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Experteninterviews

Was Patienten vor einer Hernien-OP wissen sollten

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Alexandra Pfitzmann · 20. August 2026

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Eine Hernienoperation ist für viele Patienten kein Routineeingriff, sondern ein Moment, der Fragen, Unsicherheiten und Erwartungen mit sich bringt. Bevor die Entscheidung für eine OP fällt, ist es wichtig zu verstehen, was im Körper passiert, welche Verfahren infrage kommen und warum die Wahl des richtigen Operateurs eine zentrale Rolle spielt.

Moderne Hernienchirurgie bietet heute sichere, schonende und hochentwickelte Methoden – doch jede Hernie ist anders, und jede Behandlung braucht eine klare, individuelle Einschätzung.

Gorjanc 

Die Notwendigkeit einer Hernienoperation ergibt sich aus mehreren medizinischen Faktoren, die gemeinsam betrachtet werden. Eine Hernie verschwindet nie von selbst, doch nicht jeder Bruch muss sofort operiert werden. 

Nicht jede Hernie muss sofort operiert werden. Entscheidend sind Beschwerden, Größe und Lage des Bruchs sowie das Risiko einer Einklemmung. Zusätzlich berücksichtigen wir Alter, Begleiterkrankungen, körperliche Belastung und die Erwartungen des Patienten. Ziel ist immer eine individuell passende (die sogenannte ,tailored surgery´, die maßgeschneiderte Chirurgie) und sichere Therapie“, hält Dr. Gorjanc zu Beginn unseres Gesprächs fest. 

Entscheidend ist zum Beispiel, wie stabil die Bauchwand bleibt, wie stark die Beschwerden sind und ob ein Risiko für Komplikationen besteht. Eine Hernie, die Schmerzen verursacht, sich vergrößert oder nicht mehr zurückdrückbar ist, gilt als instabil und damit operationsbedürftig. Auch die Gefahr einer Einklemmung von Darm oder Fettgewebe spielt eine zentrale Rolle, denn solche Durchblutungsstörungen können akut lebensbedrohlich werden und erfordern einen sofortigen Eingriff.

Zusätzlich fließen Begleiterkrankungen wie Diabetes, Übergewicht oder eine Bindegewebsschwäche in die Entscheidung ein, ebenso frühere Operationen und die allgemeine Gewebequalität. Die individuelle Situation wird durch eine sorgfältige klinische Untersuchung bewertet, bei der Tastbefund, Vorwölbung, Schmerzpunkte und Reponierbarkeit geprüft werden. Ultraschall oder – bei komplexen Fällen – eine CT‑Untersuchung helfen, Größe, Inhalt und Stabilität des Bruchs präzise einzuschätzen.

Auch der Alltag des Patienten spielt eine Rolle: Wenn der Bruch beim Gehen, Arbeiten oder Sport einschränkt, spricht dies für eine operative Versorgung. Aus all diesen Faktoren ergibt sich ein Gesamtbild, das darüber entscheidet, ob eine Hernienoperation notwendig ist und welches Verfahren am besten geeignet erscheint.

Gorjanc

Die Wahl eines geeigneten Hernienspezialisten entscheidet maßgeblich über Sicherheit, Ergebnisqualität und langfristige Stabilität nach einer Operation. Hernien gehören zu den Eingriffen, bei denen die Erfahrung, Spezialisierung und Präzision des Operateurs nachweislich einen großen Unterschied machen. Deshalb wird die Qualität eines Hernienchirurgen anhand klarer fachlicher Kriterien beurteilt. 

Die Qualität eines Hernienspezialisten lässt sich gut nachvollziehen, weil es klare fachliche Kriterien gibt, die zeigen, ob ein Chirurg auf einem modernen und sicheren Niveau arbeitet. Eine wesentliche Grundlage ist die formale Spezialisierung: Ein erfahrener Bauchwand und Viszeralchirurg beherrscht sowohl offene als auch laparoskopische Verfahren und verfügt über eine vertiefte Ausbildung in diesem Bereich. Internationale Qualifikationen wie FRCS oder der europäische Facharzttitel FEBS AWS belegen, dass anspruchsvolle Prüfungen bestanden wurden und die Expertise von unabhängigen Fachgremien bestätigt ist.

Ebenso entscheidend ist die praktische Erfahrung. Ein spezialisierter Hernienchirurg sollte das gesamte Spektrum der offenen, laparoskopischen und robotischen Techniken sicher beherrschen und die Methode individuell an die anatomische Situation des Patienten anpassen. Hohe Fallzahlen, eine klare Spezialisierung und die Mitarbeit in zertifizierten Hernienzentren gelten als objektive Qualitätsmerkmale, weil sie zeigen, dass komplexe Fälle routiniert behandelt werden und moderne Verfahren präzise angewendet werden.

Auch externe Qualitätsnachweise spielen eine wichtige Rolle. Zertifikate und Siegel wie die Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie der Deutschen Herniengesellschaft werden nur an Zentren vergeben, die hohe Standards erfüllen, ihre Ergebnisse dokumentieren und regelmäßig überprüfen lassen. Die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien, Fachgesellschaften oder internationalen Netzwerken zeigt zusätzlich, dass ein Chirurg fachlich auf dem neuesten Stand bleibt und aktiv zur Weiterentwicklung seines Fachgebiets beiträgt.

Ein weiteres Zeichen für hohe Qualität ist Transparenz. Wer OPZahlen offenlegt, regelmäßig Fortbildungen besucht und eine strukturierte Nachsorge anbietet, zeigt Verantwortungsbewusstsein und Professionalität. Ebenso wichtig ist eine klare, verständliche Kommunikation, die Patienten Sicherheit gibt und den gesamten Behandlungsprozess nachvollziehbar macht“, erläutert Dr. Gorjanc. 

Bei Hernien stehen zwei grundlegende Operationsverfahren zur Verfügung: die offene Operation über einen Bauchschnitt und die laparoskopische Operation mittels Bauchspiegelung. Beide verfolgen dasselbe Ziel – die Schwachstelle der Bauchwand dauerhaft zu stabilisieren –, unterscheiden sich jedoch deutlich in Technik, Belastung und Heilungsverlauf. 

Bei der offenen Operation wird der Bruch über einen Hautschnitt direkt freigelegt. Der Operateur sieht die betroffene Stelle unmittelbar, kann Gewebe präzise beurteilen und das Netz exakt platzieren. Dieses Verfahren eignet sich besonders bei großen, komplexen oder mehrfach voroperierten Bauchwandbrüchen sowie bei eingeschränkter Gewebequalität. Die offene Technik bietet eine sehr stabile Rekonstruktion, geht jedoch mit einem größeren Schnitt, etwas mehr Wundschmerz und einer längeren Erholungszeit einher.

Die laparoskopische Operation erfolgt über kleine Zugänge mithilfe einer Kamera. Der Bruch wird von innen versorgt, das Netz hinter die Bauchwand gelegt und fixiert. Diese minimal‑invasive Methode führt meist zu weniger Schmerzen, kleineren Narben und einer schnelleren Mobilisation. Sie ist ideal bei beidseitigen Leistenbrüchen, Rezidivhernien nach offener Operation oder bei Patienten, die von einer raschen Genesung profitieren. Allerdings erfordert sie hohe technische Expertise und ist nicht für jede anatomische Situation geeignet.

Gorjanc 

Laparoskopische Hernienchirurgie 

Hierzu kommentiert Dr. Gorjanc: „Grundsätzlich unterscheiden wir offene, laparoskopische und robotisch assistierte Verfahren. Moderne minimalinvasive Techniken verursachen häufig weniger Schmerzen und ermöglichen eine raschere Erholung. Entscheidend ist jedoch nicht die modernste Technik, sondern das Verfahren, das für die jeweilige Hernie und den einzelnen Patienten den größten langfristigen Nutzen bietet“. 

Vor einer Hernienoperation können Patienten viel dazu beitragen, das Operationsrisiko zu senken und die Heilung spürbar zu verbessern. Entscheidend ist, den Körper möglichst stabil, gut versorgt und belastbar in den Eingriff zu führen. 

Vor einer Hernienoperation lohnt es sich, den Körper möglichst gut auf den Eingriff vorzubereiten. Dazu gehört vor allem, bestehende Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder HerzKreislaufProbleme stabil einzustellen, weil eine ausgeglichene Stoffwechsellage die Wundheilung deutlich verbessert und Komplikationen reduziert. Auch die Medikamente müssen überprüft werden: Blutverdünner, bestimmte Schmerzmittel oder Nahrungsergänzungen werden häufig angepasst oder vorübergehend pausiert – immer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Körpergewicht. Übergewicht erhöht den Druck auf die Bauchwand, erschwert die Operation und verlangsamt die Heilung.

Schon kleine Schritte wie eine leichte Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung verbessern die Ausgangslage spürbar. Ebenso entscheidend ist der Umgang mit Nikotin. Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Gewebes und erhöht das Risiko für Infektionen und Wundheilungsstörungen. Wer bereits einige Wochen vor der Operation weniger raucht oder ganz darauf verzichtet, unterstützt die Regeneration des Körpers nachweislich. Auch die Haut im Operationsgebiet sollte möglichst gesund sein. Eine milde Reinigung, das Vermeiden von Hautreizungen und die Behandlung kleiner Entzündungen oder Pilzinfektionen senken das Infektionsrisiko.

Eine gute Flüssigkeitszufuhr und eine nährstoffreiche, eiweißbetonte Ernährung stärken das Immunsystem und fördern die Gewebeheilung zusätzlich. Ebenso wichtig ist es, chronischen Husten oder Verstopfung zu behandeln, da beides den Druck im Bauchraum erhöht und die Bauchwand belastet“, empfiehlt Dr. Gorjanc. 


Eine stabile Stoffwechsellage, ein angepasstes Körpergewicht, ein Rauchstopp, eine gesunde Haut, eine gute Ernährung und die Behandlung belastender Begleiterkrankungen schaffen optimale Voraussetzungen für eine sichere Operation und eine schnelle, komplikationsarme Heilung.


Neben der körperlichen Vorbereitung spielt die Organisation des Alltags eine große Rolle. Nach einer Hernienoperation müssen schweres Heben, intensiver Sport und körperlich belastende Tätigkeiten für einige Zeit vermieden werden. Es hilft, frühzeitig zu planen, wer im Haushalt unterstützen kann, wie Einkäufe oder Arbeitswege organisiert werden und welche Hilfsmittel – etwa ein Bauchband – sinnvoll sein könnten. Auch die Vorbereitung auf die ersten Tage nach der OP ist wichtig: lockere Kleidung, geeignete Schmerzmittel nach ärztlicher Rücksprache, eine ruhige Umgebung und kurze Wege erleichtern den Start in die Heilungsphase.

Schließlich profitieren Patienten davon, sich mental auf den Eingriff einzustellen. Ein klares Verständnis des Ablaufs, der Nachsorge und der individuellen Risiken schafft Sicherheit und reduziert Stress. Gespräche mit dem Behandlungsteam, das Klären offener Fragen und das Wissen um die eigenen Einflussmöglichkeiten stärken das Vertrauen in den Prozess. 

Die Risiken, Komplikationen und Erfolgsraten einer Hernienoperation hängen sowohl vom gewählten Verfahren als auch von der individuellen Anatomie und der Erfahrung des Operateurs ab. Grundsätzlich gelten sowohl die offene als auch die laparoskopische Technik heute als sehr sichere Eingriffe mit hohen Erfolgsquoten, doch sie unterscheiden sich in Belastung, Heilungsverlauf und spezifischen Risiken. 

Jede Operation birgt Risiken wie Blutung, Infektion oder Wundheilungsstörungen. Spezifisch bei Hernienoperationen können chronische Schmerzen oder ein erneuter Bruch auftreten. In erfahrenen Händen sind die Erfolgsraten sehr hoch, und die meisten Patienten profitieren dauerhaft von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Bei der offenen Operation entsteht durch den Hautschnitt ein etwas höheres Risiko für Wundheilungsstörungen, Blutergüsse oder Infektionen, weil das Gewebe stärker belastet wird. Gleichzeitig bietet diese Methode eine direkte Sicht auf den Bruch und ermöglicht eine sehr präzise Rekonstruktion, was besonders bei großen oder komplexen Defekten zu einer hervorragenden Langzeitstabilität führt.

Die Rezidivraten liegen – abhängig von Bruchtyp und Gewebequalität – im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die laparoskopische Operation verursacht durch die kleinen Zugänge meist weniger Schmerzen, geringere Infektionsraten und eine schnellere Erholung. Komplikationen wie Verletzungen innerer Strukturen oder Netzprobleme sind selten, treten aber technisch bedingt vereinzelt auf.

Auch hier sind die Langzeitergebnisse sehr gut, insbesondere bei beidseitigen Leistenbrüchen, Rezidiven nach offener Operation oder bei Patienten, die von einer raschen Genesung profitieren. Die Erfolgsraten liegen ebenfalls im niedrigen Prozentbereich, wenn das Verfahren korrekt ausgewählt und fachgerecht durchgeführt wird“, hebt Dr. Gorjanc hervor. 

Schwere Komplikationen wie ausgeprägte Infektionen, chronische Schmerzen oder Netzverschiebungen sind selten und treten vor allem dann auf, wenn die anatomische Situation schwierig ist oder die Gewebequalität eingeschränkt. Ein entscheidender Faktor für das Ergebnis ist die Expertise des Operateurs: Je erfahrener ein Hernienspezialist ist, desto geringer sind die Komplikationsraten und desto stabiler ist die Langzeitprognose – unabhängig davon, ob offen oder laparoskopisch operiert wird. 

Ob ein Netz eingesetzt wird, hängt immer davon ab, wie stabil die Bauchwand ist und welches Risiko ein reiner Nahtverschluss hätte. Eine Hernie entsteht durch eine Schwachstelle im Gewebe – und je größer, breiter oder weicher diese Stelle ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ohne zusätzliche Verstärkung erneut nachgibt. Deshalb wird ein Netz immer dann gewählt, wenn die natürliche Gewebespannung nicht ausreicht, um den Bruch dauerhaft zu schließen.

Gorjanc 

Bei den meisten Hernien im Erwachsenenalter sorgt ein Netz dafür, dass die Bauchwand langfristig stabil bleibt und das Risiko eines erneuten Bruchs deutlich sinkt. Moderne Kunststoffnetze sind heute sehr gut verträglich und ihre Sicherheit ist durch viele Jahre klinischer Erfahrung belegt. Nur bei sehr kleinen Defekten oder in speziellen Situationen – etwa beim ShouldiceVerfahren bei bestimmten Leistenhernien – kann ein reiner Nahtverschluss ausreichend sein. Ob ein Netz notwendig ist, hängt vor allem von der Größe und Beschaffenheit des Bruchs ab.

Größere Defekte, eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche, wiederholte Hernien oder eine durch frühere Operationen geschwächte Bauchwand sprechen klar für den Einsatz eines Netzes. Auch die Lage der Hernie spielt eine Rolle: Bei Leisten und Narbenbrüchen empfehlen moderne Leitlinien in den meisten Fällen eine Netzverstärkung, weil Studien zeigen, dass die Rückfallquote damit erheblich sinkt. Nur bei sehr kleinen Hernien oder besonderen anatomischen Voraussetzungen kann ein Nahtverschluss ohne Netz eine stabile Lösung bieten“, schildert Dr. Gorjanc und führt weiter aus: 

Für die Netzmaterialien stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, die je nach anatomischer Situation und Operationsmethode ausgewählt werden. Am häufigsten werden synthetische PolypropylenNetze eingesetzt, die eine hohe Stabilität bieten und gut in das Gewebe einwachsen. Leichtgewichtnetze bestehen ebenfalls aus Polypropylen, aber auch aus Polyester oder Polyvinylidenfluorid /PVDF (ein teilkristalliner, thermoplastischer Fluorkunststoff), sind aber dünner und flexibler – ideal für empfindliches Gewebe oder laparoskopische Eingriffe, bei denen eine geringere Materialdicke Vorteile bringt.

Kompositnetze kombinieren ein stabiles Grundmaterial mit einer speziellen Beschichtung, die verhindert, dass das Netz im Bauchraum mit Organen verklebt; sie kommen vor allem bei laparoskopischen Verfahren zum Einsatz. Resorbierbare oder teilresorbierbare Netze aus Materialien wie Polylactid lösen sich teilweise oder vollständig auf und eignen sich für Situationen, in denen die Bauchwand nur vorübergehend unterstützt werden muss oder eine dauerhafte Fremdmaterialbelastung vermieden werden soll. Künstliche resorbierbare und biologische Netze aus tierischem oder menschlichem Gewebe sind eine Option bei komplexen Fällen, etwa bei Infektionen oder stark geschädigtem Gewebe, weil sie sich besonders gut in die natürliche Struktur integrieren und sich mit der Zeit auflösen“. 


Aus Bruchtyp, Größe, Gewebequalität, Operationsmethode und individueller Risikobewertung ein klares Bild: Ein Netz wird eingesetzt, wenn es die langfristige Stabilität verbessert und das Risiko eines erneuten Bruchs senkt. Welches Material gewählt wird, ergibt sich aus der anatomischen Situation und der Erfahrung des Operateurs – und genau diese Kombination entscheidet über ein dauerhaft stabiles Ergebnis.


Der Heilungsprozess nach einer Hernienoperation verläuft in klar erkennbaren Phasen, die sich je nach Operationsmethode, individueller Gewebequalität und körperlicher Belastung unterscheiden. 

Der Heilungsprozess nach einer Hernienoperation verläuft in mehreren Phasen, die sich zwar je nach Operationsmethode unterscheiden, aber einem gut nachvollziehbaren Muster folgen. Die meisten Patienten sind bereits wenige Stunden nach dem Eingriff wieder mobil und können sich selbstständig bewegen. Alltagstätigkeiten wie Gehen, Duschen oder leichte Hausarbeiten sind oft nach wenigen Tagen möglich. Bei laparoskopischen Operationen geht diese frühe Erholung meist schneller, weil die kleinen Zugänge die Bauchwand weniger belasten. Nach offenen Operationen dauert es etwas länger, bis die Wunde stabil ist, da der Schnitt größer ist und das Gewebe stärker beansprucht wurde“, so Dr. Gorjanc und ergänzt: 

In den ersten Tagen steht die Wundheilung im Vordergrund. Die Schmerzen sind in dieser Phase meist gut kontrollierbar, und die Beweglichkeit nimmt rasch zu. In den folgenden Wochen beginnt die strukturelle Regeneration der Bauchwand. Falls ein Netz eingesetzt wurde, wächst es nach und nach in das Gewebe ein und stabilisiert die Schwachstelle zunehmend. Obwohl die Bauchwand in dieser Zeit belastbar ist, gilt sie noch nicht als vollständig belastungsfest.

Deshalb sollten schweres Heben, intensiver Sport, abrupte Bewegungen und starke Bauchpressen für etwa vier bis sechs Wochen vermieden werden. Leichte Bewegung ist hingegen ausdrücklich erwünscht, da sie die Durchblutung fördert und Komplikationen wie Thrombosen vorbeugt. Viele Menschen können nach ein bis zwei Wochen wieder arbeiten, sofern der Beruf keine körperlich schweren Tätigkeiten erfordert. Die vollständige Festigkeit der Bauchwand entsteht erst über mehrere Monate. Auch wenn sich die meisten Patienten bereits nach wenigen Wochen wieder fit fühlen, ist die innere Heilung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Netz und Gewebe verbinden sich weiter, die Narben stabilisieren sich, und die Bauchwand erreicht nach etwa drei bis sechs Monaten ihre endgültige Belastbarkeit. In dieser Phase bleiben bestimmte Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll. Warnsignale wie stechende Schmerzen bei Belastung, eine neue Vorwölbung oder anhaltende Schwellungen sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Damit die Genesung optimal verläuft, wird jedem Patienten ein individuell abgestimmtes Rehabilitationsprogramm empfohlen. Es berücksichtigt die Art der Operation, die körperliche Ausgangssituation und den beruflichen sowie privaten Alltag und unterstützt eine sichere, langfristig stabile Heilung“. 


Wer die Belastung langsam steigert, die Bauchwand schont und die Empfehlungen zur Wundpflege und Bewegung beachtet, schafft optimale Bedingungen für eine komplikationsarme und langfristig stabile Heilung.


Das Risiko, dass ein Bruch nach einer Hernienoperation erneut auftritt, entsteht aus einem Zusammenspiel von biologischen Voraussetzungen, anatomischen Besonderheiten und dem Verhalten nach dem Eingriff. 

Das Risiko, dass eine Hernie nach einer Operation erneut auftritt, wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Entscheidend sind die Größe und Lage des ursprünglichen Bruchs, die gewählte Operationsmethode und die Qualität des Gewebes. Große Defekte, Narbenhernien oder mehrfach voroperierte Regionen belasten die Bauchwand stärker und neigen eher dazu, wieder nachzugeben. Eine Hernie ist grundsätzlich Ausdruck einer strukturellen Schwäche im Bindegewebe – je ausgeprägter diese Schwäche ist, desto höher das Rezidivrisiko.

Menschen mit genetisch bedingter Bindegewebsschwäche, höherem Alter, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht haben daher ein erhöhtes Risiko, weil ihr Gewebe weniger stabil ist und der Druck im Bauchraum höher ausfällt. Auch die chirurgische Technik spielt eine zentrale Rolle. Verfahren ohne Netz können bei sehr kleinen Hernien ausreichend stabil sein, führen aber insgesamt häufiger zu Rückfällen als Netzoperationen. Entscheidend ist nicht nur das Material, sondern auch die korrekte Platzierung und Fixierung des Netzes.

Die Erfahrung des Operateurs beeinflusst das Ergebnis nachweislich: Spezialisierte Zentren mit hohen Fallzahlen erzielen langfristig niedrigere Rezidivraten, weil sie komplexe anatomische Situationen routiniert einschätzen und moderne Techniken präzise anwenden. Das Verhalten nach der Operation trägt ebenfalls wesentlich zur Stabilität der Bauchwand bei. Eine zu frühe Überlastung – etwa durch schweres Heben, intensiven Sport oder starke Bauchpressen – kann die Naht oder das Netz überfordern, bevor das Gewebe vollständig eingewachsen ist.

Leichte Bewegung hingegen unterstützt die Durchblutung und fördert die Heilung. Eine sorgfältige Wundpflege, das Vermeiden von Infektionen und das Einhalten ärztlicher Belastungsgrenzen sind in dieser Phase entscheidend“, beschreibt Dr. Gorjanc und betont zum Schluss unseres Gesprächs: 

Die beste Hernienoperation ist nicht die modernste, sondern jene, die für den einzelnen Patienten die sicherste und dauerhafteste Lösung bietet. Hernienchirurgie ist heute hochspezialisiert. Die richtige Operationsmethode soll immer das Ergebnis einer individuellen Entscheidung sein – nicht einer Standardlösung“.


  • International anerkannter Hernienchirurg mit hochklassigem Ruf für komplexe Bauchwand‑ und Eingeweidebrüche.
  • Beherrscht alle modernen Verfahren der offenen und laparoskopischen Hernienchirurgie.
  • Zusatztitel FRCS als Mitglied des Royal College of Surgeons of England – ein weltweit selten verliehener Nachweis höchster chirurgischer Expertise.
  • Europäischer Facharzttitel FEBS AWS für Bauchwandchirurgie, vergeben für herausragende OP‑Zahlen und wissenschaftliche Leistungen.
  • Ehemaliger Präsident der slowenischen Herniengesellschaft mit langjähriger internationaler Vernetzung.
  • Umfangreiche Erfahrung durch zahlreiche humanitäre Einsätze mit „Hernia International“ in Afrika und Asien.
  • Zertifizierte Qualität: arbeitet in einem Zentrum mit dem Siegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Herniengesellschaft.
  • Spezialisiert auf offene Operationen (Bauchschnitt), geschlossene laparoskopische Eingriffe und strukturierte Nachsorge.
  • Aktiver Forscher und Entwickler neuer Operationsmethoden; kontinuierlich eingebunden in internationale Fachgesellschaften und Studien. 

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Über den Fachautor

Alexandra Pfitzmann

Redakteurin

Alexandra Pfitzmann – Medizinische Fachautorin: Expertenwissen, Fachbeiträge und medizinische Inhalte im Leading Medicine Guide.

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Porträt OA mag.dr. Jurij Gorjanc, dr.med, FRCS, FEBS AWS, Dozent (Univ. Ljubljana)

OA mag.dr. Jurij Gorjanc, dr.med, FRCS, FEBS AWS, Dozent (Univ. Ljubljana)

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