Nach einer operativen Versorgung kommt es in wenigen Fällen zur Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Damit geht üblicherweise auch ein Plattenbruch der eingebauten Platte einher. Ein solcher Bruch der Osteosyntheseplatte stellt eine typische Komplikation nach Frakturbehandlung dar. Besonders häufig tritt er bei pathologischen oder osteoporotischen Frakturen auf, wenn die Knochenqualität reduziert ist oder eine zu frühe Belastung erfolgt.
Zu einem Plattenbruch kommt es, wenn der Bruch nicht verheilt. Das bedeutet, dass die Platte die Funktion nach einer gewissen Zeit vom Knochen nicht übernimmt.
Jede Platte unterliegt einer permanenten Biegebeanspruchung in beide Richtungen, so lange der Knochen noch nicht verheilt ist. Ähnlich wie wenn man einen Blumendraht hin und her biegt. So kommt es auch bei einer Platte auf Dauer zu einem Bruch.
Die Möglichkeit, dass Ärzte eine fehlerhafte Platte einbauen, ist unter normalen Bedingungen ausgeschlossen. Der typische Fall ist, dass der Bruch nicht rechtzeitig ausheilt.
Nach einer Zeit mit geringen Schmerzen kommt es plötzlich zu starken Schmerzen im Bereich des Bruches. Patienten berichten häufig über eine schlagartig einsetzende Schmerzverstärkung sowie Bewegungseinschränkungen. Eine Fehlstellung des betroffenen Knochens oder ein instabiles Gefühl können ebenfalls auf einen erneuten Bruch hindeuten.
Manchmal zeigt sich auch eine Fehlstellung im Bereich des Bruchs. Die Platte kann in manchen Fällen auch aus der Haut herausstehen. Damit liegt nicht nur ein Plattenbruch und eine Falschgelenkbildung vor, sondern auch eine Infektion der Bruchzone.
Die Diagnose eines Plattenbruchs oder Implantatbruchs erfolgt üblicherweise nach Durchführung einer Röntgenaufnahme. Zur genauen Diagnostik werden zusätzlich bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt, um die Frakturlokalisation und mögliche Komplikationen besser beurteilen zu können.
Der Bruch einzelner Schrauben geschieht wesentlich häufiger als ein Bruch der gesamten Platte. Der Bruch einzelner Schrauben führt auch häufig zu einer geringen Verschlimmerung der Beschwerden. Er heilt dann auch spontan aus.

Sprunggelenksversorgung mittels Platten und Schrauben im Röntgenbild © Fotokon | AdobeStock
Die Behandlung der gebrochenen Platte besteht in der Regel in der Entfernung der Platte. Je nach Art der Fraktur und Knochenbeschaffenheit wird anschließend eine erneute operative Behandlung durchgeführt. Dabei erfolgt entweder eine Reposition und erneute Stabilisierung der Fraktur durch eine neue Platte oder – bei bestimmten Knochen wie dem Röhrenknochen – durch die Versorgung mit einem Marknagel.
In komplexen Fällen kommen auch winkelstabile Systeme oder Spongiosaschrauben zum Einsatz, um eine stabile Knochenheilung zu gewährleisten.
Zusätzlich ist in vielen Fällen noch eine Übertragung von Knochen notwendig.
Entweder von:
- künstlichen Knochen oder
- von Knochen aus dem Beckenkamm
Bei einer zusätzlichen Infektion kann hier auch noch ein mehrstufiges Vorgehen, d.h. zuerst Säuberung, später dann Stabilisierung notwendig sein.
Die Nachsorge besteht in der Mobilisierung und Belastung im schmerzfreien Bereich. Eine postoperative Kontrolle erfolgt in regelmäßigen Abständen durch Röntgenaufnahmen, um den Heilungsverlauf zu überprüfen. In der konservativen Therapiephase stehen Physiotherapie und Muskelaufbau im Vordergrund, um Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen vorzubeugen.
Üblich ist entweder:
- Vollbelastung oder
- 15 kg Teilbelastung nach der Entlassung
Nach 4 bis 6 Wochen kann der Patient in der Regel zur Vollbelastung übergehen.
Eine Metallentfernung ist bei operativ versorgten Sprunggelenksbrüchen häufig notwendig. Die Platten und Schrauben würden ansonsten unter der relativ dünnen Haut und Fettgewebsschicht am Sprunggelenk stören.
Sollten keine lokalen Beschwerden auftreten, ist auch keine Metallentfernung notwendig.
Ein Wiederbeginn mit Sport ist typischerweise nach 3 bis 6 Monaten möglich.
Einflussfaktoren der Heilungsaussichten nach einem Plattenbruch sind:
- Art der primären Fraktur
- ob sich diese gut ausheilen lässt
- ob es im weiteren Verlauf zu einer Überbrückung des Bruches kommt
Die Heilungsaussichten sind ferner eingeschränkt bei zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Auch osteoporotische oder instabile Frakturen heilen langsamer, insbesondere wenn die Knochenmasse reduziert ist. Eine sorgfältige Nachsorge und gegebenenfalls eine Knochendichtemessung helfen, das Risiko für erneute Komplikationen zu minimieren.
Auch das Rauchen führt zu einer Verschlechterung der Heilungschancen gerade nach einem Plattenbruch.
1. Was ist ein Plattenbruch und wie entsteht er?
Ein Plattenbruch bezeichnet den Bruch einer eingesetzten Metallplatte nach einer operativen Knochenversorgung (Plattenosteosynthese). Er entsteht meist, wenn der ursprüngliche Knochenbruch (Fraktur) nicht vollständig verheilt ist. Durch dauerhafte Belastung kann die Platte sich schließlich spalten – ähnlich wie ein Draht, der ständig hin- und hergebogen wird.
2. Welche Symptome deuten auf einen Plattenbruch hin?
Typisch sind zunächst leichte Schmerzen, die plötzlich stark zunehmen. Häufig treten auch Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder Fehlstellungen im Bereich des Bruchs auf. In schweren Fällen kann die Platte sogar unter der Haut sichtbar werden. Eine Röntgenaufnahme bestätigt die Diagnose.
3. Wie wird ein Plattenbruch behandelt?
Die Behandlung erfolgt in der Regel operativ. Dabei wird die zerstörte Platte entfernt, die Bruchstelle gesäubert und anschließend erneut stabilisiert – entweder mit einer neuen Platte oder einem Marknagel. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Knochenübertragung notwendig, um die Heilung zu unterstützen.
4. Wie sind die Heilungsaussichten nach einem Plattenbruch?
Die Prognose ist meist gut, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab – etwa von der Art der ursprünglichen Fraktur, Begleiterkrankungen wie Diabetes oder dem Rauchverhalten. Nach der Operation kann meist nach 4–6 Wochen wieder voll belastet werden, sportliche Aktivitäten sind nach etwa 3–6 Monaten möglich.