Krebs im Kopf – heute ist Welthirntumortag

Hirntumore sind relativ selten. Aber äußerst gefährlich und in vielen Fällen tödlich. Der Welthirntumortag am 8. Juni macht auf die Krankheit und die Situation der Betroffenen aufmerksam.

Heute, am 8. Juni 2019 wird bereits zum zwanzigsten Mal der Welthirntumortag begangen. Der Aktions- und Gedenktag wurde im Jahr 2000 von der Deutschen Hirntumorhilfe initiiert. Das erklärte Ziel ist, auf die seltene Erkrankung aufmerksam zu machen und die breite Öffentlichkeit für die Situation der Betroffenen zu sensibilisieren. In Deutschland beteiligen sich zahlreiche Kliniken und auch private Initiatoren mit kreativen und sportlichen Benefizaktionen zum Welthirntumortag.

Entstehung und Häufigkeit von Hirntumoren

Wie bei allen anderen Krebserkrankungen auch, entsteht ein Hirntumor durch unkontrolliertes Zellwachstum. Hirntumore machen etwa zwei Prozent aller Krebsarten aus und gelten damit als vergleichsweise selten. Insgesamt gibt es 130 verschiedene Arten von Hirntumoren. Ein Hirntumor kann gutartig oder bösartig sein. Die Tumoren werden etwa hinsichtlich ihrer Lokalisation innerhalb des Gehirns, des Gewebes, von dem sie ausgehen oder der Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung unterschieden.

Der Leading Medicine Guide Experte Professor Merlo erklärt, welche Arten und Unterarten es gibt.  Man differenziert außerdem in Hirnmetastasen. Dabei handelt es sich um sekundäre Tumore, die auf eine andere Krebsart außerhalb des Gehirns, wie zum Beispiel Hautkrebs, zurückzuführen sind. Eine exakte Diagnose und die Feststellung der jeweiligen Tumor-Art bilden die Grundlage für die Behandlung. Weltweit liegt die Zahl der Betroffenen, die einen bösartigen Hirntumor haben, bei durchschnittlich 3,5 von 100.000 Menschen. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt allerdings von Jahr zu Jahr zu. In Deutschland ist von 100.000 Kindern jedes dritte Kind von einem Hirntumor betroffen. Damit ist der Hirntumor nach Leukämie die zweithäufigste bösartige Kindererkrankung.  

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Ursachen und Diagnose von Hirntumoren

Die konkreten Ursachen für Hirntumorerkrankungen sind derzeit noch ungeklärt. Professor Samii zählt zu den weltweit wichtigsten Neurochirurgen. Er betont, dass man zwar täglich neue Erkenntnisse über das Gehirn gewinnt, aber noch sehr viele Fragen offen bleiben. Die Forschung vermutet, dass sowohl onkogene (also krebserzeugnede) Viren, als auch ionisierende Strahlung Grund für die Ausbildung eines Hirntumors sein können. Genetische oder hormonale Risiken können auch eine Rolle bei der Entstehung eines Hirntumors spielen. Die Symptome bei Hirntumoren können ganz unterschiedlich sein und hängen auch stark von der jeweiligen Lokalisation des Tumors im Gehirn ab. Ein Akustikusneurinom WHO-Grad I, welches auf der Hirnseite des Inneren Gehörgangs lokalisiert ist, kann zum Beispiel Symptome wie einseitige Hörminderung, Schwindelanfälle oder Gleichgewichtsstörungen bedingen. Ein Glioblastom WHO-Grad IV kann neurologische Ausfälle, Epileptische Anfälle oder Persönlichkeitsveränderungen zur Folge haben. Eine neurologische Untersuchung kann erste Hinweise liefern, bei Verdacht auf Hirntumor werden dann noch weitere Untersuchungen, wie etwa wie etwa Computertomografie (CT), Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT), Elektroenzephalografie (EEG), nötig.

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Welche Behandlungsmethoden gibt es für Hirntumoren?

Die Möglichkeiten in der Behandlung von (Hirn-)Tumoren haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten massiv weiterentwickelt. Grundsätzlich gibt es drei wesentliche Behandlungsmethoden: Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Innerhalb dieser drei Behandlungsblöcke gibt es aber wiederum eine Vielfalt an Methoden und Herangehensweisen, die auch miteinander kombiniert werden können.

1. Operation

Eine offene Hirntumor-Operation wird meist unter Vollnarkose durchgeführt, die Risiken hängen stark von der Größe und der Lage des jeweiligen Tumors ab. Unter einer offenen Operation versteht man die Öffnung des Schädels mit anschließender, möglichst vollständiger Entfernung des Tumors. Dabei wird der Kopf in einem Metallgerüst fixiert, dann wird die Haut gerade oder bogenförmig aufgeschnitten. Anschließend wird ein Teil des Knochendeckels ausgesägt und die harte Hirnhaut geöffnet. Durch den Eingriff selbst sollen die neurologischen Funktionen nicht beeinträchtigt werden. Manche Patient*innen erhalten vor der Operation ein fluoreszierendes Mittel, das sich im Tumor anreichert. Unter einem speziellen Licht leuchtet dieser dann während der Operation und kann so besser vom umliegenden, gesunden Gewebe unterschieden werden. Verschiedene moderne Operationsverfahren bei Hirntumoren erlauben eine genauere Operationsplanung und führen zu besseren Ergebnissen: Die intraoperative Neuronavigation ermöglicht etwa mittels CT und MRT eine intraoperative räumliche Orientierung. Damit lassen sich die Hirnstrukturen genau studieren, und der ideale Zugangsweg zum Hirntumor kann gewählt werden. Mithilfe des intraoperativen Neuromonitoring werden wichtige Neurofunktionen während der neurochirurgischen Hirntumor-Operation elektrophysiologisch überwacht. Dadurch sollen durch den Eingriff verursachte Schädigungen am Nervengewebe rechtzeitig erkannt und funktionell wichtige Bereiche vor der Hirntumor-Operation lokalisiert werden. Durch die Entnahme einer Gewebeprobe im Zuge einer minimal-invasiven Hirntumor-Operation kann der genaue Tumor-Typ bestimmt werden, was für die Festlegung der wirksamsten Therapieweise sehr wichtig ist.

Professor Samii hat sich unter anderem auf minimalinvasive Verfahren spezialisiert. Zu seinem Behandlungsspektrum gehört etwa auch das Brain Mapping (F-MRT und DTI basierte Traktographie). Dieses kann wichtige Hinweise für die Operationsplanung geben, da man so etwa feststellen kann, ob ein Tumor bereits in eine Nervenbahn eingedrungen ist.

Unter der Leistung von Professor Vajkoczy werden an der größten neurochirurgischen Klinik Europas unter anderem mikrochirurgische Operationen von Hirntumoren durchgeführt, bei denen ein Operationsmikroskop zum Einsatz kommt.

2. Bestrahlung

Bei der Bestrahlungstherapie – wie es beispielsweise Universitätsprofessor Adamitz in Bochum anbietet – wird grundsätzlich versucht die bösartigen Tumorzellen zu zerstören, aber die benachbarten gesunden Zellen möglichst zu verschonen. Doch keine Sorge, so Adamitz. Bei der Strahlentherapie gelangen keine radioaktiven Stoffe in den Körper. Auch wenn die Behandlung selbst an eine Röntgenuntersuchung erinnert. Zu seinen Behandlungsmethoden gehört auch die bildgesteuerte Bestrahlung (IGRT – image guided radiotherapy), die Bildgebung und Bestrahlung in einem Gerät verbindet. Dadurch kann vor und während der Behandlung eine exakte, reproduzierbare Lagerung der oder des Patient*in und des Zielgebiets gewährleistet werden. Die 3D-Bildgebung ermöglicht es, unmittelbar auf anatomische Veränderungen des/der Patient*in und des Tumors zu reagieren.

Außerdem ist es dank moderner Bildgebungsverfahren möglich, sehr genau zu berechnen, welches Areal bestrahlt werden soll. Nebenwirkungen wie Rötungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit können als Folge der Bestrahlung auftreten.

Das Westdeutsche Protonenzentrum Essen gehört zu den größten Einrichtungen in Deutschland. Hier wird unter der Leitung der Leading Medicine Guide Expertin und Professorin Frau Timmermann ein weiteres innovatives Verfahren innerhalb der Strahlentherapie und Radioonkologie angeboten. Die genaue Bestrahlung tumorkranker Zellen mithilfe von Protonen (mit ca. 650 Mio. km/h) stellt einen Meilenstein in der Bekämpfung von Krebs dar.

3. Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie werden spezielle Krebsmedikamente (sogenannte Chemotherapeutika) eingesetzt, um die bösartigen Hirntumor-Zellen abzutöten bzw. ihre Vermehrung zu stoppen. Je nach Tumor-Art kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz, die im Einzelfall auch direkt in den Rückenmarkskanal gespritzt werden können. Man unterscheidet hier zwischen einer neoadjuvanten Chemotherapie (die vor einer Operation durchgeführt wird, um den Tumor zu verkleinern) und einer adjuvanten Chemotherapie (die sich an eine Operation anschließt, um restliche Tumorzellen abzutöten). Da bei der Chemotherapie zwangsläufig auch gesunde Zellen angegriffen werden, kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen.


Auch wenn die Wahrscheinlichkeit an einem Hirntumor zu erkranken glücklicherweise äußerst gering ist, so ist der Welthirntumortag doch ein Anstoß, sich etwas näher mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Jeder Mensch, der infolge eines Hirntumors stirbt, ist einer zu viel. Eine graue Schleife ist übrigens das Symbol für Solidarität mit Hirntumorpatient*innen, in Anlehnung an die rote Schleife bei HIV-Infizierten und AIDS-Kranken oder die rosa Schleife für Brustkrebspatient*innen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier. Suchen Sie sich außerdem gleich den richtigen Spezialisten heraus. Sie haben Sie Möglichkeit, direkt Kontakt zu dem Facharzt aufzunehmen und Ihre offenen Fragen gleich heute noch zu klären. Haben Sie Mut!

https://www.leading-medicine-guide.de/Medizinische-Fachartikel/Hirntumor-Operation

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