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Diabetische Retinopathie: Stadien, Makulaödem und Einfluss auf das Sehvermögen 

24.04.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Die diabetische Retinopathie ist eine der häufigsten Augenerkrankungen bei Diabetes mellitus und betrifft die Netzhaut im Auge. Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte werden die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Diese Erkrankung entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Besonders Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, an einer diabetischen Retinopathie zu erkranken.

In frühen Stadien kann die Erkrankung ohne Symptome verlaufen. Mit fortschreitendem Verlauf kommt es zu Blutungen, Schwellungen und Veränderungen der Netzhaut. Ein diabetisches Makulaödem kann zusätzlich das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt entscheidend, um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

ICD-Codes für diese Krankheit: H36

Kurzübersicht:

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut infolge von Diabetes. Geschädigte Blutgefäße führen zu Veränderungen im Auge und können das Sehvermögen beeinträchtigen. Man unterscheidet verschiedene Stadien, darunter die nichtproliferative und die proliferative Retinopathie. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann schwere Komplikationen verhindern.

Artikelübersicht

Symptome einer diabetischen Retinopathie

Bei der diabetischen Retinopathie besteht das Risiko, zu erblinden. Hohe Blutzuckerwerte begünstigen den Ausbruch und beeinflussen die Schwere der Krankheit. 

Der durchschnittliche Zeitraum bis zur Retinopathie beträgt bei Typ-1-Diabetikern fünf bis zehn Jahre nach Ausbruch des Diabetes. Typ-2-Diabetiker sind bereits bei der Diagnose gefährdet, da durch die jahrelange Latenz bereits strukturelle Schäden vorhanden sein können. 

Nach 20 Jahren liegt die Gefahr einer diabetischen Retinopathie bei Zuckerkranken bei etwa 90 Prozent. Insgesamt leiden in Deutschland mehr als 30 Prozent der Diabetiker an dieser Folgeerkrankung.

In der Entstehung verläuft die diabetische Retinopathie symptomfrei, sodass der Erkrankte die Existenz der Krankheit zunächst nicht bemerkt. 

Erst wenn die Retinopathie den gelben Fleck befallen hat, macht sich eine Sichtverschlechterung bemerkbar. In manchen Fällen hängt die Sichtverschlechterung auch mit einer Gefäßblutung zusammen.

Vergleich gesundes Auge und Auge mit diabetischer RetinopathieVergleich gesundes Auge und Auge mit diabetischer Retinopathie @ joshya /AdobeStock

Die verschiedenen Formen der diabetischen Retinopathie

Bei der diabetischen Retinopathie unterscheiden Experten mehrere Erscheinungsformen. Grundlegend unterscheiden sie zwischen einer nicht-proliferativen und einer proliferativen Retinopathie. Der Unterschied liegt darin, dass sich bei der proliferativen Form die Veränderungen auf die Retina beschränken. Bei der nicht-proliferativen Form hingegen schreiten die Schädigungen der Netzhaut fort. Die Übergänge sind fließend und verlaufen zumeist nach einem linearen Muster. In allen Phasen tritt in der Regel eine Schwellung im Bereich der Sinneszellen auf, das Makulaödem. 

Die nicht-proliferative Form beinhaltet vier Untergruppen.

  • Milde nichtproliferative diabetische Retinopathie

Bei einer diabetischen Retinopathie tritt mindestens ein Mikroaneurysma im Auge auf. Mikroaneurysmen sind kleine Ausbeulungen der Kapillaren in deren geschädigter Gefäßwand. In der milden Ausformung der Krankheit besteht lediglich ein einziges Mikroaneurysma.

  • Mäßige nichtproliferative diabetische Retinopathie

In diesem Stadium existieren bereits mehrere Mikroaneurysmen mit Blutungen und Fettablagerungen in den Gefäßen. Zudem kommt es schon zu vereinzelten Nervenfaser-Infarkten.

  • Schwere nichtproliferative diabetische Retinopathie

Zusätzlich zu den bereits genannten Veränderungen in der Netzhaut, ist hier eine Wandlung der Gefäßstruktur zu erkennen. Sie erhält ein perlschnurartiges Aussehen. Es kommt zu einer Blutunterversorgung. Die Zahl an Nervenfaser-Infarkten ist wesentlich höher.

  • Proliferative diabetische Retinopathie

Im schwersten Stadium der diabetischen Retinopathie besteht eine Gefäßneubildung in der Netzhaut. Im folgenden Verlauf findet eine Neubildung von sehr dünnwandigen Gefäßen in der Netzhaut statt. Nun sprechen Experten von einer schweren proliferativen diabetischen Retinopathie.

Auge mit Diabetischer Retinopathie nach AugenspiegelungAuge mit Diabetischer Retinopathie nach Augenspiegelung @ Dr_Microbe /AdobeStock

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren beinhalten jene einer Diabetes-Erkrankung

Hohe Blutzuckerwerte und Bluthochdruck ermöglichen die Einlagerung von Blutklumpen in den Gefäßen. Sie verhindern außerdem den ungestörten Transfer von Sauerstoff in die Netzhaut. Durch eine Störung im Fettstoffwechsel (Hyperlipidämie) haben Patienten mit Typ-2-Diabetes eine erhöhte Neigung zu Sichtverlust. 

Folgende Besonderheiten erhöhen die Gefahr einer diabetischen Retinopathie:

  • Hoher Blutdruck
  • Hohe Blutzuckerwerte
  • Nikotinkonsum
  • Schnelle Einbrüche des Blutzuckerspiegels
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Hormonelle Schwankungen (vor allem in der Pubertät)
  • Hyperlipidämie

Die Diagnose einer diabetischen Retinopathie

Eine Diagnose erfolgt im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung. Augenärzte können gefährliche Veränderungen an der Netzhaut in einem routinemäßigen Verfahren feststellen. 

Bei einer Augenspiegelung tropft der Augenarzt zunächst die Pupillen ein, damit sie sich weiten. Danach beleuchtet der Arzt die Augen mit einem Augenspiegel und vergrößert den Hintergrund des Auges mit einer Lupe. 

Um größere Areale zu erfassen, kommt die indirekte Augenspiegelung zum Einsatz. Hier hält der Augenarzt den Spiegel in größerer Entfernung. Bei geringerer Vergrößerung kann er so weite Bereiche des Augenhintergrundes untersuchen.

Vorsorge

Diabetespatienten müssen unbedingt zur regelmäßigen Kontrolle des Augenhintergrundes gehen. Ausschließlich Spezialisten haben die erforderlichen Messgeräte. 

Der Augenarzt ist in der Lage, eine Neigung zur diabetischen Retinopathie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch wenn der Patient noch keine Symptome hat. 

Geht der Patient verantwortungsvoll mit der Diabetes-Erkrankung um, kann er seine Netzhaut schützen. Diabetologen nutzen Blutzucker-Aufzeichnungen, um langfristige Therapiemaßnahmen zu entwickeln. Ziel ist es, den Werteverlauf zu normalisieren. 

Deshalb sollten Patienten über ihre Blutzuckerwerte Buch führen und diese regelmäßig von einem Spezialisten analysieren lassen. Durch eine gründliche Vorsorge können Schwankungen im Blutzucker minimiert werden. Dies kann die Schädigung der Netzhaut verzögern.

Behandlung einer diabetischen Retinopathie

Die Behandlung einer manifesten diabetischen Retinopathie gestaltet sich schwierig. Daher ist eine sorgfältige Prävention der Krankheit sehr wichtig.

Trotzdem gibt es Therapiemöglichkeiten. Augenärzte führen bei einer schweren nicht-proliferativen sowie bei einer proliferativen diabetischen Retinopathie eine Laserbehandlung (Argonlaserkoagulation) an der Netzhaut durch. 

Dadurch hat das betroffene Areal eine bessere Sauerstoffversorgung. Die Krankheit kann nicht voranschreiten. Eine Erblindung ist somit nicht möglich.

In allen anderen Fällen ist es jedoch nicht möglich, die Krankheit aufzuhalten. Vor allem wenn Ärzte die Veränderungen an der Netzhaut zu spät entdecken, ist eine Laserbehandlung nicht mehr erfolgversprechend. 

Deshalb sollten Sie im Falle einer Diabetes-Erkrankung bald einen Augenarzt aufsuchen und Ihren Augenhintergrund mindestens einmal pro Jahr kontrollieren lassen.

Fazit

Das Fazit zur diabetischen Retinopathie zeigt, dass diese Form der diabetischen Retinopathie eine ernsthafte Erkrankung der Netzhaut ist, die sich schleichend entwickelt und oft lange unbemerkt bleibt. Die nichtproliferative Retinopathie stellt dabei ein frühes Stadium dar, während die proliferativen Retinopathie mit neu gebildeten Gefäßen und einem erhöhten Risiko für Blutungen einhergeht. Im Verlauf der diabetischer Retinopathie kann es zu einer diabetischen Makulopathie kommen, die insbesondere die zentrale Sehschärfe beeinträchtigt.

Eine frühzeitige augenärztliche Untersuchung sowie die Untersuchung des Augenhintergrundes sind entscheidend, um Veränderungen an den Netzhautgefäßen und am Augenhintergrund rechtzeitig zu erkennen. Je früher die Retinopathie entwickelt erkannt wird, desto besser sind die Chancen, Schäden an der Netzhaut zu verhindern. Besonders bei Patienten mit Typ-2-Diabetes spielt die Kontrolle des HbA1c eine wichtige Rolle. Die Entwicklung einer diabetischen Retinopathie und Makulopathie kann durch eine gute Blutzuckereinstellung deutlich verlangsamt werden.

Moderne Verfahren wie die Laserbehandlung der Netzhaut sind ein zentraler Bestandteil der Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes. In fortgeschrittenen Fällen, insbesondere bei proliferativen diabetischen Retinopathie, kann es zu Blutungen in die Netzhaut oder sogar zu einer Blutung in den Glaskörper kommen. Auch eine Schädigung der zentralen Netzhaut mit bleibendem Verlust des Sehvermögens ist möglich. Der Einfluss auf das Sehvermögen ist daher erheblich und kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Neben der Diagnostik und Behandlung spielt auch die Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen eine wichtige Rolle. Regelmäßige Kontrollen in einer Augenklinik und die Zusammenarbeit mit Initiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Veränderungen sind sinnvoll. Auch andere Augenerkrankungen wie der grüne Star können zusätzlich auftreten und die Sehnerven schädigen. Insgesamt gilt: Anzeichen einer diabetischen Erkrankung sollten ernst genommen werden, da Schäden an der zentralen Netzhaut mit bleibendem Sehverlust verbunden sein können und das scharfe Sehen dauerhaft beeinträchtigt wird.

FAQ

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die durch Diabetes verursacht wird. Dabei werden die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt, was zu Blutungen, Ablagerungen und Schwellungen führen kann. Ohne Behandlung kann diese Augenerkrankung im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Was sind typische Symptome der diabetischen Retinopathie?

In frühen Stadien treten oft keine Beschwerden auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung kann das Sehvermögen beeinträchtigt sein, es kommt zu verschwommenem Sehen, Blutungen oder einem Makulaödem. Besonders die Sehschärfe kann deutlich abnehmen.

Wie wird die diabetische Retinopathie diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrundes. Dabei werden Veränderungen der Netzhaut, Mikroaneurysmen und Blutungen erkannt. Ergänzend können bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

Wie wird die diabetische Retinopathie behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Häufig kommt eine Laserbehandlung der Netzhaut zum Einsatz, um geschädigte Blutgefäße zu stabilisieren. In fortgeschrittenen Fällen kann eine Vitrektomie notwendig sein.

Kann man der diabetischen Retinopathie vorbeugen?

Eine gute Blutzuckereinstellung ist der wichtigste Faktor zur Prävention. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch ein gesunder Lebensstil kann das Risiko reduzieren.

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