Die Brustuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Brustkrebs. Frauen sollten ihre Brüste regelmäßig abtasten, um Veränderungen früh zu bemerken. Die Selbstuntersuchung der Brust ergänzt die ärztlich durchgeführte Untersuchung beim Frauenarzt oder der Frauenärztin.
Je nach Alter und Risikofaktor kommen zusätzlich Ultraschall oder Mammographie zum Einsatz. Das Abtasten der Brust umfasst auch die Achselhöhle und die Brustwarze, da dort ebenfalls Auffälligkeiten auftreten können. Eine früh erkannte Veränderung im Brustgewebe verbessert die Heilungschancen deutlich. Bei unklaren Befunden sollte zeitnah eine weitere Brustuntersuchung erfolgen.
Definition Brustuntersuchung
Bei der Tastuntersuchung der Brust untersucht der Arzt beide Brüste, die Achseln, Achselhöhlen sowie die zugehörigen Lymphknoten. Dies erfolgt durch Tasten mit Handflächen und Fingern, entweder durch Selbstuntersuchung oder klinisch durch Ihren Arzt.
Veränderungen im Brustgewebe, die Sie selbst feststellen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt. Der hierfür zuständige Experte ist der Frauenarzt beziehungsweise der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Gründe für eine Tastuntersuchung der Brust
Die Früherkennung von Brustkrebs ist der primäre Grund für die Untersuchung Ihrer Brust. Nur selten äußern sich bösartige Veränderungen im Gewebe durch Schmerzen.
Tief liegende Knoten werden ohne gezieltes Abtasten nicht wahrgenommen und können sich unerkannt vergrößern. Daher ist es wichtig, dass Sie auf Abweichungen achten, die Ihnen an Ihren Brüsten auffallen. Das Erkennen von Krebstumoren in einem frühen Stadium sind die besten Voraussetzungen für eine Heilung.
Tumore im Brustgewebe sind häufig trügerisch, weil sie meist über einen langen Zeitraum hinweg keine Beschwerden verursachen. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Kontrolle, einerseits durch Sie selbst und andererseits durch Ihren Gynäkologen.
Neben den klassischen tastbaren Knoten in der Brust gibt es weitere Aspekte, die für eine Untersuchung wichtig sind:
- Veränderung der Brustgröße
- Dauerhafte Rötung der Haut
- Austreten von Flüssigkeit aus der Brustwarze
- Unterschied bei der äußeren Form einer Brust im Vergleich zur anderen beim Heben beider Arme
- wiederkehrendes Schuppen der Haut
- Einziehen von Brustwarze oder Brusthaut an einer einzelnen Stelle
- Hautbild ähnelt teilweise dem einer Orangenschale
Methoden der Brustuntersuchung
Der Begriff Brustuntersuchung ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen der Untersuchung.
Die unterschiedlichen Methoden umfassen vor allem:
- Selbstabtastung der Brust
- Klinische Untersuchung durch Abtasten beim Facharzt
- Taktile Brustuntersuchung durch blinde oder sehbehinderte Menschen
- Mammografie
- Selbstabtastung
Die Selbstuntersuchung Ihrer Brust nehmen Sie an sich selbst vor. Sie stehen dazu im Idealfall vor einem gut beleuchteten Spiegel und betrachten ihre unbekleideten Brüste aus mehreren Positionen. Achten Sie hierbei auf jede Veränderung im Vergleich zur letzten Selbstbetrachtung.
Anschließend tasten sie mit der Handfläche nacheinander ihre Brüste ab. Ziel ist das Erkennen von Gewebeveränderungen, beispielsweise Knoten oder Farbabweichungen. Achten Sie nicht nur auf die Brust und die Brustwarzen, sondern auch auf die Achseln und die Achselhöhlen.
Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Sie beim Tasten auf zahlreiche Dellen und Erhebungen stoßen. Hierbei handelt es sich häufig um Brustdrüsengewebe. Mit Erfahrung und Regelmäßigkeit merken Sie mit der Zeit den Unterschied. Die genaue und detaillierte Vorgehensweise der Selbstuntersuchung erklärt Ihnen Ihr Gynäkologe gerne. Ein sinnvoller Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist zwischen dem dritten und dem siebten Tage nach Beginn der Menstruation. Hier weist Ihre Brust den geringsten Anteil an geweblichen Veränderungen auf, die hormonell bedingt sind. Tasten Sie Ihre Brust immer zur gleichen Zeit des Zyklus ab, um eine sinnvolle Vergleichsbasis zu haben.

- Klinische Untersuchung
Die klinische Untersuchung nimmt Ihr Frauenarzt vor. Diese Tastuntersuchung ist Bestandteil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung. Ab dem 30. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Ihr Arzt untersucht beide Brüste, die Achseln und Achselhöhlen und berücksichtigt beim Abtasten auch die Lymphknoten.
Die Untersuchung umfasst eine Beratung zum Ergebnis und eine Anleitung zur Selbstuntersuchung.
- Taktile Brustuntersuchung
Im Rahmen der Früherkennung von Brustkrebs besteht zunehmend das Angebot einer taktilen Brustuntersuchung, die blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen vornehmen. Diese Menschen verfügen über einen sehr gut entwickelten Tastsinn. Sie haben in einer medizinischen Schulung gelernt, bereits kleinste Gewebeveränderungen in der Tiefe zu ertasten. Geringe Veränderungen können sie auf diese Weise frühzeitig erkennen.
Sprechen Sie Ihren Gynäkologen auf eine medizinische Tastuntersuchung an. Viele private Krankenkassen bieten eine Kostenübernahme im Rahmen der Zusatzleistungen an.
- Mammografie
Die Mammografie (lat.: mamma = weibliche Brust, griech.: graphein = zeichnen) ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Ärzte empfehlen sie bei Verdacht auf einen krankhaften Prozess in der Brust. Vor allem wenn andere Verfahren keine Aufklärung ermöglichen.
Darüber hinaus können Sie vom 50. bis zum 69. Lebensjahr eine Mammografie im Rahmen der kostenfreien Krebsvorsorge vornehmen. Die Untersuchung ist freiwillig. Mammografien dienen ebenso der Nachsorge nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung.

Nachsorge bei einer Tastuntersuchung der Brust
Für den Zeitraum nach der Tastuntersuchung gibt es für Sie als Patientin nichts zu beachten. Die Folgeuntersuchungen betreffen ausschließlich Frauen, die keine weiteren Symptome aufweisen. Bei Verdacht auf ein Mammakarzinom (Brustkrebs) ist ein sofortiger Untersuchungstermin selbstverständlich.
Eventuelle Risiken bei einer Brustuntersuchung
Beim Abtasten der Brust bestehen für Sie keine Risiken. Im Gegenteil: Risiken entstehen in erster Linie durch ein Vermeiden von Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt. Ohne die Brustuntersuchung können Ärzte einen Tumor im Gewebe nicht erkennen.
Bei der Mammografie besteht wie bei jeder Röntgenuntersuchung das Risiko, das Erbgut in den Zellen zu schädigen. Das Risiko ist jedoch äußerst gering.
Fazit
Die Tastuntersuchung der Brust gehört für Frauen zu den wichtigsten Punkten der Brustkrebsvorsorge. Wenn Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Brust selbst abtasten, sind Sie im Bereich der Früherkennung auf der sicheren Seite. Sie werden zusätzlich von Ihrem Facharzt für Gynäkologie durch regelmäßige klinische Untersuchungen und Mammografien unterstützt.
FAQ
Warum ist die Brustuntersuchung wichtig?
Die Brustuntersuchung dient der Früherkennung von Brustkrebs und hilft, Veränderungen im Brustgewebe möglichst früh zu erkennen. Regelmäßiges Abtasten der Brüste sowie die Selbstuntersuchung der Brust können auffällige Bereiche früh sichtbar machen. Ergänzend erfolgen beim Frauenarzt oder der Frauenärztin Untersuchungen wie Ultraschall oder Mammographie. Wird Brustkrebs früh erkannt, steigen die Heilungschancen deutlich.
Wie tastet man die Brüste richtig ab?
Beim Brust abtasten sollten alle Bereiche der Brust sowie die Achselhöhle systematisch untersucht werden. Die eigene Brust wird dabei im Stehen und Liegen kontrolliert. Eine Anleitung zur Selbstuntersuchung hilft, die Selbstuntersuchung der Brust korrekt durchzuführen. Experten empfehlen, die Brust einmal im Monat abzutasten, um Auffälligkeiten oder tastbare Veränderungen früh zu bemerken.
Ab wann sind regelmäßige Brustuntersuchungen sinnvoll?
Frauen ab 30 Jahren sollten ihre Brüste regelmäßig untersuchen lassen und die Selbstuntersuchung durchführen. Ab einem Alter von 30 gehört die Tastuntersuchung beim Frauenarzt zur Vorsorge. Für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren beziehungsweise 50 bis 75 Jahren ist zusätzlich das Mammographie-Screening beziehungsweise das Programm zur Brustkrebs-Früherkennung vorgesehen. Die Krankenkasse übernimmt diese Untersuchungen entsprechend der geltenden Empfehlungen.
Wann werden Ultraschall oder Mammographie eingesetzt?
Eine Ultraschalluntersuchung der Brust wird häufig ergänzend durchgeführt, insbesondere bei dichtem Drüsengewebe oder auffälligen Befunden. Per Ultraschall lassen sich Veränderungen in der Brust häufig gut beurteilen. Die Mammographie unterstützt die Diagnose Brustkrebs und ist Bestandteil des Mammographie-Screening und Abtasten im entsprechenden Altersbereich. Bei Bedarf können auch MRT oder weitere Untersuchungen zur Abklärung erfolgen.
Wann sollte ich einen Termin beim Frauenarzt vereinbaren?
Ein Termin sollte vereinbart werden, wenn beim Abtasten der Brust Knoten, Veränderungen der Brustwarze oder andere Auffälligkeiten entdeckt werden. Auch bei einem erhöhten Risiko für Brustkrebs, familiären Risikofaktoren für Brustkrebs oder Beschwerden ist eine Untersuchung der Brust sinnvoll. Die taktile Brustuntersuchung, beispielsweise nach dem Konzept Discovering Hands, kann zusätzlich helfen, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen und auffällige Befunde weiter abklären zu lassen.
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
Mehr über den Fachautor →Quellen
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Mammographie-und-Co-Methoden-der-Brustkrebs-Frueherkennung,brustkrebs274.html
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/frueherkennung/brust-und-gebaermutterhalskrebsfrueherkennung/brustuntersuchung-was-wann-und-wie-2013622?tkcm=ab
https://www.discovering-hands.de/methodik/taktilographie
https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/vorsorge-beim-arzt/discovering-hands/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/brustkrebs/brust-abtasten/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/brustkrebs/mammografie/
https://www.mammadiagnostik-marburg.de/patienteninfo/brusterkrankungen-wissenswertes/nachsorge/
