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Behandlung · Allgemeine Augenheilkunde

Vitrektomie: Minimalinvasive Glaskörperentfernung bei Netzhaut- und Glaskörperchirurgie

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand:

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Vitrektomie ist eine minimalinvasive Glaskörperoperation zur Behandlung von Netzhauterkrankungen. Dabei wird der Glaskörper entfernt und durch eine geeignete Substanz ersetzt. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Ziel ist die Verbesserung der Sehkraft und die Stabilisierung der Netzhaut.

Die Vitrektomie ist ein chirurgischer Eingriff in der Augenheilkunde, bei dem der Glaskörper im Auge entfernt wird. Diese Operation wird häufig bei Erkrankungen der Netzhaut oder des Glaskörpers durchgeführt. Ziel ist es, das Sehvermögen zu verbessern und Komplikationen wie Netzhautablösung zu behandeln.

Die Vitrektomie gilt heute als schonend und wird meist minimalinvasiv durchgeführt. Dabei werden kleine Schnitte gesetzt, um Instrumente in das Auge einzuführen. Der Glaskörper wird entfernt und durch eine spezielle Flüssigkeit, Gas oder Silikonöl ersetzt. Diese Methode wird vor allem bei Glaskörpertrübungen, Makulaforamen oder Blutungen eingesetzt. Ein erfahrener Spezialist entscheidet individuell über die Indikation für diesen Eingriff.

Geschichte und Hintergrund der Vitrektomie

Bis in die späten Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts nahmen Ärzte keine chirurgischen Eingriffe am Glaskörper vor. Auch die Vitrektomie kam nicht zum Einsatz. Der Grund waren die zahlreichen Komplikationen, die eine Glaskörperabsaugung mit sich brachten.

Damals setzen Ärzte auf eine Tupfervitrektomie. Dabei saugten Mediziner den Glaskörper mit einem Tupfer aus dem Augapfel. Bei der heutigen Vitrektomie mittels moderner Saug- und Schneidegeräte müssen Ärzte keinen Zug auf den gesamten Glaskörper ausüben. Das senkt die Häufigkeit der Komplikationen.

Die Vitrektomie nennen Experten auch Pars-plana-Vitrektomie (kurz PPV). Eine kontinuierliche Infusion in den Augapfel sorgt dafür, dass der Augapfel bei Entfernung des Glaskörpers nicht in sich zusammenfällt.

Dieser Vorgang minimiert die Risiken und ist auch bei schwierigen Fällen möglich. Daher kam die Vitrektomie, wenn es gesundheitlich nötig war, immer mehr in Mode und löste andere Vitrektomie-Verfahren ab. Durch die neuen Möglichkeiten können Ärzte viele Beschwerden und Krankheiten am Auge gezielter und risikoarmer behandeln.

Notwendigkeit einer Glaskörperentfernung

Viele Patienten schrecken vor einer Vitrektomie zunächst zurück. Sie glauben, dass der Glaskörper ein wichtiger Teil des Auges ist. Sie setzen den Verlust des Glaskörpers mit dem Verlust der Sehkraft gleich. Tatsächlich ist die Glaskörper-Substanz nur in der Entwicklungsphase des Auges wichtig.

Später füllt er vielmehr lediglich den Augapfel aus und gibt ihm Form. Dies können problemlos auch andere Substanzen übernehmen.

Meist geben Ärzte Luft oder Gas in das Auge, das sich im Verlauf resorbiert. Körpereigene Flüssigkeit ersetzen sie anschließend. Schwierige Netzhautablösungen erfordern die Eingabe von Silikonöl.

Darstellung einer VitrektomieNach dem Eingriff ist das Auge in den ersten Tagen sehr empfindlich, der Eingriff selbst ist nicht schmerzhaft @ Pepermpron /AdobeStock

Die Absaugung des Glaskörpers kann unter verschiedenen Umständen notwendig sein. Bei einer Augenverletzung durch einen Unfall kann es häufig zu Einblutungen in den Glaskörper oder Verschmutzung durch Fremdkörper kommen.

Kann der Körper Fremdstoffe nicht aus dem Auge abbauen, müssen Ärzte den Glaskörper entfernen. Sie ersetzen ihn durch eine neutrale Lösung.

Weitere häufige Gründe für eine Vitrektomie sind eine Netzhautablösung oder die diabetische Retinopathie. Tritt Flüssigkeit aus dem Glaskörper aus, kann das die Netzhaut dauerhaft schädigen und zu starken Schwierigkeiten führen. Eine Vitrektomie kann die Sehfähigkeit deutlich verbessern. Sie kann zur Diagnose oder für die medikamentöse Versorgung des Auges mit Antibiotika dienen.

Weil eine Augenoperation immer Risiken mit sich bringt, führen Ärzte eine Vitrektomie nur selten bei leichten Beschwerden durch. Bei schweren Augenbeschwerden führen Ärzte rasch eine Vitrektomie durch, um Sehverschlechterungen oder Erblindung zu vermeiden.

Vorbereitungen und Voruntersuchungen

Ob eine Vitrektomie zur Behandlung einer Augenerkrankung notwendig ist, kann der behandelnde Arzt nach einer umfangreichen Untersuchung feststellen.

Hierbei berücksichtigt er:

  • Die individuelle Diagnose
  • Den Zustand des Auges
  • Den Zustand des Patienten

Spricht ein Aspekt der genannten gegen eine Vitrektomie, sollte der Arzt Alternativen heranziehen. Der Arzt prüft vorab, ob eine komplette oder teilweise Glaskörperentfernung erforderlich ist.

Die Durchführung der Vitrektomie

Bei der Vitrektomie handelt es sich um eine erprobte Operation, die stets im Inneren des Auges stattfindet. Dabei saugen Ärzte nur die geleeartige Masse an oder ab.

Da die Vitrektomie keinen Zug auf das Auge ausübt, bleibt der Druck im Auge während des Eingriffs weitgehend stabil.

Die Glaskörperentfernung erfolgt meistens unter lokaler Betäubung. Die Beweglichkeit des Auges ist während des Eingriffs durch Betäubungsmitteln nicht möglich.

Nur in seltenen Fällen (Kinder, ängstliche Patienten oder spezielle Risikofaktoren) führen Ärzte die Vitrektomie unter Vollnarkose durch.

Der Ablauf ist folgendermaßen:

  1. Zunächst setzt der Chirurg drei kleine Stiche, die als Zugänge für das notwendige Werkzeug dienen. 
  2. Durch diese Zugänge führen Ärzte ein Saug-Schnittwerkzeug, eine Spüldrainage (zur Aufrechterhaltung des Augendruckes) und eine Lichtquelle ein.
  3. Anschließend entfernen sie die erkrankten oder beschädigten Teile des Glaskörpers oder die gesamte Masse. Damit das Auge durch die Entfernung des Glaskörpers nicht in sich zusammenfällt, lassen Ärzte Flüssigkeit in das Auge ein. Dies geschieht durch eine minimale (kleiner als 1 mm) Öffnung.

Die drei Schnitte sind so winzig, dass sie Ärzte nach der Vitrektomie nicht nähen müssen. Im Regelfall treten, wenn überhaupt, nur leichte Schmerzen auf. Patienten, die eine Vitrektomie erhalten, bleiben zwei bis fünf Tage lang stationär im Krankenhaus. Die Dauer des Eingriffs beträgt je nach Schweregrad zwischen 30 und 60 Minuten.

Komplikationen und Risiken

Eine Glaskörperoperation birgt wie jeder operative Eingriff eine ganze Reihe von Risiken und Nebenwirkungen. Diese sollte der Betroffene mit dem behandelnden Arzt während der Vorbesprechungen klären. Insgesamt sind die Risiken jedoch relativ gering. In den meisten Fällen wiegt der Nutzen das Risiko der OP auf.

Während und nach der Operation ist eine Entzündung das größte Risiko. Um das Infektionsrisiko zu verringern, bleiben Patienten stationär in Behandlung.

Nur in sehr seltenen Fällen führen Ärzte die Vitrektomie ambulant durch.

Weitere Komplikationen sind:

Katarakt im Licht einer SpaltlampeKatarakt im Licht einer Spaltlampe @ Zarina Lukash /AdobeStock

Nachbehandlung und Prognose

Nach dem Krankenhausaufenthalt sollte der Patient einige Tage und Wochen vorsichtig sein. Wie sich der Patient in Sachen Augenhygiene, Belastungsgrenzen und Kopfhaltung verhalten sollte, erfährt er von seinem behandelnden Arzt.

Die individuelle Betrachtung ist deshalb wichtig, weil nicht bei jeder Vitrektomie dieselben Verhaltensregeln erforderlich sind. In der Regel sollte der Patient jedoch körperliche Anstrengung, Sport, direkte Sonneneinstrahlung, Augenreiben und Make-up vermeiden.

Fazit zur Vitrektomie

Das Fazit zeigt, dass die Vitrektomie ein hochentwickeltes Verfahren der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie ist und heute routinemäßig von einem erfahrenen Spezialist durchgeführt wird. Die Vitrektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Entfernung des Glaskörpers notwendig wird, um Erkrankungen effektiv zu behandeln. Dabei kann der Glaskörper ganz oder teilweise entfernt werden, insbesondere bei Netzhautablösungen oder Makulaerkrankungen. Moderne Techniken wie die Pars-Plana-Vitrektomie oder die 27-Gauge-Glaskörperoperation ermöglichen eine besonders minimalinvasive Glaskörperoperation mit hoher Präzision.

Die Glaskörperentfernung erfolgt im Rahmen spezialisierter Eingriffe am Auge, häufig in einem modernen Augenzentrum, in dem erfahrene Augenärzte tätig sind. Nach der Entfernung des Glaskörpers wird der entfernten Glaskörper durch eine körpereigene Flüssigkeit ersetzt oder es wird spezielles Gas in das Augeninnere eingebracht. Dieses spezielle Gas dient der Stabilisierung der Netzhaut und beeinflusst vorübergehend den Augendruck. Die Vitrektomie eine Option dar, wenn konservative Therapien nicht ausreichen oder wenn die Vitrektomie die einzige sinnvolle Behandlung darstellt.

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung in der Netzhautchirurgie sind Vitrektomien heute besonders schonend und sicher. Der Eingriff erfolgt meist unter lokaler Betäubung oder unter örtlicher Betäubung und zeichnet sich durch eine hohe Qualität und Sicherheit aus. Dennoch sind Nachsorgeuntersuchungen und eine sorgfältige Kontrolluntersuchung entscheidend für den Heilungsverlauf. Antibiotische Augentropfen unterstützen die Heilung und beugen Infektionen vor. Insgesamt bietet die minimalinvasive Glaskörperentfernung eine effektive Therapieoption mit guten Erfolgsaussichten für viele Patienten.

FAQ

Was ist eine Vitrektomie?

Die Vitrektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Glaskörper im Auge ganz oder teilweise entfernt wird. Diese Glaskörperoperation wird häufig bei Erkrankungen der Netzhaut durchgeführt. Ziel ist es, das Sehvermögen zu verbessern und Komplikationen zu verhindern.

Wann ist eine Vitrektomie notwendig?

Eine Vitrektomie wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, darunter Netzhautablösung, Makulaforamen oder starke Glaskörpertrübungen. Auch Blutungen im Glaskörper können eine Indikation für diesen Eingriff sein.

Wie läuft die Operation ab?

Die Operation erfolgt meist minimalinvasiv über kleine Schnitte im Auge. Der Glaskörper wird entfernt und durch eine Flüssigkeit, Gas oder Silikonöl ersetzt. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Welche Risiken gibt es?

Wie jede Operation birgt auch die Vitrektomie ein Risiko für Komplikationen wie Infektion, Blutung oder erhöhten Augeninnendruck. Insgesamt gilt der Eingriff jedoch als sicher und wird häufig erfolgreich durchgeführt.

Wie verläuft die Nachsorge?

Nach der Vitrektomie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Augentropfen unterstützen den Heilungsverlauf und helfen, Infektionen zu vermeiden. Je nach Behandlung kann eine bestimmte Kopfhaltung notwendig sein.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

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Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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