Das Langzeit-EKG ist eine bewährte Untersuchung zur Diagnostik von Herzrhythmusstörungen und anderen Auffälligkeiten der Herzaktivität. Im Gegensatz zum klassischen EKG erfolgt die Aufzeichnung über einen längeren Zeitraum, meist 24 Stunden. Dabei werden mithilfe von Elektroden und einem kleinen Gerät alle relevanten Herzdaten kontinuierlich aufgezeichnet.
Die Auswertung liefert wertvolle Informationen über Herzrasen, Schwindel oder andere Beschwerden, die nur gelegentlich auftreten. Das Langzeit-EKG wird in der Kardiologie häufig ergänzend zum Ruhe-EKG oder Belastungs-EKG eingesetzt. Die Messung erfolgt unter normalen Alltagsbedingungen und ermöglicht eine realistische Beurteilung der Herzfunktion. Nach Abschluss der Untersuchung werden die aufgezeichneten Daten sorgfältig ausgewertet.
Was ist eine EKG?
"Wir müssen Ihre Herztätigkeit genauer untersuchen und ein Langzeit-EKG schreiben. Ich überweise Sie dafür zu einem Kardiologen." Diese Sätze hören täglich zahlreiche Patienten von ihrem Hausarzt, etwa bei Verdacht auf
- Angina Pectoris,
- Herzrhythmusstörungen oder
- andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Abkürzung EKG steht für Elektrokardiografie. Das ist eine Methode, mit der ein Arzt die Herztätigkeit untersucht. Das erste Elektrokardiogramm stammt von einem Hund. Der englische Physiologe A. D. Wailer experimentierte in den 1880er Jahren mit der Methode. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbesserte der holländische Arzt W. Einthoven die Technikweiter. Seitdem kann sie wichtige Daten für die menschliche Gesundheit liefern. Einthoven wurde dafür 1924 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.
Bei jedem Herzschlag zieht sich der Herzmuskel zusammen und pumpt auf diese Weise Blut durch den Körper. Der Sinusknoten im Herzen gibt den Rhythmus und die Frequenz der Kontraktionen vor – wie ein Dirigent seinem Orchester. Der Sinusknoten arbeitet mit elektrischen Impulsen. Über ein Erregungsleitungssystem verteilen sich Signale über das gesamte Herz. Die elektrische Spannung ist auf der Haut messbar – und genau diesen Umstand nutzt die Medizin bei der EKG-Untersuchung.
Zwei bis sechs Elektroden messen die Spannungsänderungen auf der Hautoberfläche und leiten sie an das EKG-Gerät weiter. Das Gerät verstärkt die Signale und gibt sie als Kurvenverlauf wieder. Der Arzt interpretiert diese Kurven und zieht daraus Rückschlüsse auf die Herzfunktion. Der Kurvenverlauf wird zur Auswertung ausgedruckt oder auf einem Monitor dargestellt. Beide Varianten heißen ebenfalls EKG, Elektrokardiogramm.

Auswertung eines Langzeit-Ekgs und weitere Informationen zum Gerät (LZ-Ekg mit Recorder und Elektrode) und dessen Funktionen
Welche Informationen liefert die Untersuchung?
Die Medizin unterscheidet drei verschiedene Varianten der EKG-Untersuchung, die sie je nach Fragestellung einsetzt:
- Ruhe-EKG: Der Patient liegt ausgestreckt und ruhig auf dem Rücken, während das EKG-Gerät seine Herztätigkeit aufzeichnet.
- Belastungs-EKG: Das Gerät misst die Herztätigkeit bei körperlicher Anstrengung. In der Regel sitzt der Patient dabei auf einem Ergometer.
- Langzeit-EKG: Diese Anwendung ermittelt die Herztätigkeit eines Patienten während seines normalen Alltags. Dafür trägt er ein mobiles EKG-Gerät am Körper. Gemessen wird über einen Zeitraum von 24 oder 48 Stunden.
Ein EKG liefert folglich je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Informationen. Es gibt einerseits allgemein Auskunft über die Herztätigkeit in Ruhe. Darüber hinaus zeigt es, wie der Herzmuskel auf körperliche Aktivität reagiert und wie gut er sich Belastungen anpasst. Das Langzeit-EKG gibt dem Arzt Anhaltspunkte über mögliche Rhythmusstörungen im Tagesverlauf des jeweiligen Patienten.
So funktioniert ein Langzeit-EKG
Viele Arztpraxen legen die Termine zum Anlegen eines Langzeit-EKGs auf den frühen Vormittag. Das EKG-Gerät besteht aus
- Elektroden,
- einer Blutdruck-Manschette und
- einem Recorder, der an einen Walkman erinnert.
Der Arzt befestigt die Elektroden am Oberkörper und die Manschette am linken Oberarm des Patienten. Anschließend schaltet er den Recorder ein.

In regelmäßigen Abständen – mindestens einmal pro Stunde – misst der Apparat den Blutdruck. Der Herzstrom wird kontinuierlich aufgezeichnet. Der Patient führt zusätzlich ein Protokoll über seine Tagesaktivitäten. So bringt der Arzt anschließend mögliche Unregelmäßigkeiten der Herzaktivität mit bestimmen Tätigkeiten oder Tageszeiten zusammen.
Die Untersuchung soll die Herztätigkeit im Lebensalltag des Patienten messen. Die Diagnose ist daher auch nur dann zuverlässig, wenn der Patient alles tut, was er normal im Alltag tut. Dazu gehört auch Sport.
Fazit zum Langzeit-EKG
Ein Langzeit-EKG ist eine sinnvolle Untersuchung. Manche Patienten fühlen sich unwohl, wenn bei der Messung hörbare Geräusche auftreten, etwa am Arbeitsplatz. Dieser Umstand darf einer Untersuchung jedoch in keinem Fall entgegenstehen.
FAQ
Was ist ein Langzeit-EKG?
Das Langzeit-EKG ist ein Elektrokardiogramm, das die Herzaktivität über einen längeren Zeitraum kontinuierlich aufzeichnet. Meist erfolgt die Langzeit-EKG-Messung als 24-Stunden-EKG, in besonderen Fällen auch über 72 Stunden. Das kleine EKG-Gerät wird am Gürtel befestigen oder mitgeführt und ist über Elektroden im Brustbereich mit dem Körper verbunden. Diese kontinuierliche Aufzeichnung ermöglicht die Diagnostik von Herzrhythmusstörungen auch dann, wenn sie nur gelegentlich auftreten.
Wann wird ein Langzeit-EKG durchgeführt?
Beim Langzeit-EKG wird die Untersuchung häufig bei unklaren Beschwerden wie Herzstolpern, Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Ohnmachtsanfällen durchgeführt. Auch bei Verdacht auf Vorhofflimmern oder andere Rhythmusstörungen liefert das LZ-EKG wichtige Erkenntnisse. Fachärzte in der kardiologischen Praxis setzen das Verfahren zur Untersuchung des Herzens und zur Beurteilung der Herzgesundheit ein.
Wie läuft ein Langzeit-EKG ab?
Für die Messung werden mehrere Elektroden auf dem Brustbereich angebracht und mit einem Recorder beziehungsweise EKG-Gerät verbunden. Die Herzaktivität über einen längeren Zeitraum wird unter normalen Alltagsbedingungen erfasst. Patientinnen und Patienten sollten ihren Tagesverlauf sowie jedes Symptom notieren, damit bei der Auswertung der Daten Zusammenhänge erkannt werden können. Während der Aufzeichnungsdauer sollte auf Sauna gehen verzichtet werden; die Körperpflege erfolgt stattdessen mit einem Waschlappen.
Wie erfolgt die Auswertung eines Langzeit-EKGs?
Die Auswertung eines Langzeit-EKGs erfolgt computergestützt und wird anschließend von einem Kardiologen beurteilt. Dabei werden Herzfrequenz, Herzrhythmus, elektrische Aktivität, Herzaktion und mögliche Abweichungen analysiert. Die Auswertung des EKGs hilft, Unregelmäßigkeiten, auftretende Herzrhythmusstörungen sowie Veränderungen des Herzmuskels zu erkennen und einen aussagekräftigen Befund zu erstellen.
Was sollte ich während eines Langzeit-EKGs beachten?
Während der Langzeitmessung sollten Sie Ihren normalen Alltag möglichst beibehalten, damit die Aufzeichnung der Herzaktivität unter realistischen Bedingungen erfolgt. Intensive körperliche Belastung oder intensiven Sport sollten Sie nur nach Rücksprache durchführen. Wichtig ist, jedes Vorkommnis oder Symptom zu dokumentieren, damit die Messdaten später richtig eingeordnet werden können. Das Langzeit-EKG ergänzt häufig Ruhe- und Belastungs-EKG und spielt auch in der Rhythmologie eine wichtige Rolle.
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.
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