Blasenentleerungsstörungen - Spezialisten und Informationen

30.05.2024
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Jährlich leiden zahlreiche Menschen in Deutschland an akuten Blasenentleerungsstörungen. Unter diesem Begriff verstehen Mediziner Störungen, die in Verbindung mit der Blasenentleerung auftreten. Hierzu zählen: Erschwerte sowie unvollständige Entleerungen sowie besonders häufige oder seltene Entleerungen. Teilweise tritt aber auch ein unkontrolliertes Blasenentleeren auf.

Wenn Sie auch an diesen Symptomen leiden, sollten Sie diese dringend untersuchen lassen. Eine Blasenentleerungsstörung kann sich schnell zu einer Dysurie entwickeln. Dabei handelt es sich um eine häufig auftretende Begleiterscheinung von schweren Harnwegsinfekten. Diese Blasenentleerungsstörung äußert sich in der Regel durch starke Schmerzen während des Urinierens.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für Blasenentleerungsstörungen.

ICD-Codes für diese Krankheit: R39.1

Empfohlene Spezialisten für Blasenentleerungsstörungen

Artikelübersicht

Welche Ursache können Blasenentleerungsstörungen haben?

Eine Blasenentleerungsstörung kann zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. In der Praxis unterscheidet man hierbei zwischen mechanischen und neurogenen Ursachen.

  • Mechanische Ursachen

Wenn bei Ihnen eine mechanische Blasenentleerungsstörung auftritt, so befindet sich in Ihrem Harnweg ein Abflusshindernis. In der Regel handelt es sich dabei um Harnablagerungen oder einen Urinstein.

In seltenen Fällen kommt es jedoch ebenfalls zu einer Blasenentleerungsstörung aufgrund eines externen Abflusshindernisses. Auch eine Harnröhrenverengung kann die Ursache einer Blasenentleerungsstörung sein.

  • Neurogene Ursachen

Die zweite Gruppe von bekannten Ursachen für eine Blasenentleerungsstörung besteht aus neurogenen Faktoren. Treten bestimmte Faktoren ein, so spricht man in der Fachsprache von einer neurogenen Blase. Diese sind zum einen eine fehlerhafte Kontraktion der Blasenwand und zum anderen eine verzögerte Erschlaffung des Blasenspinkters.

Der Blasensphinkter ist ein  Verschlussmuskel, der dafür sorgt, dass Sie nicht unabsichtlich kleinere Mengen an Urin verlieren. Eine Störung des Blasensphinkters führt in der Regel zu Harninkontinenz (Blasenschwäche).

Bei einer Blasenschwäche urinieren Betroffene fortwährend und unkontrolliert kleinere Mengen. Treten beide Faktoren gemeinsam auf, so liegt meist eine geschädigte Nervenversorgung oder Koordination der Harnblase vor.

In der Regel liegt der neurogenen Blase eine Schädigung des Rückenmarks zugrunde. Weiterhin sind eine Schädigung des Nervengeflechts vor dem Kreuzbein sowie eine Blasenüberdehnung als mögliche Ursachen der neurogenen Blase bekannt.

Harndrang bei gesunder HarnblaseHarndrang bei gesunder Harnblase @ bilderzwerg /AdobeStock

Die Diagnose von Blasenentleerungsstörungen

Für die Diagnose einer Blasenentleerungsstörung bei Ihnen stehen einem Arzt mehrere unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Die Grundlage der Diagnose bildet dabei eine gründliche Körperuntersuchung.

In der Regel wird der Arzt Sie dazu auffordern, einen Beschwerdefragebogen auszufüllen. Darüber hinaus benötigt Ihr Arzt oftmals ebenfalls ein Miktionstagebuch für eine eindeutige Diagnose.

Darunter versteht man eine tabellarische Auflistung der Trinkmenge sowie der Urinmenge in jeder Stunde. Einige Fachärzte prüfen darüber hinaus ebenfalls die Funktionalität Ihres Schließmuskels sowie den Analreflex.

Sobald die körperlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, folgen Laboruntersuchungen wie die Urinuntersuchung. Ihr Arzt kann hierbei unter anderem eine Urinkultur anlegen. Durch das Anlegen einer Urinkultur erfährt der Arzt, welche Bakterien sich in Ihrem Urin befinden.

Eine bildgebende Untersuchung wie die Sonographie gibt hingegen Aufschluss über die Dicke Ihrer Niere und der Harnblasenwand. Darüber hinaus erkennt Ihr Arzt durch die Sonographie ebenfalls, ob sich Restharn in Ihrer Harnröhre befindet.

Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen leitet Ihr Arzt anschließend eine Therapie ab. Lassen sich dadurch keine Erfolge erzielen, muss Ihr Arzt ebenfalls eine Urodynamik durchführen.

Dabei untersuchen Ärzte mit Drucksonden und Elektroden die Funktionalität Ihrer Harnblase direkt. Mithilfe dieser Ergebnisse erfolgt eine eindeutige Diagnose über die Art der Störung sowie ihren Schweregrad.

Wie sieht die Behandlung von Blasenentleerungsstörungen aus?

Die Grundlage der Behandlung einer jeden Blasenentleerungsstörung ist eine umfassende Verhaltenstherapie. Aufgrund der Blasenentleerungsstörung sollten Sie die Flüssigkeitszufuhr stark reduzieren, um eine Überfüllung der Harnblase zu vermeiden.

Darüber hinaus trainieren Sie das willentliche Urinieren gemeinsam mit dem Arzt zu festgelegten Zeiten. Eine weitere Unterstützung sind Beckenbodengymnastik und eine medikamentöse Therapie.

Beckenbodentraining bei BlasenentleerungsstörungDie Beckenbodentherapie hilft bei Störungen der Blasenfunktion @ Kzenon /AdobeStock

So ist in 15 Prozent der Fällen eine vollständige Heilung und in 50 bis 70 Prozent eine Besserung der Symptome möglich.

Viele Ärzte setzen zur Unterstützung der Therapie ebenfalls Anticholinergika ein. Dabei handelt es sich um Medikamente, die eine Entspannung der Muskulatur zur Folge haben.

Auf diese Weise mindert sich die Stärke der Muskelkontraktionen an der Harnblase und die Harnblasenkapazität erhöht sich. Eine Besserung ist dann möglich, wenn Sie vor dem Erreichen Ihrer Harnblasenkapazität urinieren. 

Die Erhöhung der Harnblasenkapazität schafft den benötigten Freiraum für die Heilung.

Darüber hinaus setzen viele Ärzte ebenfalls Botulinumtoxin ein. Ärzte injizieren dieses Medikament in Ihren Körper. Dies führt zu einer mehrmonatigen Erhöhung der Harnblasenkapazität

Dieses Medikament kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine Therapie mit Anticholinergika nicht anschlägt. Neben diesen beiden Stoffen kommen zahlreiche weitere Medikamente zum Einsatz, welche die Nebenwirkungen von Botulinumtoxin oder Anticholinergika behandeln sollen.

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