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Erkrankung · Geschlechtskrankheiten

Krätze: Wie Skabies beziehungsweise Scabies entsteht und welche Symptome eine Milbe verursacht

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Krätze. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: B86

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Krätze beziehungsweise Skabies entsteht, wenn Krätzmilben die Haut befallen und sich die weibliche Milbe in die obere Hautschicht eingräbt. Typische Symptome der Krätze sind Juckreiz, Hautausschlag, Knötchen und charakteristische Milbengänge. Eine Ansteckung mit Krätze setzt bei gewöhnlicher Scabies meist einen längeren, engen Hautkontakt beziehungsweise Körperkontakt voraus. Die Therapie der Krätze erfolgt mit Wirkstoffen gegen die Milben, wobei auch enge Kontaktpersonen berücksichtigt werden müssen, um einer erneuten Ansteckung entgegenzuwirken.

Krätze ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch eine Milbe verursacht wird und medizinisch als Skabies beziehungsweise Scabies bezeichnet wird. Der verantwortliche Parasit ist die Krätzmilbe, die sich in die obere Hautschicht eingräbt und dort Gänge anlegt. Ein charakteristisches Symptom ist intensiver Juckreiz, der insbesondere nachts ausgeprägt sein kann.

Zusätzlich können Knötchen, Bläschen, Hautausschlag und weitere Hautveränderungen auftreten. Die Ansteckung erfolgt überwiegend von Mensch zu Mensch durch längeren und großflächigen Hautkontakt, beispielsweise beim Schlafen in einem Bett oder bei enger Körperpflege. Kurzes Händeschütteln führt bei gewöhnlicher Krätze dagegen in der Regel nicht zur Übertragung. Bei Verdacht auf Krätze sollte die Erkrankung ärztlich abgeklärt werden, damit eine geeignete Behandlung eingeleitet und eine weitere Infektion von Kontaktpersonen verhindert werden kann.

Ursachen einer Krätze-Infektion

Der Erreger der Krätze ist ein Parasit namens Sarcoptes scabiei. Er gehört zu den Spinnentieren und ist etwa 0,2 bis 0,4 Millimeter groß. Er hat einen durchscheinenden Körper und acht paarweise angeordnete Beine. Er hat außerdem einen kräftigen Kiefer.

Die weibliche Krätzmilbe nistet sich in der Haut ein, ernährt sich dort und legt täglich 1-3 Eier. Aus ihnen schlüpfen wenige Tage später Larven, die  wiederum innerhalb von zwei bis drei Wochen geschlechtsreife Krätzmilben bilden. So vermehren sie sich rasant weiter.

Sites of scabies
Die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht die Krätze @ Aliaksei /AdobeStock

Übertragung der Krätze

Die Übertragung der Krätze erfolgt in den meisten Fällen durch engen Körperkontakt mit infizierten Personen. Eine Ansteckung ist daher vor allem beim Geschlechtsverkehr möglich. 

Auch die gemeinsame Nutzung von Bettwäsche, Matratzen, Decken, Kissen, Handtüchern oder Kleidung kann eine Ansteckung zur Folge haben.

Weitere mögliche Infektionsquellen sind Plüschtiere, Thermometer und Blutdruckmanschetten. Das Ansteckungsrisiko ist an jenen Orten am größten, wo mangelnde Hygiene vorherrscht oder wo Menschen auf engem Raum zusammenleben. Beispiele sind Altenheime, Obdachlosenheime, Kindergärten oder Schulen.

Symptome einer Krätze-Infektion

Nach der Erstinfektion mit der Krätze vergehen nach zunächst zwei bis sechs Wochen, bis sich die ersten Symptome zeigen. Symptome sind ein juckender Ausschlag und großflächige, entzündliche Hautveränderungen.

Steckt sich eine Person danach erneut mit der Krätze an, tauchen die ersten Symptome bereits nach wenigen Tagen auf. Die Krätzmilben befallen bevorzugt Körperstellen mit einer dünnen Hautschicht und einer hohen Temperatur. 

Hierzu gehören insbesondere:

  • Die Fingerzwischenräume
  • Die Handgelenke
  • Die Ellenbogen
  • Die Armbeugen
  • Das Knie
  • Der Brust- und Achselbereich
  • Die Region um den Bauchnabel
  • Das Gesäß
  • Die Genitalregion
  • Der Penis

In seltenen Fällen wandert der Ausschlag auf Arme, Schenkel, Finger, Handflächen, Fußsohlen, Bauch oder Rücken aus.

ScabiesD06
Tag 6 nach einer Krätze-Infektion

Zu den typischen Symptomen der Krätze gehören:

  • Knötchen
  • Pusteln oder Papeln
  • Schuppende Hautschwellungen
  • Schuppig-krustige Hautentzündungen
  • Bildung von Bläschen

Ein starker Juckreiz gehört ebenfalls zu den Anzeichen der Krätze. Er ist  vor allem nachts für Betroffene unerträglich. Die Patienten kratzen sich vermehrt. Es kommt zusätzlich zu aufgekratzten Hautstellen und oberflächlichen Hautverletzungen, die wiederum für Bakterien ein idealer Nährboden sind. Daher kommt es zu einem eitrigen Hautausschlag.

Diagnose einer Krätze-Infektion

Leidet ein Patient unter starkem nächtlichen Juckreiz und dem charakteristischen Ausschlag, dann besteht der Verdacht einer Krätze-Erkrankung.

In diesem Fall sollte der Patient einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten aufsuchen und sich genau untersuchen lassen. Zunächst untersucht der Arzt die Körperstelle mit einer speziellen Lupe nach Milbengängen und Krätzmilben. 

Die Milbengänge lassen sich mit der Tintenmethode sichtbar machen. Dabei tropft der Arzt wasserlösliche Tinte auf eine der Papeln. Danach entnimmt er mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel eine Probe aus den Milbengängen oder Papeln. Unter dem Mikroskop untersucht er die Probe und schaut, ob eindeutige mikroskopische Erreger nachweisbar sind.

Milbe Sarcoptes scabiei
Bevorzugte Körperstellen für den Milbenbefall

Therapie einer Krätze-Infektion

Die Therapie erfolgt mit einer Salbe, die der Patient einmalig auf den gesamten Körper (mit Ausnahme des Gesichts) aufträgt. Die Creme vernichtet bei richtiger Anwendung die Krätzmilben und verhindert eine erneute Infektion. Innerhalb von einigen Tagen oder Wochen heilt die Haut ab.

Das Mittel der Wahl ist eine Salbe mit dem Wirkstoff Permethrin, einem künstlich hergestellten Insektizid. Weitere verfügbare Mittel sind Cremes oder Salben mit den Wirkstoffen Benzylbenzoat und Crotamiton.

Um eine erneute Ansteckung mit Krätze zu verhindern, ist es ratsam:

  • Sämtliche Menschen im engen Umfeld mitzubehandeln. Da die ersten Symptome erst nach einigen Wochen auftreten, sollten Sie auch Menschen, die noch keine Beschwerden haben, mit einbeziehen.
  • Darüber hinaus sollten Sie die Bettwäsche und Kleidung bei 60 Grad Celsius waschen oder sie vier Tage lang lüften. So sterben Krätzmilben ab, die maximal drei Tage ohne Wirt überleben.
  • Auch das Einfrieren von Schuhen und Textilien in der Tiefkühltruhe oder das Verpacken in Plastiksäcken tötet Krätzmilben effektiv ab.
  • Sie sollten außerdem Betten, Sessel, Teppiche und Fußböden gründlich mit dem Staubsauger absaugen.

Prognose und Heilungsaussichten der Krätze (Scabies)

Unbehandelt verschlimmert sich die Krätze mit der Zeit und nimmt einen chronischen Verlauf. Eine Therapie der Krätze ist daher unabdingbar. Eine richtige Behandlung führt in den meisten Fällen zu einer Heilung. Nach der Abtötung der Krätzmilben kann der Juckreiz noch einige Wochen anhalten. Ursache dafür ist die allergische Reaktion des Körpers auf die toten Krätzmilben und den Kot in der Haut. Es dauert einige Zeit, bis die Hautveränderungen abheilen.

FAQ

Welche Symptome sind typisch für Krätze?
Zu den ersten Symptomen der Krätze gehört häufig ein ausgeprägter Juckreiz. Charakteristisch für Krätze können außerdem kleine Knötchen, Bläschen, Hautausschlag und längliche Milbengänge sein. Die Milbe gräbt sich in die obere Hautschicht ein, wo die weiblichen Krätzmilben ihre Eier ablegen. Durch Kratzen können sich die Hautveränderungen zusätzlich verstärken. Bei Scabies crustosa beziehungsweise Borkenkrätze entstehen ausgeprägte Krusten; diese Form der Krätze ist besonders ansteckend.

Wie steckt man sich mit Krätze an?
Die Ansteckung mit Krätze erfolgt überwiegend von Mensch zu Mensch durch engen, großflächigen und längeren Hautkontakt. Das kann beispielsweise beim gemeinsamen Schlafen in einem Bett, beim Kuscheln oder bei der Körperpflege geschehen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts setzt die Übertragung bei gewöhnlicher Skabies typischerweise Hautkontakt von mehr als fünf bis zehn Minuten voraus. Händeschütteln oder eine kurze Umarmung gelten deshalb normalerweise nicht als ausreichender Körperkontakt für eine Ansteckung. Für Scabies crustosa gelten aufgrund der hohen Zahl an Milben strengere Vorsichtsmaßnahmen.

Wie lange dauert es, bis sich bei Krätze Symptome zeigen?
Nach der ersten Ansteckung können mehrere Wochen vergehen, bevor Erkrankte Symptome zeigen. Die Inkubationszeit beträgt bei einer erstmaligen Infektion in der Regel etwa zwei bis fünf Wochen; das RKI nennt für das Kontaktpersonenmanagement eine Inkubationszeit von meist fünf bis sechs Wochen. Problematisch ist, dass sich Menschen bereits während dieser Zeit anstecken können, obwohl noch keine typischen Symptome sichtbar sind. Bei einer erneuten Ansteckung können Beschwerden deutlich schneller auftreten.

Wie wird Krätze behandelt?
Ziel der Behandlung ist es, Milben, Larven und Eier möglichst zuverlässig zu beseitigen. Bei gewöhnlicher Skabies gehört die äußerliche Behandlung mit Permethrin zu den etablierten Optionen; je nach Situation können unter anderem Ivermectin, Benzylbenzoat oder Crotamiton eingesetzt werden. Ob eine Creme, Salbe oder die Einnahme eines Wirkstoffs geeignet ist und ob eine zweite beziehungsweise wiederholte Behandlung erforderlich ist, sollte medizinisch festgelegt werden. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, Scabies crustosa oder bestimmten Begleiterkrankungen muss die Therapie individuell angepasst werden.

Was müssen Kontaktpersonen bei Krätze beachten?
Enge Kontaktpersonen haben ein erhöhtes Risiko für einen Befall mit Krätzmilben. Dazu zählen insbesondere Personen mit längerem engem Hautkontakt, beispielsweise beim Schlafen in einem Bett oder bei der Körperpflege. Kontaktpersonen sollten über mögliche Symptome und die Inkubationszeit informiert werden; je nach Exposition kann eine zeitgleiche Behandlung sinnvoll beziehungsweise erforderlich sein. In Gemeinschaftseinrichtungen gelten außerdem besondere Regelungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Das zuständige Gesundheitsamt kann bei entsprechenden Fällen und Ausbrüchen weitere Maßnahmen festlegen. 

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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