht also kein Risiko, dass das Überbein entartet. Das Ganglion ist demnach kein Tumor.

Wo kann ein Ganglion entstehen?
Besonders häufig tritt ein Ganglion im Bereich der Hand auf . Das klassische Ganglion am Handgelenk macht den Großteil aller Fälle aus. Oft befindet sich die Schwellung auf dem Handrücken, wo sie als rundrückliche Vorwölbung sichtbar wird.
Grundsätzlich entsteht ein Ganglion überall dort, wo Gelenken oder Sehnenscheiden Belastungen ausgesetzt sind.
Ein Ganglion am Fuß tritt seltener auf, kann jedoch durch Druck von Schuhen besonders störend sein. Unabhängig von der Lokalisation befindet sich die Veränderung meist in unmittelbarer Nähe von Gelenken.
Ebenfalls möglich, aber wesentlich seltener, sind Ganglien
- am Fuß
- am Knie
- an der Hüfte oder
- an der Wirbelsäule
Darüber hinaus unterscheiden Mediziner zwischen
- arthrogenen Ganglien, die das Gelenk betreffen, und
- tendinogenen Ganglien, die an einer Sehnenscheide entstehen (Sehnenscheidenganglion).

Was sind die Ursachen für die Entstehung eines Ganglions?
Die Entstehung eines Ganglions kann individuelle Gründe haben, die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Meist entsteht eine solche Zyste aufgrund einer Fehl- bzw. Überbelastung des Gelenks oder schwachem Bindegewebe.
Bei einer Bindegewebsschwäche können sich an der Sehnenscheide oder an der Gelenkkapsel leichter Risse und Aussackungen bilden. Hier tritt dann Gelenkflüssigkeit aus und sammelt sich in der entstandenen Erweiterung. Die Flüssigkeit kann daher nicht zurücklaufen und ein Ganglion entsteht.
Menschen aller Altersgruppen können ein Ganglion bekommen. Frauen scheinen aufgrund ihres oft lockeren Bindegewebes häufiger betroffen zu sein.
Es gibt bestimmte Risikofaktoren für ein Ganglion. Dazu zählen beispielsweise:
- wiederholte Verletzungen der Bänder/Sehnen
- gestörte Mechanik des Gelenks/der Sehne
- Arthrose
- Rheuma
- Gicht
Die genauen Ursachen eines Ganglions unterscheiden sich von Patienten zu Patient. Oft lässt sich kein einzelne Auslöser identifizieren. Als möglicher Grund für die Entstehung wird jedoch eine Kombination aus mechanischer Belastung und individueller Gewebestruktur angenommen.
Auffällig ist zudem: Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Insgesamt zeigen Untersuchungen, dass Frauen deutlich mehr betroffen als Männer sind; was vermutlich auf Unterschiede im Bindegewebe zurückzuführen ist.
Wie kann ein Ganglion verhindert werden?
Gleichförmige Bewegungen begünstigen ein Ganglion. Daher sind manche Sportarten, bestimmte Hobbys oder Handarbeiten besonders für die Bildung eines Ganglions prädestiniert.
Vorbeugung ist durch einen gesunden Lebensstil möglich. Das hilft dabei, krankhafte Veränderungen des Bewegungsapparats von vornherein zu vermeiden. Dazu zählen gesunde Bewegungsmuster und eine sinnvolle Balance zwischen Ruhe und Belastung.
Monotone oder einseitig belastende Tätigkeiten können die Entstehung eines Ganglions vor allem am Handgelenk begünstigen.
Symptome: Welche Beschwerde und welches Symptom kann ein Ganglion verursachen?
So kann ein Ganglion, das Druck auf die Sehnen ausübt, die Beweglichkeit von Gelenken und Muskeln stark beeinträchtigen. Das Ganglion kann auch Nervenbahnen und Blutgefäße abdrücken. Wenn das Ganglion auf einen Nerv drückt, leiden die Betroffenen unter Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen.
In diesen Fällen kann das Ganglion Schmerzen verursachen und die Funktion der betroffenen Region beeinträchtigen.
Darüber hinaus kann die Schwellung die Beweglichkeit eines Gelänks beeinflussen. Manche Patienten leiden unter Bewegungseinschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten. In fortgeschrittenen Fällen kann das Ganglion die Beweglichkeit deutlicher reduzieren und dadurch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen hervorrufen.
Das Ganglion wächst langsam, deshalb entwickeln sich Beschwerden oft schleichend. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen ein Ganglion nicht sichtbar ist. Solche tiefer gelegenen Ganglions können ebenfalls Beschwerden verursachen und bleiben häufig zunächst unerkannt.
Wie erkennt man selbst ein Ganglion?
Ein Ganglion ist bereits mit dem bloßen Auge als kleine Beule zu erkennen. Diese weiteren Anzeichen sind typisch für ein Ganglion:
- Es ist immer prall und fühlt sich wie ein fester Gummiball an, der auf leichten Druck nachgibt und seine Form behält.
- Es ist gar nicht oder nur geringfügig verschiebbar, weil es direkt mit der betroffenen Sehne oder dem Gelenk verbunden ist.
- Die Haut und das Gewebe um ein Ganglion herum sind weder gerötet noch überwärmt, da ein Überbein keinen entzündlichen Prozess darstellt .
Wenn Sie diese Symptome, insbesondere neurologische Ausfallerscheinungen, bei sich beobachten, sollten Sie die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an oder gehen Sie direkt zu einem Orthopäden. Dabei ist es ratsam, einen Spezialisten zu bevorzugen – also beispielsweise einen Handchirurgen, falls sich das Überbein an der Hand befindet.
Diagnose eines Ganglions: Untersuchung von Ganglion, Gelenk und Handgelenk
Weiterhin wird untersucht, ob folgende Auffälligkeiten vorliegen:
- Durchblutungsstörungen
- Nervenschäden und
- Bewegungseinschränkungen
Wie sieht die konservative Therapie des Ganglions aus?
Die Behandlung eines Ganglions richtet sich nach Beschwerden, Größe und Lokalisation. Verursacht ein Ganglion keine Beschwerden, ist zunächst häufig keine Therapie erforderlich.
Da sich manche Ganglien spontan zurückbilden, kann zunächst eine Beobachtung ausreichend sein. Unterstützend kommen Bandagen, Physiotherapie oder gezielte Übungen in Frage.
Diese konservative Form der Therapie sollen die Belastung des betroffenen Bereichs reduzieren. Ob sich ein Befund zurückbildet hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mitunter bildet sich ein Ganglion innerhalb weniger Monate vollständig zurück, ohne dass weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Die konservative Therapie können Sie mit Salben und Einreibungen unterstützen. Bewährt haben sich z.B. Pferdesalbe oder Arnikacremes. Da das Ganglion nicht aus einer Entzündung heraus entsteht, brauchen Sie keine speziellen entzündungshemmenden Wirkstoffe auftragen.
Wann ist eine Punktion oder Entfernung von Ganglien notwendig?
Verlauf: bildet sich ein Ganglion zurück oder bleibt es bestehen?
Spezialisten für Überbein und Erkrankungen am Gelenk
Die Behandlung eines Ganglions erfolgt meist durch Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Je nach Lokalisation können zusätzlich Handchirurgen oder Fußchirurgen eingebunden werden.
Insbesondere bei einem Ganglion am Handgelenk, bei einem Ganglion am Fuß oder einem wiederkehrenden Ganglion empfiehlt sich die Vorstellung bei einem spezialisierten Zentrum.
Dort können die Diagnose eines Ganglions, die geeignete Therapie und die langfristige Nachsorge individuell geplant werden.
Fazit
Ein Ganglion ist harmlos – dennoch ist es ratsam, sich bei Verdacht auf ein „Überbein“ ärztlich untersuchen zu lassen. Hierbei kann die Diagnose gestellt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.
Häufige Fragen
Was ist ein Ganglion?
Ein Ganglion ist eine mit Flüssigkeit gefüllte, gutartige Zyste, die sich an einem Gelenk oder einer Sehne entwickelt.
Warum entsteht ein Ganglion?
Die genauen Ursachen eines Ganglions sind nicht vollständig geklärt. Auslöser gelten Überbelastungen, Veränderungen der Gelenkkapsel, Verletzungen und eine Schwäche des Bindegewebes.
Kann ein Ganglion von selbst verschwinden?
Häufig bildet sich ein Ganglion ohne Behandlung zurück.
Muss jedes Ganglion operiert werden?
Die Behandlung eines Ganglions hängt von den Beschwerden ab, viele Ganglien benötigen keine Operation.
Können Ganglien Schmerzen verursachen?
Ja, vor allem, wenn ein Ganglion auf einen Nerv drückt, kann es Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Ganglion und einem Überbein?
Der Begriff Überbein ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein Ganglion. Dabei handelt es sich nicht um einen zusätzlich gewachsenen Knochen, sondern um eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausackung.
Beitrag teilen
Über den Fachautor
Prof. Dr. med. Susanne Regus
Medizinische Fachautorin
Vollständiges Expertenprofil ansehen →