Die Systole ist eine wichtige Phase im Herzzyklus und beschreibt die Kontraktion des Herzmuskels. Während der Systole wird Blut aus den Herzkammern in den Körper gepumpt. Im Gegensatz dazu steht die Diastole, in der sich das Herz entspannt und mit Blut füllt. Beide Phasen sind essenziell für die kontinuierliche Versorgung des Körpers. In der linken Herzkammer entsteht dabei ein hoher Druck, um das Blut in den Körperkreislauf zu transportieren. Die Anatomie des Herzens zeigt, wie Vorhof und Herzkammern zusammenarbeiten. Veränderungen im Ablauf können auf Erkrankungen hinweisen und werden häufig im EKG sichtbar.
Artikelübersicht
Die beiden Herztöne
Die Medizin unterscheidet bei einem gut funktionierenden Herzen zwei Herztöne:
- Beim Zusammenziehen der Herzkammern während der Herzschlagphase (Systole).
- Der zweite Herzton entsteht am Ende der Herzschlagphase, wenn die Taschenklappen sich schließen (Diastole).
Wenn das Herz erkrankt ist, sprechen Ärzte von Herzgeräuschen. Herzgeräusche machen sich bemerkbar, wenn die Herzklappen nicht mehr richtig öffnen oder schließen. Sie sind beim Abhören mit dem Stethoskop zu hören. So können Ärzte beim Abhören erkennen, ob die Herzklappen und das Herz gesund sind und optimal arbeiten.

Die Anatomie des Herzens © designua | AdobeStock
Grenzwerte
Das Herz erzeugt durch seine stopßweisen Muskelkontraktionen einen Druck, mit dem es das Blut in den Kreislauf pumpt. Dieser Druck im Innern der Blutgefäße wird als Blutdruck bezeichnet. Damit alle Gefäße mit Blut versorgt werden können, ist ein gewisser Druck notwendig.
Um den Blutdruck zu bestimmen, sind zwei Werte erforderlich:
- Der diastolische und
- der systolische Blutdruck.
Der systolische Druck ist der obere Messwert. Er gibt den in der linken Herzkammer maximal entwickelten Druck während der Anspannungs- und Auswurfphase an. Diese Anspannungs- und Auswurfphase bezeichnet man als Systole. Bei einem gesunden Menschen beträgt der systolische Druck zwischen 110 und 130 mmHg.
Der diastolische Blutdruck ist der untere Messwert. Er entspricht dem niedrigsten Druck während der Entspannungs- und Erweiterungsphase des Herzmuskels. Den Zeitraum zwischen dem größten Druckabfall, dem diastolischen Druck, und der größten Druckentwicklung, dem systolischen Druck, bezeichnet die Medizin als Diastole. Die Herzkammern füllen sich während der Diastole mit neuem Blut. Bei einem gesunden Menschen liegt der diastolische Druck im Bereich zwischen 80 und 89 mmHg.
Blutdruckwerte
Grundsätzlich ist der Blutdruck von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Er ist auch von der Situation und der Anatomie abhängig, etwa
- der Elastizität der Gefäße,
- der Pump- und Druckleistung des Herzens, also der Stärke der Herztätigkeit. Unter Belastung benötigen die Organe mehr Blut als im Ruhezustand. Aus diesem Grund ist eine Erhöhung des Drucks und der Herzfrequenz notwendig.
- der Gefäßweite und dem damit verbundenen Widerstand. Der Druck muss umso größer ausfallen, je größer der Fließwiderstand ist.
- der Körperposition, sowie
- den Signalen von bestimmten Nerven und Hormonen.
Als optimal gilt im Ruhezustand ein Blutdruckwert bis 120/80 mmHg. Als normal werden Werte angesehen, die 129/84 mmHg nicht überschreiten. Als hoher Normalwert gilt ein Blutdruck bis 139/89 mmHg.
- Leicht erhöhter Blutdruck: Werte zwischen 140 bis 159 zu 90 bis 99 mmHg
- Mittelgradig erhöhter Blutdruck: Werte zwischen 160 und 179 zu 100 bis 109 mmHg
- Schwerer Bluthochdruck: Werte mit mehr als 180/110 mmHg

Mittels digitaler oder analoger Blutdruckmessung lässt sich der Blutdruck messen © Photo Sesaon | AdobeStock
Abweichender Blutdruck
Sollte der Blutdruck mehr oder weniger deutlich von den Normalwerten abweichen, ist eine Untersuchung des Herzens notwendig. Dies geschieht unter anderem mit einem Elektrokardiogramm (EKG).
Darüber hinaus kann der Arzt dem Patienten eine Dauer-Blutdruck-Manschette anlegen (Langzeit-EKG). Sie misst den Blutdruck des Patienten über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg. Hierdurch lässt sich erkennen, ob der Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist, oder ob es sich hierbei um Einzelfälle handelt.
Fazit
Die Systole und Diastole bilden zusammen den zentralen Ablauf der Herztätigkeit und sorgen für einen kontinuierlichen Blutfluss. Während der Kontraktionsphase, also der Systole, wird das Blut in den Körperkreislauf gepumpt, während in der Erschlaffungsphase das Herz erneut Blut aufnehmen kann. Die Kontraktionsphase des Herzmuskels gliedert sich in Anspannungs- und Austreibungsphase, wobei die Segelklappen geschlossen und die Taschenklappen geöffnet sind.
In dieser Phase wird das Blut in den Körperkreislauf sowie in die Lunge gepumpt, insbesondere über die Lungenarterie und die Aorta. Die Herzfrequenz bestimmt dabei die Dauer eines Herzschlags und beeinflusst die gesamte Belastung des Herzmuskels. Am Ende der Herzschlagphase entsteht der zweite Herzton, wenn die Klappen sich schließen.
Die Segelklappen öffnen sich wieder während der Füllungsphase, sodass das gesammelte Blut in die Kammer fließen kann. Ein reibungsloser Ablauf ist entscheidend, da sonst Herzgeräuschen oder Funktionsstörungen auftreten können. Wenn das Herz erkrankt oder Herzklappen nicht mehr richtig schließen, kann der Blutfluss gestört sein.
Insgesamt zeigt sich, dass Systole und Diastole ein perfekt abgestimmtes System sind, das für die Versorgung des Körpers unverzichtbar ist.
FAQ
Was ist die Systole?
Die Systole ist die Kontraktionsphase des Herzens. In dieser Phase zieht sich der Herzmuskel zusammen und das Blut wird aus den Herzkammern gepumpt.
Was passiert in der Diastole?
Die Diastole ist die Erschlaffungsphase, in der sich die Herzkammern mit Blut füllen. Dabei öffnen sich die Segelklappen, sodass Blut aus dem Herzvorhof in die Kammer fließt.
Wie hängen Systole und Diastole zusammen?
Systole und Diastole bilden gemeinsam den Herzzyklus. Während der Systole wird Blut ausgeworfen, während die Diastole das Herz wieder füllt.
Welche Rolle spielen die Herzklappen?
Während der Systole sind die Taschenklappen geöffnet und die Segelklappen geschlossen. So wird verhindert, dass Blut zurückfließt.
Wie erkennt man Störungen der Herztätigkeit?
Störungen können durch ein EKG oder beim Abhören mit dem Stethoskop erkannt werden. Herzgeräuschen können auf Probleme mit den Herzklappen hinweisen.
