Mikrosporie: Informationen & Mikrosporie-Spezialisten

18.08.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Bei der Mikrosporie handelt es sich um eine sehr ansteckende Hautpilzinfektion mit Fadenpilzen. Die Erkrankung äußert sich in Form von rundlich wachsenden, geröteten und juckenden Entzündungsherden. Neben der Haut ist vor allem der behaarte Kopf befallen, oft kommt es durch die Erkrankung dann zu Haarausfall.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Mikrosporie-Spezialisten.

ICD-Codes für diese Krankheit: B35.9

Empfohlene Mikrosporie-Spezialisten

Mikrosporie Fälle in Deutschland

25 Fälle im Jahr 2020
25 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Ursachen der Mikrosporie

Verursacht wird die Mikrosporie in den meisten Fällen durch den Pilz Microsporum canis. Das ist ein Fadenpilz, der zu den Dermatophyten zählt.

Der Erreger ist vor allem auf der Haut von Tieren zu finden. De Übertragung auf den Menschen erfolgt durch die bloße Berührung der Tiere. Hauptinfektionsquellen sind vor allem Hunde und Katzen. Aber auch

  • kleinere (z. B. Meerschweinchen) und
  • größere (z. B. Pferde) Tiere

sowie Menschen können den Parasiten weitergeben. Seltener kann die Infektion mit den Erregern

  • Microsporum gypseum (über den Erbdoden, geophile Microsporie) oder
  • Microsporum audouinii (von Mensch zu Mensch, anthropophile Mikrosporie)

übertragen werden.

Der Erreger: Microsporum canis

Bei dem Erreger Microsporum canis handelt es sich um einen so genannten Dermatophyten. Er verursacht als parasitärer Pilz vor allem bei Katzen und Hunden die Krankheit Mikrosporie. Er gehört deshalb zu den zoophilen Dermatophyten.

Da sich auch Menschen und andere Säugetiere anstecken können, handelt es bei dem Pilz um einen so genannten Zoonoseerreger.

Der Pilz bildet auf einem guten Nährboden Kolonien, die scharf begrenzt und watteartig sind. Er ist zunächst von cremeweißer Farbe und ändert diese dann in orange-gelblich.

Wird er mikroskopisch untersucht, zeigt Microsporum canis septierte Hyphen. Entlang dieser Hyphen befinden sich einige glatte sowie keulenförmige Mikrokonidien. Die Mikrokonidien

  • sind etwa 10 bis 25×35 bis 11 µm groß,
  • bestehen aus etwa 6 bis 18 Kammern,
  • haben eine dicke und raue Wand sowie knotenförmige Enden.

Inkubationszeit und Epidemiologie der Mikrosporie

Die Ansteckungskraft bei Mikrosporie ist sehr hoch. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Mikrosporie (Inkubationszeit) liegen einige Tagen bis zu mehreren Wochen.

Mikrosporie ist als Krankheit weltweit verbreitet. Der Pilz Microsporum canis wird dabei am häufigsten von Tieren auf den Menschen übertragen.

Risikofaktoren für Mikrosporie

Die größte Risikogruppe für die Erkrankung an einer Mikrosporie sind Kinder, die mit infizierten Tieren spielen. Die Erkrankung tritt nach der Pubertät dann eher selten auf.

Entsprechend können sich die Erreger in

  • Kindergärten und -krippen,
  • Schulen oder
  • Kinderheimen

gut ausbreiten.

Begünstigt wird die Infektion durch

Symptome der Mikrosporie

Vor allem bei Kindern ist die Kopfhaut von der Mikrosporie betroffen. Man spricht deshalb von einer Hautpilzinfektion des Kopfes (Tinea capitis).

Die eindeutigsten Symptome für die Mikrosporie sind rundliche, gerötete Entzündungsherde. Sie sind mit feinen Schuppen bedeckt und sehen aus, als wären sie mit Mehl bestäubt. Die Haare brechen bei einer Mikrosporie an den betroffenen Stellen kurz über der Hautoberfläche ab.

Oft ist bei einer Mikrosporie außerdem auch die Haut

  • im Gesicht,
  • an den Extremitäten
  • sowie am Rumpf

betroffen. Dort zeigt sich die Mikrosporie durch kleine hellrote Knötchen. Diese entwickeln sich zu juckenden, runden Stellen mit einem deutlich betonten Rand. Die Mikrosporie an diesen Hautstellen kann, wie auch am Kopf, eine Schuppung aufweisen.

Die Ränder der Herde sind oft mit Pusteln versehen. An infizierten Stellen kann es bei der Mikrosporie außerdem zu einer ausgeprägten Entzündung kommen.

Hautpilz am Kopf
Hautpilz am behaarten Kopf © ZayNyi | AdobeStock

Diagnose der Mikrosporie

Sobald verdächtige Mikrosporie-Symptome beobachtet werden, ist das Aufsuchen eines Hautarztes unumgänglich. Die Behandlung der Erkrankung dient auch dazu, eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Generell floureszieren alle Arten von Microsporum unter Woodlicht (spezielle Lampe) grünlich-gelb. Die Mikrosporie kann deshalb bereits in einer ersten schnellen Untersuchung diagnostiziert werden.

Ein positiver Befund weist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf eine Erkrankung an Mikrosporie hin. Ist der Befund negativ, heißt das allerdings nicht, dass keine Mikrosporie vorliegt.

Die Diagnose muss deshalb noch mikroskopisch nachgewiesen werden. Dazu wird nach einem Abstrich eine Pilzkultur angelegt. Nur damit kann die Mikrosporie definitiv nachgewiesen werden.

Behandlung der Mikrosporie

Manchmal sind die Herde bei einer Mikrosporie extrem stark entzündet. Dann kommt es in der Regel zu einer schnellen Aktivierung der körpereigenen Abwehr durch das Immunsystem. Das führt dazu, dass die Mikrosporie durchaus auch von selbst ausheilen kann.

Eine Abheilung ohne medikamentöse Behandlung kann allerdings langwierig sein. Mikrosporie lässt sich mithilfe von Antimykotika (Antipilzmittel) schneller behandeln. Außerdem können diese die oft störenden Symptome wie Juckreiz lindern und die Ausbreitung der Mikrosporie verhindern.

Je nach Schweregrad der Mikrosporie kann die äußerliche Anwendung mit lokalen Antimykotika ausreichend sein. Diese werden einfach auf die betroffenen Stellen der Haut aufgetragen.

Die Gabe von systemischen Medikamenten ist erforderlich, wenn

  • der Patient stärker befallen ist und
  • außerdem auch die Kopfhaut betroffen ist.

Eine systemische Therapie bezeichnet die Behandlung des gesamten Organismus. Anstelle von Salben o.ä. bekommt der Patient Tabletten oder eine Infusion. Die Wirkstoffe bekämpfen den Erreger im gesamten Körper und gelangen auch bis zur Haarwurzel.

Zur Behandlung einer Mikrosporie kommen meist die Wirkstoffe

  • Terbinafin,
  • Fluconazol,
  • Grieofulvin, oder auch
  • Itraconazol

zur Anwendung.

Ärzte empfehlen allerdings zur Beschleunigung der Behandlung zusätzlich eine lokale Behandlung der Mikrosporie. Auch das Abschneiden der Haare kann vor allem bei befallener Kopfhaut den Heilungsprozess den Heilungsprozess etwas beschleunigen.

Verlauf der Mikrosporie und Prognose

Bei der Mikrosporie handelt es sich generell um keine schwerwiegende Krankheit. Allerdings ist die Mikrosporie oft ziemlich hartnäckig.

Sie stellt meist aufgrund von Juckreiz sowie möglichem Ausfall der Haare eine hohe Belastung für den betroffenen Patienten dar.

Ausgefallene Haare wachsen nach der Behandlung der Mikrosporie wieder vollständig nach. 

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Mikrosporie

Vor allem Kinder stecken sich im Urlaub in südlichen Ländern an streunenden Katzen an. Der Kontakt mit diesen Tieren sollte daher möglichst gemieden werden. Mikrosporie zeigt an Tieren häufig keinerlei Symptome, so dass auch gesunde Tiere den Erreger übertragen können.

Vorsicht sollten Menschen aber auch auf dem heimischen Bauernhof walten lassen. Auch hier sind vor allem Hunde und Katzen oft von Mikrosporie betroffen.

Zwar gibt es vor allem für Haustiere eine Impfung gegen Mikrosporie. Sie hält allerding maximal ein Jahr an und muss immer aufgefrischt werden. Ganz ausschließen lässt sich eine Infektion mit Mikrosporie auch trotz geimpfter Tiere nicht.

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