Zu den psychotischen Störungen (Psychosen) gehören:
Eine Störung, die mit sonderbarem Verhalten und ungewöhnlichen Gedankengängen und Stimmungen einhergeht. Es sind keine eindeutigen und charakteristischen Symptome einer Schizophrenie vorhanden. Der Verlauf ist chronisch, die Behandlung schwierig. Einzelne Patienten sprechen auf Neuroleptika an.
- Anhaltende wahnhafte Störung (Paranoia)
Die Paranoia ist meist chronisch und zeigt sich durch eine einzelne Wahnidee oder mehrere zusammenhängende Wahninhalte („systematisierter Wahn“). Bekannte Formen sind der Verfolgungswahns, der Eifersuchts- oder Liebeswahn.
Menschen, die an Verfolgungswahn leiden, denken, sie würden verfolgt. Der Liebeswahn ist die wahnhafte Überzeugung, von einer bestimmten Person verehrt oder geliebt zu werden. Die Überzeugung hat keinen realen Zusammenhang. Sie beruht meist auf Annahmen. Einmalige Blicke und Gesten werden überinterpretiert.

Drogen sind die häufigste Ursache für eine Psychose @ alexkoral /AdobeStock
- Vorübergehende akute psychotische Störungen
Sie dauern meist kürzer an (etwa vier Wochen) und haben einen gutartigen Krankheitsverlauf mit typischen schizophrenen Symptomen. Meist beginnt die Störung abrupt und akut.
- Induzierte wahnhafte Störung (Folie à deux)
Folie à deux liegt vor, wenn ein gesunder Mensch wahnhafte Überzeugungen von einem psychisch Kranken übernimmt. Betroffen sind oft die Ehepartner.
- Schizoaffektive Störungen
Eine schizoaffektive Störung liegt dann vor, wenn Psychose und Stimmungsschwankungen nebeneinander bestehen.
Stimmungsschwankungen können depressiv oder manisch sein. Charakteristisch für eine Psychose sind Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Sprechen und ein unangemessenes Verhalten.
Daher unterteilen Spezialisten die schizoaffektive Störung weiterhin in:
- schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch (F 25.0)
- schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (F 25.1)

Die erste Psychose tritt meist zwischen 12 und 29 Jahren auf, Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen @ Photographee.eu /AdobeStock
- Schizomanische Episoden: Neuroleptika und Stimmungsstabilisierer.
- Zur Vorbeugung weiterer Krankheitsphasen: Eine Kombination aus Stimmungsstabilisierer und Neuroleptika
Was ist eine Psychose?
Eine Psychose bezeichnet einen Zustand, bei dem Wahrnehmung, Denken und Realitätsbezug deutlich verändert sein können. Psychotische Symptome sind beispielsweise Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen oder Ich-Störungen. Eine psychotische Störung ist nicht automatisch mit Schizophrenie gleichzusetzen, da Psychosen bei unterschiedlichen psychischen und körperlichen Erkrankungen auftreten können. Das Krankheitsbild kann akut und vorübergehend oder Teil eines länger anhaltenden Krankheitsverlaufs sein.
Welche Symptome treten bei einer Psychose auf?
Die Symptomatik kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten positiven Symptomen zählen insbesondere Halluzinationen, wahnhafte Vorstellungen und bestimmte Denkstörungen. Betroffene können beispielsweise Dinge hören oder wahrnehmen, die andere Menschen nicht wahrnehmen, oder Überzeugungen entwickeln, die sich durch gegenteilige Argumente kaum korrigieren lassen. Abhängig von der Erkrankung können weitere psychische und psychosoziale Veränderungen auftreten.
Welche Arten von Psychosen gibt es?
Bei der Einteilung wird zwischen verschiedenen Formen und Ursachen unterschieden. Zu den primären Psychosen gehören insbesondere Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis; daneben können affektive Erkrankungen mit psychotischen Symptomen auftreten. Eine organische Psychose beziehungsweise sekundäre Psychose kann dagegen beispielsweise im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, Epilepsie, Infektionen oder Stoffwechselstörungen entstehen. Auch der Konsum von Drogen, einschließlich Cannabiskonsum, kann psychotische Episoden auslösen oder begünstigen.
Ist eine Psychose dasselbe wie Schizophrenie?
Nein. Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, bei der psychotische Symptome auftreten können, eine Psychose kann jedoch zahlreiche andere Ursachen haben. Eine schizophrene Psychose gehört zum schizophrenen Formenkreis, während beispielsweise auch eine affektive Psychose oder eine sekundäre beziehungsweise organische Psychose möglich ist. Für eine genaue Diagnose müssen daher Symptom, Verlauf, mögliche körperliche Ursachen und weitere Faktoren berücksichtigt werden.
Wie wird eine Psychose behandelt?
Psychosen sind grundsätzlich behandelbar, wobei die Therapie von Ursache, Ausprägung und Verlauf der Erkrankung abhängt. Bei einer akuten Psychose können Antipsychotika eine wichtige Rolle spielen; ergänzend kommen Psychotherapie, Psychoedukation und psychosoziale Maßnahmen infrage. Besteht eine sekundäre Psychose, muss insbesondere die zugrunde liegende Ursache behandelt werden. Früherkennung und eine frühzeitige therapeutische Betreuung sind wichtig, da sie dazu beitragen können, Belastungen zu reduzieren und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.