Hautkrebs: Informationen & Hautkrebs-Spezialisten

04.02.2022
Dr. Claus  Puhlmann
Medizinischer Fachautor
Prof. Dr. med. Stefanie Reich-Schupke
Medizinische Fachlektorin

Von allen Organen kommen an der menschlichen Haut die meisten Gewebeneubildungen (Tumoren) vor. In den meisten Fällen sind diese Tumoren jedoch gutartig. Unter Hautkrebs versteht man bösartige Tumoren. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und kann an allen behaarten und unbehaarten Stellen der Haut auftreten. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Hautkrebs-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: C44, C46, L57, D03, C43

Empfohlene Hautkrebs-Spezialisten

Hautkrebs Fälle in Deutschland

155.993 Fälle im Jahr 2020
159.491 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was ist Hautkrebs? Eine bösartige Krebserkrankung der Haut, die sich in verschiedenen Formen äußern kann.
  • Formen: Unterschieden wird in gutartige und bösartige Tumoren. Von dieser Einteilung hängt die Prognose ab. Zu den gutartigen Hautkrebsformen gehören Basaliome und Plattenepithelkarzinome. Darüber hinaus gibt es Krebsvorstufen.
  • Symptome: Je nach Form können Tumoren der Haut unterschiedliche Symptome entwickeln. Dazu gehören erhabenes, manchmal knotiges Wachstum mit Verfärbung der Haut, Jucken, Nässen, Bluten, Krustenbildung.
  • Ursachen & Risikofaktoren: UV-Strahlung (Sonnenstrahlung), Sonnenbrände in früheren Jahren, regelmäßige Solariumsbesuche, Röntgenstrahlen, ein höheres Lebensalter.
  • Diagnose: Mittels Dermaskop kann ein Arzt häufig bereits einen Tumor erkennen. Die ABCDE-Regel hilft bei der Einordnung. Nach dem Entfernen der verdächtigen Stelle wird das Gewebe histologisch untersucht. Ggf. kommen weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz.
  • Behandlung: Die Therapie hängt von der Klassifizierung ab. Bei Hautkrebs sollte der Tumor komplett entfernt werden. Unter Umständen ist außerdem eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie notwendig.
  • Prognose: Wird Hautkrebs im Frühstadium behandelt, kann er häufig vollständig geheilt werden. Hat er bereits in weitere Organe metastasiert, sinken die Heilungschancen.
  • Vorbeugung: Schutz vor intensiver Sonnenstrahlung ist die wichtigste Maßnahme, besonders auch bei Kindern. Sonnenbrände sollten vermieden werden.

Artikelübersicht

Formen

Meist gutartig, nur selten bösartig

Nicht jeder roter Fleck ist Hautkrebs. Auf der menschlichen Haut kommen eine Vielzahl unterschiedlich gefärbter und verschieden geformter Flecken vor. Die meisten davon sind gutartig.

Bösartige (maligne) Tumoren haben die Fähigkeit,

  • in benachbartes Gewebe einzuwachsen (invasives Wachstum) und
  • über die Blutbahn in andere Organe zu gelangen und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden.

Gutartige (benigne) Tumoren besitzen diese Fähigkeit nicht. In seltenen Fällen kann sich aus einem gutartigen Hauttumor aber ein bösartiger Hauttumor (Hautkrebs) entwickeln.

Zu den benignen Hauttumoren oder Hautveränderungen zählen beispielsweise

  • die verschiedenen Formen der sogenannten epithelialen und melanozytären Nävi (darunter auch Muttermale, Sommersprossen, Leberflecken),
  • aber auch verschiedenste Zysten der Haut und
  • die seborrhoische Keratose (auch seborrhoische Warze oder Alterswarze genannt).

Die seborrhoische Keratose ist der häufigste Tumor der Haut.

Hautkrebs ist nicht Hautkrebs

Bei den malignen Hauttumoren wird ganz allgemein zwischen dem weißen Hautkrebs und dem schwarzen Hautkrebs unterschieden.

Die beiden häufigsten Formen des weißen Hautkrebses sind:

  • Basaliome, auch als Basalzellkarzinome oder Basalzellkrebs bezeichnet
  • Plattenepithelkarzinome, auch Stachelzellkarzinome, pinozelluläres Karzinome oder Spinaliome genannt. Diese Hautkrebsarten sind relativ selten und entwickeln sich meist aus aktinischen Keratosen (auch solare Keratosen genannt). Diese gehören zu den häufigsten Hautveränderungen.

Schwarzer Hautkrebs wird auch als dunkler Hautkrebs, Melanom oder malignes Melanom bezeichnet.

Krebsvorstufen

Beim Melanom wird angenommen, dass es sich aus gutartigen Nävi (Muttermalen) entwickeln kann. Gesicherte Erkenntnisse dazu gibt es aber noch nicht.

Das Basalzellkarzinom entsteht dagegen auf unauffälliger Haut, hat also keine Vorstufe.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von bösartigen Hauttumoren steigt seit einigen Jahrzehnten stetig an, so dass Hautkrebs inzwischen zu den häufigsten Krebserkrankungen des Menschen zählt. Insgesamt erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 19.000 Menschen an schwarzem und rund 200.000 Menschen an hellem Hautkrebs.

Insbesondere der schwarze Hautkrebs, der etwa 4 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland ausmacht und für rund 1 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich ist, ist sehr gefährlich.

Symptome

Weißer Hautkrebs kommt vor allem an Körperstellen vor, die besonders intensiv oder dauerhaft der Sonne ausgesetzt sind. Dazu gehören

  • das Gesicht (Nase, Lippen, Ohr, Stirn u. a.),
  • die Kopfhaut,
  • Hals und Nacken und
  • die Unterarmen und Handrücken.

Sie können aber auch an Regionen auftreten, die nur hin und wieder der Sonne ausgesetzt waren.

Schwarzer Hautkrebs tritt dagegen häufig an Hautstellen auf, die in der Kindheit und Jugend immer wieder von schweren Sonnenbränden betroffen waren. Grundsätzlich kann er sich aber in allen Bereichen der Haut entwickeln, inklusive

  • der behaarten Kopfhaut,
  • den Schleimhäuten des Auges,
  • im Mund,
  • am Genital (Penis, Hoden, Vulva) sowie an
  • Fuß (auch Fußsohle) und
  • Nagel (Fußnagel und Fingernagel).

Das häufig unauffällige Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom zeigt sich zu Beginn meist als eine hautfarbene bis grau-weiße, wenige Millimeter große Verhärtung. Sie wächst sehr langsam, aber unaufhaltsam. Dadurch kann sich das Basalzellkarzinom stark ausdehnen und alle angrenzenden Gewebe zerstören. Je nach Form kann es sich oberflächlich oder in die Tiefe ausdehnen.

Manche Typen wachsen geschwürartig oder flach, andere wiederum knotig, narbig, sehen aus wie ein Ekzem und/oder jucken. Es kommt aber nur selten zur Bildung von Metastasen.

Die schuppende aktinische Keratose und das knotige Plattenepithelkarzinom

Der Hautarzt identifiziert die aktinischen Keratosen durch Inspektion und Abtasten/Bestreichen der Haut. Sie sind nur wenige Millimeter groß, scharf begrenzt haben eine raue, schuppenartige und schwach gerötete Oberfläche. Im Laufe der Zeit bilden sich bräunlich-gelbe Verhornungen, die leicht abzukratzen sind.

Meistens verursachen die aktinischen Keratosen keine Beschwerden. Manchmal kommt es zu

  • Juckreiz,
  • Berührungsempfindlichkeit oder
  • Entzündungen.

Plattenepithelkarzinome entstehen an der Basis dieser Verhornungen häufig als knotige, schnell wachsende Veränderungen. Sie brechen im Zentrum auf und können auch Metastasen bilden.

Der schwarze Hautkrebs muss nicht schwarz sein

Das Melanom zeichnet sich auch durch seine vielfältigen Erscheinungsformen aus: Die Hautveränderungen sind häufig

  • bräunlich bis rötlich-blau,
  • schwärzlich oder grau-weiß und
  • häufig asymmetrisch.

Darüber hinaus kann es nässen und Krusten bilden. Im weiteren Verlauf kann es sich knotig oder oberflächlich ausbreiten. Wächst es in die Tiefe, kann das Melanom relativ schnell Metastasen in anderen Organen bilden.

Schwarzer Hautkrebs wächst in Blutgefäß ein
Schwarzer Hautkrebs kann in die Blutgefäße einwachsen und darüber Krebszellen in andere Organe streuen © Christoph Burgstedt | AdobeStock

Nehmen Sie Hautveränderungen ernst!

Wenn Ihnen Veränderungen an Ihrer Haut auffallen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt darauf ansprechen.

Merkmale und Anzeichen für Hautkrebs:

  • Der Hautfleck blutet oder juckt.
  • Die Struktur und Oberfläche des Hautflecks ändert sich.
  • Es bilden sich Krusten.
  • Der Hautfleck wird größer.
  • Der Hautfleck verändert seine Farbe.

Diese Veränderungen und Symptome müssen nicht bedeuten, dass es sich bei einem Hautfleck um Hautkrebs handelt. Sie müssen aber ernst genommen und von einem erfahrenen Dermatologen untersucht werden.

Ursachen und Risikofaktoren

UV-Strahlung als Hauptrisikofaktor

Sonnenstrahlung, genauer gesagt die UV-Strahlung, gilt als Hauptrisikofaktor und Ursache für die Entwicklung von Hautkrebs oder dessen Vorstufen. Durch die UV-Strahlung kommt es zu Schäden an der Erbsubstanz, der DNA. Die kann zu einem unkontrollierten Wachstum der Zellen und schließlich zum Hautkrebs führen.

Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass regelmäßige Besucher von Solarien ein erhöhtes Hautkrebsrisiko haben. Bei Personen, die unter 20 Jahren das erste Mal ein Solarium besucht haben, ist das Hautkrebsrisiko besonders erhöht. Da die Haut von Kindern und Jugendlichen besonders gefährdet ist, besteht in Deutschland ein Sonnenstudioverbot für Minderjährige.

Mann in Solarium
Das regelmäßige Besuchen von Solarien erhöht das Hautkrebsrisiko © didesign | AdobeStock

Da sich Hautkrebs in der Regel über viele Jahre entwickelt, stellt auch das Alter ein Risikofaktor dar. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs an. Besonders erhöht ist das Risiko, wenn bestimmte Körperregionen immer wieder intensiveren Kontakt mit UV-Strahlung hatten. Wenn Sie in der Vergangenheit häufiger Sonnenbrände hatten, haben Sie ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Auch Röntgenstrahlen sowie einige chemische Substanzen können Hautveränderungen hervorrufen, aus denen sich Hautkrebs entwickeln kann. Zu den Substanzen gehören

  • Arsen,
  • Teer sowie
  • manche Zytostatika.

Immunsupprimierte Patienten sowie solche mit bestimmten genetischen Vorerkrankungen sind ebenfalls einem erhöhten Hautkrebsrisiko ausgesetzt. Insbesondere beim malignen Melanom gibt es Hinweise, dass es auch vererbbar ist.

Risikogruppen

Folgende Personengruppen sind besonders gefährdet:

  • Kinder (insbesondere Babys) und Jugendliche
  • Personen, die schnell zu Sonnenbrand neigen
  • Personen mit heller Haut, hellem oder rotem Haar oder vielen Lentigines (Sonnenbrandflecken, Altersflecken)
  • Personen, die entweder viele, auffällige oder angeborene Muttermale/Leberflecke haben
  • Immunsupprimierte Personen, zum Beispiel nach Organtransplantation
  • Personen, die selbst schon einmal oder bei denen Familienangehörige ersten Grades bereits an Hautkrebs erkrankt waren
  • Personen, die im Freien arbeiten oder die ihre Freizeit in der Sonne verbringen

Untersuchung und Diagnose

Aufgrund dieser Vielfalt an möglichen Erscheinungsformen von Hautkrebs ist die Abklärung durch einen erfahrenen Facharzt unbedingt zu empfehlen. Leider entpuppen sich vermeintlich harmlose Ekzeme oder Muttermale immer wieder als Hautkrebs.

Hautkrebsvorsorge (Hautkrebsscreening)

Sie sollten in regelmäßigen Abständen Ihre Haut von einem erfahrenen Dermatologen anschauen lassen. In Deutschland übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse alle zwei Jahre die Screening-Kosten für diese Krebsvorsorgeuntersuchung.

Kürzere Screening-Abstände sind zu empfehlen,

  • wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, beispielsweise sehr viele Muttermale haben, und
  • bei Ihnen bereits in der Vergangenheit Hautkrebs festgestellt wurde.

Zu Beginn der Untersuchung sollten Sie den Hautarzt auf Hautveränderungen hinweisen, die Ihnen oder Ihren Angehörigen aufgefallen sind. Teilen Sie ihm auch mit, ob eine Hautstelle juckt, sich rau und schuppig anfühlt oder geblutet hat.

In der Regel verwendet der Hautarzt für die sich nun anschließende Betrachtung der Haut eine spezielle Lupe, ein Dermatoskop. Mithilfe dieser beleuchteten Lupe kann der Hautarzt verdächtige Stellen genauer betrachten. Häufig ist dann schon eine Aussage möglich, ob es sich nur um eine harmlose Hautveränderung handelt oder nicht.

In manchen Fällen ist es sinnvoll, ein Foto von einer Hautveränderung zu machen. So lassen sich Veränderungen eines Hautflecks in der nächsten Kontrolluntersuchung besser feststellen.

Hautscreening
Die Untersuchung einer verdächtigen Hautauffälligkeit mit dem Dermatoskop © Keith Frith | AdobeStock

Über ein spezielles Verfahren, die konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie, können Melanome von anderen Hautveränderungen unterschieden werden. Die Kosten für diese Untersuchung werden allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Dunkler Hautkrebs oder nicht - die ABCDE-Regel

Auch anhand der sogenannten ABCDE-Regel kann der Hautarzt eine erste Einschätzung darüber vornehmen, ob es sich um ein Melanom handelt. Die Buchstaben stehen für die ersten Buchstaben der englischen Worte für die Merkmale der Hautveränderung, die für ein Melanom sprechen:

  • A (Asymmetrie, engl. „asymmetry“): Die Hautveränderung ist ungleichmäßig gestaltet (nicht rund); die Beschaffenheit ist heterogen.
  • B (Begrenzung, engl. „border“): Die Hautveränderung ist unregelmäßig, teils scharf, teils unscharf begrent.
  • C (Colorit, engl. „color“): Die Farbe der Hautveränderung ist braun, schwarz, blau, rot, weiß oder grau; die Pigmentierung ist uneinheitlich.
  • D (Durchmesser, engl. „diameter“): Die Hautveränderung hat eine Größe von über fünf Millimeter.
  • E (Erhabenheit oder Entwicklung; engl. „elevation“ oder „evolution“): Die Hautveränderung ragt über das Hautniveau oder nimmt an Größe zu.

Sie können die ABCDE-Regel auch selbst bei Ihren Leberflecken anwenden und so Veränderungen erkennen. Wenn mindestens ein Merkmal zutrifft, sollten Sie ihn möglichst bald einem Hautarzt zeigen. Sie sollten aber umgehend einen Dermatologen aufsuchen, wenn der Leberfleck

  • blutet oder juckt,
  • größer wird oder
  • seine Form oder Farbe ändert.

Weiterführende Untersuchungen

Wenn sich der Verdacht auf einen bösartigen Hautkrebs durch die histologische Untersuchung bestätigen sollte, schließen sich weitere Untersuchungen an. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wird überprüft, ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Dazu gehören

Zusätzlich erfolgen eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls die Bestimmung von Tumormarkern im Blut.

Allgemeines zur Behandlung

Meist keine OP bei aktinischer Keratose

Damit sich eine aktinische Keratose nicht zu einem Plattenepithelkarzinom weiterentwickeln kann, muss auch diese behandelt werden. Einzelne aktinische Keratosen werden häufig mittels Kryotherapie behandelt. Dabei gefriert der Arzt die Hautveränderung mithilfe eines Kältesprays oder im direkten Kontakt mit dem Kältemittel für mehrere Sekunden. Dadurch wird das Gewebe zerstört.

Während der Behandlung spüren Sie eventuell einen lokalen Schmerz. Anschließend kann die Hautstelle etwas anschwellen, und eine Blase kann sich bilden. In manchen Fällen kann es zu einer Narbenbildung oder Über- oder Unterpigmentierung der behandelten Stelle kommen.

Liegen mehrere aktinische Keratosen vor, kann das betroffene Hautareal täglich über mehrere Wochen mit einer Fluorouracil-Creme behandelt werden. Nach einer Phase der Entzündung verschwinden die aktinischen Keratosen schließlich. Das Gewebe ist in der Regel danach nicht vernarbt.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Substanzen, die teilweise über mehrere Monate aufgetragen werden müssen.

Die Lichttherapie (photodynamische Therapie) kann aktinische Keratosen effektiv behandeln. Dabei wird eine Creme, die sogenannte Lichtsensibilisatoren enthält, auf die Haut aufgetragen. Diese Lichtsensibilisatoren reichern sich dann in den aktinischen Keratosen an. Sie zerstören die Tumoren unter Einfluss entweder des Tageslichts oder einer spezifischen künstlichen Lichtquelle.

Eine chirurgische Entfernung von aktinischen Keratosen ist erforderlich,

  • wenn sich aktinische Keratosen mithilfe der genannten Methoden nicht zurückbilden,
  • sie besonders erhaben sind, oder
  • der Verdacht besteht, dass sie bereits in benachbartes Gewebe einwachsen.

Hautkrebs wird, wenn möglich, herausgeschnitten

Weißer Hautkrebs wird komplett chirurgisch entfernt. Um auch sicher zu sein, dass das gesamte Krebsgewebe entfernt wurde, werden die Schnittränder histologisch untersucht. Falls der Tumor nicht komplett im gesunden Gewebe herausgeschnitten wurde, muss der Dermatologie die verbliebenen Tumorreste entfernen.

Nicht immer lassen sich Tumoren operieren. Manchmal liegen sie an Stellen, an denen sie nicht chirurgisch entfernt werden können. Manche Patienten sind auch nicht operationsfähig. In solchen Fällen kommen unter Umständen

zur Anwendung.

Wenn ein Melanom im Frühstadium entdeckt wird, kann die Erkrankung durch komplette chirurgische Entfernung des Melanoms im Gesunden geheilt werden.

Gegebenenfalls wird die Wunde mit einem Hauttransplantat bedeckt. Sind bereits die Lymphknoten befallen, werden auch diese chirurgisch entfernt.

Beim Vorliegen von Metastasen in anderen Organen oder bei nicht entfernbaren Melanomen kommen

  • Strahlentherapie,
  • Chemotherapie und/oder
  • andere medikamentöse Therapien

zum Einsatz.

Verlauf und Prognose

Hautkrebs ist im Frühstadium in der Regel heilbar.

Grundsätzlich gilt aber: Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wird er in einem frühen Stadium entdeckt, kann er herausgeschnitten werden, bevor er umliegendes Gewebe befallen oder Metastasen bilden kann.

Es wird geschätzt, dass sich etwa fünf bis zehn Prozent der aktinischen Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom weiterentwickeln. Die Heilungschancen eines Basalioms liegen bei etwa 95 bis 99 Prozent, die 5-Jahres-Überlebensrate eines Melanoms beträgt heute etwa 85 Prozent.

Je nach Hautkrebsart und Tumorstadium werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen empfohlen. Dabei wird die Stelle, an der der Tumor entfernt wurde, aber auch die gesamte übrige Haut sorgfältig inspiziert.

Die Lymphknoten werden abgetastet, gegebenenfalls werden auch bildgebende Verfahren eingesetzt und Tumormarker bestimmt. So kann ein eventuell erneut gewachsener oder ein an anderer Stelle aufgetretener Tumor frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Vorbeugung

Vermeiden Sie Sonnenbrand und übermäßige Sonnenbestrahlung!

UV-Strahlung ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs und deren Vorstufen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen und einem Sonnenbrand vorbeugen.

Verwenden Sie konsequent hautbedeckende Kleidung (den Kopf nicht vergessen!) und an ungeschützten Stellen Sonnenschutzmittel mit adäquatem Lichtschutzfaktor. Auch Hautstellen, an denen eine aktinische Keratose behandelt wurde, sollten Sie mit einer Sonnencreme schützen.

Sonnenschutzmittel müssen ausreichend dick, gleichmäßig und wiederholt (zum Beispiel nach dem Baden) aufgetragen werden. Beachten Sie aber, dass Sonnenschutzmittel nicht geeignet sind, um den Aufenthalt in der Sonne zu verlängern - auch nicht durch wiederholtes Auftragen!

Frau mit Sonnenhut
Das Tragen eines Sonnenschutzes in der Sonne ist eine gute Vorbeugung gegen Hautkrebs © AustrianImages.com | AdobeStock

Ihre Haut kann sich besser an die Sonne gewöhnen, wenn Sie sich regelmäßig, aber nur kurz in der Sonne aufhalten - die Haut sollte sich dabei nicht röten. Das ist insbesondere im Frühjahr und zu Beginn des Urlaubs in Regionen mit höherer UV-Strahlung (zum Beispiel im Gebirge oder im „Süden“) wichtig.

Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie eine geeignete Sonnenbrille benutzen. Schauen Sie auch nie direkt in die Sonne - selbst dann nicht, wenn Sie eine Sonnenbrille tragen.

Da Solarienbenutzer ein erhöhtes Hautkrebsrisiko aufweisen, sollten Sie auf regelmäßige Solarienbesuche verzichten. Kindern und Jugendlichen ist der Besuch eines Sonnenstudios ohnehin verboten.

Vorbeugung fängt bereits als Kind an

Achten Sie auch darauf, dass Ihre Kinder keinen Sonnenbrand bekommen. Säuglinge sollten am besten überhaupt nicht der Sonne ausgesetzt werden. Ziehen Sie Ihren Kindern bei starker Sonnenstrahlung Kleidung an, die die Haut nicht nur am Rumpf, sondern auch an den Armen und Beinen bedeckt.

Eine Kappe mit breiterer Krempe schützt das Gesicht und den Nacken und eine geeignete Sonnenbrille die Augen Ihres Kindes.

Quellen

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft, Stiftung Deutsche Krebshilfe (2019) Melanom. Eine Leitlinie zur Untersuchung, Behandlung und Nachsorge des schwarzen Hautkrebses. Patientenleitlinie. Leitlinienprogramm Onkologie, Berlin
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe (2020) S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut. Kurzversion 1.1. AWMF-Registernummer: 032/022OL. Leitlinienprogramm Onkologie, Berlin
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe (2020) S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs. Konsultationsfassung. Leitlinienprogramm Onkologie, Berlin
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe (2020) S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. AWMF-Register-Nummer: 032/024OL. Leitlinienprogramm Onkologie, Berlin
  • Sterry W, Stockfleth E (2018) Maligne epitheliale Tumoren. In: Plewig G, RuzickaT, Kaufmann R, Hertl M (Hrsg.) Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer Berlin
  • Fritsch P, Schwarz T (2018) Dermatologie Venerologie. Kap. 17 Neoplasien (Tumoren) und tumorähnliche Läsionen der Haut. Springer, Berlin
  • Zouboulis CC, Röhrs H (2005) Kryochirurgische Behandlung aktinischer Keratosen mit evidenzbasierter Übersicht. Hautarzt 56:353–358
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