Leading Medicine Guide Logo

Glaukom OP – Alles zur Operation und Behandlung des grünen Stars

Das Glaukom, auch als grüner Star bekannt, ist eine häufige Augenerkrankung, die unbehandelt zu Sehverlust oder sogar Erblindung führen kann. Ursache ist meist ein erhöhter Augeninnendruck, der durch ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers entsteht.

Dieser Druckanstieg kann zu einer Schädigung des Sehnervs führen und damit das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. Die Behandlung des Glaukoms erfolgt zunächst häufig medikamentös mit Augentropfen, um den Augeninnendruck zu senken. Reicht dies nicht aus, wird eine Operation notwendig, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern.

Moderne Eingriffe können ambulant durchgeführt werden und gelten als schonend. Ziel jeder Therapie ist es, den Augeninnendruck langfristig zu kontrollieren und die Sehkraft zu erhalten.

Empfohlene Spezialisten für die Glaukom-OP

Kurzübersicht:

Das Glaukom ist eine Erkrankung des Auges, bei der der Augeninnendruck erhöht ist. Der Abfluss des Kammerwassers ist gestört, wodurch es zu einer Schädigung des Sehnervs kommen kann. Die Behandlung des grünen Stars erfolgt zunächst mit Medikament und Augentropfen. Bei unzureichender Wirkung wird ein operativer Eingriff oder eine Laserbehandlung durchgeführt.

Artikelübersicht

Glaukom-OP - Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zum Glaukom

Das Glaukom wird auch als Grüner Star bezeichnet. Es handelt sich um eine Reihe von Erkrankungen des Auges, durch die den Augeninnendruck erhöhen. Dies führt nach und nach zu einer Schädigung des Sehnervs. In der schlimmsten Entwicklung kann das zur Erblindung führen.

Die Glaukom-Operation kann einer Verschlechterung des Zustands vorgebeugen.

Offenwinkel-und Engwinkel-Glaukom

Generell unterscheidet man das Offenwinkel- und das Engwinkel-Glaukom:

  • Das Offenwinkel-Glaukom ist die weitaus häufigere Form. Hier lässt das Sehvermögen des betroffenen Auges schleichend nach.
  • Das Engwinkel-Glaukom ist deutlich seltener. Es handelt sich dabei um eine akute Form des Glaukoms. Es geht mit dem sehr schmerzhaften Glaukomanfall einher und kann innerhalb kürzester Zeit zur Erblindung führen.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Das Glaukom ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit. Das Risiko für die Erkrankung steigt generell mit dem Alter. Etwa vier Prozent aller über 75jährigen leiden an einem Glaukom. Insgesamt geht man von etwa einer Million Glaukompatienten in Deutschland aus. Die Dunkelziffer ist jedoch sehr hoch.

Ein erhöhtes Glaukomrisiko besteht auch, wenn es bereits Glaukom-Fälle in der Familie gab. Die Erkrankung scheint teilweise erblich bedingt zu sein. Weitere Risikofaktoren sind

  • Schwankungen des Blutdrucks,
  • Durchblutungsprobleme,
  • Diabetes sowie
  • eine hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit.

Im Allgemeinen sollten alle Personen ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig ihre Augen kontrollieren lassen. Eine frühzeitige Diagnose ist durch

  • die Messung des Augeninnendrucks sowie
  • die Beurteilung des Sehnervs

möglich. Dann kann auch eine frühe Behandlung erfolgen und Schäden gering halten.

Querschnitt des Auges
Bei einem Glaukom ist der Augeninnendruck zu groß und drückt auf die Nerven im hinteren Bereich des Auges © svetazi | AdobeStock

Behandlung eines Glaukoms

Konservative Behandlung

Die Behandlung beginnt meist konservativ mithilfe von Augentropfen. Sie sollen den Augeninnendruck senken. Zu diesem Zweck gibt es eine Vielzahl an Präparaten mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Sie lassen sich zum Teil auch miteinander kombinieren.

Glaukom-Operation

Eine Glaukom-OP ist nötig, wenn

  • die Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen oder
  • der Patient die Medikamente nicht verträgt.

Dann ist der Sehnerv des Patienten in Gefahr und es besteht das Risiko auf Erblindung.

In den meisten Fällen wird eine solche Glaukom-OP des Auges ambulant und bei lokaler Betäubung durchgeführt. Unter Umständen kann auch eine Vollnarkose in Frage kommen, etwa

  • bei sehr ängstlichen oder nervösen Personen, die den Kopf nicht über längere Zeit stillhalten können,
  • bei Eingriffen an beiden Augen und
  • bei länger dauernden Operationen.

Wie lange der Eingriff dauert, hängt wesentlich von

  • der genutzten Technik bzw. dem Verfahren sowie
  • den individuellen anatomischen Voraussetzungen des Patienten

ab. Im Allgemeinen benötigt eine Operation mit Laser weniger Zeit als die chirurgische Variante. Nicht alle Formen des Glaukoms sind für eine Operation gleich gut geeignet. Hier wiegt der Arzt ab, welches Verfahren die besten Aussichten und die wenigsten Risiken für den Patienten hat.

Verschiedene Verfahren der Glaukom-OP

Das Verfahren zur Operation des Grünen Stars hängt von der genauen Diagnose und Ursache ab. Alle Methoden haben das Ziel, den Augeninnendruck durch

  • künstliche Abflüsse oder
  • eine verringerte Produktion von Kammerwasser

zu beeinflussen. Viele Verfahren werden heute mithilfe eines Lasers durchgeführt. Dann reicht im Allgemeinen ein örtliches Betäubungsmittel in Form von Augentropfen.

Vor der Glaukom-OP

Vor einer Glaukom-OP erkundigt sich der Arzt nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten. Damit kann er mögliche Risiken und Komplikationen ausschließen. So muss der Patient in den Tagen vor der Glaukom-OP einige Präparate absetzen. Dazu gehören etwa Substanzen zur Blutverdünnung.

Findet die OP in Vollnarkose statt, darf der Patient sechs Stunden vor der Narkose nicht mehr essen und trinken.

Es hängt von der Art des Eingriffs und der Narkose ab, ob diese ambulant oder stationär durchgeführt wird. Bei einer ambulanten Operation bleibt der Patient in der Regel nach dem Eingriff noch einige Stunden unter Beobachtung.

Vorrübergehende Abhilfe mit der Lasertrabekuloplastik

Weit verbreitet und besonders patientenfreundlich ist die Glaukom-OP mithilfe eines Lasers. Eine Lasertrabekuloplastik führt zu einer höheren Durchlässigkeit des Trabekelmaschenwerks im Auge. Das Trabekelmaschenwerk ist das Gewebe, durch das das Kammerwasser abfließt.

Der Laser verursacht kleine, punktförmige Löcher im Trabekelmaschenwerks. Dadurch entstehen in dem schwammartigen Gewebe viele kleine löchrige Narben. Sie verbessern den Abfluss des Kammerwassers. Die Wirkung dieser Glaukom-OP hält allerdings nur vorübergehend an.

Iridektomie und Iridotomie

Im Rahmen einer Iridektomie schneidet der Arzt ein kleines Loch in die Iris (Regenbogenhaut). Dadurch entsteht zwischen der vorderen und der hinteren Augenkammer eine Öffnung. Mittels dieses Kammerwasser-Durchflusses kann sich der Augeninnendruck regulieren.

Kommt dabei ein hochenergetischer Infrarot-Laser zur Anwendung, spricht man von einer Iridotomie. Dieses Verfahren ist heute Standard. Iridotomie und Iridektomie sind die Behandlung der Wahl beim Engwinkel-Glaukom.

Trabekulektomie

Die Trabekulektomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff. Auch hier soll der Augeninnendruck durch die Verbesserung Kammerwasserabflusses gesenkt werden.

Dabei schneidet der Arzt aus der Lederhaut des Auges einen Streifen als Ventil für den Abfluss. Das Kammerwasser fließt durch das neu geschaffene Abflussloch unter die Bindehaut. Der Körper resorbiert das Kammerwasser dann wieder.

Der Chirurg kann auch hier einen Laser nutzen. Dann spricht man von einer Trabekulotomie. Der Arzt nutzt den Laser, um sechs bis acht kleine Löcher für den Abfluss zu setzen.

Zyklophotokoagulation

Diese Methode der Glaukom-OP funktioniert anders. Hier ist das Ziel, weniger Kammerwasser zu produzieren. Auch das reduziert den Augeninnendruck.

Mittels Laserstrahl verödet der Arzt den Ziliarkörper (Strahlenkörper), der die Augenflüssigkeit produziert. Im Anschluss an die Durchführung dieses Eingriffs bildet sich im Ziliarkörper eine Narbe. Sie verhindert einen großen Teil der Kammerwasserproduktion. Die Narbenbildung dauert etwa sechs bis acht Wochen. Daher lässt sich der Erfolg der Operation erst etwa drei Monate nach dem Eingriff bewerten.

Die Operation kann auch mittels Kälte erfolgen (Kryokoagulation). Diese Methode ist aber nur extrem schweren Fällen vorbehalten.

Risiken und Prognose

Das OP-Risiko hängt von der verwendeten Technik sowie vom individuellen Zustand des Auges ab. Generell sind Komplikationen, wie zum Beispiel

  • Infektionen,
  • eine Störung der Wundheilung,
  • Gesichtsfeldausfälle oder
  • Nachblutungen

bei den verschiedenen Formen der Grüner-Star-Operation sehr selten. Verfahren, bei denen der Augapfel geöffnet wird, sind etwas risikoreicher als die Verfahren mittels Laser.

In manchen Fällen bleibt der Erfolg nach einem Eingriff auch aus. Dann kann eine weitere chirurgische Korrektur nötig sein.

Komplikationen lässt sich durch eine effektive Nachsorge weitgehend vorbeugen. Sie sollten etwa engmaschige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Damit lassen sich

  • Komplikationen frühzeitig erkennen und behandeln und
  • der Erfolg der Glaukom-OP beurteilen.

Die von einem Glaukom verursachten Schäden lassen sich nicht rückgängig machen. Auch eine OP kann hier nicht helfen. Die Glaukom-OP verlangsamt oder stoppt lediglich eine Verschlechterung. Die Sehfähigkeit wird sich durch den Eingriff also nicht verbessern.

Nach der Operation des Grünen Stars

Für die Zeit nach der Glaukom-OP verschreibt der Arzt meist Medikamente in Form von Tropfen oder Salben. Hier müssen Sie genau den Anweisungen des Arztes folgen. Um die Belastung für die Patienten möglichst gering zu halten, verordnet der Arzt dem Patienten häufig Schmerzmittel.

Im Rahmen der Nachsorge sind

  • die regelmäßige Einnahme der entsprechenden Medikamente nach Vorschrift sowie
  • die Einhaltung der Kontrolltermine beim Arzt

von großer Wichtigkeit.

Wenn zuhause

  • Fieber,
  • Blutungen oder
  • Schmerzen

auftreten, sollten Sie schnell Kontakt mit dem behandelnden Arzt aufnehmen.

Fazit

Das Glaukom ist eine ernstzunehmende Augenerkrankung, bei der der Augeninnendruck eine zentrale Rolle spielt und langfristig zu einer Schädigung des Sehnervs führen kann. Beim grünen Star entsteht häufig ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers, wodurch sich der Augeninnendruck erhöht und das Auge dauerhaft belastet wird. Ziel jeder Behandlung des Glaukoms ist es, den Augeninnendruck zu senken und den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern, um eine weitere Schädigung zu verhindern. Wie sieht die Behandlung bei grünem Star konkret aus?

Die Therapie beginnt meist medikamentös mit Augentropfen oder einem geeigneten Medikament, doch bei fortschreitendem Glaukom wird häufig eine Operation oder ein Eingriff notwendig. Dabei wird operativ ein künstlich geschaffener Abflussweg für das Kammerwasser angelegt oder das Trabekelwerk verbessert, sodass das Kammerwassers besser abfließen kann. Moderne Verfahren wie Trabekulektomie, Kanaloplastik oder Lasertrabekuloplastik ermöglichen es, den Augeninnendruck gezielt zu senken und das Sehvermögen zu stabilisieren. Viele Eingriffe können ambulant durchgeführt werden und erfolgen unter örtlicher Betäubung.

Beim Glaukom ist es entscheidend, den erhöhten Augeninnendruck frühzeitig zu erkennen, da ein unbehandelter Druckanstieg zu Sehverlust oder sogar zur Erblindung führen kann. Ein Glaukomanfall stellt dabei eine akute Form dar, bei der der Augeninnendruck stark erhöht ist und sofort behandelt werden muss. Die Schädigung des Sehnervs und der Netzhaut kann irreversibel sein, weshalb regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt und eine konsequente Therapie unerlässlich sind.

Die Behandlung des grünen Stars umfasst sowohl konservative als auch operative Maßnahmen, wobei der Abfluss für das Kammerwasser im Fokus steht. In der Augenheilkunde kommen neben Augentropfen auch Laserverfahren und minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz, um den Abflussweg für das Kammerwasser zu optimieren. Dabei wird häufig die vordere Augenkammer behandelt, um das Abfliessen zu erleichtern und den Augeninnendrucks dauerhaft zu senken.

Zusammenfassend ist das Glaukom eine komplexe Erkrankung des Auges, bei der der Augeninnendruck, das Kammerwasser und der Abfluss eng miteinander verbunden sind. Nur durch eine frühzeitige Diagnose, eine individuell angepasste Behandlung des Glaukoms und eine gute Nachsorge kann die Sehkraft erhalten werden.

FAQ

Was ist ein Glaukom (grüner Star)?

Das Glaukom ist eine Augenerkrankung, bei der ein erhöhter Augeninnendruck den Sehnerv schädigen kann. Ursache ist meist ein gestörter Abfluss des Kammerwassers in der vorderen Augenkammer. Unbehandelt kann dies zu Gesichtsfeldausfällen und Sehverlust führen.

Wann ist eine Operation beim Glaukom notwendig?

Eine Operation wird notwendig, wenn Augentropfen oder andere Medikament den Augeninnendruck nicht ausreichend senken. Ziel des Eingriffs ist es, einen besseren Abfluss für das Kammerwasser zu schaffen und so den Druck im Auge zu reduzieren.

Welche Operationsmethoden gibt es?

Zu den häufigsten Verfahren zählen Trabekulektomie, Kanaloplastik, Trabekulotomie sowie der Einsatz von Stents. Auch Laserverfahren wie die Lasertrabekuloplastik gehören zur Behandlung des Glaukoms. Diese Methoden verbessern den Abfluss des Kammerwassers und senken den Augeninnendruck.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Operation erfolgt meist ambulant und unter örtlicher Betäubung. Dabei wird ein künstlicher Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen oder das Trabekelwerk verbessert. Der Eingriff ist in der Regel schonend und dauert nur kurze Zeit.

Welche Risiken bestehen bei einer Glaukom-OP?

Wie bei jeder Operation können Komplikation wie Blutungen oder Schmerzen auftreten. Auch Wundheilungsstörungen sind möglich. Regelmäßige Nachsorge und Kontrolltermine beim Augenarzt sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu sichern.