In Deutschland leiden etwa 70 % der Bevölkerung gelegentlich unter Kopfschmerzen, rund 10–15 % an Migräne, wobei 1–2 % chronisch betroffen sind und etwa 38 % mehrmals im Monat starke Kopfschmerzen erfahren. Was man effektiv dagegen tun kann, erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit der Kopfschmerzspezialisten Dr. med.

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten neurologischen Beschwerden in Deutschland und können die Lebensqualität erheblich einschränken. Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl wirksamer medizinischer Maßnahmen – von gezielter Diagnostik über medikamentöse Therapien bis hin zu vorbeugenden Strategien –, die Betroffenen helfen können, Beschwerden zu lindern und das Leben wieder aktiv zu gestalten.
Kopfschmerzen und Migräne entstehen durch unterschiedliche Prozesse im Gehirn und den umliegenden Strukturen.
„Wenn man sich fragt, was bei Kopfschmerzen oder Migräne eigentlich genau passiert, muss man zunächst wissen, dass es insgesamt über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen gibt. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen sind ein Symptom, das im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftritt – etwa einer Erkältung, einer Grippe oder auch einer Hirnverletzung.
Typisch ist zum Beispiel der bekannte Erkältungskopfschmerz bei einer Nasennebenhöhlenentzündung. Primäre Kopfschmerzen hingegen entstehen nicht aufgrund einer anderen Erkrankung. Zu den wichtigsten Formen zählen die Migräne, der Spannungskopfschmerz und – zwar seltener – der Cluster-Kopfschmerz.
Die Migräne ist eine besonders komplexe Form, bei der ein Zusammenspiel zwischen Gehirn, Nervenzellen, Blutgefäßen und bestimmten Botenstoffen eine entscheidende Rolle spielt. Viele Betroffene haben zudem eine genetische Veranlagung: Ihr Nervensystem reagiert überempfindlich auf Reize wie Stress, Hormonschwankungen, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel oder sogar Wetterveränderungen.
Kommt es zu einer Migräneattacke, breitet sich im Gehirn eine Aktivitätswelle aus, die den Blutfluss verändert und die Freisetzung von Entzündungsstoffen anregt. Diese stimulieren die Schmerzfasern des Trigeminusnerven, also des fünften Hirnnervs. Durch die Aktivierung werden weitere Entzündungsstoffe ausgeschüttet, die die Hirnhäute reizen und eine Entzündungsreaktion auslösen – genau das verursacht den typischen, meist pochenden und pulsierenden Migräneschmerz, der einseitig oder beidseitig auftreten kann.
Betroffene leiden oft nicht nur unter mittelstarken bis starken Kopfschmerzen, sondern auch unter einer Vielzahl zusätzlicher Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit, Konzentrationsprobleme sowie eine Verschlechterung der Schmerzen bei körperlicher Aktivität.
Daher ziehen sich viele während einer Attacke in einen dunklen, ruhigen Raum zurück, bis die Beschwerden langsam nachlassen. Eine Migräneattacke hält in der Regel zwischen vier und 72 Stunden an, kann bei manchen jedoch auch deutlich länger dauern“, erklärt Dr. Regina Becker am Anfang unseres Gesprächs und erläutert noch Besonderheiten zu einer möglichen genetischen Disposition:
„Es gibt Menschen, die gar keinen Kopfschmerz entwickeln. Manche Menschen haben diese Veranlagung, andere nicht. Bei Betroffenen lässt sich häufig eine positive Familienanamnese erheben, besonders bei Migräne: Oft ist mindestens ein naher Angehöriger ebenfalls betroffen. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass man erkrankt, nur weil man diese vererbten Gene besitzt.
Oft hängt es von zusätzlichen Lebensumständen ab, ob die Migräne tatsächlich ausbricht. Bei Frauen spielen dabei die Hormone eine wichtige Rolle, ebenso wie Stress und der allgemeine Lebensstil. Diese Faktoren können sich aufaddieren und schließlich zur Migräneattacke führen. Das erklärt auch, warum viele Frauen im gebärfähigen Alter besonders häufig Probleme haben, während die Beschwerden in der Menopause oftmals wieder abnehmen.
Viele Patienten berichten außerdem, dass die Schmerzen in belastenden Phasen, in denen sie wenig Entspannung finden oder schlecht schlafen, besonders stark und häufig auftreten. Bei vielen Migränepatienten beginnt die Symptomatik bereits in der Kindheit oder mit Eintritt in die Pubertät. Dennoch gibt es auch Menschen, die die Migräne erst später im Leben entwickeln. Beide Verläufe kommen vor“.
Es gibt einige seltene Kopfschmerzformen, die deutlich schwerer zu erkennen sind als Migräne oder Spannungskopfschmerz. Dazu gehören die trigeminoautonomen Kopfschmerzen, deren bekanntester Vertreter der Cluster-Kopfschmerz ist.
Dr. Becker erklärt dazu: „Typisch für diese Gruppe sind streng einseitige, oft sehr starke Schmerzen, die durch übliche Schmerzmittel kaum behandelbar sind. Manche Patienten berichten einseitiges Augentränen oder Rötung des Auges, Nasenlaufen oder eine verstopfte Nasenseite – dabei handelt es sich um typische trigeminoautonome Symptome. Trigeminoautonome Kopfschmerzen sprechen oft ausschließlich auf Indomethacin an, weshalb eine gezielte Diagnostik so wichtig ist.
Viele dieser Patienten haben jahrelange Fehldiagnosen hinter sich, weil sie fälschlich als Migräne- oder Spannungskopfschmerzpatienten behandelt werden. Beim Cluster-Kopfschmerz, der häufiger bei Männern mittleren Alters vorkommt, treten extreme, ,vernichtende´ einseitige Schmerzen meist nachts auf. Betroffene sind so unruhig, dass sie umherlaufen – im Gegensatz zu Migränepatienten, die Ruhe suchen.
In der Akutphase helfen schnell wirksame Triptane, etwa als Nasenspray oder Injektionspen. Zusätzlich kann die Inhalation von reinem Sauerstoff eine deutlich schnelle Linderung bringen. Daher werden Patienten oft mit Sauerstoffflaschen und Maske ausgestattet. Diese seltenen Erkrankungen sind extrem belastend, und gerade deshalb ist Aufklärung und spezialisierte Diagnostik so wichtig“.
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei der gefäß- und nervenbedingte Prozesse entzündliche Signale im trigeminalen Nervensystem auslösen und pulsierende, meist einseitige Kopfschmerzen verursachen, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie gelegentlichen Aura-Symptomen. Clusterkopfschmerzen entstehen vermutlich durch eine Fehlregulation im Hypothalamus und zeigen sich als extrem starke, einseitige Schmerzen um Auge oder Schläfe, typischerweise in periodischen Phasen mit mehreren täglichen Attacken. Sinuskopfschmerzen beruhen auf entzündeten Nasennebenhöhlen und äußern sich als dumpfer Druck mit verstopfter Nase oder leichtem Fieber, während auch medikamenteninduzierte oder sekundäre Kopfschmerzen auftreten können. Die Symptome unterscheiden sich je nach Form: Spannungskopfschmerzen sind eher dumpf und drückend, Migräne stark pulsierend, Clusterkopfschmerzen stechend und von Tränenfluss oder Nasenlaufen begleitet. Auslöser reichen von Stress über hormonelle Einflüsse und Verspannungen bis hin zu Schlafstörungen oder Infektionen.
Um die genaue Ursache von Kopfschmerzen oder Migräne festzustellen, kommen verschiedene diagnostische Verfahren zum Einsatz, die je nach Symptomatik individuell gewählt werden.
Hierzu schildert Dr. Becker: „Wenn ein Patient zu uns kommt und über Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall bei der Arbeit und regelmäßige Kopfschmerzen klagt, beginnen wir zunächst mit einem ausführlichen Anamnesegespräch. Dabei versuchen wir herauszufinden, welche Ursachen hinter den Beschwerden stecken könnten, zum Beispiel Veränderungen im Lebensstil, abendlicher Koffeinkonsum oder eine hohe Beschäftigung mit Multimedia und Arbeitsaufgaben, die in den Schlaf hineinwirken.
Ergänzend führen wir technische Untersuchungen durch, wie die Ableitung der Hirnströme, um Auffälligkeiten in der Aktivität der Nervenzellen zu erkennen. Außerdem erfolgen Ultraschalluntersuchungen der Hals- und Kopfgefäße, und falls nötig, überweisen wir die Patienten für ein MRT, um sekundäre Ursachen der Kopfschmerzen auszuschließen.
Bei Migräne und Spannungskopfschmerz handelt es sich um Ausschlussdiagnosen: Es gibt keinen definitiven Test, der die Erkrankung beweist. In den allermeisten Fällen sind die Untersuchungsergebnisse unauffällig, sodass festgestellt werden kann, dass keine sekundären Faktoren vorliegen“.
Zur Behandlung von Migräne stehen heute unterschiedliche medikamentöse Optionen sowohl für die akute Schmerztherapie als auch für die prophylaktische Vorbeugung zur Verfügung, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.
„Die Behandlung von Kopfschmerzen richtet sich danach, wie häufig sie auftreten. Bei gelegentlichen Beschwerden kann eine Akuttherapie mit Schmerzmitteln ausreichend sein, die schnell und zuverlässig hilft. Bei regelmäßigen Kopfschmerzen ist eine dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln problematisch, da dies die Beschwerden sogar verschlimmern kann. In solchen Fällen wird eine Migräne-Prophylaxe empfohlen, die sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen umfasst.
Dazu gehören Schlafhygiene, Stressreduktion, Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga, Pilates oder Ausdauersport sowie regelmäßige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen spezifische Medikamente zum Einsatz, wobei die Wahl von Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Schlafstörungen abhängt. Antidepressiva können hier sinnvoll sein, da sie gleichzeitig die Begleitsymptome lindern.
Für die Migräne gibt es heute besonders wirksame Mittel wie die CGRP-Antikörper, die einmal monatlich injiziert werden und ein körpereigenes Protein blockieren, das bei Migräneattacken eine zentrale Rolle spielt. Diese Therapie ist gut verträglich, wirksam und für den langfristigen Einsatz von neun bis zwölf Monaten vorgesehen, wobei anschließend eine individuelle Anpassung erfolgt. Ein häufiges Problem ist der Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz, der entsteht, wenn Schmerzmittel an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden.
Dabei verschlimmern sich die Kopfschmerzen und sprechen schlechter auf Medikamente an. Um dies zu vermeiden, gilt die 10-20-Regel: Schmerzmittel nur an maximal zehn Tagen pro Monat. Bei schwerem Übergebrauch kann auch ein stationärer Schmerzmittelentzug notwendig werden. Parallel beginnt man jedoch eine Kopfschmerz- oder Migräneprophylaxe, um die Attacken zu reduzieren und langfristig den Bedarf an Schmerzmitteln zu senken“, so Dr. Becker und ergänzt:
„Bei einer akuten Migräneattacke ist es tatsächlich sinnvoll, das Schmerzmittel in einer ausreichend hohen Dosis einzunehmen, um den Kopfschmerz vollständig zu beseitigen. Eine zu niedrige Dosis kann den Schmerz nur teilweise lindern, sodass er immer wieder hochkocht.
Bei Ibuprofen bedeutet das zum Beispiel, dass 400 bis 600 mg eingenommen werden sollten, statt nur die Hälfte der Dosis über mehrere Tage zu verteilen. So spricht die Migräne besser auf die Therapie an, und die Attacke kann wirksam beendet werden. Bei den Migränepatienten, die wir behandeln, liegt die Hauptaltersgruppe zwischen etwa 20 und 55 Jahren, wobei wir auch Jugendliche ab 15 Jahren aufnehmen.
Besonders bei Frauen zeigt sich ein Peak der Beschwerden meist von Anfang 20 bis Anfang 50. Ältere Patienten gibt es ebenfalls, sie machen aber einen kleineren Anteil aus. Generell beobachten wir, dass Kopfschmerzerkrankungen heutzutage häufiger diagnostiziert werden als noch vor 30 Jahren. Ein Grund ist, dass die Wissenschaft weitergekommen ist und das Wissen über die Erkrankungen gestiegen ist, sodass die Beschwerden heute ernster genommen und gezielter behandelt werden.
Außerdem gehen Patienten heute eher zum Arzt, weil sie stärker auf ihre Gesundheit achten. Besonders in der Jugendgruppe ist ein Anstieg an Kopfschmerzen erkennbar, was unter anderem mit der intensiven Reizüberflutung durch Smartphones und digitale Medien zusammenhängt. Permanente Nachrichten, ständige Bildschirmnutzung und fehlende Ruhephasen belasten das Gehirn und können, insbesondere bei genetischer Disposition, die Kopfschmerzanfälligkeit verstärken.
Häufig zeigen sich dadurch auch Schlafstörungen, da die jungen Menschen kaum mehr zur Ruhe kommen“.
Der Einsatz von Botulinumtoxin (BTX) und anderen spezialisierten Therapien ist vor allem bei chronischer und therapieresistenter Migräne sinnvoll, wenn klassische Medikamente zur Akutbehandlung oder Prophylaxe nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.

Dr. Becker konkretisiert: „Die Botox-Therapie ist bei chronischer Migräne zugelassen, also bei Patienten mit mindestens 15 Kopfschmerztagen pro Monat, von denen die Hälfte migräne-typisch ist. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Verspannungen der Kaumuskulatur durch Zähneknirschen (Craniomandibuläre Dysfunktion) oder der Schulternackenmuskulatur.
Bei der Behandlung wird Botox gezielt in die Stirn injiziert, wo unter anderem die Nervenaustrittspunkte des Trigeminusnervs liegen, sowie in die Kaumuskulatur und die Schulternackenmuskulatur. Dadurch werden Schmerzfasern desensibilisiert und die muskuläre Spannung reduziert, was besonders bei chronischen Kopfschmerzen eine sehr gute Wirkung zeigt.
Die Idee stammt aus der Behandlung anderer neurologischer Erkrankungen mit muskulärer Überaktivität, zum Beispiel bei Spastiken nach Schlaganfällen. Dort zeigte sich, dass Botox die ständige Überaktivität der Muskulatur unterbricht. Übertragen auf die Migräne bewirkt es, dass das Gehirn weniger Dauerreize durch verspannte Muskeln erhält und der Teufelskreis aus Schmerz und Anspannung durchbrochen wird. Mittlerweile wird Botox auch bei anderen Schmerzerkrankungen eingesetzt, wie zum Beispiel bei Nervenschmerzen nach Gürtelrose, da die Desensibilisierung der Nervenfasern oft eine deutliche Linderung bringt, ohne dass stark belastende Schmerzmittel notwendig sind“.
Chronische Migräne wird definiert als ≥ 15 Kopfschmerztage pro Monat, von denen mindestens 8 migräneartig sind, und BTX wird gezielt bei dieser Patientengruppe eingesetzt. BTX wirkt nicht wie ein herkömmliches Schmerzmittel, sondern greift in die neurobiologischen Schmerzmechanismen ein.
Nicht-medikamentöse Ansätze spielen eine wichtige Rolle bei der langfristigen Linderung von Kopfschmerzen und Migräne, insbesondere als Ergänzung zur medikamentösen Therapie.
„Um Kopfschmerzen möglichst zu vermeiden, sind vor allem regelmäßiger Schlaf, Bewegung und bewusste Ernährung entscheidend. Große Fehler sind unregelmäßige Schlafzeiten, etwa unter der Woche zu kurz schlafen und am Wochenende zu lange, sowie Alkohol und histaminreiche Lebensmittel wie Bier, Rotwein, Tomaten, Auberginen oder reife Bananen, die bei vielen Patienten Kopfschmerzen auslösen können.
Zwei- bis dreimal pro Woche leichter Ausdauersport hilft, die Muskulatur zu lockern und Stress abzubauen, wobei Überanstrengung vermieden werden sollte. Hier kann eine Pulsüberwachung sinnvoll sein, damit der Herzschlag etwa 160 Schläge pro Minute nicht überschreitet. Auch saisonale Faktoren spielen eine Rolle: Dunkle Jahreszeiten oder Übergangsmonate können Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen verstärken.
In solchen Fällen kann Tageslicht- oder Infrarotlicht helfen, ebenso wie regelmäßiger Aufenthalt im Freien. Es geht schlussendlich es darum, auf die eigenen Auslöser zu achten, Lebensstilfaktoren zu optimieren und Stress zu reduzieren, um Kopfschmerzen langfristig vorzubeugen“, empfiehlt Dr. Regina Becker.
Das Neurozentrum München-Schwabing hat einen klaren Kopfschmerz-Schwerpunkt und behandelt sehr viele Patienten mit unterschiedlichen Kopfschmerzerkrankungen.
„Wir verfügen über das notwendige Know-how, seltene und schwer diagnostizierbare Kopfschmerzerkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Ein weiterer Vorteil unserer Praxis ist die enge Vernetzung mit radiologischen Kollegen, sodass zügige Abklärungen, etwa mittels MRT, möglich sind. Außerdem bestehen weiterhin Kontakte zur Uniklinik, um Patienten bei Bedarf in ein spezialisiertes Zentrum einzubinden.
Beim Lebensstil ist besonders bei Frauen im gebärfähigen Alter die hormonelle Situation wichtig. Östrogenhaltige Verhütungsmittel können bei Migräne mit Aura kontraproduktiv sein, da sie das Schlaganfallrisiko erhöhen. Bei menstrueller Migräne kann dagegen eine kontinuierliche Gestagenpille sinnvoll sein, um den Hormonzyklus zu stabilisieren. Ähnliche Überlegungen gelten für Frauen in der Perimenopause oder Menopause, wo eine gezielte Hormontherapie, etwa mit Progesteronpräparaten, helfen kann, Beschwerden zu lindern.
So berücksichtigen wir sowohl die individuellen Auslöser als auch die hormonellen Einflüsse bei der Beratung und Therapie unserer Patienten“, betont Dr. Regina Becker, und damit beenden wir unser Gespräch.
Herzlichen Dank, Frau Dr. Becker, für die wichtige Aufklärung rund um das Thema Kopfschmerz!
- Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt auf Kopfschmerz- und Migränebehandlung
- Langjährige Erfahrung, ehemalige Leiterin des oberbayerischen Kopfschmerzzentrums am LMU-Klinikum München
- Praxis in München-Schwabing, spezialisiert auf akute, chronische und therapieresistente Kopfschmerzformen
- Diagnostik und Therapie von Migräne, Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen
- Einsatz moderner, leitlinienbasierter Verfahren, einschließlich Botulinumtoxin (BTX) bei chronischer Migräne
