Ein Patellasehnenriss ist eine seltene, aber schwerwiegende Verletzung des Knies, bei der die Patellasehne ganz oder teilweise reißt. Die Patellasehne verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein und ist entscheidend für die Streckung im Kniegelenk.
Kommt es zu einem Riss der Sehne, ist das Knie häufig nicht mehr aktiv zu strecken. Der Patellasehnenriss tritt meist infolge eines Unfalls, bei sportlicher Belastung oder durch degenerative Vorschädigungen der Sehne auf und erfordert eine rasche fachärztliche Abklärung.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Welche Aufgabe hat die Patellasehne?
- Was passiert beim Patellasehnenriss?
- Welche Ursachen gibt es für den Patellasehnenriss?
- Welche Symptome treten bei einem Patellasehnenriss auf?
- Die Diagnose der Patellarsehnenruptur
- Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Patellasehnenriss
- Die Prognose bei einem Patellasehnenriss
- Spezialisten bei einer Patellarsehnenruptur
- Fazit
- FAQ
Welche Aufgabe hat die Patellasehne?
Sehnen fungieren als Bindeglied zwischen Muskeln und gelenkbildenden Knochen. Sie schaffen die Verbindung, um die Zugwirkung der Muskeln auf das Skelettsystem zu übertragen.
Dadurch ist Bewegung möglich und Sie können z. B. einen Arm heben oder das Bein strecken. Verletzungen am Sehnenapparat verursachen daher in der Regel Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.
Die Patellasehne verbindet die untere Kniescheibe mit dem Unterschenkel. Zusammen mit der sogenannten Quadrizepssehne ist die Streckung des Kniegelenks möglich. Ist die Patellasehne verletzt oder reißt sie, so ist die Streckung des Kniegelenkes nicht mehr möglich.

Die Patellasehne ist ein Band, das die untere Spitze der Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet @ designua /AdobeStock
Patellasehne, Kniescheibe und Unfallmechanismus beim Patellasehnenriss - Konservative Methoden bei Beschwerden des Knies sowie Operation bei Ruptur der Patellasehne
Was passiert beim Patellasehnenriss?
Zu einem Patellasehnenriss kommt es nach einer Überbeanspruchung der Sehne. Dies tritt häufig beim Sport auf, weshalb der Patellasehnenriss auch als klassische Sportverletzung gilt.
Vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren erleiden Patellarsehnenrupturen. In vielen Fällen ist die Patellasehne bereits geschädigt, was das Risiko für einen Sehnen-Teilriss oder einen Patellasehnenriss erhöht.
Welche Ursachen gibt es für den Patellasehnenriss?
Ein Patellasehnenriss tritt selten spontan auf. In der Regel lässt sich eine der folgenden Ursachen finden:
- Überbeanspruchung beim Sport
- Unfallgeschehen
- Stoffwechselstörungen, wie z. B. ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bindegewebsschwäche
- Injektionen an der Sehne
- Folgeverletzungen an der Sehne nach einer OP
Welche Symptome treten bei einem Patellasehnenriss auf?
Der Patellasehnenriss ist mit lokalen oder auch ausstrahlenden Schmerzen im Bereich des Knies verbunden. Gleichzeitig tritt in der Regel ein Kraftverlust im Gelenk auf. Ein Strecken des Kniegelenks ist nicht mehr möglich.
Ebenfalls können Blutergüsse (Hämatom) und Schwellungen im Kniegelenk auftreten. Oft kommt es zu einer Verschiebbarkeit der Kniescheibe (Patella), da keine Verbindung mit der Patellasehne am Unterschenkel besteht. Dann ist ein Arztbesuch ratsam.
Die Diagnose der Patellarsehnenruptur
Für den Befund „Patellasehnenriss“ stehen den Spezialisten verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung. Bei einer Patellarsehnenruptur kann bereits das klinische Bild die Diagnose bestätigen. Dazu gehören entsprechende Befunde wie die Patellaverschieblichkeit.
Im Röntgenbild kann der Arzt anschließend den Verdacht auf einen Sehnenriss bestätigen: Hier fällt zumeist ein Patellahochstand auf, da die intakte Quadrizepssehne die jetzt unten freie Kniescheibe mit nach oben zieht.
Im Ultraschall sieht der Patellasehnenriss-Spezialist, ob es sich um einen Patellasehnen-Teilriss oder um eine durchgehende Patellasehnenruptur handelt.
Mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) kann der Arzt weitere Schäden im Umfeld des Kniegelenks überprüfen. Er untersucht, ob ein begleitender Gelenkerguss vorliegt.

Bei einem Patellasehnenriss ist das Knie stark geschwollen und schmerzt, ist nur ein Teil der Sehne gerissen, fallen die Beschwerden geringer aus @ PixelGallery /AdobeStock
Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Patellasehnenriss
Die Behandlung an der Patellasehne kann je nach Ausprägung konservativ oder operativ erfolgen.
Konservative Behandlungen beim Patellasehnenriss sind:
- Physiotherapie
- Ruhigstellen für 6 bis 8 Wochen
- Schmerzmedikamente
Die konservative Behandlung kommt allerdings nur bei einem Teilriss der Patellasehne in Frage. Liegt ein kompletter Patellasehnenriss vor, ist eine Operation unvermeidlich.
Während der Patellasehnen-OP verbindet der Spezialist die Enden der gerissenen Sehne wieder neu miteinander. Mediziner sprechen dabei von einer Sehnennaht.
Unterstützend kommt die Drahtcerclage nach McLaughlin zum Einsatz. Die zusätzliche Verbindung entlastet die Sehne und ermöglicht die Ausheilung und die frühe Rehabilitation mithilfe einer Physiotherapie.
Nach Unfällen kann auch das Kniegelenk und Knochenanteile am Sehnenansatz verletzt sein. In solchen Fällen kann der Arzt die Sehne zusätzlich mit einer Schrauben- oder Zuggurt-Ostheosynthese stabilisieren. Dabei handelt es sich um Verschraubungen im Bereich des Kniegelenks, die das Knie stabilisieren und die Sehne entlasten.
Die Prognose bei einem Patellasehnenriss
In den meisten Fällen ist ein Patellasehnenriss gut behandelbar. Die Funktion der Sehne ist nach der Operation meist wieder vollständig.
Wichtig ist eine frühzeitige Intervention und eine Physiotherapie bzw. adäquates Training nach der Operation. Meist ist eine vollständige Sportfähigkeit mit entsprechender Erholungszeit nach einigen Monaten bis zu einem Jahr möglich.
Nach einer konservativen Behandlung bei einem Teilriss müssen Sie jedoch dauerhaft mit einem Kraftverlust im Kniegelenk rechnen. Auch ein wiederholter Patellasehnenriss ist möglich.
Wie bei jeder Operation können auch bei einem Patellasehnenriss in seltenen Fällen Komplikationen auftreten:
- Blutungen
- Infektionen
- Wundheilungsstörungen: Sind besonders nach Unfällen mit gleichzeitiger Verletzung der Knochen und des Gelenkknorpels zu beobachten.
Darüber hinaus kann es während des Heilungsprozesses zu Verklebungen der Sehne und zu einer Sehnenverkürzung kommen. Beides kann die Bewegungsfreiheit im Kniegelenk einschränken.
Spezialisten bei einer Patellarsehnenruptur
Der Patellasehnenriss zählt zu den Sportverletzungen. Daher sind folgende Bereiche zuständig:
Wichtig ist, dass Sie sich zur Behandlung an ein spezialisiertes Zentrum wenden. Die Operationserfahrung des Arztes ist beim Patellasehnenriss ebenfalls ein bedeutender Faktor für das Therapieergebnis. Patellasehnenriss-Spezialisten sind Sportmediziner, Orthopäden und Unfallchirurgen.
Fazit
Ein Patellasehnenriss ist eine ernsthafte Verletzung des Kniegelenks, die häufig durch einen plötzlich einschießenden Schmerz bei Sportarten wie Basketball, beim Skilaufen oder Tennisspielen sowie durch einen Schlag aufs Knie oder schnelle Richtungswechsel entsteht. Die körperliche Untersuchung zeigt meist eine gerissene Sehne, eine nach oben verlagerte Kniescheibe an der Patellaspitze und eine eingeschränkte Streckung im Kniegelenk, da die Patellarsehne die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet.
Je nach Ausmaß des Patellasehnenrisses kommen konservative Behandlung oder operative Behandlung zum Einsatz, da eine ausreichende Stabilität des Kniegelenks für die Wiederherstellung der Funktion entscheidend ist.
Die Behandlung eines Patellasehnenrisses schließt physiotherapeutische Maßnahmen, gezielte Übungen und Muskelaufbau ein, um die Funktion des Quadrizeps und des umliegenden Gewebes zu verbessern.
Die Heilung dauert oft 6 bis 9 Monate, wobei die Wochen nach der Operation maßgeblich für eine sichere Rückkehr zu einem wieder knieaktiv belastbaren Zustand sind.
FAQ
Was ist ein Patellasehnenriss?
Ein Patellasehnenriss ist eine Verletzung, bei der die Patellasehne zwischen Kniescheibe und Schienbein teilweise oder vollständig reißt. Dadurch ist die Streckung des Knies meist stark eingeschränkt oder nicht mehr möglich.
Welche Symptome treten bei einem Patellasehnenriss auf?
Typische Symptome sind plötzlich einschießende Schmerzen im Knie, eine Schwellung, ein Hochstand der Kniescheibe und die Unfähigkeit, das Knie aktiv zu strecken.
Wie entsteht ein Patellasehnenriss?
Der Riss entsteht häufig durch einen Unfallmechanismus mit abruptem Richtungswechsel, Sprungbelastungen oder direkte Gewalteinwirkung auf das Knie, zum Beispiel beim Sport oder durch einen Sturz.
Wie wird ein Patellasehnenriss diagnostiziert?
Die Diagnostik erfolgt durch körperliche Untersuchung, Ultraschall und MRT, um Ausmaß und Lokalisation des Risses der Patellasehne genau zu beurteilen.
Wie wird ein Patellasehnenriss behandelt?
Ein vollständiger Patellasehnenriss wird in der Regel operativ versorgt, während Teilrisse konservativ behandelt werden können. Anschließend folgt eine gezielte Nachbehandlung mit Ruhigstellung und Physiotherapie.
Quellen
flexikon.doccheck.com/de/Patellarsehnenruptur
netdoktor.de/krankheiten/sehnenriss/
pschyrembel.de/Patellarsehnenruptur/K00JL





















