News
Stent-Implantation – verständlich für Laien, Patienten und Ärzte
Sabine Schneider · 4. Dezember 2025
Eine Stent‑Implantation ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem ein kleines Gitterröhrchen („Stent“) in ein verengtes oder verschlossenes Blutgefäß eingebracht wird, um den Blutfluss dauerhaft zu gewährleisten. Dieser Eingriff wird häufig bei Verengungen der Herzkranzgefäße oder bei peripheren Gefäßerkrankungen eingesetzt.

Ursachen & Indikationen
Eine Stent-Implantation ist insbesondere dann angezeigt, wenn:
- durch arteriosklerotische Ablagerungen eine Gefäßverengung (Stenose) vorliegt, die den Blutfluss behindert.
Symptome wie Brustschmerzen (Angina pectoris), Luftnot bei Belastung oder ein Herzinfarkt auf eine relevante Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße hinweisen. - bei peripheren Gefäßen eine Durchblutungsstörung („pAVK“) oder eben eine Verengung vorliegt, die konservative Therapie nicht ausreichend verbessern konnte.
Ablauf des Eingriffs
- Zugang & Vorbereitung
Der Arzt legt über die Leiste oder das Handgelenk (häufig Arteria femoralis oder Arteria radialis) einen Katheterzugang. - Darstellung der Engstelle
Ein Führungsdraht bringt den Katheter in die betroffene Region. Kontrastmittel hilft bei der Röntgen-Darstellung der Gefäßverengung. - Aufdehnung & Platzierung des Stents
Ein mitgelieferter Ballon wird aufgeblasen, um das Gefäß zu öffnen, und der Stent wird entsprechend platziert und entfaltet. - Abschluss & Kontrolle
Nach erfolgreicher Platzierung wird der Katheter entfernt, der Stent verbleibt dauerhaft als Gefäßstütze.
Nachbehandlung & wichtige Hinweise
- Medikamente: Direkt nach der Implantation sind häufig Thrombozytenaggregationshemmer nötig, um eine Thrombenbildung im Stent zu verhindern.
- Überwachung: Häufig Übernachtung oder Beobachtung nach dem Eingriff; in unkomplizierten Fällen kann der Patient relativ schnell mobil sein.
- Lebensstil & Follow-Up: Wichtig sind Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchverzicht und Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes.
- Zugangsstelle: Kleine Hämatome oder Druckgefühl an der Punktionsstelle sind normal; bei unerwarteten Schmerzen, Schwellungen oder Blutung sollte das Behandlungsteam informiert werden.
Vorteile & Risiken
Vorteile:
- Minimalinvasiv – kein großer chirurgischer Eingriff nötig.
- schnelle Wiederherstellung des Blutflusses und oft rasche Symptomverbesserung.
- Weit verbreitetes Standardverfahren mit hohen Sicherheits- und Erfolgsraten in erfahrenen Zentren.
Risiken:
- Wie bei allen Eingriffen besteht ein Risiko von Blutung, Infektion oder Reaktion auf das Kontrastmittel.
- Es können Restenosen auftreten – also ein neues Verengen im oder am Stent.
- Eine Stent-Thrombose (akuter Verschluss im Stent) ist selten, aber potenziell lebensbedrohlich.
Prognose – Was erwartet Patient*in und Arzt?
Mit moderner Technik und guter Nachsorge sind die langfristigen Ergebnisse in der Regel sehr gut: Die meisten Patient*innen können zu einer normalen Lebensqualität zurückkehren, Belastungen wieder aufnehmen und Symptome deutlich reduzieren. Entscheidend sind jedoch:
- eine sorgfältige Wahl des Verfahrens und Stent-Typs (z. B. medikamentenbeschichteter Stent vs. Bare-Metal-Stent)
- die konsequente Nachbehandlung und Kontrolle der Risikofaktoren
Beitrag teilen
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
Mehr über den Fachautor →Geprüfte Expertise
Empfohlene Spezialisten
12 Spezialisten
12 Treffer




Dr. med. Konstantinos Verginis
Duisburg


Dr. med. (syr) Amer Jomha
Bad Hersfeld

Dr. med. Thomas Riester
Karlsbad





1 / 2
News
Als Nächstes lesen
- News
Fersensporn: Warum jeder Schritt zur Belastung werden kann
11.09.2026
Fersensporn: Warum jeder Schritt zur Belastung werden kann
Weiterlesen - News
Endometriose: Warum Regelschmerzen nicht immer normal sind
09.09.2026
Endometriose: Starke Beschwerden können auf eine chronische Erkrankung hinweisen
Weiterlesen



