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Psychose: Krankheitsbild, psychotische Erkrankungen und Bedeutung der Früherkennung

21.08.2026
Sabine Schneider
Chefredakteurin

Eine Psychose ist ein Krankheitsbild, bei dem die Wahrnehmung und Verarbeitung der Realität zeitweise deutlich verändert sein kann. Ein typisches Symptom können Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Denkstörungen sein. Psychotische Symptome treten unter anderem bei Schizophrenie, affektiven Erkrankungen oder aufgrund organischer Ursachen auf. Eine Psychose kann akut beginnen oder sich schrittweise entwickeln und hinsichtlich ihrer Symptomatik sehr unterschiedlich verlaufen.

Neben primären Psychosen gibt es sekundäre Formen, die beispielsweise durch eine körperliche Erkrankung, bestimmte Stoffwechselstörungen oder den Konsum von Drogen ausgelöst werden können. Für die Diagnostik ist deshalb wichtig, mögliche psychiatrische, organische und substanzbedingte Ursachen zu unterscheiden. Die Behandlung kann medikamentös, psychotherapeutisch und psychosozial erfolgen und wird individuell an die Erkrankung und den Krankheitsverlauf angepasst.

ICD-Codes für diese Krankheit: F23, F24, F25, F28, F29

Kurzübersicht:

Eine Psychose kann Wahrnehmung, Denken, Gefühle und Verhalten erheblich verändern und mit unterschiedlichen psychotischen Symptomen verbunden sein. Zu den möglichen Krankheitsbildern gehören unter anderem die schizophrene Psychose, die affektive Psychose und die organische Psychose. Eine sorgfältige Diagnostik dient dazu, die zugrunde liegende Störung und mögliche körperliche oder substanzbedingte Ursachen zu erkennen. Psychotherapie, Antipsychotika, Psychoedukation und psychosoziale Unterstützung können abhängig von der Diagnose Bestandteile der Behandlung sein.

Artikelübersicht

Arten psychotischer Störungen

Zu den psychotischen Störungen (Psychosen) gehören:

  • Schizotype Störung

Eine Störung, die mit sonderbarem Verhalten und ungewöhnlichen Gedankengängen und Stimmungen einhergeht. Es sind keine eindeutigen und charakteristischen Symptome einer Schizophrenie vorhanden. Der Verlauf ist chronisch, die Behandlung schwierig. Einzelne Patienten sprechen auf Neuroleptika an.

  • Anhaltende wahnhafte Störung (Paranoia)

Die Paranoia ist meist chronisch und zeigt sich durch eine einzelne Wahnidee oder mehrere zusammenhängende Wahninhalte („systematisierter Wahn“). Bekannte Formen sind der Verfolgungswahns, der Eifersuchts- oder Liebeswahn.

Menschen, die an Verfolgungswahn leiden, denken, sie würden verfolgt.  Der Liebeswahn ist die wahnhafte Überzeugung, von einer bestimmten Person verehrt oder geliebt zu werden. Die Überzeugung hat keinen realen Zusammenhang. Sie beruht meist auf Annahmen. Einmalige Blicke und Gesten werden überinterpretiert. 

Frau mit Psychose
Drogen sind die häufigste Ursache für eine Psychose @ alexkoral /AdobeStock

  • Vorübergehende akute psychotische Störungen

Sie dauern meist kürzer an (etwa vier Wochen) und haben einen gutartigen Krankheitsverlauf mit typischen schizophrenen Symptomen. Meist beginnt die Störung abrupt und akut.

  • Induzierte wahnhafte Störung (Folie à deux)

Folie à deux liegt vor, wenn ein gesunder Mensch wahnhafte Überzeugungen von einem psychisch Kranken übernimmt. Betroffen sind oft die Ehepartner.

  • Schizoaffektive Störungen

Eine schizoaffektive Störung liegt dann vor, wenn Psychose und Stimmungsschwankungen nebeneinander bestehen. 

Stimmungsschwankungen können depressiv oder manisch sein. Charakteristisch für eine Psychose sind Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Sprechen und ein unangemessenes Verhalten.

Daher unterteilen Spezialisten die schizoaffektive Störung weiterhin in:

  • schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch (F 25.0)
  • schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (F 25.1)
  • Psychose
    Die erste Psychose tritt meist zwischen 12 und 29 Jahren auf, Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen @ Photographee.eu /AdobeStock

  • Schizomanische Episoden: Neuroleptika und Stimmungsstabilisierer. 
  • Zur Vorbeugung weiterer Krankheitsphasen: Eine Kombination aus Stimmungsstabilisierer und Neuroleptika

FAQ

Was ist eine Psychose?
Eine Psychose bezeichnet einen Zustand, bei dem Wahrnehmung, Denken und Realitätsbezug deutlich verändert sein können. Psychotische Symptome sind beispielsweise Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen oder Ich-Störungen. Eine psychotische Störung ist nicht automatisch mit Schizophrenie gleichzusetzen, da Psychosen bei unterschiedlichen psychischen und körperlichen Erkrankungen auftreten können. Das Krankheitsbild kann akut und vorübergehend oder Teil eines länger anhaltenden Krankheitsverlaufs sein.

Welche Symptome treten bei einer Psychose auf?
Die Symptomatik kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten positiven Symptomen zählen insbesondere Halluzinationen, wahnhafte Vorstellungen und bestimmte Denkstörungen. Betroffene können beispielsweise Dinge hören oder wahrnehmen, die andere Menschen nicht wahrnehmen, oder Überzeugungen entwickeln, die sich durch gegenteilige Argumente kaum korrigieren lassen. Abhängig von der Erkrankung können weitere psychische und psychosoziale Veränderungen auftreten.

Welche Arten von Psychosen gibt es?
Bei der Einteilung wird zwischen verschiedenen Formen und Ursachen unterschieden. Zu den primären Psychosen gehören insbesondere Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis; daneben können affektive Erkrankungen mit psychotischen Symptomen auftreten. Eine organische Psychose beziehungsweise sekundäre Psychose kann dagegen beispielsweise im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, Epilepsie, Infektionen oder Stoffwechselstörungen entstehen. Auch der Konsum von Drogen, einschließlich Cannabiskonsum, kann psychotische Episoden auslösen oder begünstigen.

Ist eine Psychose dasselbe wie Schizophrenie?
Nein. Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, bei der psychotische Symptome auftreten können, eine Psychose kann jedoch zahlreiche andere Ursachen haben. Eine schizophrene Psychose gehört zum schizophrenen Formenkreis, während beispielsweise auch eine affektive Psychose oder eine sekundäre beziehungsweise organische Psychose möglich ist. Für eine genaue Diagnose müssen daher Symptom, Verlauf, mögliche körperliche Ursachen und weitere Faktoren berücksichtigt werden.

Wie wird eine Psychose behandelt?
Psychosen sind grundsätzlich behandelbar, wobei die Therapie von Ursache, Ausprägung und Verlauf der Erkrankung abhängt. Bei einer akuten Psychose können Antipsychotika eine wichtige Rolle spielen; ergänzend kommen Psychotherapie, Psychoedukation und psychosoziale Maßnahmen infrage. Besteht eine sekundäre Psychose, muss insbesondere die zugrunde liegende Ursache behandelt werden. Früherkennung und eine frühzeitige therapeutische Betreuung sind wichtig, da sie dazu beitragen können, Belastungen zu reduzieren und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

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