ESWL | Ärzte & Behandlungsinfos

Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, kurz ESWL, ist ein sicheres, minimal-invasives und effektives Verfahren zur Behandlung von Nierensteinen bis maximal 2 cm und Harnleitersteinen bis maximal 1 cm Durchmesser. Auf Wunsch können auch größere Konkremente nach Sicherung des Harnabflusses (Harnleiterschiene = DJ) mittels ESWL therapiert werden. Dieses Therapieverfahren ist für die meisten Konkrementlokalisationen geeignet.

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Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) - Weitere Informationen

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Revolutionäre Entwicklung und Vorteile 

Früher mussten Patienten mit Harn- oder Nierensteinen noch operiert werden. Durch die ESWL ist es heute möglich, Harn- oder Nierensteine nicht-invasiv zu behandeln. Das bedeutet, dass die Behandlung rein äußerlich stattfindet. Eine Operation oder das Einführen von Geräten oder Kathetern in den Körper ist nicht mehr notwendig. Auch eine Vollnarkose ist nicht mehr nötig. Ob eine ESWL sinnvoll ist, hängt in erster Linie von der Größe der Harnsteine ab.

Heute werden für die ESWL moderne Geräte verwendet, die sogenannten Lithotripter. Die ersten Geräte dieses Typs sahen aus wie eine Badewanne, in der der Patient lag. Heute sehen sie aus wie Röntgengeräte.

Moderner Ultraschall-Lithotripter

Moderner Ultraschall-Lithotripter @ Dario Lo Presti / AdobeStock

Die Behandlung selbst, nämlich die Übertragung der Schockwellen, die den Harnstein zertrümmern, geschieht über den Koppelbalg. Der Koppelbalg liegt auf dem Schockwellengenerator auf und ist mit Flüssigkeit gefüllt.

Anschließend trägt der Arzt ein wasserhaltiges Gel auf die Oberfläche des Koppelbalges und auf die Haut des Patienten auf. Das Gel sorgt dafür, dass die Stoßwellen problemlos auf den Patienten übergehen. Je nachdem, wo der Stein liegt, behandelt der Arzt entweder die Körpervorderseite oder die Körperrückseite. Auch Blasensteine werden so erfolgreich behandelt.

Ortungsmöglichkeiten bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Die neuesten Geräte erkennen die genaue Lage der Steine mittels Ultraschall oder radiologischer Ortung. Durch die neue Möglichkeit der "Gepulsten Durchleuchtung" werden heute schon deutlich kleinere entdeckt und zertrümmert.

Wie funktioniert die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)?

Der Lithotripter erzeugt akustische Schockwellen. Der Koppelbalg überträgt diese in den Körper des Patienten. Durch die Stoßwellen wirken Zug- und Scherkräfte auf den Stein und zertrümmern ihn. Die Reste des Steins scheiden die Patienten mit dem Urin aus.

Neuere Geräte können tiefer in den Körper eindringen. Deshalb ist eine Behandlung auch bei korpulenten Patienten (über 200 kg) möglich. Keine Operation ist nötig.

Die technologischen Fortschritte auf diesem Gebiet führen dazu, dass immer größere Steine entfernt werden können. Je moderner die Geräte, desto geringer sind auch die Nebenwirkungen.

Es gibt weltweit verschiedene Systeme, um Steine im Körper zu zertrümmern (mittels Schallwellen, Wasserdruck oder Magnetismus). Die gesammelten Informationen zeigen, dass das System mit Magnetismus am wirkungsvollsten ist, da es mehr Energie erzeugt.

Die neuen Geräte eignen sich auch für die Behandlung von Kindern.

Medikamente während der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Vor der ESWL erhält der Patient ein schmerzstillendes Medikament (Diclofenac, Paracetamol, o.ä.) und auf Wunsch ein Beruhigungsmittel.

Nebenwirkungen und Risiken der ESWL

Die ESWL ist im Allgemeinen sehr sicher und hat nur geringe Nebenwirkungen:

Eine häufige Nebenwirkung ist eine vorübergehende Verstopfung des Harnleiters durch Steinbruchstücke. Deshalb legt der Arzt bei größeren Steinen (zwischen 1 bis 1,5 cm) meist vorher ein Katheter (Doppel-J-Katheter) in den Harnleiter.

Sehr häufig kommt es vor, dass der Patient nach der Behandlung für einige Tage Blut im Urin sieht. Ausgelöst durch kleine Verletzungen in der Schleimhaut. Das ist üblicherweise nicht schlimm.

Eine seltene und schwerwiegende Komplikation ist die Harnwegsinfektion (Urosepsis). Sie tritt in weniger als 1% der Fälle auf. Verantwortlich dafür sind Harnwegsinfekte, die bereits vor der Therapie vorhanden, aber nicht antibiotisch behandelt wurden.

In manchen Fällen entsteht ein Bluterguss an der Niere. Auch das lässt sich ohne Operation behandeln.

Nachbehandlung & Kontrolluntersuchung 

Eine Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich. Die empfohlene Kontrolluntersuchung können Sie bei Ihrem betreuenden Urologen vor Ort durchführen. Falls die Behandlung nicht erfolgreich war, kann eine erneute ESWL durchgeführt werden.

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