Zum Inhalt springen
Leading Medicine Guide Logo

Erkrankung · Dermatologie

Basalzellkarzinom (Basaliom): Symptome, Behandlung und Nachsorge bei Hautkrebs

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: C44

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Das Basalzellkarzinom gilt als der häufigste Hautkrebs und gleichzeitig als die häufigste bösartige Tumorerkrankung der Haut. Ursache ist meist eine über viele Jahre andauernde Einwirkung von UV-Strahlung. Besonders betroffen sind sonnenexponierte Körperstellen wie Gesicht, Ohren, Stirn, Nase oder die Kopfhaut. Früh zeigt sich die Erkrankung oft als kleines Knötchen, als schuppige Hautveränderung oder als nicht heilende Wunde. Die Behandlung erfolgt bevorzugt durch eine operative Entfernung. Alternativ stehen Verfahren wie photodynamische Therapie, Lasertherapie, Strahlenterapie oder eine medikamentös unterstützte Therapie zur Verfügung. Die Prognose ist meist sehr gut, da der Tumor nur äußerst selten Metastasen beziehungsweise Tochtergeschwülste bildet.

Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, ist die weltweit häufigste Form von Hautkrebs. Der Tumor entsteht aus den Zellen der Basalschicht der Haut, beziehungsweise aus den Wurzelscheiden der Haarfollikel.

Da er meist nicht pigmentiert ist, wird er umgangssprachlich auch als "weißer Hautkrebs" bezeichnet. Obwohl das Basalzellkarzinom zu den bösartigen Hauttumoren zählt, verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen deutlich günstiger als andere Hautkrebsformen.

Hier finden Sie weitere Informationen und ausgewählte Basaliom-Spezialisten.

Definition: Was ist ein Basalzellkarzinom?

Der Begriff Basaliom beschreibt einen Hauttumor, der von Zellen der Basalschicht der Haut ausgeht.

In der internationalen Fachliteratur wird die Erkrankung auch als "Basal Cell Carcinoma" bezeichnet. Das Basalzellkarzinom zählt zu den epitheliaren Hauttumoren und entsteht in der unteren Schicht der Epidermis, beziehungsweise der Oberhaut.

Im Gegensatz zum malignen Melanom oder zum Plattenepithelkarzinom der Haut wächst das Basalzellkarzinom meist langsam und bildet nur selten Ansiedlungen in anderen Organen. Deshalb wird der Tumor häufig als semimaligne Erkrankung eingestuft.

Nach Angaben der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland gehört das Basaliom zu den häufigsten Krebserkrankungen der Haut. Jährlich erkranken rund 180.000 Menschen. Damit stellt die Erkrankung einen wichtigen Bestandteil im Thema Hautkrebs dar. Auch im Bereich Krebs in Deutschland nimmt das Basalzellkarzinom eine bedeutende Rolle ein.

Basaliom infraorbital rechts

Ursachen und Risikofaktoren für Basalzellkarzinome

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Basalzellkarzinomen ist die langfristige Einwirkung von UV-Strahlung. Besonders betroffen sind die sogenannten sonnenexponierten Areale, die auch als sogenannte Sonnenterrassen bezeichnet werden. Hierzu zählen vor allem Gesicht, Ohren, Stirn, Nase sowie Nacken und Hände. Insbesondere Menschen mit heller Haut tragen ein erhöhtes Risiko an einem Basalzellkarzinom zu erkranken. 

Auch eine genetische Veranlagung kann die Krankheitsentstehung begünstigen. So kommt es bei erblich bedingten Hauterkrankungen wie beispielsweise dem okulokutanen Albinismus oder dem Gorlin-Goltz-Syndrom zu einem vermehrten Auftreten des Basalioms. Zudem zeigt sich ein höheres Risiko bei Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erhalten.

Ein Sonderfall ist das sogenannte Rumpfhautbasaliom, das nicht auf einer sonnenlichtexponierten Hautstelle, sondern am Körperrumpf auftritt. Menschen mit dieser Form des Basalioms waren in der Regel über viele Jahre mit Arsen konfrontiert. Früher wurde die Substanz vor allem als Pflanzenschutzmittel genutzt, heute entsteht Arsen immer noch beim Abbau von Erz.

Daneben beeinflussen auch Umweltfaktoren und das persönliche Freizeitverhalten das Erkrankungsrisiko. Wer sich häufig ungeschützt der Sonne aussetzt oder regelmäßig Solarien nutzt, erhöht die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Basalzellkrebs.

Im Rahmen der dermatologischen Abklärung werden häufig weitere Hautveränderungen berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise die Aktinische Keratose als mögliche Vorstufe von Hautkrebs oder das Plattenepithelkarzinom, das ebenfalls durch chronische Sonneneinstrahlung begünstigt wird.

Welche Symptome hat ein Basaliom?

Das Erscheinungsbild eines Basalzellkarzinom ist äußerst vielfältig. Deshalb wird die Erkrankung häufig als "Hautkrebs mit 1000 Gesichtern" bezeichnet.
Zu Beginn zeigt sich der Tumor oft als kleines hautfarbenes oder rötlich gefärbtes Knötchen. Typisch sind feine durchscheinende Äderchen an der Oberfläche. Häufig entwickelt sich auch eine zentrale Mulde mit wallartigem Rand, die als charakteristisches Merkmal gilt.
Einige Tumoren erscheinen schuppig oder wirken narbig, andere Formen können leicht pigmentiert sein. Ein pigmentiertes Basalzellkarzinom lässt sich daher manchmal nur schwer von schwarzem Hautkrebs unterscheiden.
Daneben gibt es das Superfizielle Basalzellkarzinom, das vor allem am Rumpf auftritt und sich häufig als flache leicht gerötete Hautveränderung zeigt. In manchen Fällen wirkt die Läsion leicht bräunlich.
Unbehandelt wächst der Tumor zunehmend in die Tiefe. Während er anfangs meist auf die Haut begrenzt bleibt, kann er später angrenzendes Gewebe, Knorpel und Knochen zerstören.
Jede Hautveränderung, die innerhalb von 3 Wochen nicht abheilt, sollte daher durch einen Hautarzt abgeklärt werden.

Diagnostik bei Verdacht auf Hautkrebs

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen erfahrenen Hautarzt. Bereits die klinische Untersuchung liefert häufig wichtige Hinweise auf ein Basaliom oder andere Formen von Hautkrebs.

Zur genaueren Beurteilung wird oftmals ein Dermatoskop eingesetzt. Diese Untersuchung ermöglicht eine vergrößerte Darstellung der Hautveränderung und hilft dabei, das Basalzellkarzinom von anderen Tumoren abzugrenzen.

Zur endgültigen Sicherung der Diagnose ist jedoch die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich. Das entnommene Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht. Dabei können die Pathologen die typische Struktur der Tumorzellen erkennen. Jede einzelne Tumorzelle wird hinsichtlich ihrer Wachstumsmerkmale beurteilt.

Bei fortgeschrittenen Befunden kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz um die Ausbreitung zu beurteilen.

Behandlung des Basalzellkarzinoms

Die Behandlung des Basalzellkarzinoms richtet sich nach Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors. Grundsätzlich gilt die vollständige chirurgische Entfernung als Therapie der ersten Wahl.
Die Operation kann mit unterschiedlichen Sicherheitsabstand erfolgen, besonders im Gesicht wird möglichst gewebeschonend und ästhetisch optimiert operativ vorgegangen.
Ziel ist die vollständige Entfernung aller Tumoranteile.
Neben der klassischen Chirurgie stehen weitere Verfahren zur Verfügung: Hierzu zählt die Photodynamische Therapie. Bei dieser Behandlung, auch PDT genannt, werden entartete Zellen gezielt zerstört, während gesundes Gewebe weitgehend geschont wird.
Auch die Strahlentherapie können ausgewählten Fällen eingesetzt werden, insbesondere wenn eine Operation nicht möglich ist. Weitere Optionen sind die Kürettage, die Vereisung des Tumors oder eine Lasertherapie.
Für oberflächliche Formen steht zudem eine Creme mit Imiquimod zur Verfügung. Diese aktiviert lokale Immunreaktionen und kann insbesondere bei oberflächlichen Tumoren hilfreich sein.
Lässt sich der Tumor mit den genannten Verfahren nicht ausreichend kontrollieren, kommen moderne Wirkstoffe wie Vismodegib oder Sonidegib in Frage. Diese Medikamente greifen gezielt in Signalwege des Tumorwachstums ein und werden vor allem bei fortgeschrittenen oder metastasierten Formen eingesetzt. Obwohl das Basalzellkarzinom selten metastasiert, können solche Therapien in Einzelfällen notwendig sein.

Verlauf und Nachsorge nach einem Basalzellkarzinom

Die Prognose eines Basaliom ist insgesamt sehr günstig. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten entwickelt der Tumor nur äußerst selten Metastasen. Deshalb sind die Heilungschancen nach vollständiger Entfernung ausgezeichnet.

Allerdings können Patienten im Laufe ihres Lebens mehrere Basaliome bzw weitere Basalzellkarzinome entwickeln.

Aus diesem Grund spielt die Nachsorge eine wichtige Rolle. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen ermöglichen es Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Deutsche Dermatologie Gesellschaft empfiehlt deshalb eine langfristige dermotologische Betreuung. Dies gilt insbesondere für Patienten mit mehreren Basalimen oder weiteren Formen von Hautkrebs.

Spezialisten für das Thema Hautkrebs

Die Diagnostik und Therapie eines Basalzellkarzinoms erfolgt in der Regel durch Fachärzte der Dermatologie. Je nach Ausdehnung des Tumors können zusätzlich Spezialisten für Dermatochirurgie, Onkologie, Strahlentherapie oder plastische Chirurgie beteiligt sein.

Gerade bei größeren Tumoren im Kopf- und Halsbereich ist eine interdisziplinäre Behandlung sinnvoll. Eine frühzeitige Vorstellung bei einem erfahrenen Zentrum verbessert die Therapieplanung und trägt zu einem optimalen Behandlungsergebnis bei.

FAQ zum Basalzellkarzinom

Ist ein Basaliom gefährlich?

Ein Basaliom ist eine bösartige Hauterkrankung, wächst jedoch meist langsam und bildet nach selten Tochtergeschwülste. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose sehr gut.

Kann ein Basalzellkarzinom Metastasen bilden?

Im Gegensatz zu vielen anderen Tumorarten entstehen nur äußerst selten Metastasen. Deshalb gilt das Basalzellkarzinom als vergleichsweise gut behandelbar.

Wie erkennt man einen Basalzellkarzinom?

Typisch sind kleine Knötchen, sichtbare Äderchen, schuppige Hautstellen oder nicht heilende Wunden. Jede auffällige Veränderung sollte dermatologisch untersucht werden.

Kann ein Basalzellkarzinom ohne Operation behandelt werden?

Ja neben der Operation stehen Verfahren wie Photodynamische Therapie, Strahlentherapie, Vereisung, Kürretage oder eine Behandlung mit Imiquimod zur Verfügung.

Wie häufig treten Rückfälle auf?

Nach erfolgreicher Behandlung können erneut Basalzellkarzinome entstehen, daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

Beitrag teilen

Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

Vollständiges Expertenprofil ansehen →

Geprüfte Expertise

Empfohlene Spezialisten

6 Spezialisten

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Basaliom. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Medizinisches Spektrum

Medizinisch verwandte Themen

Weiterführende Informationen zu Erkrankungen, Anatomie, Behandlung, Diagnostik und passenden medizinischen Spezialisierungen.

Sie suchen den passenden Ansprechpartner? Die empfohlenen Spezialisten bleiben der zentrale nächste Schritt.

Zu den Spezialisten