Schlupfwarzen sind Brustwarzen, die nicht oder nur wenig nach außen hervortreten, sondern zeitweise oder dauerhaft nach innen gerichtet sind. Die Begriffe Schlupfwarzen und Hohlwarzen werden dabei häufig für eine eingezogene Brustwarze verwendet.
Eine Schlupfwarze kann angeboren sein und einseitig oder beidseitig auftreten. Verkürzte Milchgänge können dazu beitragen, dass die Brustwarze nach innen eingezogen bleibt. Je nach Ausprägung können Schlupfwarzen vor allem ein ästhetisches Problem darstellen oder beim Stillen Probleme bereiten.
Für die Behandlung von Schlupfwarzen stehen abhängig vom Schweregrad verschiedene konservative und operative Möglichkeiten zur Verfügung. Bei einer chirurgischen Korrektur sollte insbesondere berücksichtigt werden, ob die Milchgänge erhalten werden können und welche Bedeutung die Stillfähigkeit für die Patientin hat.
Wie sind echte Schlupfwarzen definiert?
Die Ausprägung von Schlupfwarzen kann verschieden sein. Echte Schlupfwarzen ziehen sich beim Druck auf den Warzenhof noch weiter ein. Nur leicht eingezogene oder weitgehend flache Brustwarzen zählen nicht als echte Schlupfwarzen, die nur sehr selten vorkommen. Das Stillen ist meistens auch mit leicht eingezogenen oder flachen Brustwarzen möglich.

Schlupfwarzen vor und nach einer Korrektur © Otto Placik / Wikimedia Lizenz: CC BY-SA 3.0
Was sind die Ursachen für Schlupfwarzen?
Als Grund für Schlupfwarzen kommt immer eine genetisch veranlagte Fehlbildung infrage. Die Milchgänge, die die Milch aus der Brustdrüse hin zur Brustwarze leiten, sind in diesem Fall kürzer als notwendig.
Für wen eignet sich eine Schlupfwarzenkorrektur?
Manche Frauen leiden unter mehr oder weniger ausgeprägten Schlupfwarzen. Das kann negative Auswirkungen auf die Psyche mit sich bringen. Betroffene fühlen sich abweichend von gängigen Schönheitsnormen.
Der Norm entsprechend ragen aufgerichtete Brustwarzen deutlich sichtbar aus dem Warzenhof hervor.
Mehr zur Korrektur von Schlupfwarzen - Schlupfwarzen Op und weitere Optionen zur Behanldung von Schlupfwarzen
Konservative Verfahren zur Schlupfwarzenkorrektur
Abhängig von der Ausprägung der Schlupfwarzen ist nicht in allen Fällen ein operativer Eingriff notwendig. Vor der Entscheidung für eine OP sollten Sie zunächst konservative Möglichkeiten zur Korrektur von Schlupfwarzen ausprobieren.
In einigen Fällen können sich die betroffenen Brustwarzen mithilfe unterschiedlicher Massagetechniken und Geräten, die einen Unterdruck an den Brustwarzen erzeugen, dauerhaft aufrichten.
Allerdings ist es erforderlich, diese Geräte über einen bestimmten Zeitraum hinweg regelmäßig zu tragen. Das trägt zum dauerhaften Behandlungserfolg bei.
Die operative Schlupfwarzenkorrektur
Ein operativer Eingriff kann in der Regel unter ambulanter Betäubung durchgeführt werden. Eine Vollnarkose ist für diesen chirurgischen Eingriff nicht notwendig.
Es gibt zwei effektive Methoden bei der Operation von Schlupfwarzen. Beide Operationsmöglichkeiten dauern etwa eine Stunde. Die OP kann bei besonders stark ausgeprägten Schlupfwarzen oder unerwarteten Komplikationen aber auch länger ausfallen.
Die Patientin kann wenige Stunden nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen. Voraussetzung ist, dass keine Komplikationen aufgetreten sind.
Eine operative Schlupfwarzenkorrektur kann entweder mit Schonung oder der Durchtrennung der Milchgänge durchgeführt werden.
Möglichkeit 1
Bei dieser Methode werden die Milchgänge beim Eingriff geschont. So kann die Frau später noch Säuglinge stillen.
Der Chirurg setzt einen kleinen Schnitt an der Basis der Brustwarze auf dem Warzenhof. Anschließend hebt er das Brustwarzen- und Vorhofgewebe der Brustdrüse an und zieht es nach außen. Das Gewebe bleibt aber noch mit der Brustdrüse verbunden. Vor dem Anlegen eines Verbandes wird das Gewebe mit mehreren Nähten fixiert.
Möglichkeit 2
Diese Operationsmethode bringt das Durchtrennen der Milchgänge mit sich. Sie eignet sich bei besonders ausgeprägten Schlupfwarzen.
Ebenso wie bei der ersten Möglichkeit wird im Bereich der Brustwarzenbasis ein kleiner Schnitt durchgeführt. Der Arzt durchtrennt nun die verkürzten Milchgänge.
Das Resultat dieses Eingriffs ist in der Regel eine sehr natürlich wirkende Brustwarze. Vor dem Anlegen des Verbandes wird die Haut wieder verschlossen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Eingriff?
Meistens ist die operative Korrektur von Schlupfwarzen ein kosmetischer Eingriff. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen daher die Kosten dafür nicht.
Die Patientin muss mit Kosten von 900 bis 2.000 Euro rechnen. Sie sind abhängig davon, ob der Eingriff unter lokaler Betäubung durchgeführt werden kann oder ob eine Vollnarkose notwendig ist.
Für die Gesamtkosten spielt auch eine Rolle, ob nur eine Brust oder beide Brüste behandelt werden müssen.
Liegen medizinische Gründe für die Korrektur vor, beteiligt sich die Krankenkasse jedoch möglicherweise an den Kosten. Ein medizinischer Grund wäre etwa, wenn die Patientin aufgrund ausgeprägter Schlupfwarzen ihr Baby nicht stillen könnte. Dann muss die Korrektur jedoch sicherstellen, dass die Milchgänge weiterhin funktionsfähig bleiben.
Ob die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden oder nicht, ist stets eine Einzelfallentscheidung. Aus diesem Grund muss die Patientin vor dem Eingriff diverse Unterlagen, wie beispielsweise Atteste und Untersuchungsergebnisse, einreichen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) überprüft diese dann.
Fazit
Die Begriffe Schlupfwarzen und Hohlwarzen beschreiben eine unterschiedlich ausgeprägt nach innen gerichtete Brustwarze, die ein- oder beidseitig auftreten kann. Schlupfwarzen oder Hohlwarzen können angeboren beziehungsweise genetisch bedingt sein; bei der Entstehung von Schlupfwarzen können unter anderem verkürzte Milchgänge oder Strukturen eine Rolle spielen, durch die Brustwarze und Gewebe verwachsen beziehungsweise nach innen gezogen erscheinen.
Je nach Ausprägung kann die Brustwarze dauerhaft oder zeitweise nach innen gerichtet, dauerhaft eingezogen oder nur vorübergehend innen eingezogen sein; eine stark invertierte Brustwarze wird auch Hohlwarze genannt. Hohlwarzen oder invertierte Nippel können insbesondere bei ausgeprägten Schlupfwarzen Probleme beim Stillen verursachen beziehungsweise das Stillen erschweren. Eine solche Fehlbildung der Brust kann zudem für die Patientin ein ästhetisches Problem darstellen. Bei der Behandlung von Schlupfwarzen richtet sich das Vorgehen nach Ursache von Schlupfwarzen, Beschwerden und Schweregrad, beispielsweise Grad 1 oder stärker ausgeprägten Formen.
Die Korrektur von Schlupfwarzen kann konservativ oder durch eine chirurgische Korrektur erfolgen; eine Schlupfwarzen OP erfolgt je nach Verfahren ambulant unter örtlicher Betäubung. Vor einem operativen Eingriff sollte insbesondere ein möglicher Einfluss auf die Stillfähigkeit besprochen werden, da bei bestimmten Verfahren zur Korrektur der Schlupfwarzen verkürzte Milchgänge durchtrennt werden können. Bei einer solchen chirurgischen Schlupfwarzenkorrektur werden die verkürzten Strukturen gezielt gelöst; je nach Technik der Schlupfwarzenkorrektur werden die verkürzten Milchgänge jedoch möglichst geschont. Das Thema Schlupfwarzen sollte besonders dann ärztlich abgeklärt werden, wenn eine Brustwarze neu nach innen eingezogen ist, da nicht jede Veränderung auf eine angeborene Bildung von Schlupfwarzen zurückzuführen ist.
FAQ
Was sind Schlupfwarzen und Hohlwarzen?
Bei Schlupfwarzen ist die Brustwarze nach innen gezogen, anstatt deutlich nach außen hervorzutreten. Eine solche innen gerichtete Brustwarze wird häufig auch Hohlwarze genannt. Schlupfwarzen und Hohlwarzen können ein- oder beidseitig auftreten und unterschiedlich ausgeprägt sein. Sind verkürzte Milchgänge vorhanden, können diese dazu beitragen, dass die Brustwarze dauerhaft eingezogen bleibt.
Wie entstehen Schlupfwarzen?
Die Entstehung von Schlupfwarzen kann verschiedene Ursachen haben. Häufig sind sie angeboren; unter anderem können verkürzte Milchgänge eine Rolle spielen. Eine Brustwarze kann dauerhaft oder zeitweise nach innen gezogen sein. Tritt eine zuvor normale Brustwarze dagegen neu einseitig nach innen, sollte die Veränderung ärztlich abgeklärt werden, da eine neu aufgetretene Einziehung auch im Rahmen krankhafter Veränderungen der Brust vorkommen kann. Die medizinische Brustuntersuchung berücksichtigt deshalb ausdrücklich Veränderungen und Inversionen der Brustwarze.
Können Schlupfwarzen beim Stillen Probleme bereiten?
Ja, ausgeprägte Schlupfwarzen können beim Stillen Probleme bereiten, weil das Erfassen der Brustwarze für das Baby erschwert sein kann. Eine Hohlwarze bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Stillen unmöglich ist. Da Milch über die Milchgänge zur Brustwarze transportiert wird, sollte bei einer geplanten chirurgischen Korrektur auch die spätere Stillfähigkeit berücksichtigt werden.
Wie funktioniert die Korrektur von Schlupfwarzen?
Die Behandlung von Schlupfwarzen richtet sich nach Ausprägung, Ursache und individuellen Beschwerden. Wird eine chirurgische Korrektur erwogen, gibt es unterschiedliche operative Techniken; je nach Verfahren können Strukturen und Milchgänge unterschiedlich stark betroffen sein. Vor einem operativen Eingriff sollte deshalb geklärt werden, welche Methode geeignet ist und ob die Stillfähigkeit möglichst erhalten werden soll. Über Ablauf, Alternativen und Risiken einer Operation muss die Patientin vor dem Eingriff ärztlich aufgeklärt werden.
Welche Risiken hat eine Schlupfwarzen-OP?
Wie jeder operative Eingriff kann auch eine Schlupfwarzen-OP mit Risiken verbunden sein. Abhängig von der gewählten Technik können beispielsweise Wundheilungsprobleme, Entzündung, Veränderungen der Sensibilität oder eine erneute Einziehung auftreten; bei Verfahren, bei denen Milchgänge durchtrennt werden, kann zudem die Stillfähigkeit beeinträchtigt werden. Wer eine Schlupfwarzenkorrektur aus ästhetischen Gründen erwägt, sollte Nutzen, Risiko und persönliche Erwartungen ausführlich mit einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie beziehungsweise einer entsprechend qualifizierten Ärztin besprechen.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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