News
Endometriose: Starke Beschwerden können auf eine chronische Erkrankung hinweisen
Melanie Al Tikriti, BSc · 9. September 2026
Monat für Monat gehören Regelschmerzen für viele Frauen zum Monatszyklus. Während leichte Beschwerden häufig als normal empfunden werden, können starke Schmerzen auf eine Endometriose hinweisen. Diese chronische Erkrankung zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betrifft schätzungsweise jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter. Oft vergehen viele Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird. Endometriose kann weit mehr verursachen als Unterleibsschmerzen während der Menstruation. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang sowie ein unerfüllter Kinderwunsch können mit der Erkrankung zusammenhängen.

Bild KI generiert
Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter
Bei einer Endometriose siedelt sich Gewebe an, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an. Diese Endometrioseherde können sich an den Eierstöcken, Eileitern, am Bauchfell, Darm oder an der Harnblase befinden. Selten treten sie auch an anderen Organen auf. Diese Herde, reagieren wie die Gebärmutterschleimhaut. Sie bauen sich während des Zyklus auf, und bluten während der Menstruation. Dieses Blut kann jedoch nicht wie bei der Regelblutung abfließen, und daher entstehen manchmal Entzündungen, Verwachsungen und teilweise auch Zysten.
Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt
Warum Endometriose entsteht, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
Diskutiert werden unter anderem:
- genetische Veranlagung
- Veränderungen des Immunsystems
- hormonelle Einflüsse
- rückfließendes Menstruationsblut über die Eileiter
- entzündliche Prozesse im Bauchraum
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein
Nicht jede Frau erlebt dieselben Symptome. Manch verspüren nur leichte Beschwerden, während andere jeden Monat unter starken Schmerzen leiden. Die Stärke der Schmerzen sagt nicht unbedingt etwas über das Ausmaß der Erkrankung aus. Selbst kleine Endometrioseherde können starke Beschwerden verursachen.
Typische Beschwerden sind:
- starke Regelschmerzen
- chronische Unterbauchschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- starke oder unregelmäßige Blutungen
- Rückenschmerzen
- unerfüllter Kinderwunsch
- Müdigkeit und Erschöpfung
Endometriose bleibt oft lange unerkannt
Viele Frauen hören über Jahre hinweg, starke Regelschmerzen seien normal. Dadurch wird die Diagnose häufig erst spät gestellt. Durchschnittlich vergehen mehrere Jahre zwischen den ersten Beschwerden und der endgültigen Diagnose. Diese Verzögerung bedeutet für viele Betroffene eine erhebliche Belastung. Schmerzen können Schule, Beruf, Partnerschaft und Freizeit stark beeinträchtigen. Deshalb sollten anhaltend starke Menstruationsbeschwerden immer gynäkologisch abgeklärt werden.
So wird die Diagnose gestellt
Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden sowie deren Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus. Anschließend führt die Frauenärztin oder der Frauenarzt eine gynäkologische Untersuchung durch. Ultraschall kann größere Endometrioseherde oder Zysten können bei einem Ultraschall sichtbar gemacht werden. Kleine Herde bleiben jedoch meist unentdeckt. Die sicherste Methode ist eine Bauchspiegelung. Endometrioseherde können dabei direkt erkannt und meist gleichzeitig entfernt werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, dem Alter und einem möglichen Kinderwunsch. Zur Schmerzlinderung kommen häufig entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz. Hormonpräparate können das Wachstum der Endometrioseherde bremsen und Beschwerden verringern. Wenn diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen, oder ein unerfüllter Kinderwunsch besteht, kann eine Operation sinnvoll sein. Ziel dabei ist es, möglichst viele Endometrioseherde zu entfernen und Verwachsungen zu lösen.
Auch der Alltag spielt eine wichtige Rolle
Viele Betroffene profitieren zusätzlich von unterstützenden Maßnahmen.
Hilfreich können sein:
- regelmäßige Bewegung
- Wärme zur Schmerzlinderung
- Entspannungstechniken
- ausgewogene Ernährung
- ausreichend Schlaf
- Austausch in Selbsthilfegruppen
Diese Maßnahmen ersetzen zwar keine medizinische Behandlung, können aber dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern.
Fazit: Starke Regelschmerzen sollten nicht als normal hingenommen werden.
Endometriose ist eine häufige, aber oft lange unerkannte Erkrankung. Anhaltende oder besonders starke Menstruationsbeschwerden sollten deshalb immer ernst genommen und gynäkologisch abgeklärt werden. Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten lassen sich die Beschwerden heute häufig deutlich lindern und die Lebensqualität vieler Betroffener nachhaltig verbessern.
Beitrag teilen
Über den Fachautor
Melanie Al Tikriti, BSc
Redakteurin
Melanie Al-Tikriti, BSc – Fachautorin: Entdecken Sie medizinische Expertenbeiträge im Leading Medicine Guide.
Mehr über den Fachautor →Geprüfte Expertise
Empfohlene Spezialisten
12 Spezialisten
12 Treffer

Ass. Prof. Dr. Resmiye Ermis
Frankfurt am Main


Dr. med. Dipl.-Mus. Zaher Halwani
Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums Vivantes Humboldt-Klinikum
Berlin

Universitätsklinikum Tübingen
Tübingen


Dr. med. Rasmus Schmädecker
Wetzikon / ZH

PD Dr. med. habil. Paul Gaß
Chemnitz, Sachsen

Prof. Dr. med. Amadeus Hornemann
Frankfurt am Main




1 / 2
News
Als Nächstes lesen
- News
Fersensporn: Warum jeder Schritt zur Belastung werden kann
11.09.2026
Fersensporn: Warum jeder Schritt zur Belastung werden kann
Weiterlesen - News
Blasenschwäche: Warum die Blase plötzlich nicht mehr dichthält
04.09.2026
Harnverlust ist keine Seltenheit – und in vielen Fällen gut behandelbar.
Weiterlesen



