Eine Pilzinfektion am Penis wird auch Candida Balanitis genannt oder umgangssprachlich Penispilz genannt. Diese Pilzerkrankung hat eine Entzündung von Vorhaut und Eichel (Balanitis) zur Folge. Verursacht wird eine Pilzinfektion am Penis in den meisten Fällen durch den Hefepilz Candida albicans. Dieser Pilz ist meistens auch für Scheidenpilzinfektionen bei der Frau verantwortlich. Er wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr von einem Partner auf den anderen übertragen.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Häufigkeit einer Pilzerkrankung am Penis
- Symptome einer Pilzinfektion am Penis
- Ursachen & Risikofaktoren für Penispilz
- Diagnose einer Pilzinfektion beim Mann
- Therapie einer Pilzinfektion im Intimbereich
- Heilungsaussichten von Pilzinfektionen im Intimbereich
- FAQ
- 1. Was sind die Anzeichen einer Pilzinfektion am Penis?
- 2. Ist Penispilz ansteckend und wie erfolgt die Übertragung?
- 3. Wie wird Genitalpilz bei Männern festgestellt?
- 4. Welche Faktoren erhöhen das Risiko für einen Penispilz?
Häufigkeit einer Pilzerkrankung am Penis
Frauen sind etwa zehnmal häufiger von einer Pilzerkrankung im Genitalbereich betroffen als Männer. Aber auch 15 bis 20 Prozent aller Männer erleben im Laufe ihres Lebens eine Pilzinfektion am Penis.
Penispilz beim Mann: Symptome, Beschwerden & Diagnose des Genitalpilz beim Mann
Symptome einer Pilzinfektion am Penis
Typische Symptome von Penispilz sind meist Entzündungen der Vorhaut und der Eichel (Balanitis).
Sie führen zu einer Rötung und Schwellung der betroffenen Stellen. Dort äußern sie sich zudem durch starkes Brennen und schmerzhaften Juckreiz. Außerdem können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen auftreten.
Weitere ähnliche Symptome einer Pilzinfektion am Penis sind
- übel riechende Ablagerungen unter der Vorhaut,
- ein Jucken der befallenen Stellen,
- kleine, nässende Bläschen an der Eichel sowie
- ein eitriger Ausfluss.
Diese unterschiedlichen Beschwerden können sowohl gleichzeitig, als auch nacheinander auftreten.
Schreitet die Pilzinfektion am Penis weiter voran, kann sich infolge der Entzündung auch Fieber entwickeln.
Ursachen & Risikofaktoren für Penispilz
Ursächlicher Erreger für eine Pilzinfektion am Penis ist meist der Hefepilz Candida albicans. Er wird in vielen Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr von einem Partner auf den anderen übertragen.
Die Übertragung von Pilzerregern bedeutet nicht zwangsweise auch eine Infektion. Nur, wenn begünstigende Faktoren vorliegen, kann sich der Pilz im Genitalbereich vermehren und eine Pilzinfektion auslösen.
Zu den Risikofaktoren gehören
- ein geschwächtes Immunsystem (z.B. AIDS-Patienten),
- bestimmte Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Gicht, Leukämie),
- die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Antiobiotika, Kortison-Präparate),
- unzureichende oder übertriebene Hygiene im Genitalbereich,
- eine Vorhautverengung,
- mechanische Einflüsse,
- zu enge Unterwäsche / Kleidung sowie
- ein höheres Alter.
Da der Hefepilz Candida albicans sowohl beim Herrn als auch bei der Frau vorkommt, besteht ein enger Zusammenhang zwischen Penispilz und Scheidenpilz der Frau. Besonders bei ungeschütztem Sex kann es zu einer wechselseitigen Ansteckung kommen, ohne dass beide Partner gleichzeitig Symptome zeigen.
Auch bei Frauen begünstigen Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes mellitus, die Einnahme von Antibiotika oder eine gestörte Hautflora das Überleben und Vermehren der Pilzerreger im feuchtwarmen vaginalen Milieu. Tritt wiederholt ein Penispilz auf, sollte man den Partner / die Partnerin ebenfalls auf eine Pilzinfektion untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.
Diagnose einer Pilzinfektion beim Mann
Treten die beschriebenen Symptome auf, sollten Sie umgehend einen Urologen aufsuchen.
Dieser stellt anhand einer körperlichen Untersuchung fest, ob eine Entzündung der Vorhaut und Eichel vorliegt. Danach entnimmt er von den entzündeten Stellen einen Abstrich und überprüft diesen unter dem Mikroskop auf einen möglichen Pilzbefall.
Hat tatsächlich eine Pilzinfektion die Entzündung verursacht, wird der Abstrich oft zusätzlich in ein Labor eingeschickt. Dort wird zur Bestimmung der Pilzart eine Pilzkultur angelegt.

Das Anlegen einer Pilzkultur ermöglicht die Identifizierung des Pilzerregers, in diesem Fall Candida albicans © raresb | AdobeStock
Sobald der genaue Erreger ermittelt wurde, kann der Arzt anschließend eine gezielte Behandlung der Pilzinfektion einleiten.
Therapie einer Pilzinfektion im Intimbereich
Penispilz wird in der Regel mit Antimykotika, also Antipilzmitteln, behandelt. Sie beinhalten Wirkstoffe wie
- Imidazole (z.B. Clotrimazol, Miconazol, Flucanzol, Fenticonazol ),
- Nystatin oder
- Providon-Jod
Diese hemmen das Wachstum des ursächlichen Pilzerregers und töten ihn ab. Die Verabreichung des Antipilzmittels erfolgt
- in Form von Salben oder Cremes, die lokal auf die von der Pilzinfektion betroffenen Stellen am Penis aufgetragen werden um die unangenehmen Symptome zu lindern, oder
- in Form von Tabletten, die eingenommen werden, bis die Pilzinfektion am Penis abgeklungen ist.
Während der Behandlung sollte der Penis möglichst trocken gehalten werden. Dazu können etwa Mullstreifen dienen, die unter die Vorhaut gelegt werden. Feuchtwarmes Klima begünstigt ansonsten das Wachstum des Pilzes. Das kann das Ausheilen der Pilzinfektion verzögern.
Handtücher und Unterwäsche sollten jeden Tag gewechselt werden und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.
Tritt der Pilz am Penis immer wieder auf, kann eine Beschneidung weitere Rückfälle vermeiden. Unter Beschneidung versteht man die chirurgische Entfernung der Vorhaut.
Um eine Ansteckung des Partners zu vermeiden, sollten Sie während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichten. Alternativ können Sie ein Kondom verwenden und besondere Vorsicht walten lassen.
Heilungsaussichten von Pilzinfektionen im Intimbereich
Die Entzündung der Vorhaut oder Eichel heilt bei einer rechtzeitigen und konsequenten Therapie in der Regel ohne Komplikationen ab.
Vorbeugende Maßnahmen wie etwa
- die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr,
- eine ausreichende, aber nicht übertriebene Intimhygiene,
- die Einhaltung der medikamentösen Behandlung mit Antimykotika im Krankheitsfall und
- die Beobachtung begünstigender Faktoren
können eine erneute Pilzinfektion am Penis verhindern.
FAQ
1. Was sind die Anzeichen einer Pilzinfektion am Penis?
Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen, Rötung, Schwellung sowie weißliche Ablagerungen unter der Vorhaut. In manchen Fällen treten auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Brennen beim Wasserlassen auf.
2. Ist Penispilz ansteckend und wie erfolgt die Übertragung?
Ja, eine Ansteckung ist möglich, vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Partnerperson. Eine Übertragung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich auch eine Erkrankung entwickelt.
3. Wie wird Genitalpilz bei Männern festgestellt?
Zur Diagnose untersucht der Arzt die betroffenen Hautstellen und entnimmt einen Abstrich. Dieser wird auf Pilz an der Vorhaut oder im Bereich der Eichel im Labor analysiert, um den genauen Erreger zu bestimmen.
4. Welche Faktoren erhöhen das Risiko für einen Penispilz?
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Penispilz zählen ein feuchtes Intimmilieu, Diabetes, ein geschwächtes Immunsystem, enge Kleidung, übertriebene Intimhygiene und eine Vorhautverengung.