Zahnerhaltung - Spezialisten und Informationen

Die Zahnerhaltung ist das Kernanliegen der präventiven wie der therapeutischen Zahnmedizin. Entsprechend weitgefächert sind die verschiedenen Methoden, die im Rahmen der Zahnerhaltungsbehandlungen zum Einsatz kommen. Unterschieden werden kann zwischen solchen, die vorbeugend eingesetzt werden, und solchen, die zum Einsatz kommen, wenn die Zähne oder der Zahnhalteapparat erkrankt sind. Zahnerhaltung beginnt damit bereits in relativ jungen Jahren und nicht erst in höherem Alter, wenn der Bestand des Gebisses akut gefährdet ist.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie Zahnmediziner, die auf die Zahnerhaltung spezialisiert sind.

Empfohlene Spezialisten für Zahnerhaltung

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Zahnerhaltung - Weitere Informationen

Definition: Was ist Zahnerhaltung?

Die Zahnerhaltung ist einer der wesentlichen Bereiche der gegenwärtigen Zahnmedizin. Zahnmedizinische Behandlungen zielen in vielen Fällen nicht nur auf die Linderung von Beschwerden, sondern auch darauf, die gegebene Zahnsubstanz so lange wie möglich zu erhalten. Zum Einsatz kommen Methoden der Zahnerhaltung daher sowohl präventiv als auch therapeutisch: Im Idealfall wird das Entstehen von Zahn- und Halteapparaterkrankungen verhindert, sodass es nicht nötig ist, später therapeutisch einzugreifen.

Die sog. konservierende Zahnheilkunde, die sich der Zahnerhaltung verschrieben hat, beschäftigt sich primär mit plaquebedingten Erkrankungen der Zähne sowie mit kariösen und nicht-kariösen Schäden, da diese Phänomene den Erhalt der Zähne am stärksten bedrohen. Zu diesem Bereich der Zahnmedizin zählen damit

  • die zahnmedizinische Prophylaxe,
  • die Kariestherapie,
  • die Parodontologie (Behandlung bakterieller Erkrankungen des Zahnhalteapparats) und
  • die Endodontie (Behandlung anderer entzündlicher Erkrankungen des Zahnhalteapparats und des Zahnmarks).

Mit diesem weitgefassten Bereich der Zahnerhaltungsmedizin kommt in Westeuropa beinahe jeder Mensch im Laufe seines Lebens in Berührung: Die zahnmedizinische Prophylaxe beginnt im Kindesalter und Karies betrifft mehr als 98 Prozent der in Westeuropa lebenden Menschen.

Gründe für die Behandlung: Wann ist eine Zahnerhaltungstherapie nötig?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Während die zahnmedizinische Prophylaxe – wie der Name bereits verrät – vor dem Auftreten von Beschwerden angesiedelt ist und diesen vorbeugen soll, kommen die eigentlichen Zahnerhaltungstherapien erst zum Einsatz, wenn bereits Erkrankungen des Zahnes oder des Zahnhalteapparats aufgetreten sind.

Der häufigste Grund für eine Zahnerhaltungsbehandlung ist die Zahnkaries. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Zahnsubstanz, die durch Bakterien, die sich im Biofilm, der die Zähne umgibt, befinden. Zuckermoleküle werden von diesen Bakterien zu Säuren verstoffwechselt, die wiederum die Zahnsubstanz angreifen und mit der Zeit zu einer Läsion führen.

Ein weiterer häufiger Grund für eine Zahnerhaltungsbehandlung ist die Parodontitis, eine bakterielle Erkrankung, die zum Abbau des Knochens und des Zahnfleischs, die die Zähne halten, führt. Warnsignale sind die Bildung von Zahnbelag, der den Ausgangspunkt der Entwicklung hin zu den beschriebenen Abbauprozessen darstellt, sowie Entzündungen des Zahnfleischs, die sich teilweise ebenfalls zur Parodontitis entwickeln. Auch diese beiden Erscheinungen sind daher häufig Anlass für Zahnerhaltungsbehandlungen.

Weitere Gründe für Zahnerhaltungstherapien sind Entzündungen des Zahnmarks, die durch Bakterien, aber auch durch mechanische, chemische oder thermische Reizungen entstehen können, sowie Beschädigungen des Zahnes durch sonstige Umwelteinflüsse.

Methoden der Zahnerhaltung: Wie läuft die Behandlung ab?

Die Methoden der Zahnerhaltung unterscheiden sich ebenso wie stark wie die Anlässe für die Behandlung. Grundsätzlich muss auch hier unterschieden werden zwischen präventiven und therapeutischen Ansätzen. In der Prävention kommt neben edukativen Ansätzen wie dem Vermitteln effektiver Zahnputztechniken etwa die professionelle Zahnreinigung zum Einsatz, die darauf zielt, Risikofaktoren zu minimieren.

Noch stärker differenziert werden muss bei den therapeutischen Ansätzen. Am bekanntesten ist die Füllungstherapie, die zur Beseitigung kariöser Läsionen zum Einsatz kommt. Die Läsion wird mit Hilfe eines Bohrers beseitigt, wodurch ein mehr oder minder großes Loch in der Zahnsubstanz entsteht. Dieses Loch wird anschließend mit Füllmaterial ausgefüllt, sodass der Zahn voll belastet werden kann. Außerdem wird so verhindert, dass Bakterien ins Innere des Zahns eindringen können. Während früher in der Regel Amalgam eingesetzt wurde, um den Zahn aufzufüllen, wird heute vermehrt auf Keramik und Kompositkunststoffe gesetzt. Bei beginnender Karies in bestimmten Zahnbereichen kann auch eine neuartige Therapieform genutzt werden, die ohne Bohren auskommt. Hierbei infiltriert ein Kunststoff die Läsion und verschließt sie so.

Bei Parodontitis wird häufig eine mehrstufige Behandlung angestrebt. Nach Entfernung sichtbarer Plaques wird eine Kürettage der entzündeten Zahnfleischtaschen mitsamt Zahnwurzel durchgeführt: Das entzündete Gewebe wird ausgeschabt. Darüber hinaus kommen teilweise Antibiotika zum Einsatz, um die bakterielle Besiedlung zu verringern.

Ist das Zahnmark entzündet, ist eine Wurzelkanalbehandlung nötig. Hierbei wird der Wurzelkanal eröffnet, um das entzündete Gewebe entfernen zu können. Anschließend wird der Kanal mit Füllmaterial verschlossen.

Neben den beschriebenen Methoden kommen in der Oralchirurgie weitere zum Einsatz. Obwohl auch diese Behandlungen, zu denen es vor allem nach Unfällen und anderen traumatisch bedingten Schäden der Zähne kommt, der Zahnerhaltung dienen, werden sie nicht als Teil der konservierenden Zahnheilkunde betrachtet.

Nachsorge: Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Was bei der Nachbehandlung zu beachten ist, ist in hohem Maße von der Art der Behandlung abhängig. In jedem Falle ist es jedoch wichtig, die Grundlagen der Zahnhygiene zu kennen und auch nach der Behandlung anzuwenden, um weiteren Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats vorzubeugen. Hierzu zählen etwa regelmäßiges und effektives Zähneputzen sowie die Verwendung antimikrobiell wirksamer Mundspüllösungen. Ferner sind teilweise Ernährungsumstellungen hin zu einer weniger zuckerreichen Ernährung sinnvoll und werden von Zahnärzten empfohlen.

Ob es nötig ist, den betroffenen Zahn bzw. die betroffenen Zähne nach der Behandlung zu schonen, lässt sich nicht allgemein beantworten. Nach Zementfüllungen ist es etwa nötig, den Zahn mindestens einen Tag lang nicht zum Kauen einzusetzen und nur sehr behutsam zu reinigen, da die Füllung zunächst aushärten muss. Bei Keramik- oder Kompositfüllungen gilt das hingegen nicht. Allgemein empfehlenswert ist es, nach lokalen Betäubungen zunächst nichts zu essen, bis das Empfinden wieder völlig hergestellt ist, da andernfalls Verletzungen – etwa durch unbemerktes Beißen auf die Zunge oder in die Wange – möglich sind.

Komplikationen, Risiken, Prognose: Wie geht es nach der Zahnerhaltungsbehandlung weiter?

Im Rahmen aller therapeutischen Maßnahmen zur Zahnerhaltung kann es zu Komplikationen kommen. So besteht etwa die Gefahr der unbeabsichtigten Schädigung gesunder Zahnsubstanz im Rahmen der Behandlung. Auch das Eindringen von Bakterien ins Innere des Zahns und den Wurzelkanal mit entsprechenden Folgen ist bei bestimmten Behandlungen möglich. All diese Risiken werden durch ein fachgerechtes Vorgehen des Zahnarztes jedoch verringert.

Die Prognose bei Erkrankungen, die die Zahnsubstanz gefährden, ist vor allem vom Zeitpunkt des Therapiebeginns sowie von der Nachsorge abhängig. Je eher eine Behandlung erfolgt, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Verlust des Zahns abgewendet werden kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten zahnmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen.

Einen Sonderfall stellt die Parodontitis dar: Der aufgetretene Abbau des Zahnhalteapparats kann in der Regel nicht oder nur in geringem Maße rückgängig gemacht werden. Hier ist es daher besonders wichtig, eine entsprechende Behandlung rechtzeitig zu beginnen.

Quellen

https://www.dgparo.de/presse/presse_detail/article-58eb2b5a64609
https://flexikon.doccheck.com/de/Karies
https://flexikon.doccheck.com/de/Parodontitis
https://www.dgz-online.de/patienten/informationen
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