Dr. med. univ. Franklin Kuehhas: „Andrologie ist immer noch ein Tabuthema“

04.04.2022
Claudia Dechamps
Redakteurin

Therapieoptionen des männlichen Genitals – das ist das Spezialgebiet von Dr. med. univ. Franklin Kuehhas. Der Spezialist für rekonstruktive Andrologie und Intimchirurgie in Wien hat sich mit diesem klaren Fokus auf einen Bereich, der in der Urologie immer noch als Tabuthema gilt, einen internationalen Ruf erworben. Als empathischer, diskreter und absolut professioneller Experte hat er sich mit komplexen Operationen am Penis auch in der Fachwelt einen exzellenten Namen gemacht. Dem Leading Medicine Guide gewährte er seltene Einblicke in seine Expertise.

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Dr. med. Franklin Kuehhas ist Androloge und gilt damit auch in der medizinischen Fachwelt als eher ungewöhnlicher Spezialist und Experte. Andrologie lässt sich vereinfacht mit Männermedizin übersetzen, die Andrologie stellt quasi das männliche Pendant zur Gynäkologie, der Frauenheilkunde, dar. Ein Androloge kümmert sich um alle Themen rund um die Fortpflanzungsfunktionen des Mannes. Dr. Kuehhas hat sich medizinisch und medizintechnisch ganz auf die rekonstruktive Andrologie konzentriert und führt heute hauptsächlich Operationen am Penis durch. „Damit besetze ich ein Tabuthema“, erklärt der Facharzt für Urologie und Andrologie, „und zwar nicht nur in der allgemeinen Wahrnehmung, sondern auch bei den Fachleuten – den Urologen – wird das Thema Penis-Medizin immer noch tabuisiert.“

Daher war es für Dr. Kuehhas gar nicht so einfach, sich in diesem Gebiet zu spezialisieren und eine gute Ausbildung zu bekommen. Dr. Kuehhas lernte sein Fachwissen zuerst in der Urologie an den renommierten Universitätskliniken in Heidelberg und Wien und absolvierte dann am University College London eine Spezialausbildung für rekonstruktive Andrologie. Mit fachlichen Weiterbildungen in den USA, Brasilien und England hält er sich kontinuierlich auf dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand. „In den USA gibt es sehr viele Experten in Sachen rekonstruktive Andrologie und dort existiert auch eine langjährige Erfahrung in der Herstellung und dem Einsetzen von Penisprothesen“, berichtet Dr. Kuehhas. Wobei er das Wort Penisprothese eigentlich nicht mag und lieber von Schwellkörperimplantaten spricht. „Ich erlebe immer wieder, dass der Begriff Penisprothese meine Patienten verunsichert. Und de facto ersetzen wir ja nicht den Penis, sondern wir ersetzen die Schwellkörper.“ Mit diesem Eingriff erzielt er eine hohe Zufriedenheitsrate bei seinen Patienten und – was sicher in diesem Zusammenhang genauso wichtig ist – auch die Zufriedenheit der Partnerinnen liegt bei gut 98 Prozent.

Was sind die Indikationen für eine Penisprothese oder ein Schwellkörperimplantat?

„Das Implantat ist immer die letzte Therapieoption“, erklärt Dr. Kuehhas. Erst wenn alle konservativen Methoden ausgeschöpft seien, würde er mit seinen Patienten über die Möglichkeit eines Implantats sprechen. Seine langjährige Erfahrung und seine Empathie helfen ihm, den richtigen Zugang zu dem jeweiligen Patienten zu finden. Schließlich geht es um ein sehr sensibles Thema. Vertrauen zum behandelnden Arzt, eine entspannte und freundliche Umgebung und das Gefühl, gut aufgehoben und fachlich versiert betreut zu sein, sind wichtige Parameter der gesamten Behandlung.

Dr. Kuehhas hat seine Praxis in Wien ganz danach ausgerichtet. Die medizintechnische Ausstattung nach den modernsten Standards sichert eine präzise Diagnostik. In vertrauensvollen Gesprächen erörtert er mit seinen Patienten die Therapieoptionen. Erkrankungen wie Diabetes, große Becken-Operationen, Darmkrebs oder ein Aortenaneurysma können die Implantation einer Penisprothese angeraten sein lassen.

Wie findet Mann den richtigen Spezialisten für sein Problem?

Der erste Ansprechpartner für ein Männerproblem ist immer der Urologe. Wenn die Diagnose feststehe, sagt Dr. Kuehhas, dann sollte der Patient ein offenes und ehrliches Gespräch mit seinem Arzt suchen und ihn fragen, welchen Spezialisten er empfehlen könne. Das sei kein einfaches Gespräch, weil auch in Fachkreisen das Thema rekonstruktive Andrologie leider immer noch mit einem Tabu belegt sei. „Aber solche Eingriffe sollte nur ein Spezialist machen, der umfangreiche Erfahrungen damit hat. Mit anderen Worten, jemand, der vielleicht 300 Mal im Jahr eine solche Operation durchführt, hat eine ganz andere Sicherheit als jemand, der das vielleicht nur fünf Mal im Jahr macht“, beschreibt Dr. Kuehhas die Faktenlage.

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Traurig findet er die Tatsache, dass viele Männer jahrelang im Dunkeln tappen, alleingelassen sind mit dem Thema, keinen passenden Ansprechpartner für ihr medizinisches Problem finden oder mit ihren Beschwerden nicht wirklich ernst genommen werden. „Das ist ja dann nicht nur ein gesundheitliches Thema, das wirkt bis in die Psyche, es bestimmt das sexuelle Leben, die Partnerschaft, das psychosoziale Leben – die Männer ziehen sich aus Beziehungen zurück oder trauen sich nicht, eine Partnerschaft einzugehen. Da gibt es schon einen enormen Leidensdruck“, erlebt es Dr. Kuehhas immer wieder. Und er ist froh, mit seinem Expertenwissen und -können helfen zu können. „Das alles muss nicht sein, man kann diesen Männern helfen“, erklärt er mit Nachdruck.

IPP – die Induratio penis plastica oder Penisverkrümmung – ein Fall für ein Schwellkörperimplantat?

Etwa zehn Prozent der Männer zwischen 40 und 60 Jahren leiden unter einer IPP, einer Induratio penis plastica, umgangssprachlich auch Penisverkrümmung genannt. Als mögliche Ursache werden kleinste Verletzungen der Schwellkörper angenommen, die mit der Zeit verhärten können. Medizinisch wird zwischen einer akuten und einer chronischen Phase der IPP unterschieden. Im akuten Stadium bilden sich kleine Knoten, der Schwellkörper kann sich bei einer Erektion nicht mehr ganz ausdehnen, es kommt zu Beschwerden und Schmerzen und der Penis nimmt eine verkrümmte Form an. „Sofort zum Arzt, nicht warten“, rät Dr. Kuehhas jedem Mann, der solche Veränderungen bei sich bemerkt. „Wenn früh mit der Therapie begonnen wird, lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verhindern“, kann er beruhigen.

Leider muss er aber auch immer wieder in der Praxis feststellen, dass das Thema IPP stiefmütterlich behandelt wird und zu ihm dann Männer kommen, die viel früher hätten fachgerecht behandelt werden müssen. „Oft wird ihnen erzählt, man könne an einer solchen Verkrümmung nichts machen. Natürlich ist die Behandlung nicht einfach, aber es gibt diverse Möglichkeiten“, betont Dr. Kuehhas. Nicht für jede IPP sei ein Schwellkörperimplantat die passende Therapieoption.

Kuehhas1.jpgSchematische Darstellung der Plaque-Bildung bei IPP

Wie funktionieren die Penisprothese oder das Schwellkörperimplantat?

Das Implantat ersetzt dabei nicht den Penis, sondern es wird in das Glied eingesetzt, wo es die Aufgabe der nicht funktionierenden Schwellkörper übernimmt. Heute kommen eigentlich nur noch hydraulische Implantate zum Einsatz. Sie bestehen aus drei Komponenten: zwei Silikonzylindern, einer kleinen hydraulischen Pumpe und einem Flüssigkeitsreservoir. Bei dem Eingriff werden die Silikonzylinder in die Schwellkörper eingebracht und über kleine Schläuche mit der kleinen hydraulischen Pumpe verbunden, die Dr. Kuehhas im Hodensack implantiert. Im Bauchraum wird dazu ein Flüssigkeitsreservoir platziert, aus dem eine sterile Kochsalzlösung bei Bedarf in die Zylinder gepumpt und wieder abgelassen werden kann.

Auf diese Weise lässt sich der Penis aufrichten, ganz dem natürlichen Vorgang entsprechend. Nach dem Verkehr werden die Zylinder wieder entleert, die Kochsalzlösung fließt zurück ins Reservoir im Bauchraum, das Glied wird wieder schlaff. „Die Handhabung der hydraulischen Prothese ist denkbar einfach, der natürliche Erektionsmechanismus wird einfach imitiert“, beschreibt Dr. Kuehhas den Ablauf.

Aus vielen Untersuchungen und Studien weiß er, dass die Penisprothesen bei erektiler Dysfunktion zu den Therapieoptionen mit der höchsten Zufriedenheitsrate gehören: 98 Prozent der Patienten als auch ihrer Partnerinnen sind mit dem Ergebnis zufrieden. Da das Implantat von außen nicht erkennbar ist, bemerken die Paare auch keinen Unterschied. „Und das Schöne ist: Das Gefühlsleben, die Orgasmusfähigkeit und auch die Fähigkeit, ein Kind zu zeugen, werden durch das Implantat nicht beeinträchtigt“, betont Dr. Kuehhas ausdrücklich.

Allerdings sollte man sich für diesen Eingriff nur einem Spezialisten anvertrauen. Die Operation selbst ist anspruchsvoll und dauert ein bis zwei Stunden. Die heute verwendeten Implantate bestehen aus medizinischen Kunststoff- und Silikonteilen und werden mit einer antibiotischen Mikrobeschichtung hergestellt, so dass die Infektanfälligkeit deutlich gesenkt werden konnte. Etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation ist der Heilungsprozess so weit fortgeschritten, dass das Implantat benutzt werden kann. „In der Regel kann eine Penisprothese zwischen acht und fünfzehn Jahre im Körper bleiben“, hat Dr. Kuehhas die Erfahrung gemacht.

Kuehhas2.jpgSchematische Darstellung der Penisprothese

Dr. med. univ. Franklin Kuehhas wünscht sich mehr Aufklärung und Offenheit, gerade auch auf Seiten der Fachärzte, für das wichtige Männerthema. „Kein Mann macht sich lächerlich, wenn er hier Probleme hat und dafür einen passenden Ansprechpartner sucht.“

Herr Dr. Kuehhas, wir danken Ihnen sehr für das interessante und offene Gespräch. Direkten Kontakt zu unserem Spezialisten kann über seine Profilseite des Leading Medicine Guide aufgenommen werden.

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