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Netzhautablösung schnelles Handeln kann das Augenlicht retten
Melanie Al Tikriti, BSc ·
Plötzlich auftretende Lichtblitze, schwarze Punkte oder das Gefühl, als würde sich ein dunkler Vorhang über das Sichtfeld legen – solche Beschwerden sollten niemals unterschätzt werden. Sie können auf eine Netzhautablösung hinweisen, eine ernsthafte Augenerkrankung, die unbehandelt zum dauerhaften Verlust des Sehvermögens führen kann.
Eine Netzhautablösung ist zwar selten, aber auf jeden Fall ein augenärztlicher Notfall. Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten.

Die Netzhaut ist für das Sehen unverzichtbar
Die Netzhaut befindet sich an der Innenseite des Auges und enthält Millionen lichtempfindlicher Sinneszellen. Sie nimmt einfallendes Licht auf und wandelt es in elektrische Signale um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Erst dort entstehen die Bilder, die wir wahrnehmen.
Wenn sich jedoch die Netzhaut von ihrer darunterliegenden Versorgungsschicht ablöst, werden die Sinneszellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, und können so dauerhaft geschädigt werden. Im schlimmsten Fall, kann dadurch das Sehvermögen verloren gehen.
Kleine Risse können der Beginn sein
In den meisten Fällen beginnt eine Netzhautablösung mit einem kleinen Riss in der Netzhaut. Durch diesen gelangt Flüssigkeit unter die Netzhaut und hebt sie langsam von ihrer Unterlage ab. Oft entsteht ein solcher Riss durch altersbedingten Glaskörperveränderungen. Mit zunehmendem Alter verändert sich dessen Konsistenz und er kann an der Netzhaut ziehen. Dadurch entstehen kleine Einrisse, aus denen sich eine Netzhautablösung entwickeln kann.
Bestimmte Menschen sind häufiger betroffen
Nicht jeder Mensch besitzt das gleiche Risiko. Verschiedene Faktoren können eine Netzhautablösung begünstigen.
Dazu gehören:
- starke Kurzsichtigkeit
- höheres Lebensalter
- frühere Augenoperationen
- Augenverletzungen
- familiäre Vorbelastung
- Diabetes mellitus mit Netzhautschäden
- bereits durchgemachte Netzhautablösung am anderen Auge
Warnzeichen sollten niemals ignoriert werden
Da eine Netzhautablösung meist keine Schmerzen verursacht, werden erste Beschwerden häufig unterschätzt.
Typische Warnzeichen sind:
- plötzlich auftretende Lichtblitze
- neue schwarze Punkte oder „fliegende Mücken“
- Rußregen im Sichtfeld
- verschwommenes Sehen
- Schatten oder dunkler Vorhang im Blickfeld
- eingeschränktes Gesichtsfeld
- plötzliche Sehverschlechterung
Warum jede Stunde entscheidend sein kann
Ob das Sehvermögen erhalten bleibt, hängt entscheidend davon ab, wie schnell die Netzhaut wieder an ihrer ursprünglichen Position befestigt werden kann. Besonders kritisch wird es, wenn die Stelle des schärfsten Sehens – die sogenannte Makula – betroffen ist. Ist sie bereits abgelöst, verschlechtern sich die Aussichten auf eine vollständige Wiederherstellung des Sehvermögens deutlich.
Deshalb gilt: Je früher behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
So wird die Diagnose gestellt
Nach einem ausführlichen Gespräch untersucht der Augenarzt das Auge mit speziellen Instrumenten. Meist werden zuvor Augentropfen verabreicht, damit sich die Pupille erweitert und die Netzhaut vollständig beurteilt werden kann. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein, wenn die Sicht auf die Netzhaut beispielsweise durch Blutungen eingeschränkt ist. Dadurch lässt sich feststellen, ob bereits eine Ablösung vorliegt und wie groß sie ist.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich danach, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Kleine Netzhautrisse können häufig mit einer Laserbehandlung oder einer Kältetherapie verschlossen werden. Dadurch wird verhindert, dass sich die Netzhaut weiter ablöst. Ist bereits eine vollständige Netzhautablösung eingetreten, wird meist eine Operation notwendig. Je nach Befund kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, beispielsweise das Eindellen der Augenwand oder die Entfernung des Glaskörpers mit anschließender Stabilisierung der Netzhaut.
Auch nach der Behandlung sind Kontrollen wichtig
Nach einer Behandlung sind klarerweise regelmäßige augenärztliche Nachkontrollen notwendig. Viele Betroffene können ihr Sehvermögen weitgehend erhalten, wenn die Erkrankung rechtzeitig behandelt wurde. Dennoch kann es einige Zeit dauern, bis sich das Auge vollständig erholt hat.
Fazit: Plötzliche Sehstörungen sind immer ein Warnsignal.
Eine Netzhautablösung entwickelt sich häufig ohne Schmerzen, kann aber innerhalb kurzer Zeit das Sehvermögen dauerhaft gefährden. Lichtblitze, Schatten im Sichtfeld oder plötzlich auftretende schwarze Punkte sollten deshalb niemals ignoriert werden. Eine rasche augenärztliche Behandlung verbessert die Chancen erheblich das Augenlicht dauerhaft zu erhalten.
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Über den Fachautor
Melanie Al Tikriti, BSc
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Melanie Al-Tikriti, BSc – Fachautorin: Entdecken Sie medizinische Expertenbeiträge im Leading Medicine Guide.
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