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Behandlung · Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG)

Weisheitszahn-OP - Medizinische Experten

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand:

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Entscheidung
Ob Weisheitszähne entfernt werden sollten, richtet sich nach dem zahnärztlichen Befund und der Diagnose.
Ablauf
Die Weisheitszahn-OP wird in den meisten Fällen ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Dauer
Die Operation dauert je nach Schwierigkeit etwa 15 bis 30 Minuten pro Zahn.
Kosten
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Extraktion, wenn der Zahn nicht erhaltungswürdig ist.
Fachgebiet
Für die Operation kommen die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und die Oralchirurgie infrage.

Eine Weisheitszahn-OP ist die operative Entfernung eines hinteren Zahns, der Beschwerden verursacht oder nach zahnärztlichem Befund behandelt werden muss. Der Eingriff erfolgt meistens ambulant unter örtlicher Betäubung.

Liegt der Zahn noch im Kiefer, werden das Zahnfleisch geöffnet und der Zahn freigelegt. Nach der Operation können Schmerzen und Schwellungen auftreten. Auch die Mundöffnung kann vorübergehend eingeschränkt sein.

Ärztliche Beratung zur Weisheitszahn-OP anhand eines Kiefermodells

Bild KI generiert

Was ist eine Weisheitszahn-OP?

Im bleibenden Gebiss bildet jeder Weisheitszahn den hintersten Backenzahn einer Zahnreihe. Er kann im Oberkiefer oder Unterkiefer liegen. Nicht bei jedem Menschen sind Weisheitszähne angelegt. Vorhandene Zähne können nur teilweise oder gar nicht durchbrechen.

Bei einer Weisheitszahn-OP wird ein solcher Zahn operativ entfernt. Das unterscheidet sie vom einfachen Ziehen eines bereits zugänglichen Zahns. Liegt der Weisheitszahn noch im Kieferknochen, muss die Ärztin oder der Arzt zunächst einen Zugang zum Weisheitszahn schaffen.

Die Behandlung gehört zur zahnärztlichen Chirurgie. Diese umfasst auch weitere Eingriffe an Zähnen und dem umgebenden Gewebe. Hier geht es um die Entfernung von Weisheitszähnen.

Wann müssen Weisheitszähne entfernt werden?

Eine Weisheitszahn-OP kommt infrage, wenn ein zahnärztlich festgestellter Befund die Entfernung erforderlich macht. Entscheidend sind die Diagnose und die individuelle Situation des Zahns. Seine Lage allein beantwortet noch nicht, ob Weisheitszähne gezogen werden sollten.

Bei einem beschwerdefreien, gesunden und nicht durchgebrochenen Zahn ist die Entscheidung schwieriger. Ob seine vorsorgliche Entfernung langfristig günstiger ist als das Belassen, lässt sich anhand der bisherigen Studien nicht sicher bestimmen.

Der Zahnarzt beurteilt den konkreten Befund und den erwarteten Nutzen. Auch das persönliche Risiko fließt in die Entscheidung ein. Schmerzen oder andere Auffälligkeiten können Anlass für eine Untersuchung sein, ersetzen aber nicht die zahnärztliche Diagnose.

Wie bereiten Sie sich auf die Weisheitszahn-OP vor?

Vor dem Eingriff benötigt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Zahnarzt vollständige Angaben zu Ihrer Gesundheit. Nennen Sie auch frei verkäufliche und nur gelegentlich eingenommene Medikamente.

  • Vorerkrankungen: bestehende körperliche Erkrankungen angeben
  • Allergien: bekannte Reaktionen auf Medikamente oder andere Stoffe nennen
  • Blutgerinnungsstörungen: bestehende Störungen offenlegen
  • Medikamente: sämtliche Präparate einschließlich Blutverdünner aufführen

Diese Angaben sind vor einer Operation erforderlich. Welche Betäubung geeignet ist, bespricht die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgin oder der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg vorab mit Ihnen.

Üblicherweise genügt eine lokale Betäubung, also die Betäubung des Operationsgebiets. Eine Vollnarkose ist nicht der Standard. Ob sie im Einzelfall medizinisch sinnvoll ist, richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation und wird vor dem Eingriff geklärt.

Wie läuft die Entfernung der Weisheitszähne ab?

Die operative Entfernung von Weisheitszähnen erfolgt gewöhnlich ambulant. Liegt ein Zahn noch im Kiefer, wird er über das Zahnfleisch und den umgebenden Knochen zugänglich gemacht.

  1. Betäubung: Das Operationsgebiet wird in der Regel örtlich betäubt.
  2. Zugang: Die Ärztin oder der Arzt öffnet das Zahnfleisch über dem Zahn.
  3. Freilegung: Der im Kiefer liegende Zahn wird im Knochen freigelegt.
  4. Entfernung: Anschließend wird der Weisheitszahn aus dem Kiefer entfernt.

Die örtliche Betäubung soll den Eingriff im Operationsgebiet schmerzfrei ermöglichen. Eine Zahnbehandlung mit Narkose unterscheidet sich von diesem üblichen Vorgehen.

Wie lange dauern Operation und Wundheilung?

Wie lange eine Weisheitszahn-OP dauert, hängt von der Lage des Zahns und vom Umfang des Eingriffs ab. Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie nennt etwa 15 bis 30 Minuten pro Weisheitszahn. Werden mehrere Zähne gezogen, lässt sich daraus keine pauschale Gesamtdauer ableiten.

Der übliche Eingriff findet ambulant statt. Ein stationärer Aufenthalt ist dabei nicht vorgesehen. Die Wundheilung dauert laut Fachgesellschaft etwa eine Woche. Wie lange Sie sich schonen müssen, hängt vom Umfang der Operation ab.

Nach der Operation können eine Schwellung und eine eingeschränkte Mundöffnung auftreten.

Konkrete Vorgaben zu Essen und Trinken, darunter dazu, was in den ersten Tagen nach der Operation gegessen und wie gekaut werden darf, richten sich nach dem individuellen Verlauf. Das gilt ebenfalls für das Zähneputzen, körperliche Belastung und die Einnahme von Schmerzmitteln. Beachten Sie dazu die Anweisungen der operierenden Praxis.

Welche Komplikationen sind möglich?

Vorübergehende Beschwerden nach der Entfernung sind nicht automatisch eine Komplikation. Schmerzen und Schwellung können als Reaktion auf den Eingriff auftreten. Auch eine eingeschränkte Mundöffnung ist möglich.

  • Schmerzen: Beschwerden an der Operationsstelle
  • Schwellung: Reaktion des Gewebes nach dem Eingriff
  • Eingeschränkte Mundöffnung: vorübergehend erschwertes Öffnen des Mundes
  • Gefühlsstörung: mögliches dauerhaftes Problem nach einer Nervenverletzung

Bei bis zu 1 von 100 behandelten Menschen bleiben dauerhafte Probleme zurück. Dazu zählen Gefühlsstörungen und Schäden an Nachbarzähnen. Das individuelle Risiko hängt unter anderem von der Lage des Zahns zum Unterkiefernerv ab.

Ziel der Operation ist es, einen nach Befund problematischen Zahn zu entfernen. Eine allgemeine Erfolgsquote ist nicht angegeben. Bei einem symptomfreien, gesunden und nicht durchgebrochenen Weisheitszahn bleibt unklar, ob die vorsorgliche Operation langfristig mehr nützt als das Belassen.

Welche Alternativen gibt es zur vollständigen Entfernung?

Das Belassen des Zahns oder eine Koronektomie können je nach Befund Alternativen zur vollständigen Entfernung eines Weisheitszahns sein. Bei der Koronektomie wird nur die Zahnkrone entfernt. Die Zahnwurzel verbleibt im Kiefer.

Die Möglichkeiten unterscheiden sich nach Ausgangslage und erwartetem Risiko.

VerfahrenFür wen kommt es infrage?Vorteile und Grenzen
Vollständige EntfernungBei einem behandlungsbedürftigen Befund nach zahnärztlicher DiagnoseDer Zahn wird vollständig entfernt; dauerhafte Gefühlsstörungen oder Schäden an Nachbarzähnen sind möglich.
KoronektomieBei einem festsitzenden Unterkiefer-Weisheitszahn, besonders bei hohem Risiko für den UnterkiefernervDie Krone wird entfernt. In einer Übersichtsarbeit war das Risiko einer Nervenverletzung geringer als nach vollständiger Entfernung.
Zahn belassenBei einem beschwerdefreien, gesunden und nicht durchgebrochenen ZahnEine Operation entfällt zunächst. Welche Möglichkeit langfristig besser ist, lässt sich anhand der Studien nicht sicher bestimmen.

Was zahlt die Krankenkasse?

Ist ein Zahn nicht erhaltungswürdig, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse seine Extraktion als zahnmedizinische Behandlung. Bei zusätzlichen oder gewünschten Leistungen sollte vor der Behandlung feststehen, welchen Anteil Sie privat bezahlen müssen.

Für privat zu zahlende medizinische Zusatzleistungen gibt es keine allgemeingültige Preisliste. Deshalb lässt sich kein üblicher Gesamtpreis für eine Weisheitszahn-OP angeben. Übernimmt die Krankenversicherung die Behandlung nicht, muss die Praxis die voraussichtlichen privaten Kosten vorab möglichst genau beziffern.

Verlangen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag und nach der Behandlung eine Rechnung. Ein zahnärztlicher Kostenvoranschlag ist keine Preisgarantie. Nur in begründeten Fällen darf die Rechnung um bis zu 20 Prozent davon abweichen.

Privatversicherte sollten den Kostenvoranschlag vorab mit ihrer Versicherung besprechen. Sie bezahlen eine Zahnbehandlung in der Regel zunächst selbst und reichen die Rechnung anschließend zur Erstattung ein.

Eine medizinisch nicht notwendige Wunsch-Vollnarkose bei Kindern ist ein Sonderfall: Die Eltern müssen sie selbst bezahlen. Ist die Vollnarkose medizinisch notwendig, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Welche Ärztinnen und Ärzte führen die Weisheitszahn-OP durch?

Weisheitszähne operieren Fachärztinnen und Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Auch Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Weiterbildung in Oralchirurgie sind für Operationen an Zähnen und dem umgebenden Kieferbereich ausgebildet.

Eine geeignete Praxis erläutert nachvollziehbar, warum die Operation empfohlen wird und welche Betäubung infrage kommt. Auch Ihr persönliches Risiko sollte Teil des Gesprächs sein. Bei privaten Leistungen gehört eine Kostenaufstellung vor Behandlungsbeginn dazu.

Diese Fragen können Sie im Erstgespräch stellen:

  • Warum sollte dieser Weisheitszahn entfernt werden?
  • Kann ein beschwerdefreier Zahn im Kiefer bleiben?
  • Reicht eine örtliche Betäubung aus?
  • Wie nah liegt der Zahn am Unterkiefernerv?
  • Kommt eine Koronektomie als Alternative infrage?

Spezialistinnen und Spezialisten für Weisheitszahn-Operationen finden Sie im Anschluss an diesen Text.

Häufige Fragen zur Weisheitszahn-OP

Hat jeder Mensch Weisheitszähne?

Nein, Weisheitszähne sind nicht bei allen Menschen angelegt. Vorhandene Weisheitszähne können teilweise oder gar nicht durchbrechen.

Sollte ein beschwerdefreier Weisheitszahn vorsorglich entfernt werden?

Das lässt sich nicht allgemein empfehlen. Für einen gesunden, beschwerdefreien und nicht durchgebrochenen Weisheitszahn ist die Studienlage zur vorsorglichen Entfernung gegenüber dem Belassen unzureichend.

Brauche ich für eine Weisheitszahn-OP eine Vollnarkose?

Meistens nicht, denn die Entfernung erfolgt gewöhnlich unter örtlicher Betäubung. Welche Betäubungsart persönlich geeignet ist, wird vor dem Eingriff besprochen.

Wie lange dauert eine Weisheitszahn-OP?

Die Dauer hängt von der Schwierigkeit des Eingriffs ab. Als Richtwert nennt die Fachgesellschaft etwa 15 bis 30 Minuten pro Zahn.

Wie lange dauert die Heilung nach der Operation?

Die Wundheilung dauert etwa eine Woche. Die notwendige Schonzeit richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs.

Gibt es bei einem Zahn nahe am Nerv eine Alternative?

Ja, bei einem festsitzenden Unterkiefer-Weisheitszahn kann eine Koronektomie infrage kommen. Dabei wird nur die Zahnkrone entfernt. Bei hohem Risiko für den Unterkiefernerv verringerte dieses Vorgehen in einer Übersichtsarbeit das Risiko einer Nervenverletzung.

Welche dauerhaften Risiken bestehen?

Dauerhafte Folgen betreffen bis zu 1 von 100 Menschen. Möglich sind Gefühlsstörungen oder Schäden an Nachbarzähnen.

Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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Quellen

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