Leading Medicine Guide Logo

Migräne mit Aura und chronische Migräne – Symptome, neurologische Beschwerden und Kopfschmerzattacken

27.05.2026
Sabine Schneider
Chefredakteurin

Migräne ist eine häufige neurologisch bedingte Erkrankung mit wiederkehrendem Kopfschmerz und unterschiedlichen Symptomen. Viele Menschen mit Migräne leiden unter einer einseitig pulsierend oder pochend auftretenden Attacke. Besonders typisch sind Übelkeit und Erbrechen sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen.

Bei einer Migräne mit Aura treten zusätzlich visuell wahrnehmbare Sehstörungen oder neurologische Symptome auf. Die Häufigkeit von Migräneattacken kann individuell sehr unterschiedlich sein und reicht von gelegentlichen Beschwerden bis zur chronischen Migräne. Trigger wie Stress, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen können eine Migräneattacke auslösen oder verschlimmern.

Zur Behandlung der Migräne werden häufig Triptane, Ibuprofen oder andere Schmerzmittel eingesetzt. Neben der Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe spielt auch die Vorbeugung eine wichtige Rolle, um Migräne langfristig zu lindern.

ICD-Codes für diese Krankheit: G43

Kurzübersicht:

Migräne verursacht häufig pulsierendem Kopfschmerz mit Übelkeit, Aura und weiteren Begleitsymptomen. Typisch sind wiederkehrende Migräneattacken mit einseitig auftretenden Beschwerden. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen und betrifft auch Kindern und Jugendlichen. Zur Therapie der Migräne und Prophylaxe kommen Triptane, medikamentös unterstützte Verfahren und Maßnahmen zur Vorbeugung zum Einsatz.

Artikelübersicht

Migräne und ihre Ursachen

Als Migräne werden anfallsartige, klopfende, pulsierende und periodisch wiederkehrende Kopfschmerzen bezeichnet. Sie betreffen in der Regel nur eine Kopfseite. Ohne Schmerzmittel ist eine Migräneattacke kaum auszuhalten. Menschen, die unter Migräne leiden, berichten von anfallsartigen Kopfschmerzen, die sich kontinuierlich verschlimmern.

Die genaue Ursache ist immer noch unklar. 

Mediziner gehen davon aus, dass Migräne durch unterschiedliche Faktoren entsteht, wie:

  • Lebens- und Genussmittel
  • Schlafstörungen
  • Temperaturveränderungen
  • Triggerpunkte (Muskelverhärtungen)

Mittlerweile leiden rund zehn Prozent der Bevölkerung unter Migräne, wobei Frauen weitaus häufiger betroffen sind als Männer. Deswegen war Migräne lange ein Frauenleiden. Doch auch Männer und Kinder können betroffen sein.

Meistens verstärken sich die Symptome durch:

  • Bewegung
  • Licht und
  • Laute Geräusche

Patienten fühlen sich deswegen in ruhigen, abgedunkelten Räumen am wohlsten. Die Ursachen und Symptome sind vielfältig, weshalb Migräneanfälle nur schwer zu behandeln sind. Auffällig ist, dass immer mehr Kinder über starke Kopfschmerzen klagen, weshalb Stress zu den Hauptursachen zählt.

Starke Kopfschmerzen und Migräne
Kopfschmerzen und insbesondere Migräne können den Lebensalltag stark beeinflussen © zinkevych | AdobeStock

Über die Ursachen von Migräne diskutieren Mediziner immer noch viel. Häufig leiden mehrere Familienmitglieder unter Migräne

Deshalb vermuten Experten, dass Kopfschmerzen nicht nur durch äußere Einflüsse, sondern auch durch genetische Faktoren entstehen.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hormonschwankungen
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Flüssigkeitsdefizit
  • Wetterfühligkeit
  • Unterzuckerung (bei Diäten oder unregelmäßigen Mahlzeiten)
  • Reizüberflutung (Lärm, grelles Licht)

Allerdings können Kopfschmerzen auch durch Muskelverhärtungen (sogenannte Triggerpunkte) entstehen. 

Sie treten bevorzugt in der Nacken- und Halsregion auf.

Auch Nahrungs- und Genussmittel begünstigen Nahrungs- und Genussmittel, wie:

  • Rotwein
  • Käse
  • Nikotin
  • Schokolade
  • Bananen und
  • Zitrusfrüchte

Sie sorgen für eine vermehrte Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffes Noradrenalin, der eine gefäßverengende Wirkung besitzt. Ähnlich wirkt sich eine Funktionsstörung der Schilddrüse auf den Körper aus. Eine gesunde Schilddrüse produziert die Hormone T3 und T4, die den Stoffwechsel anregen. 

Ist der Hormonspiegel zu hoch oder zu niedrig, können folgende Beschwerden auftreten:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • Migräne

Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass eine Störung des Serotoninspiegels vorliegt. Serotonin ist ein Botenstoff, der auch als „Glückshormon“ bekannt ist. Serotonin hebt die Stimmung, daneben beeinflusst das Hormon sowohl unseren Schlafrhythmus als auch unsere Darmtätigkeit. Der Botenstoff ist in den roten Blutplättchen (Thrombozyten) gespeichert.

Bei einer Migräneattacke kommt es im Körper zu einer Anhebung des Serotoninspiegels. Ganz besonders hoch ist die Serotoninkonzentration während der Menstruation, weshalb Frauen in dieser Zeit vermehrt über Kopfschmerzen klagen.

Migräne-Symptome – mit oder ohne Aura

Gewöhnlich teilen Mediziner Migräne in vier Phasen ein.

Phase 1 - Vorphase (Prodromalphase)

In dieser Phase klagen die Betroffenen häufig über:

  • Stimmungsschwankungen
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Häufiges Gähnen
  • Konzentrationsstörungen oder
  • Appetitlosigkeit

Phase 2 - Auraphase

Unter einer Migräne mit Aura leiden ungefähr 10 bis 30 Prozent der Patienten. Migräne mit Aura heißt, dass Kopfschmerzen mit neurologischen Störungen einhergehen. 

Dazu gehören:

Phase 3 - Kopfschmerzphase

In dieser Phase leiden Patienten unter massiven Kopfschmerzen, die langsam, aber stetig zunehmen

Meist treten zusätzlich zu den Kopfschmerzen folgende Symptome im Bereich der Schläfe oder der Stirn (meist einseitig) auf:

Phase 4 - Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase nehmen die Symptome zwar langsam ab, jedoch fühlen Betroffene sich reizbar, müde und erschöpft. Es kommt zudem häufig vor, dass sie keinen Hunger haben.

Die Behandlung von Migräne

In der Therapie geht es vor allem darum, die schmerzauslösenden Faktoren zu beseitigen. Dadurch mindern sich die Schmerzsymptome. 

Hierzu gehören:

  • Stress sowie 
  • Der Genuss von Alkohol, Nikotin, Schokolade und Zitrusfrüchten

Auch können Entspannungsübungen (Muskelrelaxation, Yoga) und Ausdauersport (Jogging, Nordic Walking) dabei helfen, die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken zu reduzieren. Bei Triggerpunkten im Nackenbereich können Massagen und Dehnungen sinnvoll sein.

Die meisten Patienten sind in der akuten Phase besonders geräusch- und lichtempfindlich. Sie sollten sich in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Störende Geräusche (Radio, Fernseher) sind möglichst auszuschalten. Kalte Kompressen, beispielsweise für die Stirn oder den Nacken, können bei der Schmerzreduzierung helfen.

Bei Kopfschmerzattacken haben sich Migräne-Medikamente, darunter NSAR (ASS, Ibuprofen) und Paracetamol bewährt. Bei einer akuten Migräne kommen Triptane zum Einsatz, die der Patient als Zäpfchen oder in Tablettenform erhält. Allerdings sind diese Medikamente für Schwangere sowie für Menschen mit Bluthochdruck nicht geeignet.

Welche Ärzte sind Migräne-Spezialisten?

Die Migräne lässt sich nicht wie Spannungskopfschmerzen durch ätherische Öle und Entspannungsübungen lindern

Wenden Sie sich bei Verdacht auf Migräne deshalb gleich an einen Spezialisten. Gehen Sie mit Ihren Beschwerden zu einem Neurologen oder Allgemeinmediziner mit vertieften Kenntnissen über Migräne. 

Die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft führt Adresslisten. Hierin finden Sie auch einen Migräne-Spezialist in Ihrer Nähe.

Fazit

Migräne ohne Aura ist die häufigste Form der Erkrankung, dennoch können auch Varianten mit sogenannte Aura oder neurologische Symptome auftreten. Zu den seltenen Formen zählen die familiäre hemiplegische Migräne, die sporadische hemiplegische Migräne, die retinalen Migräne sowie die Migräne mit Hirnstammaura beziehungsweise Migräne vom Basilaristyp.

Die Diagnose einer Migräne erfolgt anhand typischer Beschwerden, weiterer Symptome und der individuellen Krankengeschichte der Patientinnen und Patienten. Symptome einer Migräne sind häufig starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und andere neurologische Symptome. Die Ursache der Migräne sowie die Entstehung von Migräne sind komplex und können durch genetische Faktoren oder verschiedene Trigger beeinflusst werden. Ursachen für Migräne unterscheiden sich individuell und reichen von Stress bis zu hormonellen Veränderungen.

Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl die akute Therapie der Migräne als auch die langfristige Prophylaxe von Migräne. Besonders bei Status migraenosus oder chronischen Beschwerden ist eine gezielte Behandlung der Migräne wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt hierfür die S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke. Zusätzlich können Betroffene Migräne vorbeugen, indem sie bekannte Auslöser vermeiden und auf einen geregelten Lebensstil achten. Auch bei Migräne in der Schwangerschaft sollte die Therapie individuell angepasst werden. Internationale Fachliteratur wie „of Migraine“ beschreibt moderne Ansätze zur Behandlung und Vorbeugung dieser neurologischen Erkrankung.

FAQ

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologisch bedingte Erkrankung mit wiederkehrendem Kopfschmerz und unterschiedlichen Symptomen. Typisch sind pulsierend oder pochend auftretende Migräneattacken, die häufig einseitig auftreten. Viele Menschen mit Migräne leiden zusätzlich unter Übelkeit und Erbrechen sowie neurologischen Begleitsymptomen.

Was bedeutet Migräne mit Aura?

Bei einer Migräne mit Aura treten vor der eigentlichen Attacke neurologische Symptome wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder visuell wahrnehmbare Veränderungen auf. Eine sogenannte Aura kann wenige Minuten bis etwa eine Stunde andauern. Neben der typischen Aura gibt es seltene Formen wie die hemiplegische Migräne oder Migräne mit Hirnstammaura.

Welche Ursachen und Trigger gibt es für Migräne?

Die Ursache der Migräne ist nicht vollständig geklärt, allerdings spielen genetische Faktoren, Trigger und neurologische Prozesse eine wichtige Rolle. Ursachen für Migräne können Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Lebensmittel sein. Auch chronisch auftretende Belastungen können die Häufigkeit von Migräneattacken erhöhen.

Wie wird Migräne behandelt?

Zur Behandlung von Migräne kommen häufig Triptane, Ibuprofen oder andere Schmerzmittel zum Einsatz. Die Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne richtet sich nach Häufigkeit und Schwere der Attacke. Bei chronische Migräne kann zusätzlich eine medikamentös unterstützte Prophylaxe sinnvoll sein, um Migräne vorbeugen zu können.

Wann sollte man bei Migräne ärztliche Hilfe suchen?

Bei starke Kopfschmerzen, ungewöhnlichen neurologische Symptome oder einer plötzlichen Veränderung der Migräneattacken sollte ärztlich eine Diagnose einer Migräne erfolgen. Besonders bei Status migraenosus, hemiplegischen Migräne oder Beschwerden in der Schwangerschaft ist eine neurologische Abklärung wichtig. Auch Kindern und Jugendlichen mit häufig auftretendem Kopfschmerz sollten untersucht werden.

Medizinisches Spektrum

Spezialisierungen

Empfohlene Migräne-Spezialisten