Die Magnetfeldtherapie ist eine Behandlung mit gleichbleibenden oder pulsierenden Magnetfeldern. Ihr Nutzen hängt stark von der jeweiligen Erkrankung ab.
Bei Kniearthrose gibt es Hinweise auf eine mögliche Schmerzlinderung. Für eine bessere Beweglichkeit, den Aufbau von Knorpel und mehrere weitere Einsatzbereiche ist die Wirksamkeit unklar oder nicht belegt. Bei Kreuzschmerzen gilt die unklare Nutzenbewertung nur für die untersuchte Behandlung mit gleichbleibenden Feldern und lässt sich nicht einfach auf pulsierende Geräte übertragen.

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Wie funktioniert die Magnetfeldtherapie?
Bei der Magnetfeldtherapie werden Magnetfelder eingesetzt, ohne dass ein operativer Eingriff erfolgt. Ein entsprechendes Gerät kann ein gleichbleibendes Magnetfeld erzeugen. Bei vielen anderen Geräten fließen elektrische Ströme durch eine Spule und erzeugen ein Feld, das sich in zeitlichen Abständen verändert. Diese pulsierende Anwendung heißt auch PEMF.
Frequenz und Feldstärke unterscheiden sich je nach Gerät. Die Stärke magnetischer Reize allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Anwendung bei einer bestimmten Erkrankung einen spürbaren Nutzen hat.
Auch ein Magnet in einer Einlegesohle erzeugt ein Feld. Die Bauform allein belegt jedoch keinen gesundheitlichen Nutzen.
Die Magnetfeldtherapie gehört zu den physikalischen Behandlungsmethoden. Auf zellulärer Ebene sollen magnetische Felder Zellen oder Gewebe anregen, den Stoffwechsel beeinflussen oder zu einer Verbesserung der Durchblutung beitragen. Solche Erklärungsmodelle belegen noch keinen klinisch spürbaren Nutzen. Entscheidend ist, ob die Behandlung Beschwerden bei einer bestimmten Erkrankung messbar verringert.
Die hochintensive elektromagnetische Transduktionstherapie, kurz EMTT, unterscheidet sich von den üblichen pulsierenden Anwendungen. Sie arbeitet mit einer anderen technischen Intensität und ist ein eigenständiges Verfahren.
Für wen kommt die Behandlung infrage?
Auch nach einer orthopädischen Untersuchung in der Orthopädie lässt sich die mögliche Wirkung pulsierender Magnetfelder nicht auf alle Erkrankungen des Bewegungsapparates übertragen.
- Kniearthrose: Elektromagnetische Anwendungen können die Schmerzen möglicherweise verringern.
- Schulteroperation: Nach einer Operation wegen eines Rotatorenmanschettenrisses kann PEMF in der frühen Rehabilitation erwogen werden, um Schmerzen zu verringern.
- Schulterengpass: In einer Studie verbesserten sich mehrere Messwerte unter PEMF stärker, wobei beide Gruppen zusätzlich Übungen ausführten.
- Kreuzschmerzen: Der Nutzen der untersuchten statischen Anwendung ist unklar; das gilt nicht automatisch für pulsierende Geräte.
- Heilung von Knochenbrüchen: Bei verzögerter Knochenheilung ist ein Nutzen nicht ausreichend geklärt.
- Venöses Beingeschwür: Ob sich die Heilung mit elektromagnetischen Feldern beschleunigen lässt, bleibt unklar.
Bei Schmerzen unter dem Schulterdach ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Auch für Magnetfeldmatten mit schwachen pulsierenden Feldern fehlt ein belegter therapeutischer Nutzen.
Wie gut ist die Wirksamkeit der Magnetfeldtherapie belegt?
Die wissenschaftlichen Beweise für einen Nutzen fallen je nach Einsatzbereich unterschiedlich stark aus. Eine Cochrane-Auswertung deutet darauf hin, dass elektromagnetische Behandlungen Schmerzen lindern können. Ob sich dadurch auch die körperliche Funktion spürbar verbessert, ist weniger sicher.
Eine neuere kontrollierte Studie bei Kniearthrose ergab weder eine größere Knorpeldicke noch günstigere, von den Betroffenen berichtete Kniebeschwerden im Vergleich mit einer Scheinbehandlung.
Eine zufällige Zuteilung soll Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen verringern. Für die Einordnung der Ergebnisse müssen dennoch die Studiendauer, die Vergleichsgruppe und die untersuchten Merkmale berücksichtigt werden.
In einer klinischen Studie wurde die Magnetfeldtherapie mit Physiotherapie und anderen physikalischen Maßnahmen kombiniert. Eine Verbesserung lässt sich in diesem Fall nicht sicher dem Magnetfeld allein zuordnen. In einem weiteren untersuchten Programm absolvierten die Teilnehmenden täglich Beweglichkeits-, Dehn- und Kräftigungsübungen.
Bei chronischen Schmerzen ist die zugrunde liegende Ursache ausschlaggebend. Die unklare Bewertung der statischen Magnetfeldtherapie bei Kreuzschmerzen belegt weder einen Nutzen noch die Wirkungslosigkeit aller pulsierenden Anwendungen.
Wie läuft die Anwendung ab?
Vor der ersten Anwendung müssen mögliche magnetempfindliche Implantate geklärt werden. Wer einen Herzschrittmacher, eine Insulinpumpe oder ein anderes elektronisches Implantat trägt, sollte die Ärztin oder den Arzt darüber informieren.
- Zunächst klärt die behandelnde Fachkraft das Ziel und die vorgesehene Geräteform.
- In einer klinischen Studie wurde das erkrankte Knie behandelt und die Anwendung mit Physiotherapie kombiniert.
- Nach der Sitzung sollten Sie auf stärkere Schmerzen, Hautveränderungen oder andere Beschwerden achten.
Die Anwendungsdauer reicht je nach Gerät von wenigen Minuten bis knapp einer Stunde. Ein Studienplan zur Kniearthrose umfasste acht Sitzungen innerhalb von vier Wochen. In einer anderen Untersuchung fanden sechs Anwendungen von jeweils 15 Minuten über drei Wochen statt. Eine allgemeingültige Zahl von Sitzungen ergibt sich daraus nicht.
Welche Risiken und Kontraindikationen gibt es?
Als mögliche Nebenwirkungen elektromagnetischer Anwendungen bei Arthrose wurden Hautausschlag und stärkere Schmerzen beschrieben. Wie häufig diese Beschwerden auftreten, ließ sich in den ausgewerteten Studien nicht zuverlässig bestimmen.
In einer kontrollierten Studie zur Kniearthrose wurden keine unerwünschten Ereignisse festgestellt. Seltene Risiken sind damit nicht ausgeschlossen. Bei Untersuchungen zur Knochenheilung traten leichte Hautreizungen als behandlungsbedingte Komplikationen auf.
Die möglichen Folgen einer langfristigen Anwendung schwacher Magnetfeldmatten sind nicht ausreichend untersucht. Auch magnetempfindliche Implantate können gegen eine Anwendung sprechen. Bei statischen Geräten nennt der IGeL-Monitor solche Implantate ausdrücklich als Kontraindikation.
Was ist danach wichtig, und welche Alternativen gibt es?
Die Magnetfeldtherapie sollte eine wirksame Standardbehandlung nicht ersetzen. Bei Kniearthrose kommen gezielte Bewegung, entzündungshemmende Schmerzmittel und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme infrage. Das gilt besonders, wenn die magnetische Anwendung keinen erkennbaren Nutzen bringt.
| Verfahren | Für wen | Dauer oder Voraussetzung | Vorteile und Grenzen |
|---|---|---|---|
| Pulsierende Magnetfeldtherapie | Menschen mit ausgewählten Beschwerden, etwa Schmerzen bei Kniearthrose | Die Dauer hängt vom Gerät und vom Behandlungsplan ab. | Eine Schmerzlinderung ist möglich; ein Aufbau von Knorpel wurde nicht nachgewiesen. |
| Gezielte Übungen | Menschen mit Kniearthrose | Die Übungen erfolgen regelmäßig, im untersuchten Begleitprogramm täglich. | Das Training bleibt Bestandteil der Behandlung und wird durch das Magnetfeld nicht ersetzt. |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel | Menschen mit behandlungsbedürftigen Arthroseschmerzen | Die Dauer hängt von der ärztlich abgestimmten Anwendung ab. | Die Medikamente können Schmerzen und Entzündung beeinflussen; individuelle Gegenanzeigen und Risiken sind zu berücksichtigen. |
| Gewichtsabnahme | Menschen mit Kniearthrose und Übergewicht | Voraussetzung ist Übergewicht. | Eine Gewichtsabnahme kann die übrige Behandlung ergänzen und ist nur bei Übergewicht angezeigt. |
Bei einem chronischen venösen Beingeschwür ist die Kompression mit Verbänden oder Strümpfen eine etablierte Behandlung. Ob elektromagnetische Felder die Heilung zusätzlich beschleunigen, ist unklar. Welche Alternative geeignet ist, richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Was kostet die Magnetfeldtherapie?
Für eine Sitzung mit statischer Magnetfeldtherapie bei Kreuzschmerzen nennt eine archivierte IGeL-Bewertung 7 bis 20 Euro. Das ist kein belegter üblicher Preis für die pulsierende Magnetfeldtherapie. Deren Gesamtkosten hängen unter anderem vom Gerät, von der Sitzungsdauer und von der Zahl der Termine ab.
Die in dieser Bewertung untersuchte statische Anwendung bei Kreuzschmerzen gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung und ist selbst zu bezahlen. Vor einer ärztlichen Selbstzahlerleistung müssen gesetzlich Versicherte die voraussichtlichen Kosten in Textform erhalten und schriftlich zustimmen.
Ob eine private Krankenversicherung die Kosten übernimmt, richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag. Lassen Sie sich vor Beginn den Sitzungspreis, die geplante Zahl der Termine und mögliche Zusatzkosten schriftlich aufstellen.
Welche Ärztinnen und Ärzte führen Magnetfeldtherapie durch?
Auch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten wenden elektromagnetische Verfahren bei Arthrose an. Die Berufsbezeichnung allein belegt jedoch nicht, dass das Verfahren bei den jeweiligen Beschwerden wirksam ist.
Die ärztliche Zusatz-Weiterbildung Naturheilverfahren umfasst Grundlagen physikalischer Verfahren sowie die Beratung und Indikationsstellung zur Elektrotherapie einschließlich Magnetfeldtherapie. Im Umfeld der Alternativmedizin kann sie auf zusätzliche Kenntnisse hinweisen.
Ein Qualitätsmerkmal ist ein ergebnisoffenes Gespräch über das konkrete Behandlungsziel, die Wirksamkeit, mögliche Risiken, die Kosten und verfügbare Kassenalternativen. Im Erstgespräch können Sie folgende Fragen stellen:
- Welches Behandlungsziel ist bei meiner Erkrankung realistisch, etwa bei Migräne oder mit Blick auf mein Wohlbefinden?
- Welche Untersuchungsergebnisse sprechen für die Anwendung?
- Welche Bedeutung haben Angaben wie Gauss für das vorgesehene Gerät, und ist mein Implantat damit verträglich?
- Welche Gesamtkosten entstehen für alle geplanten Sitzungen?
Spezialistinnen und Spezialisten für Magnetfeldtherapie finden Sie im Anschluss an diesen Text.
Häufige Fragen zur Magnetfeldtherapie
Was ist der Unterschied zwischen statischer und pulsierender Magnetfeldtherapie?
Die statische Magnetfeldtherapie arbeitet mit einem gleichbleibenden Feld. Bei der pulsierenden Variante verändert sich das Magnetfeld in zeitlichen Abständen; diese Form heißt auch PEMF.
Ist die Wirkung der Magnetfeldtherapie bei Kniearthrose wissenschaftlich belegt?
Eine Schmerzlinderung ist möglich, lässt sich aber nicht sicher vorhersagen. Eine Zunahme der Knorpeldicke wurde im Vergleich mit einer Scheinbehandlung nicht festgestellt.
Kann ich die Behandlung mit einem Herzschrittmacher anwenden?
Die Verträglichkeit muss vorab ärztlich für das vorgesehene Gerät geklärt werden. Informieren Sie die Ärztin oder den Arzt über den Herzschrittmacher und andere elektronische Implantate.
Welche Nebenwirkungen kann die Behandlung haben?
Berichtet wurden Hautausschlag, stärkere Schmerzen und leichte Hautreizungen. Wie häufig diese Nebenwirkungen auftreten, lässt sich aus den Studien nicht zuverlässig bestimmen.
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.
Mehr über den Fachautor →Quellen
- IGeL Monitor. IGeL-Monitor, 2014
- Was hilft bei Schulterschmerzen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- Electromagnetic fields for the treatment of osteoarthritis. Cochrane, 2013
- Pulsed Electromagnetic Field Therapy for Mild-to-Moderate Knee Osteoarthritis: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Clinical Trial. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2026
- Does electromagnetic field stimulation help heal fractures that are failing or have failed to heal?. Cochrane, 2022
- Electromagnetic therapy (EMT) for treating venous leg ulcers. Cochrane, 2015
- Therapeutic effects of whole-body devices applying pulsed electromagnetic fields (PEMF): a systematic literature review. Autorinnen und Autoren der Übersichtsarbeit; PubMed, 2011
- Stimulation of human bone marrow mesenchymal stem cells by electromagnetic transduction therapy. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2022
- Pulsed electromagnetic fields in knee osteoarthritis: a double blind, placebo-controlled, randomized clinical trial. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2016
- Rotatorenmanschettenruptur. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, 2025
- Effectiveness of Pulse Electromagnetic Field Therapy in Patients With Subacromial Impingement Syndrome: A Double-Blind Randomized Sham Controlled Study. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2023
- Additional effect of pulsed electromagnetic field therapy on knee osteoarthritis treatment: a randomized, placebo-controlled study. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2010
- Comparison of Short-Term Effects of Extracorporeal Shock Wave Therapy, Low-Level Laser Therapy and Pulsed Electromagnetic Field Therapy in Knee Osteoarthritis: A Randomized Controlled Study. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2025
- Statische Magnetfeldtherapie beim Kreuzschmerz: Evidenzsynthese. IGeL-Monitor, 2014
- Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- Laser therapy versus pulsed electromagnetic field therapy as treatment modalities for early knee osteoarthritis: a randomized controlled trial. Autorinnen und Autoren der Studie; PubMed, 2023
- Kniearthrose (Gonarthrose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- Aufklärung über IGeL-Kosten muss vor der Behandlung erfolgen. Verbraucherzentrale, 2024
- Was erstattet die Krankenkasse?. Verbraucherzentrale
- Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan für die Zusatz-Weiterbildung Naturheilverfahren. Bundesärztekammer, 2022
