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Epiretinale Gliose - Membranbildung, Symptome und Operation an der Netzhaut

28.04.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Die epiretinale Gliose ist eine häufige Erkrankung der Netzhaut, bei der sich eine feine Membran auf der Netzhautoberfläche bildet. Diese epiretinale Gliose kann das Sehen deutlich beeinträchtigen, da insbesondere die Makula betroffen ist. Bei der epiretinalen Gliose kommt es häufig zu verzerrtem Sehen und einer verminderten Sehschärfe. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und wird oft erst spät bemerkt.

Typische Symptome sind gerade Linien, die verzerren, sowie eine zunehmende Sehverschlechterung. Die Diagnostik erfolgt durch den Augenarzt mithilfe moderner Verfahren wie OCT und optischer Kohärenztomographie. Je nach Ausprägung kann eine Behandlung notwendig werden, insbesondere wenn das Sehvermögen stark eingeschränkt ist. In fortgeschrittenen Fällen wird die epiretinale Gliose operativ behandelt.

ICD-Codes für diese Krankheit: H35.38

Kurzübersicht:

Die epiretinale Gliose ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der sich eine Membran auf der Makula bildet.
Typische Symptome sind verzerrtes Sehen und eine reduzierte Sehschärfe.
Die Diagnose erfolgt durch moderne bildgebende Verfahren wie OCT.
Eine Operation kann notwendig sein, um die Membran zu entfernen und das Sehvermögen zu verbessern.

Artikelübersicht

Was ist eine epiretinale Gliose?

Bei der epiretinalen Gliose handelt es sich um eine Netzhauterkrankung, die vorrangig Menschen ab dem 50. Lebensjahr betrifft. Ein typisches Merkmal ist die Ablagerung von Zellen auf der Oberfläche der Netzhaut. Meist im Bereich der Makula, also am Punkt des schärfsten Sehens. 

Die epiretinale Gliose bezeichnen Experten daher auch als Macular Pucker. Zieht sich die Membran zusammen, kommt es zu einer Auffaltung der Netzhaut und die Sehschärfe lässt nach. Auch verzerrtes Sehen ist typisch für die epiretinale Gliose. 

Die Erkrankung entwickelt sich normalerweise sehr langsam und ohne erkennbaren Grund (primäre Gliose). Sie kann jedoch auch als Folge anderer Erkrankungen oder auch nach operativen Eingriffen auftreten (sekundäre Gliose).

Welche Fachärzte sind Spezialisten für die epiretinale Gliose?

Bei Verdacht auf epiretinale Gliose ist der Augenarzt immer der erste Ansprechpartner. Ist eine Operation erforderlich, überweist er den Patienten an eine Augenklinik oder an die entsprechende Fachabteilung.

Auch die hier tätigen Augenärzte können Spezialisten für die epiretinale Gliose sein. Sie haben nach Abschluss ihres Medizinstudiums eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Augenheilkunde absolviert. Anschließend durchlaufen sie eine zweijährige praktische Phase

Im Verlauf dieser Praxisphase erlernen sie die gängigen Operationstechniken. So auch mit OP-Techniken, die bei der Behandlung der epiretinalen Gliose zum Einsatz kommen.

Behandlungen wie Operation bei der Membran auf der Netzhaut sowie mögliche Komplikationen

Die Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Schon bei der Diagnose der epiretinalen Gliose greift der Augenarzt auf modernste Verfahren zurück.

Die optische Kohärenztomographie (OCT) untersucht die Netzhaut genau und stellt verschiedene Netzhautschichten dar, ohne das Auge zu berühren.

Optische CohärenztomographieDie Optische Kohärenztomographie ermöglicht es, die Netzhaut und deren Strukturen genau zu untersuchen @ Med Photo Studio /AdobeStock

Für die epiretinale Gliose gibt es keine medikamentöse Behandlung. Nur ein operativer Eingriff ist sinnvoll. Wann dieser Eingriff stattfindet, hängt vom individuellen Verlauf der Erkrankung ab. 

Bei geringer Beeinträchtigung der Sehkraft ordnet der Spezialist meist engmaschige Kontrollen an, um das Fortschreiten der Gliose zu protokollieren. Ist die Sehkraft stark gemindert, erfolgt zeitnah eine Operation. Dabei kommt eine mikrochirurgische Operationstechnik zum Einsatz wie die nahtlose Pars-plana-Vitrektomie. Dabei entfernen Ärzte die auf der Netzhaut befindliche Zellmembran vollständig. Experten haben die Technik in den letzten Jahren immer weiter verfeinert. Daher gilt sie als sehr sicher. 

Das Sehvermögen bessert sich in den meisten Fällen deutlich. Allerdings dauert es mehrere Monate, bis das Gehirn gelernt hat, die neuen Bilder korrekt zu interpretieren. 

Nach der OP benötigen Sie daher Geduld. Außerdem ist es ratsam, die Nachuntersuchungen in kurzen Abständen wahrzunehmen. Denn die Pars-plana-Vitrektomie erhöht das Risiko für eine Linsentrübung (Katarakt).

Fazit

Die epiretinale Gliose ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der sich eine Membran auf der Netzhautoberfläche bildet und zu Seh­störungen wie verschwommenes Sehen und Verzerrtsehen führen kann. Diese Form der Netzhauterkrankung, auch als Macular Pucker bekannt, betrifft vor allem den Bereich der Makula und damit die Netzhautmitte, die für scharfes Sehen entscheidend ist. Die epiretinale Gliose tritt häufig im hinteren Augenabschnitt auf und kann sich in unterschiedlichen Stadien entwickeln, wobei der Krankheitsverlauf individuell sehr verschieden ist.

Typische Symptome einer epiretinalen Gliose sind Metamorphopsie, also verzerrtes Sehen, sowie weitere Seh­störungen, die das Sehvermögens beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung und moderne bildgebende Verfahren wie die optische Kohärenztomographie oder SD-OCT, ergänzt durch Tests wie das Amsler-Gitter. In der Augenklinik oder im spezialisierten Augenzentrum werden Diagnose und Therapie individuell angepasst, wobei nicht jede epiretinale Gliose sofort behandelt werden muss. 

In frühen Fällen ist eine spontane Heilung möglich, während fortgeschrittene Formen eine operative Behandlung erforderlich machen können. Dabei wird im Rahmen einer Pars-Plana-Vitrektomie unter Betäubung die epiretinalen Membran durch ein sogenanntes Peeling entfernt, um die darunterliegende Netzhaut zu entlasten.

Medikamentös lassen sich solche Veränderungen nicht ausreichend behandeln, weshalb operative Verfahren zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten zählen.

Die Prognose hängt stark vom Verlauf der Erkrankung und dem Zeitpunkt der Behandlung ab, wobei eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist. Insgesamt zeigt sich, dass die epiretinale Gliose eng mit anderen Netzhauterkrankungen wie Makuladegeneration oder Netzhautablösungen verbunden sein kann und daher eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle unerlässlich ist.

FAQ

Was ist eine epiretinale Gliose?
Die epiretinale Gliose ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der sich eine epiretinale Membran auf der Netzhautoberfläche bildet. Diese Membran kann das Sehvermögen beeinträchtigen und führt häufig zu verzerrtem Sehen.

Welche Symptome treten bei einer epiretinalen Gliose auf?
Typische Symptome einer epiretinalen Gliose sind verschwommenes Sehen, verzerrte gerade Linien sowie eine reduzierte Sehschärfe. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu deutlicher Sehverschlechterung kommen.

Wie wird eine epiretinale Gliose diagnostiziert?
Die Diagnostik erfolgt durch den Augenarzt mithilfe der optischen Kohärenztomographie (OCT). Diese Untersuchung zeigt die epiretinale Membran und Veränderungen der Netzhaut im Bereich der Makula sehr genau.

Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird empfohlen, wenn die epiretinale Gliose das Sehvermögen stark beeinträchtigt. Der Eingriff erfolgt meist als Vitrektomie mit Entfernung der Membran von der Netzhaut.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Neben der operativen Behandlung gibt es in frühen Stadien oft keine medikamentöse Therapie. Wichtig ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle, um den Verlauf der Erkrankung zu beobachten und rechtzeitig zu handeln.

Medizinisches Spektrum

Spezialisierungen

Quellen

https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/kip/diabetes/diabetes-auge-kip.pdf
https://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/makula-degeneration/altersabhaengige-makuladegeneration/krankheitsbild/diagnose
https://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/12/amd-stand-2018.pdf