Migräne: Informationen & Migräne-Spezialisten

16.06.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Von einer Migräne spricht man, wenn starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit einhergehen. Migräne ist weit verbreitet und betrifft Frauen etwas häufiger als Männer. Auch Kinder können Migräneattacken erleiden. Neben Schlafstörungen und Genussmitteln können Hormonschwankungen für die Kopfschmerzen verantwortlich sein.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Migräne-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: G43

Empfohlene Migräne-Spezialisten

Migräne Fälle in Deutschland

46.532 Fälle im Jahr 2020
47.685 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Als Migräne werden anfallartige, klopfende, pulsierende und periodisch wiederkehrende Kopfschmerzen bezeichnet. Sie betreffen in der Regel nur eine Kopfseite. Ohne Schmerzmittel ist eine Migräneattake kaum auszuhalten.

Menschen, die unter Migräne leiden, berichten von anfallartigen Kopfschmerzen, die sich kontinuierlich verschlimmern.

Die genaue Ursache ist immer noch unklar. Mediziner gehen davon aus, dass Migräne durch

  • Lebens- und Genussmittel
  • Schlafstörungen
  • Temperaturveränderungen
  • Triggerpunkte (Muskelverhärtungen)

ausgelöst wird.

Mittlerweile leiden rund zehn Prozent der Bevölkerung unter Migräne, wobei Frauen weitaus häufiger betroffen sind als Männer. Deswegen wurde Migräne lange als „Frauenleiden“ angesehen. Doch auch Männer und Kinder können betroffen sein.

Meistens verstärken sich die Symptome durch

  • Bewegung,
  • Licht und
  • laute Geräusche.

Patienten fühlen sich deswegen in ruhigen, abgedunkelten Räumen am wohlsten.

Die Ursachen und Symptome sind vielfältig, weshalb Migräneanfälle nur schwer zu behandeln sind. Auffällig ist, dass immer mehr Kinder über starke Kopfschmerzen klagen, weshalb Stress zu den Hauptursachen zählt.

Starke Kopfschmerzen und Migräne
Kopfschmerzen und insbesondere Migräne können den Lebensalltag stark beeinflussen © zinkevych | AdobeStock

Migräne und ihre Ursachen

Über die Ursachen von Migräne wird immer noch viel diskutiert. Häufig leiden mehrere Familienmitglieder unter Migräne. Deshalb vermuten viele Mediziner, dass die Kopfschmerzen nicht nur durch äußere Einflüsse, sondern auch durch genetische Faktoren verursacht werden.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hormonschwankungen
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Flüssigkeitsdefizit
  • Wetterfühligkeit
  • Unterzuckerung (bei Diäten oder unregelmäßigen Mahlzeiten)
  • Reizüberflutung (Lärm, grelles Licht)

Allerdings können die Kopfschmerzen auch durch Muskelverhärtungen (sogenannte Triggerpunkte) ausgelöst werden. Sie entstehen bevorzugt in der Nacken- und Halsregion. Auch begünstigen Nahrungs- und Genussmittel, insbesondere

  • Rotwein,
  • Käse,
  • Nikotin,
  • Schokolade,
  • Bananen und
  • Zitrusfrüchte

die Kopfschmerzattacken. Sie sorgen für eine vermehrte Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffes Noradrenalin, der eine gefäßverengende Wirkung besitzt.

Ähnlich wirkt sich eine Funktionsstörung der Schilddrüse auf den Körper aus. Eine gesunde Schilddrüse produziert die Hormone T3 und T4, die den Stoffwechsel anregen. Ist der Hormonspiegel zu hoch oder zu niedrig, können

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • Migräne

die Folge sein.

Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass eine Störung des Serotoninspiegels vorliegt. Serotonin ist ein Botenstoff, der auch als „Glückshormon“ bekannt ist. Serotonin hebt die Stimmung, daneben beeinflusst das Hormon sowohl unseren Schlafrhythmus als auch unsere Darmtätigkeit. Der Botenstoff wird in den roten Blutplättchen (Thrombozyten) gespeichert.

Bei einer Migräneattacke kommt es im Körper zu einer Anhebung des Serotoninspiegels. Ganz besonders hoch ist die Serotoninkonzentration während der Menstruation, weshalb Frauen in dieser Zeit vermehrt über Kopfschmerzen klagen.

Migräne-Symptome – mit oder ohne Aura

Gewöhnlich wird eine Migräne in vier Phasen eingeteilt.

Phase 1 - Vorphase (Prodromalphase)

In dieser Phase klagen die Betroffenen häufig über

  • Stimmungsschwankungen,
  • eine erhöhte Reizbarkeit,
  • häufiges Gähnen,
  • Konzentrationsstörungen oder
  • Appetitlosigkeit.

Phase 2 - Auraphase

Unter einer Migräne mit Aura leiden ungefähr 10 bis 30 Prozent der Patienten. Migräne mit Aura heißt, dass die Kopfschmerzen mit neurologischen Störungen einhergehen. Dazu gehören

  • Sprachstörungen,
  • Lichtblitze,
  • Störungen der Farbwahrnehmung,
  • Missempfindungen.

Phase 3 - Kopfschmerzphase

In dieser Phase leiden die Patienten unter massiven Kopfschmerzen, die langsam, aber stetig zunehmen. In der Regel treten die Kopfschmerzen, die von

  • Schwindel,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen sowie
  • einer erhöhten Licht- und Geräuschempfindlichkeit

begleitet werden, im Bereich der Schläfe oder der Stirn (meist einseitig) auf.

Phase 4 - Rückbildungsphase

In der sogenannten Rückbildungsphase nehmen die Symptome zwar langsam ab, jedoch fühlen Betroffene sich reizbar, müde und erschöpft. Es kommt zudem häufig vor, dass sie keinen Hunger verspüren.

Wie wird Migräne behandelt?

In der Therapie geht es vor allem darum, die schmerzauslösenden Faktoren zu beseitigen. Dadurch lindern sich die Schmerzsymptome. Hierzu gehören Stress sowie der Genuss von Alkohol, Nikotin, Schokolade und Zitrusfrüchten.

Auch können Entspannungsübungen (Muskelrelaxation, Yoga) und Ausdauersport (Jogging, Nordic Walking) dabei helfen, die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken zu reduzieren. Bei Triggerpunkten im Nackenbereich können Massagen und Dehnungen sinnvoll sein.

Die meisten Patienten sind in der akuten Phase besonders geräusch- und lichtempfindlich. Sie sollten sich in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Störende Geräusche (Radio, Fernseher) sind möglichst auszuschalten. Kalte Kompressen, die beispielsweise auf die Stirn oder in den Nacken gelegt werden, können bei der Schmerzreduzierung helfen.

Bei Kopfschmerzattacken haben sich Migräne-Medikamente, darunter NSAR (ASS, Ibuprofen) und Paracetamol bewährt. Bei einer akuten Migräne kommen sogenannte Triptane zum Einsatz, die als Zäpfchen oder in Tablettenform verabreicht werden.

Allerdings sind diese Medikamente für Schwangere sowie für Menschen mit Bluthochdruck nicht geeignet.

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