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Erkrankung · Unfallchirurgie

Patellafraktur und Kniescheibenbruch: Bruch der Kniescheibe konservativ oder operativ behandeln

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Patellafraktur. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Patellafraktur ist eine Fraktur der Patella beziehungsweise ein Bruch der Kniescheibe im Bereich des Kniegelenk. Typische Beschwerden beim Kniescheibenbruch sind Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Bein. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ, abhängig davon, ob die Fraktur verschoben oder stabil ist. Zur Diagnostik werden klinisch erhobene Befunde, Röntgenaufnahme, CT und MRT eingesetzt.

Die Patellafraktur ist ein Bruch der Kniescheibe und zählt zu den häufigen Verletzungen im Bereich des Kniegelenk. Ein Kniescheibenbruch entsteht meist durch einen Sturz auf das Knie oder durch Verkehrsunfällen mit direktem Anprall der Kniescheibe. Abhängig von Fraktur, Verschiebung der Bruchstücke und Stabilität des Streckapparates kann die Patellafraktur konservativ oder operativ behandelt werden.

Typische Symptome sind Schwellung, Schmerzen an der Vorderseite des Kniegelenkes und die Unfähigkeit, das Bein gestreckt anzuheben. Zur Diagnostik gehören klinisch durchgeführte Untersuchungen, Röntgenbild, CT, MRT und manchmal Sonographie. Bei komplexen Patellafrakturen kommen operative Verfahren wie Zuggurtungsosteosynthese, Cerclage oder Plattenosteosynthese zum Einsatz.

Die Behandlung der Patellafraktur umfasst außerdem Physiotherapie, Orthese, Schiene und eine schrittweise Vollbelastung des Bein. Eine frühzeitige Versorgung der Patellafraktur verbessert Prognose, Ausheilung und Beweglichkeit des Kniegelenkes deutlich.

Die Patella und Ursachen für eine Patellafraktur

Die Kniescheibe (Patella) ist ein Teil des Streckapparats am Knie. Sie bildet auf Höhe des Kniegelenks eine Umlenkung der Streckmuskulatur zum Unterschenkel. Sie ist damit bei der aktiven Streckung des Kniegelenks beteiligt.

Die Patella verhindert, dass die Sehne der Oberschenkelstreckmuskulatur direkt auf dem Kniegelenk reibt. Sie gleitet auf einer entsprechenden Rinne des Oberschenkelknochens.

Der Verletzungsmechanismus bei einer Patellafraktur ist in der Regel ein Sturz auf die Kniescheibe oder ein heftiges Anpralltrauma.

Symptome und Diagnose beim Kniescheibenbruch

Eine Patellafraktur geht einher mit starken Schmerzen auf der Vorderseite des Kniegelenkes und direkt über der Kniescheibe.

Meist tritt auch eine deutliche Schwellung des Kniegelenks auf. Typisch ist, dass der Patient den Unterschenkel nicht aktiv strecken beziehungsweise das Kniegelenk nicht gestreckt halten kann. Die eindeutige Diagnose kann durch Röntgenaufnahmen erfolgen.

Das Kniegelenk und seine Strukturen
Das Kniegelenk. Die Patella befindet sich hier rechts im Bild unter den weiß dargestellten Muskelsträngen © Axel Kock | AdobeStock

Behandlung der Patellafraktur

Die Behandlung richtet sich nach:

  • Art der Patellafraktur
  • Anzahl der Bruchstücke
  • Ausrichtung der Bruchlinie und
  • Auseinanderweichen der Bruchstücke

Die undislozierten stabilen Frakturen können Ärzte prinzipiell konservativ behandeln. Eine operative Versorgung ist empfehlenswert bei dislozierten instabilen Frakturen.

Eine Schienung und Ruhigstellung des betroffenen Kniegelenks ist immer von Nöten. Ein erhöhtes Risiko eines Blutgerinnsels (Thrombose) verpflichtet zur prophylaktischen Gabe von Antithrombosemitteln.

Im Rahmen einer operativen Versorgung halten Ärzte die Bruchstücke durch Bohrdrähte oder Schrauben fest. Eine spezielle Gurtung fängt die Zugkräfte auf (Cerclage). Nachdem der Kniescheibenbruch ausgeheilt ist, ist es meist erforderlich, die Implantate in einer weiteren Operation zu entfernen.

Nachsorge bei einer Patellafraktur

Primär erfolgt eine Ruhigstellung des Kniegelenks mittels spezieller Schienen. Das Bein sollte der Patient nicht belasten und eine aktive Streckung ist zu vermeiden.

Mit einer physiotherapeutischen Nachbehandlung kann der Patient frühzeitig beginnen:

  • schmerzorientierte Nachbehandlung mit axialer Vollbelastung in Streckstellung (Mecron Schiene)
  • Röntgenkontrolle nach Belastung und nach 14 Tagen zum Ausschluss der sekundären Dislokation
  • Bewegungslimitierung: 1.-3. Woche: Ext/Flex 0-0-30; 4.-6. Woche: Ext/Flex 0-0-60

Die Mobilisation nach operativer Therapie ist vom Ausmaß der Verletzung und dem Operationsverfahren abhängig. Osteosynthesen mit Schrauben und Zuggurtung lassen sich meist ebenfalls nach dem folgenden Schema mobilisieren:

  • 1.-3. Woche: Ext/Flex 0-0-30
  • 4.-6. Woche: Ext/Flex 0-0-60

Der Einsatz einer Motorschiene (CPM) ist hilfreich. Bei axialer Vollbelastung sollte der Patient für die Gangschulung unbedingt Unterarmstützen benutzen. So kann er den Streckapparat entlasten und die retropatellare Kompression reduzieren.

Frau mit Unterarmgehstützen
Nach der Behandlung einer Patellafraktur sind für eine gewisse Zeit Unterarmgestützen erforderlich © S Amelie Walter | AdobeStock

Heilungsaussichten nach einer Patellafraktur

Die Prognose bei einem unkomplizierten Verlauf eines Kniescheibenbruchs ist meist sehr gut. Der Patient kann das betroffene Bein uneingeschränkt einsetzen.

Gelegentlich treten Restbeschwerden wie Schwellneigung oder Wetterfühligkeit auf und können über mehrere Monate bestehen bleiben.

Als Langzeitfolge kann ein frühzeitiger Gelenkverschleiß im Gleitlager der Kniescheibe auftreten. Dies ist der Fall, wenn nach Trümmerbrüchen, trotz Operation, eine Unregelmäßigkeit des Knorpels an der Rückseite der Kniescheibe besteht.

Medikamente bei einem Kniescheibenbruch

Eine initiale sowie postoperative lokale und systemische analgetische Therapie ist durchzuführen.

Fazit

Bei Verdacht auf eine Patellafraktur sollte schnell eine klinischen Untersuchung erfolgen, um eine Fraktur der Kniescheibe und mögliche Verletzungen von Quadrizepssehne, Quadricepssehne oder Streckapparat rechtzeitig zu erkennen. Die genaue Einteilung und Klassifikation der Verletzung erfolgt mithilfe von Röntgen oder Computertomografie, insbesondere wenn eine Verschiebung der Bruchstücke oder eine Beteiligung der Gelenkfläche vermutet wird.

Die Behandlung der Patellafraktur kann konservativ oder operativ behandelt werden, wobei gering verschobenen distalen Polabrissen häufig ohne Operation ausheilen. Bei instabilen Brüchen kommen Verfahren wie Zuggurtungsosteosynthese oder Cerclage im Rahmen der operativen Versorgung und operative Therapie zum Einsatz, um ein Auseinanderweichen der Fragmente zu verhindern. Entscheidend für die Ausheilung und die Versorgung der Patellafraktur sind eine frühzeitige Therapie nach Sturz auf das Knie oder Verkehrsunfällen, damit Schmerzen an der Vorderseite, Probleme beim Treppensteigen, ein gebeugte Kniegelenk oder Gelenkverschleiß langfristig vermieden werden und das Knie nicht mehr aktiv eingeschränkt bleibt.

FAQ

Was ist eine Patellafraktur?

Die Patellafraktur ist eine Fraktur beziehungsweise ein Bruch der Kniescheibe. Die Patella verbindet Quadriceps, Patellarsehne und Kniegelenk und ist wichtig für den Streckapparat. Häufig entsteht ein Kniescheibenbruch durch einen direkten Sturz auf das Knie oder durch Verkehrsunfällen mit Anprall der Kniescheibe.

Welche Symptome treten bei einem Kniescheibenbruch auf?

Typische Beschwerden einer Patellafraktur sind starke Schmerzen an der Vorderseite des Kniegelenkes, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit. Beim Kniescheibenbruch kann das Knie nicht mehr aktiv gestreckt werden. Weitere Symptome sind Blutergüsse, ein instabiles Bein oder Schmerzen beim Treppensteigen.

Wie wird eine Patellafraktur diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Patellafraktur erfolgt zunächst die klinischen Untersuchung des Kniegelenk. Ergänzend werden Röntgenbild, Computertomografie, MRT oder Sonographie eingesetzt, um Frakturtyp, Gelenkfläche und mögliche Begleitverletzungen zu erkennen. Die Einteilung und Klassifikation der Patellafrakturen ist wichtig für die weitere Therapieplanung.

Wann wird eine Patellafraktur operativ behandelt?

Eine Patellafraktur wird operativ versorgt, wenn Bruchstücke verschoben sind oder der Streckapparat verletzt wurde. Häufig kommen Zuggurtungsosteosynthese, Cerclage oder Plattenosteosynthese zum Einsatz. Ziel der operativen Versorgung ist die stabile Ausheilung der Fraktur sowie die Wiederherstellung des Kniegelenkes.

Kann ein Kniescheibenbruch konservativ behandelt werden?

Ja, gering verschobenen distalen Polabrissen oder stabile Längsfrakturen können konservativ behandelt werden. Die konservative Therapie erfolgt meist mit Orthese oder Schiene bei gestreckt gehaltenem Bein. Ergänzend helfen Physiotherapie, Vollbelastung nach ärztlicher Freigabe und Thromboseprophylaxe bei der Rehabilitation nach einem Bruch der Kniescheibe.

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Über den Fachautor

Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Stöckle

Ärztlicher Direktor · Tübingen

Univ. Prof. Dr. med. Ulrich Stöckle – Fachautor: Entdecken Sie medizinische Expertenbeiträge im Leading Medicine Guide.

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