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Behandlung · Augenheilkunde

IVOM - Medizinische Experten

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand:

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Behandlungsprinzip
Der Wirkstoff wird in den Glaskörper injiziert und kann von dort die Netzhaut erreichen.
Anwendungsgebiete
Eine IVOM kommt unter anderem bei feuchter AMD, diabetischem Makulaödem, Makulaödem nach Zentralvenenverschluss und bestimmten Entzündungen infrage.
Schmerzen
Trotz örtlicher Betäubung kann der Einstich wehtun; in einer klinischen Studie waren die Schmerzen überwiegend leicht.
Kostenübernahme
Bei den in der Qualitätssicherungsvereinbarung erfassten Erkrankungen kann die IVOM unter festgelegten Voraussetzungen Teil der gesetzlichen Versorgung sein.
Durchführung
Für die vertragsärztliche Durchführung der IVOM ist die Facharztbezeichnung Augenheilkunde erforderlich; für die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung wird außerdem eine besondere Genehmigung benötigt.

Die IVOM ist eine Injektion, bei der ein Medikament direkt in den Glaskörper des Auges gegeben wird. Sie kommt bei bestimmten Erkrankungen der Netzhaut und der Makula infrage. Dabei wird die Augenoberfläche örtlich betäubt.

Je nach Erkrankung kann die Behandlung das Fortschreiten bremsen oder das Sehen verbessern. Die IVOM findet normalerweise ambulant statt.

Was ist eine IVOM?

IVOM steht für intravitreale operative Medikamenteneingabe. „Intravitreal“ bedeutet, dass die Medikamentengabe in den Glaskörperraum erfolgt. Der Wirkstoff gelangt dadurch in die Nähe der Netzhaut.

Die Makula ist der Bereich der Netzhaut mit der Stelle des schärfsten Sehens. Sie wird nicht mit der Kanüle angestochen. Das Medikament wird in den Glaskörper des Auges injiziert und erreicht von dort den vorgesehenen Behandlungsort.

Bei mehreren Anwendungsgebieten werden VEGF-Hemmer eingesetzt. Abhängig von der Erkrankung kann die IVOM-Therapie auch mit einem anderen Wirkstoff erfolgen.

IVOM
Bild KI generiert

Bei welchen Erkrankungen kommt die IVOM infrage?

Eine IVOM eignet sich für bestimmte Netzhauterkrankungen und nichtinfektiöse Entzündungen des hinteren Augenabschnitts. Entscheidend sind die Grunderkrankung und der betroffene Bereich der Netzhaut.

  • Feuchte AMD: Bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration können VEGF-Hemmer das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
  • Diabetisches Makulaödem: Diese Schwellung kann infolge einer diabetischen Retinopathie entstehen. Eine IVOM mit VEGF-Hemmern kann das Sehen verbessern und weiteren Sehverlust verhindern.
  • Zentralvenenverschluss: Nach dem Verschluss eines Blutgefäßes der Netzhaut kann ein Makulaödem mit intravitrealen VEGF-Hemmern behandelt werden.
  • Uveitis: Bei bestimmten nichtinfektiösen Entzündungen, darunter Uveitis intermedia und posterior, kommt die IVOM ebenfalls infrage.

Beim diabetischen Makulaödem hängt die Behandlung davon ab, ob die Netzhautmitte betroffen ist. Ohne Beteiligung der Netzhautmitte soll keine IVOM angeboten werden. Ist die Sehkraft bedroht, kann stattdessen eine fokale Laserbehandlung infrage kommen.

Die IVOM kann eine feuchte Makuladegeneration bremsen, aber nicht heilen. Beim diabetischen Makulaödem kann sie die Schwellung vermindern und einer weiteren Sehverschlechterung entgegenwirken.

Was ist vor der Injektion wichtig?

Vor der IVOM sollten Sie der Augenärztin oder dem Augenarzt mitteilen, welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen. Das gilt besonders für Mittel, die die Blutgerinnung hemmen.

Blutverdünnende Medikamente sollten vor einer intravitrealen Injektion nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Eine Beobachtungsstudie spricht dafür, die bestehende Behandlung fortzuführen. Änderungen erfolgen nur nach ärztlicher Abstimmung.

Unmittelbar vor dem Eingriff wird die Augenoberfläche mit betäubenden Augentropfen örtlich betäubt. Die Medikamenteneingabe findet unter antiseptischen und sterilen Bedingungen statt. Antibiotische Augentropfen oder Salben sind bei korrekter Durchführung nicht routinemäßig erforderlich.

Wie läuft die IVOM ab?

Die IVOM ist normalerweise ein ambulanter Eingriff. Ein Klinikaufenthalt kann in medizinisch begründeten Einzelfällen notwendig sein.

  1. Das Auge und seine Umgebung werden antiseptisch vorbereitet; die weitere Behandlung erfolgt unter sterilen Bedingungen.
  2. Die Ärztin oder der Arzt führt eine Kanüle in den Glaskörperraum.

Die örtliche Betäubung macht die Injektion nicht für alle Patientinnen und Patienten schmerzfrei. In einer klinischen Studie wurden die Schmerzen überwiegend als leicht beschrieben. Bei aufeinanderfolgenden Injektionen nahm die berichtete Schmerzstärke ab.

In einer Befragung empfanden rund 64 Prozent der Teilnehmenden die intravitreale Behandlung als weniger belastend als vorher erwartet. Das beschreibt die persönliche Erfahrung der Befragten und ist keine Garantie für den Behandlungserfolg.

Bei feuchter AMD beginnt die IVOM-Behandlung mit den beschriebenen VEGF-Hemmern während der ersten drei Monate mit jeweils einer monatlichen Injektion. Danach können weitere Gaben je nach Medikament und Verlauf monatlich oder in Abständen von zwei oder drei Monaten erfolgen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?

Eine schwere Infektion im Augeninneren ist eine mögliche Komplikation. Unter den beschriebenen Hygienebedingungen trat sie laut Patienteninformation der Fachgesellschaften nach etwa 0,03 Prozent der Injektionen auf.

Leichtere Beschwerden wurden in einer Beobachtungsstudie zu einem bestimmten Ranibizumab-Nachfolgepräparat ebenfalls dokumentiert. Die Ergebnisse lassen sich nicht pauschal auf jeden Wirkstoff und jede IVOM übertragen.

  • Blutung unter der Bindehaut: Diese Nebenwirkung wurde nach Injektionen mit dem untersuchten Präparat dokumentiert.
  • Verschwommenes Sehen: Die Sehstörung war in der Beobachtungsstudie vorübergehend.
  • Leichte Augenschmerzen: Auch sie traten nach der Injektion des untersuchten Wirkstoffs auf.

Worauf sollte ich nach der IVOM achten?

Nach der IVOM ist eine zeitnahe augenärztliche Kontrolle vorgesehen. Die Empfehlung der augenärztlichen Fachgesellschaften nennt dafür den ersten bis vierten Tag nach der intravitrealen Injektion.

Antibiotische Augentropfen oder Salben sind nach dem Eingriff nicht routinemäßig notwendig. Das gilt, wenn die IVOM antiseptisch und unter sterilen Bedingungen durchgeführt wurde.

Welche Alternativen gibt es zur IVOM?

Beim diabetischen Makulaödem richtet sich die Wahl zwischen IVOM und Lasertherapie vor allem danach, ob die Netzhautmitte betroffen ist. Für die Laserbehandlung müssen die undichten Stellen zudem gut zugänglich sein.

VerfahrenFür wen kommt es infrage?BehandlungsaufwandVorteile und Nachteile
IVOM mit VEGF-HemmerDiabetisches Makulaödem mit Beteiligung der NetzhautmitteWiederholte Injektionen können erforderlich sein.Die Behandlung kann die Schwellung vermindern, das Sehen verbessern und weiteren Sehverlust verhindern.
IVOM mit Steroid oder anderem VEGF-HemmerWenn wiederholte Injektionen nicht ausreichend wirkenInnerhalb der Injektionsbehandlung wird der Wirkstoff gewechselt. Steroid-Implantate erfordern weniger IVOM als VEGF-Hemmer.Bei Steroiden können ein erhöhter Augeninnendruck und eine Linsentrübung auftreten.
Fokale LaserbehandlungGut zugängliche undichte Stellen oder Makulaödem ohne Beteiligung der Netzhautmitte bei bedrohtem SehenDie betroffenen Bereiche werden gezielt mit einer Laserkoagulation der Netzhaut behandelt.Bei Beteiligung der Netzhautmitte ist der Nutzen geringer als bei einer IVOM mit VEGF-Hemmern.

Wann übernimmt die Krankenkasse die IVOM?

Für die in der Qualitätssicherungsvereinbarung genannten Augenerkrankungen gehört die intravitreale Behandlung zur vertragsärztlichen Versorgung, sofern die festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind. Maßgeblich sind die konkrete Erkrankung und der Augenbefund.

Die durchführende Augenärztin oder der durchführende Augenarzt benötigt für eine IVOM zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Nach dieser Genehmigung können Sie im Erstgespräch fragen.

Welche Ärztinnen und Ärzte führen eine IVOM durch?

Für die vertragsärztliche Durchführung einer IVOM ist die Facharztbezeichnung Augenheilkunde Voraussetzung.

Für die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung ein wichtiges Merkmal. Die antiseptische Vorbereitung und die Behandlung unter sterilen Bedingungen gehören zur sicheren Durchführung. Im Erstgespräch können Sie folgende Fragen stellen:

  • Liegt die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung für die IVOM vor?
  • Welcher Wirkstoff ist für meine Erkrankung vorgesehen?
  • Wie viele Injektionen sind zunächst geplant?
  • Wann findet die Kontrolle nach dem Eingriff statt?

Spezialistinnen und Spezialisten für IVOM finden Sie im Anschluss an diesen Text.

Häufige Fragen zur IVOM

Ist die IVOM schmerzhaft?

Die IVOM kann trotz örtlicher Betäubung etwas wehtun. In einer klinischen Studie beschrieben die Teilnehmenden die Schmerzen überwiegend als leicht; schmerzfrei war der Eingriff jedoch nicht für alle.

Muss ich Blutverdünner vor der Behandlung absetzen?

Nein, Sie sollten blutverdünnende Medikamente nicht eigenmächtig absetzen. Die bestehende Behandlung kann bei einer intravitrealen Injektion in der Regel fortgeführt werden.

Heilt eine IVOM die feuchte AMD?

Nein, eine IVOM mit VEGF-Hemmern heilt die feuchte AMD nicht. Sie kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Wie oft wird eine IVOM bei feuchter AMD wiederholt?

Zu Beginn erfolgt bei den beschriebenen VEGF-Hemmern während der ersten drei Monate jeweils eine monatliche Injektion. Danach hängen die Abstände vom Medikament und vom Verlauf ab; möglich sind ein, zwei oder drei Monate.

Welche Nebenwirkungen können nach einer Augeninjektion auftreten?

Möglich sind eine Blutung unter der Bindehaut, vorübergehend verschwommenes Sehen und leichte Augenschmerzen. Zu den schweren möglichen Komplikationen gehört eine Infektion im Augeninneren.

Wer darf eine IVOM durchführen?

Für die vertragsärztliche Durchführung ist die Facharztbezeichnung Augenheilkunde erforderlich. Soll die Behandlung über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden, benötigt die Ärztin oder der Arzt zusätzlich eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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Quellen

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