Gut zu Fuß! Dr. El-Masri über Hallux valgus

03.06.2022

Wer in der Schweiz einen ausgewiesenen Spezialisten für Erkrankungen oder Verletzungen am Sprunggelenk und am Fuß sucht, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei ihm: Dr. med. Isam El-Masri betreibt inmitten der wunderschönen Altstadt von Bern seine renommierte „Fuss-Paxis Bern“, wo er mit enormer Expertise und unbändiger Empathie das gesamte Behandlungsspektrum anbietet – von neuesten konservativen Methoden bis zu innovativen minimal-invasiven Eingriffen. Auf ein Fachgebiet, das viele Menschen betrifft, hat er sich dennoch mit viel Leidenschaft spezialisiert: Wenn es um Hallux valgus geht, ist sein fachliches Urteil international gefragt.  

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Die Patientinnen und Patienten, die sich in die erfahrenen Hände von Dr. med. Isam El-Masri begeben, kommen beileibe nicht nur aus der Region um die Hauptstadt der Schweiz. Der in Berlin aufgewachsene Facharzt, der bereits seit 2005 in der Schweiz praktiziert, besitzt einen Ruf, der weit über die Schweiz hinausreicht. Manche Menschen nehmen weite Reisen auf sich, weil sie wissen: Dr. El-Masri verfügt schon in der Diagnostik über ein untrügliches Auge – und gerade in der komplexen Chirurgie an Fuß oder Sprunggelenk ist es wichtig, sich an einen echten Könner zu wenden: Schließlich tragen die Füße beim Gehen das gesamte Körpergewicht, ermöglichen die Balance und gehören so zu den Körperteilen, die am stärksten beansprucht werden. Mit seinen insgesamt 26 Knochen, die durch Gelenke und Bänder miteinander verbunden sind, sind Fuß und Sprunggelenk zudem besonders kompliziert. Der Leading Medicine Guide sprach mit Dr. El-Masri über seine Spezialdisziplin. Der räumte auch gleich mit einem lange gepflegten Mythos auf.

Zunächst einmal: Was ist Hallux valgus überhaupt? Hinter dem eigentlich dynamisch klingenden Namen verbirgt sich eine schmerzhafte Fehlstellung der Großzehe des Fußes. An dieser auch als Ballenzeh bekannten Erkrankung leiden allein im deutschen Sprachraum weit über zehn Millionen Menschen: Der große Zeh zeigt sich bei einer fortgeschrittenen Erkrankung in einem ausgeprägten Schiefstand. Nicht nur optisch ist dies für Betroffene ein Problem, sondern auch physisch, da dieser Schiefstand der Zehe auch sehr schmerzhaft sein kann. Ein häufiges Krankheitsbild beim Hallux valgus ist neben dem Schiefstand der Großzehe die langsame Verdrängung der zweiten Zehe, was zusätzlich zu einer schmerzlichen Belastung führen kann. Auch wird es für die Betroffenen immer schwieriger, ein entsprechendes Schuhwerk zu finden, in das der Fuß noch bequem hineinpasst. Übrigens leiden mehr Frauen als Männer an Hallux valgus, was in erster Linie hormonelle Hintergründe hat.

El-Masri4.jpgHallux valgus lässt sich anhand des Zehenballens oft sofort erkennen © luaeva/AdobeStock

Mythos ade: Dr. El-Masri stellt richtig

„Wenn Sie im Internet den Begriff Hallux valgus recherchieren, finden sich sehr viele Erklärungen mit Fehlinformationen“, betont Dr. El-Masri gleich zu Beginn. Und fährt fort: „Es ist nicht richtig, dass der Hallux valgus durch falsche Schuhe entsteht“, moniert er, „aber noch immer wird verbreitet, dass Frauen zu einem Hallux valgus neigen, weil sie oft hohe und zu enge Schuhe tragen.“ Was nicht bedeutet, dass falsche Schuhe keine Folgen hätten: „Die Ausbildung von Hammer- oder Krallenzehen kann durch falsches Schuhwerk hervorgerufen werden, aber der Hallux valgus hat eine rein genetische Ursache.“ Es ist deutlich zu spüren: Der renommierte Fußspezialist will dringend mit diesem Mythos aufräumen.

Die Mythenbildung hängt auch mit dem Stellenwert zusammen, den Fußspezialisten im orthopädischen Spektrum lange hatten: „Der Berufsstand von uns Fußchirurgen wurde sehr lange vernachlässigt. Heute gehören wir zu der jüngsten Spezialistengruppe unter den Chirurgen mit einer der schnellsten Entwicklungen, was den Forschungsstand betrifft“, konstatiert Dr. El-Masri.

Folge falscher Schuhe: Hammer- und Krallenzehe

Wer oft zu enge und zu hohe Schuhe trägt, provoziert eben die Ausbildung sogenannter Hammer- oder Krallenzehen – also Fehlstellungen, die meist den zweiten bis vierten Zeh des Fußes betreffen. Wenn etwa ein Zeh im Grundgelenk überstreckt, gleichzeitig aber im Mittel- und Endgelenk gebeugt ist, spricht man von einem Krallenzeh. Der Hammerzeh zeigt sich nur im Mittelgelenk gebeugt. Meist sind Hammer- und Krallenzehen schmerzlos und stellen lediglich ein kosmetisches Problem dar. Mit der Zeit können sich allerdings Druckstellen und „Hühneraugen“ bilden, die normales Schuhwerk kaum noch zulassen. Auch werden dadurch Schiefstellungen der anderen Zehen begünstigt. In jedem Fall sollte auch hier ein Fußspezialist konsultiert werden.

Hallux-Operation – ja oder nein?

Die Kernfrage bei Hallux valgus lautet natürlich: Sollte die Fehlstellung operiert werden – oder lässt sich eine Operation umgehen? „Meine klare Antwort ist, dass eine Operation nicht zwingend erforderlich ist“, sagt Dr. El-Masri. Wie viele hochspezialisierte Mediziner zieht er nach Möglichkeit stets eine konservative Therapie vor: „Die Operationsempfehlung richtet sich nach dem Leidensdruck“, sagt er daher: „Sobald Sie einen erheblichen Leidensdruck mit eingeschränkter Lebensqualität haben, sollte die Hallux valgus-Fehlstellung chirurgisch korrigiert werden. Im frühen Stadium können die Beschwerden oft mit Fußgymnastik, Physiotherapie und angepasstem Schuhwerk gelindert werden. Die Operation stellt bei mir stets die letzte Behandlungsoption dar.“

Auch Kinder können unter der Ausbildung eines Hallux valgus leiden, Jungen sind aufgrund der verzögerten Entwicklung Mädchen gegenüber später betroffen. Ein operativer Eingriff ist hier erst möglich, wenn die Knochen vollständig ausgewachsen sind, meist ab dem 14. Lebensjahr.

El-Masri7.jpgEntstehung der Hallux valgus-Fehlstellung: Links gesund, rechts Hallux valgus © barbulat/AdobeStock

Minimal-invasive Operation

„Allerdings lassen sich bei einem Hallux valgus nur die Symptome konservativ behandeln. Wer mich zum Beispiel rechtzeitig mit einem noch nicht so ausgeprägten Hallux valgus aufsucht, dem kann ich mittels eines minimal-invasiven Eingriffs helfen. Auf Deutsch gesagt, ohne Sägen und offene Operation“, erklärt er. Was sich etwas brutal anhört, ist aber im Falle einer offenen Operation tatsächlich so. Bei einem minimal-invasiven Eingriff kann der Hallux valgus mit Fräsen leicht korrigiert werden. „So ein Eingriff dauert etwa nur zehn Minuten“, beschreibt Dr. El-Masri die Operation. Klar, dass in der bestens ausgestatteten „Fuss-Praxis Bern“ das hierfür nötige hohe Repertoire zur Verfügung steht. Es gibt inzwischen mehr als hundert operative Verfahren zur Therapie des „schiefen Zehs“. Nach einem minimal-invasiven Eingriff können die Betroffenen schnell wieder problemlos gehen – und nach rund sechs Wochen sogar wieder sportlich aktiv sein. In aller Regel sind Patientinnen und Patienten nach einer kurzen Rehabilitationsphase beschwerdefrei. Der Krankenhausaufenthalt und die Arbeitsunfähigkeit sind durch die innovative Operationsmethode erheblich verkürzt. 

Offene Lapidus-Operation

Wartet eine Patientin oder ein Patient zu lange, ist ein operativer Eingriff unumgänglich. „Bei einer offenen Operation des Hallux valgus, etwa bei einer sogenannten Lapidus-Operation, muss der Knochen des Zehs zersägt und eine versteifende Korrektur an der Fußwurzel vorgenommen werden. Diese Korrektur wird dann mit Schrauben gestützt. Ich verwende meist kopflose Schrauben, die im Fuß verbleiben können. Schrauben mit Kopf können nach einer Zeit Beschwerden auslösen und müssen dann wieder operativ entfernt werden“, erläutert Dr. El-Masri. Natürlich ist eine offene Operation immer sehr viel aufwendiger: „Bei einer offenen Operation gibt es eine Wundfläche, die Wahrscheinlichkeit einer Narbenempfindlichkeit ist hoch, und der Fuß darf über einen längeren Zeitraum nicht abgerollt werden, um ihn zu schonen“, verdeutlicht er.

Warum Frauen den „Kürzeren“ ziehen

Es besteht bei der Ausbildung eines Hallux valgus ein direkter Zusammenhang mit der Beschaffenheit des Bindegewebes. „Viele Frauen entwickeln nach einer Schwangerschaft oftmals aufgrund der hormonellen Umstellung einen Hallux valgus. Dies betrifft auch Frauen in der Mitte und am Ende der Wechseljahre, in denen sich der Hormonhaushalt gänzlich verändert“, sagt Dr. El-Masri und betont: „Ich behandele größtenteils Frauen in meiner Praxis – sie sind sehr viel häufiger betroffen, da der hormonelle Einfluss von Östrogen meist eine allgemeine Bindegewebsschwäche verursacht“.

Folgeschäden unbehandelter Füße

Wer einen Hallux valgus oder überhaupt eine Fehlstellung von Zehen ignoriert, riskiert erhebliche Folgeschäden. „Sie müssen sich vorstellen, dass unsere Füße unser gesamtes Gewicht tragen. Wir haben eine sogenannte mechanische Kette von den Füßen über das Knie, die Hüfte bis hin zum Rücken“, folgert Dr. El-Masri. Wer also permanent aufgrund einer Fehlbildung der Zehen „schief“ läuft oder sogar beim Laufen einseitig belastet, muss mit weiteren Konsequenzen innerhalb der mechanischen Kette rechnen.

El-Masri5.jpgHäufiges Barfußlaufen ist gut für die Füße © Halfpoint/ AdobeStock

„Tun Sie etwas für Ihre Füße!“

Und welche Schuhe empfiehlt der Spezialist? Ist Barfußgehen eine Option? „Wer viel barfuß läuft, tut den Füßen etwas Gutes. Das Tragen von Flip-Flops im Sommer kommt dem Barfußlaufen am nächsten. Allerdings sollten Ihre Zehen nicht verkrampfen, wenn Sie versuchen, mittels der Zehentrenner der Flip-Flops die Schuhe festzuhalten. Sobald Sie Gelegenheit haben, laufen Sie barfuß!“, empfiehlt Dr. El-Masri. Auch das regelmäßige Wechseln des Schuhtyps ist empfehlenswert. „Versuchen Sie es zu vermeiden, permanent Schuhe mit Einlagen zu tragen. Ihr Fuß gewöhnt sich an diese geschützte Position und die Muskulatur des Fußgewölbes wird zunehmend geschwächt“, erklärt er.

Ein Wunsch und Ausblick in die Zukunft

Im Gespräch wagt Dr. El-Masri einen Blick auf die Zukunft – und äußert einen Hoffung: „Ein großer Wunsch wären Röntgengeräte, die keine bis nur geringe Strahlung haben, sodass eine Praxis mit einem portablen Gerät arbeiten könnte, ohne die derzeit nötigen verbleiten Wände und Glasscheiben.“ Hoffnungsvoll ergänzt er: „Ich wünsche mir für die Zukunft auch, dass Patienten frühzeitig für eine Beratung vorstellig werden, um mögliche Folgeprobleme zu vermeiden. Außerdem strebe ich an, auch bei starken Deformitäten am Fuß die minimal-invasive Operation mit Schrauben durchzuführen“. Und zum Schluss: „Insgesamt müssen die Fehlstellungen am Fuß noch sehr viel mehr erforscht werden“. Da die Fußchirurgen zwar die kleinste, aber auch eine der aktivsten Gruppen unter den Chirurgen ist, dürfen wir gespannt sein auf neue Erkenntnisse der Forschung. Gut zu wissen, dass auch Dr. med. Isam El-Masri aktiv forscht! 

Herr Dr. El-Masri, wir danken herzlich für das informative Gespräch! Wer direkt Kontakt mit dem ausgewiesenen Spezialisten aufnehmen möchte, kann das ganz einfach über seine Profilseite des Leading Medicine Guide tun.

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