Wir haben es geahnt: „Lachen ist die beste Medizin“

Lachen macht Spaß, Lachen verbindet, Lachen tut gut. Den gesundheitsförderlichen Aspekt des Lachens kennen die Menschen schon lange. Viele Sprichwörter und Redensarten belegen die heilsame Wirkung des Lachens bzw. Lächelns. Lachen macht eine ganze Menge mit dem Körper und mit der Psyche. Schauen wir uns das mal genauer an: 

Lachen als Fitnessübung

Das Gesicht entspannt sich, trübe Gedanken werden geradezu vertrieben von der Mimik. Wenn wir lachen, füllen wir die Lungen mit Sauerstoff, das Herz pumpt das sauerstoffreiche Blut in den ganzen Körper. Das Zwerchfell bewegt sich und sorgt für Schwingungen im gesamten Bauchraum. Mehrere hundert Muskeln werden beim Lachen angespannt, angefangen von der Gesichtsmuskulatur bis zu den Bauchmuskeln. Lachen gleicht einer kleinen Fitnesseinheit, die auch noch mit Spaß verbunden ist. Nach dem Lachanfall tritt Entspannung ein, der Herzschlag wird wieder ruhiger, der Blutdruck normalisiert sich. 

Push up für die Psyche

Lachen hat neben der physischen aber auch noch eine psychische Seite. Beim Lachen werden Endorphine ausgeschüttet, die für ein Glücksgefühl sorgen. Gleichzeitig wird die Produktion des Stresshormons Adrenalin gedrosselt. Negative Gedanken treten in den Hintergrund. Der Schwung von Glückshormonen kann sogar bewirken, dass Schmerzen für eine gewisse Zeit nicht mehr gespürt werden. Stress lässt sich also gewissermaßen „weglachen“.

Und noch etwas passiert biochemisch in unserem Körper, wenn wir lachen: Forscher haben festgestellt, dass sich die Immunabwehr erhöht und ein Lachanfall die Zahl der Antikörper im Blut steigert. Vielleicht ein Grund dafür, dass fröhliche Menschen seltener krank sind? „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“, soll der berühmte Komiker Charlie Chaplin gesagt haben.

Gelotologie – die Wissenschaft vom Lachen

Es gibt sogar eine Wissenschaft, die sich mit dem Lachen beschäftigt: die Gelotologie (griechisch gelos – „das Lachen“). Als ihr Begründer wird der amerikanische Psychiater William F. Fry gesehen, der 1964 an der Stanford-University begann, die Auswirkungen des Lachens auf den Körper zu erforschen. Er beschäftigte sich zunächst mit der paradoxen Dimension von Humor, bevor er sich dann mit der therapeutischen Wirkung von Humor und Lachen auseinandersetzte.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft fand seinerzeit diese neue Fachrichtung eher zum Lächeln, weshalb Fry gezwungen war, die Arbeit seines Forschungsinstituts aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Dennoch wird Fry heute als Schöpfer des Begriffes und Begründer der wissenschaftlichen Disziplin der Gelotologie angesehen.

Während Fry seinen Ruf als Schrittmacher der Humorforschung in den USA hat, gilt Michael Titze als Wegbereiter des Therapeutischen Humors im deutschsprachigen Raum. Er veranstaltete viele Tagungen und Kongresse zum Thema Humor in der Therapie und gründete 2001 die sogenannte HumorCare e.V. – einen Verein, der die wissenschaftlich fundierte Anwendung von Humor in klinischen, psychosozialen, pädagogischen und beratenden Berufen fördert.

Klinikclowns für kranke Kinder

Ein besonderes Einsatzgebiet für die Heilkräfte des Lachens sind Kinderkrankenhäuser. Auf nahezu jeder Kinderstation kommt heute in regelmäßigen Abständen ein Klinikclown, der mit seinen Späßen für ein wenig Ablenkung sorgt, die spielerischen Seiten der Kids aktiviert und damit ihre Selbstheilungskräfte fördert. Klinikclown wird man allerdings nicht, indem man sich einfach eine rote Nase aufsetzt. Dazu gehören jede Menge Einfühlungsvermögen, Kreativität, psychische Stabilität und sogar eine mehrmonatige Ausbildung.

Lachyoga und Lachclubs

Dass Lachen eine „gute Medizin“ ist, wusste vielleicht auch der indische Arzt Dr. Madan Kataria. Er kam vor über 20 Jahren auf die Idee, Lachyoga zu entwickeln. Auf der Basis von Forschungsergebnissen beschloss er, Lachen als präventive Therapie einzusetzen. Kataria gründete 1995 den ersten Lachclub der Welt – Menschen trafen sich, um miteinander (meist grundlos) zu lachen. Denn Lachyoga funktioniert auch, ohne dass man lustig ist.

Lachen können alle Menschen, egal, ob sie nun sehr humorvoll sind oder nicht. Lachen kann man selbst, wenn man unglücklich ist. Durch das Lachen entwickelt sich Bewegung im Inneren. Lachen lässt ein unbeschreiblich schönes Gefühl von Freude entstehen, das man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann. Es kultiviert Gelassenheit, aber auch Neugier und Offenheit. 

Bitte mitlachen!

Wussten Sie, dass heute (5. Mai) internationaler Weltlachtag ist? Diesen Tag hat der eben genannte Lachyoga-Arzt Dr. Kataria ins Leben gerufen, um uns an das simpelste aller Dinge zu erinnern. Lachen ist ein Zeichen für Fröhlichkeit und Frieden und hat – neben all den positiven physischen und psychischen Aspekten – eine soziale Dimension. 

Machen Sie mit, verschenken Sie heute ein Lächeln! Hier ein kleiner Ansporn:

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