Die Bindehautentzündung ist eine häufige Erkrankung am Auge, die viele Menschen mindestens einmal betrifft. Typische Symptome einer Bindehautentzündung sind ein gerötetes Auge, Jucken und ein unangenehmes Fremdkörpergefühl. Die Konjunktivitis kann durch Virus oder Bakterie ausgelöst werden und ist oft ansteckend. Auch eine Allergie kann eine Entzündung der Bindehaut verursachen. Je nach Ursache können die Symptome unterschiedlich stark auftreten und beide Augen betreffen. Eine frühzeitige Diagnose hilft, die passende Behandlung einzuleiten und Beschwerden zu lindern. Besonders wichtig ist es, eine Bindehautentzündung erkennen zu können, um eine Ansteckung zu vermeiden.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
Definition: Was ist eine Bindehautentzündung?
Eine Bindehautentzündung ist eine Augenkrankheit und heißt auch Konjunktivitis. Betroffen ist die Augenbindehaut (Konjunktiva).
Das ist die dünne Schleimhaut des Auges, die die Innenseite der Augenlider und zum Teil den Augapfel bedeckt. Bei einer Bindehautentzündung ist diese Bindehaut entzündet oder irritiert.
Prinzipiell lassen sich dabei zwei Arten von Bindehautentzündungen unterteilen:
- Ansteckende, infektiöse Bindehautentzündung (durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst), und
- Nicht-ansteckende, nicht-infektiöse Bindehautentzündung (meist auf Allergien oder äußere Einflüsse zurückzuführen)
Die Bindehaut hat viele Blutgefäße und reagiert auf Entzündungen und Reizungen mit einer verstärkten Durchblutung. Gerötete Augen sind daher das Hauptsymptom einer Bindehautentzündung.

Gerötete Augen sind das Hauptanzeichen für eine Bindehautentzündung © Birgit Reitz-Hofmann
Häufigkeit einer Bindehautentzündung
Die Bindehautentzündung ist eine der häufigsten Augenerkrankungen und der Hauptgrund für gerötete Augen.
Kinder und Säuglinge sind oft betroffen, da sich ansteckende Virusformen in Kindergärten und Schulen schnell verbreiten.
Ursachen einer Konjunktivitis
Eine Bindehautentzündung kann sowohl infektiöse als auch nicht-infektiöse Ursachen haben.
Die infektiöse Form der Bindehautentzündung ist sehr ansteckend und kann auf verschiedene Erreger zurückgehen.
Zu den möglichen ursächlichen Bakterien gehören unter anderem:
- Gonokokken
- Pneumokokken
- Staphylokokken und
- Chlamydien
Virale Erreger, die häufig eine Konjunktivitis auslösen, sind:
- Adenoviren
- Herpesviren
- Grippeviren und
- Zosterviren
Zu den häufigsten nicht-infektiösen Ursachen einer Konjunktivitis gehören Allergien und äußere Umweltreize. Diese Form der Bindehautentzündung ist nicht ansteckend. So können etwa Allergien auf Pollen, Nahrungsmittel oder Medikamente eine Bindehautentzündung hervorrufen.
Äußere Reize, die häufig für eine Konjunktivitis verantwortlich sind, sind vor allem:
- Zugluft (z.B. bei Autofahrten mit offenem Fenster)
- Fremdkörper oder Staub im Auge
- Rauch (z.B. beim Aufenthalt in stark verrauchten Räumen) oder
- Ultraviolettes Licht (z.B. beim Wintersport oder bei übermäßiger Sonnenexposition)
In einigen Fällen kann eine Bindehautentzündung auch als Begleiterscheinung anderer Augenerkrankungen auftreten.
Hierzu gehören etwa:
- Erkrankungen der Tränenwege, wie verengte oder verschlossene Tränenabflusskanäle
- Rezidivierende Augenentzündungen und
- Das „trockene Auge", das entsteht, wenn der natürliche Schutz auf der Augenoberfläche, der Tränenfilm, gestört ist
Symptome einer Bindehautentzündung
Eine Bindehautentzündung kann sich, je nach Ursache, durch verschiedene Symptome äußern. Das Hauptsymptom einer Bindehautentzündung sind wie beschrieben gerötete Augen. Die Bindehaut reagiert mit einer verstärkten Durchblutung ihrer vielen Blutgefäße auf Entzündungen und Reizungen.
Weitere häufig auftretende Symptome sind:
- Verstärkte Tränenproduktion
- Juckreiz oder Brennen im Auge sowie
- Druckgefühl am Auge
Darüber hinaus sind die Bindehaut und manchmal auch die Augenlider geschwollen. Das Auge kann ein wässriges, weißlich-gelbes, schleimiges oder eitriges Sekret absondern. Das kann vor allem morgens zu verklebten Augenlidern führen. Auch eine erhöhte Blend- bzw. Lichtempfindlichkeit ist möglich
Hinzu kommt oft ein Fremdkörpergefühl: Betroffene haben das Gefühl, dass sich im Auge Sandkörner befinden, die sich bei jedem Lidschlag reiben.
Diagnose einer Bindehautentzündung
Die Diagnose kann der Augenarzt leicht anhand der typischen Symptome stellen. Die reine Feststellung genügt aber nicht. Für eine zielführende Behandlung ist es notwendig, die Ursache und die Ausbreitung der Erkrankung zu identifizieren.
Dazu untersucht der Arzt das Auge und die Innenseite der Lider mit einer Spaltlampe. Sie ermöglicht, das Auge bei einer bestimmten Beleuchtung vergrößert zu betrachten. Des Weiteren untersucht er die Sehschärfe und gegebenenfalls auch den Augenhintergrund.
Bei Verdacht auf eine bakterielle Bindehautentzündung entnimmt der Arzt einen Abstrich von der Bindehaut. Danach erfolgt die Untersuchung des Abstrichs. Im Labor lässt sich feststellen, welcher bakterielle Erreger die Erkrankung verursacht. Ein solcher Bindehautabstrich kann auch eine durch Viren oder Allergien ausgelöste Bindehautentzündung ausschließen.
Ein Allergietest kann zudem klären, ob eine bestimmte Allergie die Konjunktivitis verursacht hat. Gegebenenfalls können auch weitere Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen. Sie dienen dann dem Ausschluss anderer schwerwiegender Augenkrankheiten als Ursache.
Behandlung einer Konjunktivitis
Die Behandlung einer Bindehautentzündung hängt von folgenden Faktoren ab:
- Schwere
- Verlauf und
- Auslöser der Erkrankung
Denn erst, wenn die Ursachen der Bindehautentzündung bekannt sind, kann der Augenarzt gezielt ein passendes Medikament verschreiben.
Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung kommen in der Regel antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben zum Einsatz. Sie sollen die Erreger abtöten. Eine schwere Bindehautentzündung kann der Arzt zusätzlich mit kortisonhaltigen Salben behandeln. Bei einer Entzündung infolge eines trockenen Auges können künstliche Tränenersatzmittel in Tropfen oder Gelform helfen.
Der Patient tropft sie in den Bindehautsack und trägt so zur Befeuchtung der Augenoberfläche bei. Diese Tränenersatzmittel helfen auch bei äußeren Reizen wie Staub, starke Sonneneinstrahlung oder Allergene. Eine allergiebedingte Bindehautentzündung lässt sich durch spezielle Augentropfen mit einem antiallergischen Wirkstoff behandeln. Zudem ist es in diesem Fall ratsam, die Substanzen, die die Allergie auslösen (Allergene) nach Möglichkeit zu meiden.
Ärzte behandeln eine durch Herpes- oder Zoster-Viren verursachte Bindehautentzündung in der Regel mit dem Wirkstoff Aciclovir. Er unterdrückt die Vermehrung der Viren. Ein Konjunktivitis, die im Rahmen einer Erkältung durch Erkältungsviren entsteht, benötigt meist keine Behandlung. Das bei einer Bindehautentzündung auftretende Brennen und Jucken in den Augen kann sich durch kalte Auflagen bessern. Dazu dienen etwa Wattepads oder Kompressen.
Vorbeugung einer Bindehautentzündung
Eine infektiös bedingte Bindehautentzündung lässt sich durch regelmäßiges Händewaschen vorbeugen. Vor allem nach dem Kontakt mit einem Menschen, der bereits unter einer Bindehautentzündung leidet, kann dies eine Ansteckung verhindern.
Leiden Sie unter einer Allergie, die eine Konjunktivitis auslöst, sollten Sie den allergieauslösenden Stoff (z.B. Tierhaaren) meiden. Gegen Allergene wie Pollen, die saisonal vorkommen, kann die rechtzeitige Einnahme antiallergischer Medikamente helfen.
Menschen mit trockenen Augen sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (etwa 1,5 bis 2 Liter täglich) achten. Sonnenbrillen schützen das Auge vor einer Bindehautentzündung durch starke Sonneneinstrahlung (etwa beim Skifahren), Staub, Rauch oder Zugluft.
Kontaktlinsen sollten Sie regelmäßig und sorgfältig säubern. Auch das Vermeiden einer Überanstrengung der Augen durch zu lange Computerarbeit oder Schlafmangel kann einer Bindehautentzündung vorbeugen.
Wann zum Arzt?
Bei einer Bindehautentzündung durch bekannte Ursachen wie Allergien, Erkältung, Zugluft oder Rauch ist kein Arztbesuch notwendig.
Betroffene können in diesem Fall Tränenersatzmittel verwenden und zunächst abwarten, ob die Beschwerden abklingen.
Hinter geröteten Augen können sich aber auch schwere Augenkrankheiten und bakterielle Infektionen verbergen, die eine qualifizierte Behandlung benötigen.
Daher sollten Sie bei den folgenden Beschwerden sofort einen Augenarzt aufsuchen:
- Klebriges gelbliches Sekret, das aus den Augenwinkeln kommt
- Sehstörungen, wie unscharfes Sehen oder plötzlich auftretende „blinde Flecken"
- Starke und tief liegende Augenschmerzen
- Begleitbeschwerden wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen
Fazit
Die Bindehautentzündung ist eine häufige Erkrankung der Bindehaut des Auges, die durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden kann. Eine ansteckende Bindehautentzündung entsteht meist durch Bakterien oder Viren, während eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung oft durch Allergien oder Reize verursacht wird. Wichtig ist, die Symptome einer Bindehautentzündung frühzeitig zu erkennen, da typische Symptome wie ein Auge gerötet, Jucken oder Sekret auftreten können. Besonders bei einer viralen Bindehautentzündung oder einer eitrige Bindehautentzündung ist Vorsicht geboten, da diese Form leicht übertragen werden kann.
Die Ursachen einer Bindehautentzündung sind vielfältig, und je nach Art der Bindehautentzündung unterscheiden sich auch Ursachen und Behandlung. Eine bakterielle oder virale Bindehautentzündung erfordert häufig eine gezielte Therapie mit antibiotikahaltige Augentropfen oder antibiotischen Augentropfen. Augentropfen oder Augensalben helfen dabei, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu unterstützen. In vielen Fällen heilt eine Bindehautentzündung in der Regel von selbst, dennoch sollte bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung eine ärztliche Behandlung erfolgen.
Auch einfache Hausmittel können unterstützend wirken, wobei Hygiene eine zentrale Rolle spielt. Handtücher und Waschlappen sollten nicht gemeinsam genutzt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Die Ursache für eine Bindehautentzündung kann zudem durch äußere Einflüsse entstehen, wenn Erreger ins Auge gelangen. Daher ist es wichtig, mögliche Auslöser zu kennen, die eine Bindehautentzündung verursachen oder eine ausgelöste Bindehautentzündung begünstigen.
Wenn erste Symptome auftreten oder weitere Symptome hinzukommen, sollte abgeklärt werden, um welche Art der Bindehautentzündung es sich handelt. Eine chronischen Bindehautentzündung oder eine anhaltende Beschwerde erfordert immer eine genauere Untersuchung. Die Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Bindehautentzündung und sollte individuell erfolgen.
Zusammenfassend gilt: Eine Bindehautentzündung erkennen und richtig einschätzen ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Wann zum Arzt gegangen werden sollte, hängt von der Stärke der Symptome der Erkrankung ab. Die Bindehautentzündung sollte ernst genommen werden, auch wenn sie häufig harmlos verläuft. Mit der richtigen Therapie kann die Bindehautentzündung helfen, schnell zu heilen und Beschwerden effektiv zu lindern.
FAQ
Was sind typische Symptome einer Bindehautentzündung?
Typische Symptome einer Bindehautentzündung sind ein gerötetes Auge, Jucken, Brennen, Fremdkörpergefühl und verklebte Augenlider durch Sekret. Diese Symptome der Konjunktivitis können je nach Ursache unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Ist eine Bindehautentzündung ansteckend?
Eine infektiöse Bindehautentzündung, die durch Virus oder Bakterie verursacht wird, ist ansteckend. Besonders durch Handtücher und Waschlappen kann die Ansteckung schnell erfolgen, weshalb gute Hygiene wichtig ist.
Welche Ursachen hat eine Bindehautentzündung?
Die Ursachen einer Bindehautentzündung sind vielfältig. Häufig sind Viren oder Bakterien verantwortlich, aber auch Allergie, Reize oder Kontaktlinsen können eine Entzündung der Bindehaut auslösen.
Wie wird eine Bindehautentzündung behandelt?
Die Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung kommen antibiotische Augentropfen zum Einsatz, während bei einer allergischen Form antiallergische Mittel helfen.
Wann sollte man mit einer Bindehautentzündung zum Arzt?
Ein Augenarzt sollte aufgesucht werden, wenn die Symptome stark sind, länger anhalten oder sich verschlimmern. Auch bei Verdacht auf eine ansteckende Bindehautentzündung oder bei Kindern ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
