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Erkrankung · Urologie

Vorhautentzündung: Symptome von Posthitis, Balanitis und Eichelentzündung erkennen

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: N48.1

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Eine Vorhautentzündung wird medizinisch als Posthitis bezeichnet und kann gemeinsam mit einer Balanitis auftreten. Je nach Ursache der Entzündung können Bakterien, Pilzinfektionen, Reizungen oder eine Allergie verantwortlich sein. Zu den häufigen Symptomen einer Vorhautentzündung gehören eine gerötete oder geschwollene Vorhaut, Juckreiz und Schmerzen, teilweise auch beim Wasserlassen. Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Erreger beziehungsweise Auslöser und kann beispielsweise eine geeignete Salbe, Antimykotika oder bei bestimmten bakteriellen Infektionen ein Antibiotikum umfassen.

Eine Vorhautentzündung ist eine Entzündung der Vorhaut, die durch unterschiedliche infektiöse und nicht infektiöse Ursachen entstehen kann. Ist zusätzlich die Eichel entzündet, sprechen Fachleute von einer Balanoposthitis, während eine alleinige Eichelentzündung als Balanitis bezeichnet wird. Typische Symptome sind Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Schmerzen im Bereich von Vorhaut und Eichel.

Als Ursache kommen unter anderem eine Infektion durch Bakterien oder einen Pilz, eine allergische Reaktion sowie mangelnde oder übertriebene Hygiene infrage. Auch eine Vorhautverengung beziehungsweise Phimose kann das Risiko für eine Vorhautentzündung erhöhen. Einige Erreger können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, weshalb bei entsprechenden Beschwerden auch sexuell übertragbare Infektionen berücksichtigt werden. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt und gezielt behandelt werden.

Ursachen einer Vorhautentzündung

Ursachen für die rasche Entzündung sind:

  • Bakterienbefall
  • Weitere Mikroorganismen (ua Pilzinfektion mit Candida albicans)
  • Hautirritierende Substanzen wie toxisch oder allergen wirkende Stoffe (beispielsweise bei einer Kontaktallergie auf Intimschmuck, Kondome oder Waschmitteln)

Eine Infektion ist zumeist auf ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Mängel bzw. übertriebene Hygiene zurückzuführen. Auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder eine Phimose (Vorhautverengung) begünstigen eine Vorhautentzündung.

So ist beispielsweise eine Vorhautverengung bei Jungen im Vorschulalter die häufigste Ursache für eine Posthitis. Häufig geht eine Vorhautentzündung mit einer Entzündung der Eichel (Balanitis) einher. Bei Beteiligung der Eichel nennen Mediziner die Entzündung Balanoposthitis.

Vorhautentzündung
Eine Vorhautentzündung (Posthitis) ist eine Entzündung der Penisvorhaut @ icedmocha /AdobeStock

Symptome einer Vorhautentzündung

Zu den charakteristischen Beschwerden einer Vorhautentzündung gehören:

  • Schwellung, Rötung und Schmerzen im Bereich von Vorhaut und gegebenenfalls Eichel
  • Jucken und Brennen im entzündeten Bereich
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Gelber, eitriger und übelriechender Ausfluss
  • Eventuell weißlicher Belag und Bläschenbildung
  • Schmerzen in der Leistengegend bei Schwellung der angrenzenden Lymphknoten im Leistenbereich

Darüber hinaus kann es zu punktförmigen bzw. flächenartig nässenden Hautveränderungen kommen. In seltenen Fällen treten auch Geschwüre auf. Bei Fortschreiten der Erkrankung können sich ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie Fieber als Anzeichen einer Blutvergiftung entwickeln. Dies stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar und bedarf einer notfallmedizinischen Behandlung.

Diagnose einer Vorhautentzündung

Die Diagnose einer Vorhautentzündung erfolgt anhand der charakteristischen Symptome. Außerdem klärt der Arzt ab, ob eine Zuckerkrankheit, Allergie oder mechanische bzw. chemisch-irritierende Reizung der Entzündung vorliegt.

Bei der körperlichen Untersuchung untersuchte der Arzt:

  • das Glied
  • den entzündeten Bereich und
  • die angrenzenden Lymphknoten im Leistenbereich

Er sieht nach, ob mögliche Schwellungen vorhanden sind. Zur Absicherung einer möglichen Infektion macht er mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von der entzündeten Vorhaut. Die Probe schickt er anschließend in ein Labor, das den Abstrich auf vorliegende spezifische Erreger untersucht. Steht der Erreger fest, kann der Arzt eine gezielte Therapie planen.

In einigen Fällen ist eine Urinanalyse notwendig. Liegt der Verdacht auf eine Kontaktallergie vor, ist zusätzlich ein Allergietest sinnvoll.

Therapie der Vorhautentzündung

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach der Ursache der Entzündung:

  • Ist die Entzündung bakteriell bedingt, ist eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll.
  • Bei Pilzinfektionen kommt ein Antimykotikum (pilzabtötender Wirkstoff) zum Einsatz. Dies muss der Patient in aller Regel nicht oral in Form von Tabletten einnehmen. Zumeist genügt eine Salbe, die den Wirkstoff enthält. Diese trägt der Patient auf den entzündeten Bereich auf.
  • Hat die Entzündung wie im Fall einer Kontaktallergie eine nichtinfektiöse Ursache, sind kortisonhaltige Präparate empfehlenswert. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das Allergen künftig zu meiden (zB durch Waschmittelwechsel). Breitet sich die Entzündung weiter aus, kommt die orale Einnahme von Antibiotika bzw. Antimykotika oder eine Immuntherapie infrage.

Sexuell aktive Betroffene sollten im Fall einer Infektion den Partner bzw. die Partnerin ebenfalls therapieren lassen.

Hausmittel bei Vorhautentzündung

Leichte Reizungen können Patienten mit desinfizierenden Sitzbädern, die eine antiseptische Lösung enthalten, behandeln. Auch der Einsatz von Kamille ist empfehlenswert. Bei einer Kamilleallergie ist auch Teebaumöl oder Natron möglich. Desinfizierende Bäder wirken auch im Rahmen einer medikamentösen Therapie unterstützend. Auch Spülungen mit Kochsalzlösung sind häufig hilfreich.

Wundsalben (ua mit Dexpanthenol) können zusätzlich die Beschwerden reduzieren.

Da eine Vorhautentzündung auch die Folge übertriebener Genitalhygiene sein kann, ist gründliche Hygiene empfehlenswert. Vermeiden Sie aber aggressive und alkalische Seifen und Desinfektionsmittel. Diese Seifen entziehen der Haut bei häufigem Gebrauch die schützenden Fette. Sie sind dann anfälliger für Erreger. Darüber hinaus sollten Sie lediglich fettarme Lotionen zur Pflege verwenden.

Beschneidung bei chronischer Entzündung durch Vorhautverengung

Besteht eine Vorhautverengung (Phimose), die wiederholt zu Entzündungen führt, ist eine teilweise oder vollständige Entfernung der Vorhaut (Zirkumzision) empfehlenswert. Die Entfernung sollte in einer infektionsfreien Zeit erfolgen. Auch bei Diabetikern kann eine Beschneidung vorteilhaft sein, da sie häufig von einer Vorhautentzündung betroffen sind.

Skizze einer Beschneidung
Skizze einer Beschneidung @ Nena /AdobeStock

Komplikationen und Prognose bei einer Vorhautentzündung

Bei einer konsequenten Anwendung der verschriebenen Medikamente und anschließendem Therapiebeginn heilt eine Vorhautentzündung in aller Regel problemlos ab. Entzündungen im Bereich der Penisspitze können unbehandelt zu einer Narbenphimose führen, einer besonderen Form der Vorhautverengung.

Bei diesen verursacht die Entzündung kleine Wunden, die im späteren Verlauf zu Narben werden, die die Vorhaut verengen. Eine Infektion kann ferner bis in das Harnsystem hochwandern und dort zu zusätzlichen Entzündungsherden führen.

In der Folge kann es zu einer Entzündung von folgenden Bereichen kommen:

  • Harnblase
  • Harnröhre
  • Prostata und/oder
  • Nebenhoden

Schlimmstenfalls breitet sich die Infektion bis ins Blutsystem aus und verursacht eine lebensbedrohliche Blutvergiftung.

FAQ

Was ist eine Vorhautentzündung und woran erkennt man sie?

Bei einer Vorhautentzündung ist der Bereich der Vorhaut entzündet; medizinisch wird dies als Posthitis bezeichnet. Ein typisches Symptom sind Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Schmerzen. Ist gleichzeitig die Eichel entzündet, liegt eine Balanoposthitis vor. Bei einer alleinigen Entzündung der Eichel spricht man dagegen von Balanitis beziehungsweise Eichelentzündung. Die Symptome einer Vorhautentzündung sollten insbesondere bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden ärztlich untersucht werden.

Welche Ursachen kann eine Posthitis haben?

Die Ursachen einer Posthitis sind vielfältig. Eine Infektion kann beispielsweise durch Bakterien, einen Pilz wie Candida albicans oder andere Krankheitserreger entstehen. Auch mangelnde Hygiene kann die Ansammlung von Smegma begünstigen und einen Nährboden für Erreger schaffen. Gleichzeitig kann übertriebene Hygiene mit aggressiven Seifen die empfindliche Haut reizen und ebenfalls eine Entzündung fördern. Weitere mögliche Faktoren sind eine Allergie, Diabetes mellitus oder eine Vorhautverengung.

Kann eine Vorhautentzündung durch Geschlechtsverkehr entstehen?

Eine Vorhautentzündung ist nicht grundsätzlich eine Geschlechtskrankheit. Bestimmte bakterielle Infektionen, Pilzinfektionen oder sexuell übertragbare Erreger können jedoch beim Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. Ungeschützter sexueller Kontakt kann abhängig vom Erreger das Infektionsrisiko erhöhen. Ob die jeweilige Vorhautentzündung übertragbar ist und ob ein Kondom beziehungsweise die Untersuchung der Sexualpartner sinnvoll ist, sollte individuell ärztlich geklärt werden.

Wie wird eine Vorhautentzündung behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Bei einer Pilzinfektion können Antimykotika eingesetzt werden, während bei bestimmten bakteriellen Infektionen ein Antibiotikum erforderlich sein kann. Bei einer nicht infektiösen Reizung steht dagegen die Vermeidung des jeweiligen Auslösers im Vordergrund. Eine geeignete Salbe oder andere medikamentöse Therapie sollte gezielt nach der Diagnose eingesetzt werden. Bei wiederkehrenden Infektionen und ausgeprägter Phimose kann ärztlich geprüft werden, ob eine Beschneidung sinnvoll ist.

Wann sollte man mit einer entzündeten Vorhaut zum Arzt?

Wenn die Vorhaut entzündet ist und starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung, Probleme beim Wasserlassen oder wiederkehrende Beschwerden auftreten, sollte eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache untersuchen. Das gilt auch, wenn sich die Vorhaut nicht beziehungsweise nur schwer zurückziehen lässt oder der Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion besteht. Eine frühzeitige Abklärung hilft dabei, die richtige Behandlung auszuwählen und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

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